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Weekend-Fest in Köln
Hommage an Brian Eno

Bereits zum vierten Mal findet in Köln am Wochenende das "Weekend-Fest" statt. Knapp 20 Künstler treten an zwei Tagen in der Stadthalle Mülheim auf. Die Veranstaltung feiert in diesem Jahr Brian Enos Album "Taking Tiger Mountain By Strategy": Jeder der Acts wird in seinen Auftritt einen Song des Albums einbauen.

Von Frank Sawatzki | 27.11.2014
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    "Das wird viel weniger eine typische Konzerterfahrung, sondern eher eine Party werden", meint Veranstalter Jan Lankisch. ( picture alliance / Foto: Peter Kneffel)
    Auch für die vierte Weekend-Auflage 2014 dokumentieren die beiden Macher wieder ihr Pop-Geschichts-Bewusstsein, ohne sich der Veranstaltung einer Retro-Show verdächtig zu machen. Sie laden zur Feier eines Mediums ein, das den Rock in den 1960ern als Kunstform etablierte. Wir sprechen vom Album, das der Musik über die Strecke einer Langspielplatte eine neue Palette an Ausdrucksmöglichkeiten verlieh. Eine Liebeserklärung an ein Album steht diesmal im Fokus des Festivals:
    "Das ist Brian Enos "Taking Tiger Mountain By Strategy" aus dem Jahr 1974. Ein Album, das ich sehr spannend finde, es ist musikalisch sehr farbenfroh, es werden Drum-Machines eingesetzt, es gibt chorale Elemente, zudem ist die Platte auch eine Art Blueprint für Punkrock."
    2012 hatten Lankisch und Waschat den Amerikaner Stephen Malkmus mit einer Neuinterpretation des kompletten Can-Klassikers "Ege Bamyasi" aus den 1970ern beauftragt. Dieses Jahr konnten sie Weekend-Künstler davon überzeugen, sich mit Brian Eno auseinanderzusetzen - in ihrer eigenen Sprache und mit dem Abstand der vielen Jahre. Zehn Musiker und Bands bringen ab heute im Rahmen ihrer Auftritte jeweils einen Song aus dem 40 Jahre alten und ewig jungen Art-Pop-Meisterwerk auf die Bühne, eine hochaktuelle Hommage an Eno, den Zauberkönig der Ambient-Musik. Wer welches Stück spielt, bleibt bis zum Festivalstart ein Geheimnis:
    "Wenn ein Album im Vergleich zu einem Stück eine Konzentration auf ein Thema ist, das nicht drei Minuten dauert, sondern 60 Minuten, also eine längere Auseinandersetzung mit einem Thema, dann sind wir als Festival eher eine Compilation, wo man versucht, zusammenzustellen."
    Besondere Atmosphäre in historischem Gebäude
    Die Zusammenstellung ist im Vergleich zu den Vorjahren wesentlich funkyer ausgefallen. Mit der britischen Wortstromkünstlerin Kate Tempest, für viele die Entdeckung der Saison. Mit dem sinnlichen Soul-Jazz- und Afrobeatmix des gebürtigen Sudanesen Sinkane und der Tuareg-Band Mdou Moctar.
    "Ich glaube, das wird viel weniger eine typische Konzerterfahrung werden, sondern eher eine Party werden, jedenfalls am Freitag und am Samstag."
    Hauptact des zweiten Festival-Abends wird die South Bronx Band ESG sein, die Ende der 1970er die Discomusik wegweisend auf ihren Kern reduzierte: Bass, Schlagwerk und ihre wild durch die Tracks geisternden Stimmen erzählen von der Sehnsucht nach Körperlichkeit auf dem Dancefloor. Heute gehören ihre Stücke zu den meist gesampelten in der Hip-Hop-Geschichte.
    Mit der "Stadthalle Mülheim" hatten die beiden Organisatoren 2013 einen Ort in Köln gefunden, der ihrem Festival eine besondere Atmosphäre verleihen konnte. 2014 wird das Weekend wieder in dem historischen Bau auf der rechten Rheinseite stattfinden.
    "Ein neo-modernistisches Gebäude aus den Fünfzigern mit einem irre guten Sound, so eine Ballroom-Qualität mit Holzboden und einer Akustik-Decke, ein richtiges Zuhause, also kein klassischer Veranstaltungsort. Der Ort ist also mit ein wichtiger Headliner, man kommt auch wegen dem Ort."