
Der Feuilleton-Chef des österreichischen Nachrichtenmagazins "Profil", Grissemann, warf Festival-Leiter Rau im Deutschlandfunk einen "Schlingerkurs" vor. Rau sei in dieser Sache erstmals an "die Grenzen seiner Konfrontationslust geraten", erklärte Grissemann.
Festwochen-Chef Rau weist Kritik an Einladung Thiels zurück
Rau verteidigte seine Entscheidung, Thiel eingeladen zu haben. Er sei der Meinung, dass sich die Wahrnehmung und Relevanz der Wiener Festwochen durch die Debatte um den Paypal-Mitgründer und Investor "exponentiell vergrößert" habe, sagte Rau der Zeitung "Der Standard". Dass er vorgesehen hatte, mit dem "vielleicht mächtigsten rechten Menschen des Planeten" in einer kritischen Öffentlichkeit zu diskutieren, halte er auch nach der Aufregung darüber für "demokratiepolitisch relevant".
Wichtiger Akteur in den USA
Thiel hätte bei den Wiener Festwochen ursprünglich am 7. Juni an einem öffentlichen Diskussionsabend mit dem österreichischen Theologen Wolfgang Palaver teilnehmen sollen. Der Tech-Milliardär gilt als einer der einflussreichsten Männer des Silicon Valley und in den USA als wichtiger Geldgeber und Vordenker in rechten politischen Kreisen. Er ist bekannt für seine libertären und rechtskonservativen Positionen, seine Nähe zu US-Präsident Trump und seine Kritik an liberalen Demokratien. In letzter Zeit hatten Berichte über Thiels apokalyptische Weltsicht auch seine religiöse Ideologie in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.
Hör-Tipp
Dlf-Podcast "Die Peter Thiel Story"
Diese Nachricht wurde am 01.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
