Kenia
Wadephul: Afrika ist Chancenkontinent - doch China ist oft schneller

Deutschland will die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Afrika angesichts der US-Politik stärker als bisher ausbauen. Afrika sei ein Chancenkontinent, auch für die deutsche Wirtschaft, sagte Außenminister Wadephul bei einem Treffen mit seinem kenianischen Amtskollegen Mudavadi in Nairobi. In Deutschland werde das bisher nicht ausreichend wahrgenommen. 

    Johann Wadephul mit dem Staatspräsidenten der Republik Kenia, William Samoei Arap Ruto.
    Außenminister Wadephul in Nairobi (picture alliance/AA/photothek.de/Thomas Koehler)
    Mit Blick auf die Konkurrenz aus China fügte Wadephul hinzu, auch deswegen sehe man immer wieder, dass chinesisches Engagement bedauerlicherweise schneller als deutsches oder europäisches da sei und effektiver helfe. Daraus müsse jetzt die Lehre gezogen werden.
    Wadephul setzt seine Reise morgen in Äthiopien fort. In der Hauptstadt Addis Abeba plant der CDU-Politiker unter anderem ein Gespräch mit seinem Kollegen Gedion Timothewos. Zudem ist ein Besuch der in der Stadt angesiedelten Zentrale der Afrikanischen Union (AU) sowie ein Gespräch mit dem Vorsitzenden der AU-Kommission, dem dschibutischen Außenminister Mahmoud Ali Youssouf, geplant. Dabei dürfte es auch um den seit April 2023 andauernden Krieg im Sudan gehen. Die Vereinten Nationen stufen den Konflikt, in dem sich die sudanesische Armee und die Miliz Rapid Support Forces (RSF) gegenüberstehen, als größte humanitäre Krise der Welt ein.
    Gegründet wurde die AU 2002, um die politische und wirtschaftliche Integration Afrikas voranzutreiben. Im September 2023 wurde die Organisation als vollwertiges Mitglied in die G20-Runde der führenden Wirtschaftsmächte aufgenommen.
    Diese Nachricht wurde am 21.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.