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Warten auf das James-Webb-Teleskop
Teleskop-Origami im Kühlraum

Das James-Webb-Weltraumteleskop, der Nachfolger des legendären Hubble-Teleskops, hatte lange mit Verzögerungen und enormen Kostensteigerungen zu kämpfen. Derzeit aber läuft alles nach Plan, um das Instrument im Oktober 2018 endlich zu starten.

Von Dirk Lorenzen | 01.10.2016
    Das James-Webb-Teleskop im Reinraum der NASA
    Das James-Webb-Teleskop im Reinraum der NASA (NASA)
    In der Montagehalle am Goddard Space Flight Center bei Washington wurde der aus 18 Segmenten bestehende Hauptspiegel zusammengesetzt, ebenso die Halterung für den Sekundärspiegel. Auch die vier wissenschaftlichen Instrumente stehen längst bereit.
    Bald stehen Tests in einer Vakuum- und Kühlkammer am Johnson Space Center in Houston an. In dem Raum aus Apollo-Zeiten wollen die Ingenieure den gesamten optischen Aufbau überprüfen. Es geht darum, ob das Teleskop unter Weltraumbedingungen scharfe Bilder liefert.
    Ein weiterer kritischer Punkt ist der Entfaltungsmechanismus. Der sechseinhalb Meter große Spiegel, Teile der Montierung und vor allem der Hitzeschild von den Ausmaßen eines Tennisplatzes passen nur zusammengefaltet in die Ariane-5-Rakete, mit der das Teleskop ins All fliegt.
    Blick auf den mit Gold beschichteten Spiegel, der aus 18 Segmenten besteht
    Blick auf den mit Gold beschichteten Spiegel, der aus 18 Segmenten besteht (NASA)
    Nach dem Start muss das kosmische Origami perfekt funktionieren, sonst ist die Mission gescheitert. Das Teleskop ist aber komplett entfaltet so groß, dass es keine ausreichende Vakuum- und Kühlkammer gibt, um das Gesamtsystem zu testen.
    Anders als Hubble, das in der Erdumlaufbahn mehrfach von Astronauten gewartet wurde, ist James Webb in mehr als einer Million Kilometern Entfernung auf sich allein gestellt. Reparaturmissionen sind nicht möglich. Die Astronomen müssen einfach hoffen, dass in zwei Jahren bei Start und Entfaltung alles gut geht.