Ceuta-Krise
Von der Leyen dankt Spanien für Umgang mit Migranten-Ansturm und fordert besseren Schutz der Außengrenzen

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat dem spanischen Ministerpräsident Sanchez für den Umgang mit dem Ansturm zehntausender Migranten auf die Exklave Ceuta in Marokko gedankt. In dem Brief, von dem die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, heißt es, Spanien und Marokko sei es gelungen, die Weiterreise von ⁠Migranten auf das spanische Festland und nach Europa zu verhindern.

    Eine Gruppe Migranten wird von spanischen Soldaten eine Straße entlang zurück nach Marokko eskortiert.
    Eine Gruppe Migranten wird von spanischen Soldaten eine Straße entlang zurück nach Marokko eskortiert. (AFP / Henry Nicholls)
    Die EU-Grenzschutzagentur ⁠Frontex stehe bereit, ihre Präsenz in Ceuta zu verstärken, erklärte von der Leyen demnach. ‌Zudem könnte die technische und finanzielle Unterstützung für Marokko verbessert werden. Es müsse mehr getan werden, um die Grenzen an kritischen Punkten zu stärken.
    Morgen wollen sich die EU-Innenminister in einer Dringlichkeitssitzung mit den Ereignissen befassen. Die Krise hatte zu diplomatischen Spannungen zwischen Spanien und anderen EU-Ländern geführt. Bereits heute kamen in Brüssel die EU-Botschafter zusammen .

    Sippel kritisiert Reaktion mehrerer EU-Staaten

    Die SPD-Europaabgeordnete Sippel kritisierte die Reaktion vieler EU-Staats- und Regierungschefs auf die Situation in Ceuta. In einem Offenen Brief hatten sie die Politik der Regierung in Madrid für die Ankunft zehntausender Migranten in der spanischen Exklave verantwortlich gemacht. Sippel nannte es im Deutschlandfunk ”bedauerlich”, dass auch Bundeskanzler Merz den Brief unterzeichnet habe .
    Der Offene Brief der 22 Mitgliedstaaten sei fatal gewesen. Sie hätten damit das Geschäft verschiedener Autokraten betrieben, die Europa spalten wollten. Bundeskanzler Merz habe sich in dem Brief an die Seite von Italiens Ministerpräsidentin Meloni gestellt, die sogar den Ausschluss Spaniens aus dem Schengenraum gefordert habe, kritisierte Sippel.

    Marokko sieht Falschinformationen als Ursache für Migration nach Ceuta

    Erstmals äußerte sich auch Marokko zu den Geschehnissen in der spanischen Exklave. Das Innenministerium machte in Sozialen Medien gestreute Falschinformationen für den Ansturm zehntausender Menschen auf Ceuta verantwortlich. Er sei nicht organisiert gewesen, sondern spontan zustande gekommen, sagte ein Sprecher. Zudem sei ⁠das Urteil eines spanischen Gerichts, das die sofortige Rückführung von auf See abgefangenen Migranten verbiete, falsch interpretiert worden.

    Unterschiedliche Angaben zur Zahl der Migranten und Opfer

    Die marokkanischen Behörden bezifferten die Zahl der Beteiligten auf 40.000. Spanien hatte von mehr als 50.000 ⁠gesprochen. Die Zahl der Menschen, die ums Leben kamen, gibt Marokko mit elf an. Laut spanischen Angaben waren es mindestens 72.
    Einzelheiten zu den Geschehnissen in Ceuta hat heute früh unser Korrespondent Stefan Ehlert erläutert .
    Diese Nachricht wurde am 03.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.