
Man wolle ihnen neben den ständigen Mitgliedern im höchsten UNO-Gremium eine "starke Stimme" geben, so der CDU-Politiker weiter. Der Sicherheitsrat müsse reformiert werden, damit die Interessen kleinerer Staaten besser berücksichtigt würden. Man dürfe sich nicht daran gewöhnen, dass sich das Recht des Stärkeren durchzusetzen versuche, mahnte Wadephul. Deutschland werde die regelbasierte Ordnung verteidigen und im Sicherheitsrat ein "Anwalt des Völkerrechts" sein.
Abstimmung morgen
Die UNO-Vollversammlung entscheidet morgen darüber, ob Deutschland erneut einen Sitz als nicht-ständiges Mitglied im Sicherheitsrat erhält. Die Bundesrepublik tritt bei der Abstimmung um zwei frei werdende Sitze gegen Österreich und Portugal an. Benötigt wird eine Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen im UNO-Plenum. Das entspricht derzeit - sofern alle abstimmen - 128 der insgesamt 193 Mitglieder, da Afghanistan und Venezuela laut Diplomaten aktuell nicht stimmberechtigt sind.
Die Bundesrepublik saß bereits sechsmal als nicht ständiges Mitglied im mächtigsten UN-Gremium. Durchgefallen ist Deutschland bei einer Wahl zum Sicherheitsrat laut Diplomaten noch nie.
Scheitern wäre Rückschlag auch für Merz
Der Bundesaußenminister nimmt für Deutschland an der Abstimmung teil. Weil es eine Zitterpartie werden dürfte, ist er bereits seit Freitag in New York, um für Zustimmung zu werben. Sollte Deutschland scheitern, wäre dies auch ein Rückschlag für die Bemühungen von Bundeskanzler Merz, bei der Lösung von Kriegen und Konflikten eine größere Rolle einzunehmen. Deutschland ist zweitgrößter UN-Geldgeber nach den USA.
Neben den fünf ständigen Vertretern im Sicherheitsrat - China, Russland, USA, Frankreich und Großbritannien - werden die restlichen zehn Sitze für je zwei Jahre von Mitgliedsstaaten besetzt. Abgestimmt wird auch über drei weitere frei werdende Sitze.
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Diese Nachricht wurde am 02.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
