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StartseiteSternzeitSommerlicher Fuchs mit gestohlener Gans28.08.2019

Vulpecula in der MilchstraßeSommerlicher Fuchs mit gestohlener Gans

Am sommerlichen Sternenhimmel zeigt sich ein kleines Raubtier: das Füchslein. Es besteht durchweg aus sehr schwachen Sternen und befindet sich zwischen Schwan, Delphin und Pfeil.

Von Dirk Lorenzen

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Das Sternbild Füchslein ist sehr unscheinbar und befindet sich mitten im großen Sommerdreieck (Stellarium)
Das Sternbild Füchslein ist sehr unscheinbar und befindet sich mitten im großen Sommerdreieck (Stellarium)

Nach Einbruch der Dunkelheit fällt hoch im Süden der Schwan auf, ein großes, etwas schräg stehendes Kreuz. Am Fuß des Kreuzes, mitten im Sommerdreieck, leuchtet der Stern Albireo.

Genau unterhalb von ihm und ein wenig nach links und rechts erstreckt sich eine Kette recht schwacher Sterne: Das ist der kleine Fuchs. Aus dem Lichtermeer der Großstädte ist er kaum zu erspähen. Wie die Füchse am Boden, so zeigt sich auch der am Himmel eher in dunklen, ländlichen Gebieten.

So unscheinbar der Fuchs am Firmament auch ist: Er befindet sich mitten in der Milchstraße und enthält einige bemerkenswerte Objekte, darunter den ersten entdeckten Pulsar. Die Astronomin Jocelyn Bell hatte ihn 1967 während ihrer Doktorarbeit mit einem Radioteleskop aufgespürt.

Der Hantelnebel ist der Überrest eines erloschenen Sterns; er zählt zu den schönsten Objekten im Sternbild Füchslein  (ESO)Der Hantelnebel ist der Überrest eines erloschenen Sterns; er zählt zu den schönsten Objekten im Sternbild Füchslein (ESO)

Das Füchslein gehört zu den Sternbildern, die der Danziger Astronom Johannes Hevelius Ende des 17. Jahrhunderts benannt hat. Ursprünglich hieß es "Vulpecula cum ansere", "der kleine Fuchs mit der Gans".

Auf alten Sternkarten ist tatsächlich ein Fuchs zu sehen, der offenbar eine Gans gefangen hat. Den Vogel hat er wohl mittlerweile verschlungen – jedenfalls heißt der Hauptstern des Fuchses jetzt Anser, lateinisch Gans.

Es ist ein Roter Riese in 300 Lichtjahren Entfernung. Der kleine Fuchs ist für diese Beute also ganz schön weit durch die Milchstraße geschlichen.

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