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StartseiteUmwelt und VerbraucherVerbraucherzentralen bieten "Heizcheck" an20.10.2017

Vom Bund geförderte EnergieberatungVerbraucherzentralen bieten "Heizcheck" an

Der eine Heizkörper wird warm, der andere nicht - was stimmt nicht? Ob die private Heizungsanlage optimal läuft, prüfen Energieberater der Verbraucherzentralen für einen kleinen Obolus direkt vor Ort. Das gilt auch für neue Anlagen. Inse Ewen von der Verbraucherzentrale Bremen erklärt im Dlf, wie der Check funktioniert.

Inse Ewen im Gespräch mit Susanne Kuhlmann

Jemand dreht an einem Thermostat eines Heizkörpers. (picture alliance / dpa / Foto: Sven Hoppe)
Jemand dreht an einem Thermostat eines Heizkörpers. (picture alliance / dpa / Foto: Sven Hoppe)
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Susanne Kuhlmann: Auch wenn es die lauen Spätsommertage fast vergessen machen – der Herbst ist da und die Heizung sollte jetzt auf der Höhe sein. Wenn die Wohnung nicht richtig warm wird, oder die Heizung knackt und gluckert, dann ist klar, dass sie nicht optimal läuft. Aber selbst wenn es warm wird, kann es sinnvoll sein, die Heizung überprüfen zu lassen. Manchmal wird nämlich viel mehr Öl oder Gas verbraucht, als nötig wäre, und das führt zu einer üppigeren Rechnung, als nötig wäre.

Die Energieberater der Verbraucherzentralen bieten einen Heizcheck an. Am Telefon in Bremen ist Inse Ewen, Energieberaterin bei der dortigen Verbraucherzentrale. Guten Tag, Frau Ewen!

Inse Ewen: Guten Tag!

Kuhlmann: "Heizcheck" heißt Ihr Angebot. Wie sieht das denn aus?

Ist die Heizungsanlage optimal eingestellt?

Ewen: Der Heizcheck unterstützt tatsächlich die Verbraucher bei der Entscheidung, ist die Heizungsanlage optimal eingestellt, funktioniert sie eigentlich richtig, kann sie das halten, was sie verspricht. Wir stellen in diesem Heizcheck tatsächlich fest, das ist nicht immer so.

Kuhlmann: Für wen ist dieser Check gedacht?

Ewen: Der ist für alle Privateigentümer gedacht, die eine Heizungsanlage haben, und gedacht ist er tatsächlich so, dass innerhalb von 24 Stunden Technik an die Heizungsanlage installiert wird und genau überprüft werden kann anhand verschiedener Heizkurven und Daten, wie funktioniert die Heizungsanlage, wie ist sie eingestellt, funktioniert sie optimal.

Kuhlmann: Es gibt in diesem Zusammenhang ja den Begriff des hydraulischen Abgleichs, der auch wichtig ist fürs energiesparende Betreiben der Heizanlage. Berücksichtigen Sie den auch? Und zunächst mal: Was ist das?

Ewen: Das ist natürlich ein etwas schwer zu erklärender sperriger Begriff. Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass jeder einzelne Heizkörper in dem ganzen Heizsystem optimal durchflossen ist, optimal warm wird. Viele Verbraucher kennen das, dass der erste Heizkörper in der Küche in der Nähe der Heizungsanlage schön warm wird, den brauchen Sie nur auf eins zu stellen, und der andere Heizkörper im zweiten Stock im Kinderzimmer ständig kalt ist, vielleicht sogar Geräusche von sich gibt oder ständig auch Luft hat. Das ist das System, das wir nicht möchten für die Heizungsanlage, sondern jeder einzelne Heizkörper soll gleichmäßig durchflossen werden. Dazu dient der hydraulische Abgleich.

Man muss sich das so vorstellen, dass an jedem einzelnen Heizkörper ein sogenanntes voreinstellbares Ventil installiert wird und der Heizungsbauer genau prüft, wie dieses Ventil eingestellt werden muss. Dazu werden Berechnungen angestellt. Das ist nicht zu verwechseln mit dem Thermostatkopf, der noch mal sichtbar an dem Heizkörper ist. Der hydraulische Abgleich soll dafür Sorge tragen, dass etwa 25 Prozent der Energie eingespart werden kann. Das ist eine ganze Menge. Und über den Heizcheck, den die Verbraucherzentrale durchführt, kann man sehr schnell feststellen, ob der hydraulische Abgleich gut durchgeführt worden ist, oder wie die Anlage auch ohne diesen hydraulischen Abgleich funktioniert und gute Argumente liefert, dass dann doch der hydraulische Abgleich durchgeführt wird.

Kuhlmann: In welchem Umfang, können Sie das ein bisschen quantifizieren, lässt sich bei den Heizkosten sparen, wenn jemand die Heizung richtig eingestellt hat?

Der "Heizcheck" hilft Energie und Geld sparen

Ewen: Wenn die Heizung richtig eingestellt wird, dann kann man bis zu 150 Euro sparen. Ich tue mich ein bisschen schwer mit diesen Zahlenangaben, denn wenn die Heizungsanlage wirklich richtig schlecht eingestellt wurde, ist diese Zahl definitiv zu erreichen. Manchmal sind es aber die kleinen Stellschrauben, die die Heizungsanlage optimieren und dann doch noch mal ein Stück weit besser machen. Das heißt, die Verbraucher, die jetzt gerade eine neue Heizungsanlage bekommen haben, sind sehr wohl auch unsere Zielgruppe, um festzustellen, ob die Heizungsanlage tatsächlich gut installiert wurde und gut eingestellt wurde. Genauso sind Verbraucher für uns eine Zielgruppe, die vielleicht eine zehn Jahre alte Heizungsanlage haben und doch das Gefühl haben, dass sie noch nicht optimal funktioniert.

Kuhlmann: Wir haben gerade noch ein paar Sekunden Zeit, damit Sie sagen, was diese Beratung kostet.

Ewen: Ja. Der Heizcheck kostet 40 Euro. Der Rest wird gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium. Die Leistung kostet nämlich eigentlich 303 Euro. Und wie läuft es ab? Bitte melden Sie sich unter einer Telefonnummer: 0800 809 802 400 an.

Kuhlmann: Nachzulesen bei den Verbraucherzentralen. Danke schön! – Energieberater der Verbraucherzentralen helfen, den Schwachstellen der Heizanlage auf die Spur zu kommen. Danke, Inse Ewen.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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