
Selenskyj erklärte, bei der Abwehr von Drohnen und Marschflugkörpern sei sein Land erfolgreich gewesen, allerdings nicht bei der Abwehr ballistischer Raketen. Er führte dies auf einen Mangel an geeigneten Abfanggeschossen zurück. Dadurch werde Russland ermutigt, weiter Wohngebäude in der Ukraine zu zerstören. Zuvor hatte sich EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen dafür ausgesprochen, die Ukraine verstärkt mit Flugabwehrwaffen zu versorgen. Der Druck auf Russland müsse steigen, damit das Blutvergießen ein Ende habe, schrieb sie.
In der Nacht wurden bei russischen Attacken auf Kiew nach ukrainischen Angaben erneut Wohnblöcke getroffen, die teilweise einstürzten. Laut den Behörden wurden bisher elf Tote geborgen, wobei die Anzahl der Toten noch steigen kann. Berichten zufolge, soll Russland bei den Angriffen in der Nacht auch Marschflugkörper und Raketen eingesetzt haben. Marschflugkörper können von den Angreifern besser manövriert und wegen ihrer geringen Flughöhe nicht so leicht vom Radar der Luftabwehr erfasst werden, ballistische Raketen sind dafür aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit schwieriger abzuwehren.
Russland meldet ukrainische Angriffe
Russland meldete seinerseits ukrainische Angriffe in verschiedenen Landesteilen. So wurde die Region Omsk in Westsibirien nach Angaben des örtlichen Gouverneurs von Drohnen attackiert. Betroffen sei das Industriezentrum von Omsk, rund 2.700 Kilometer von der Grenze entfernt. Dies ist einer der ukrainischen Drohnenangriffe mit der größten Reichweite seit Kriegsbeginn vor mehr als vier Jahren. Nach russischen Angaben fing das Militär in der Nacht mehr als 600 ukrainische Drohnen ab.
Diese Nachricht wurde am 06.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



