Dienstag, 04. Oktober 2022

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Vor der Basketball-EM
"Top-Spieler stehen nur bedingt zur Verfügung"

Wenn die deutsche Mannschaft komplett wäre, wäre sie bei der Basketball-EM "bei gutem Turnierverlauf in der Lage, um eine Medaille mitzuspielen", sagte Ex-Basketballtrainer Stefan Koch im Dlf. Dass dem nicht so ist, liege zum Teil auch an einem grundsätzlichen Streit in der Basketballszene.

Stefan Koch im Gespräch mit Klaas Reese | 20.08.2017

    Basketball, Supercup: Deutschland - Russland am 18.08.2017 in Hamburg. Deutschlands Dennis Schröder (l) und Russlands Nikita Kurbanov kämpfen beim Supercup-Spiel um den Ball.
    Dass wichtige Spieler wie Dennis Schröder häufig fehlen, ist für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft ein Problem. (dpa / Daniel Reinhardt)
    Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft zählt für Stefan Koch "offensiv nicht zu den talentiertesten": "Ich glaube, dass sich diese Mannschaft stärker über Defensive als über Offensive definieren muss", erklärte der Ex-Basketballtrainer und Kommentator in der Sendung "Sport am Sonntag". "Dementsprechend sollte da noch ein bisschen an den Stellschrauben gedreht werden", bis die EM am 31. August 2017 startet.
    Entscheidende Spieler fehlen
    Dazu kommt, dass es einige Verletzungsausfälle zu verkraften gebe, so Koch, und - dass Top-Spieler aufgrund anderer Verpflichtungen fehlen. Allen voran Dennis Schröder, der in der NBA spielt. Dass entscheidende Nationalspieler in der Vorbereitung zu internationalen Turnieren fehlen, sei ein generelles Problem im Basketball, erklärt Stefan Koch: Es werde immer schwerer werden, alle Spieler zusammen zu bekommen, weil es einen Streit gebe zwischen dem FIBA-Verband und der Basketball Euro League. Dazu komme, dass NBA-Spieler sowieso ihren eigenen Spielplan hätten.
    Daher stellt sich laut Stefan Koch die Frage, "ob internationale Wettbewerbe langfristig überhaupt noch eine entsprechende Bedeutung haben werden - weil die Top-Spieler - wenn überhaupt - nur sehr bedingt zur Verfügung stehen."
    Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.