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Welthunger-IndexDeutliche Fortschritte im Kampf gegen den globalen Hunger

Ein Baby wird in Indien gewogen, um zu prüfen, ob es unterernährt ist.  (AFP / Money Sharma)
Ein Baby wird in Indien gewogen, um zu prüfen, ob es unterernährt ist. (AFP / Money Sharma)

In den vergangenen Jahren hat es deutliche Fortschritte im Kampf gegen den Hunger gegeben. Der Welthunger-Index sei seit 2000 deutlich von 30 auf 21,3 Punkte gefallen, teilte die Welthungerhilfe in Berlin mit. Allerdings seien noch immer 795 Millionen Menschen unterernährt.

22 Länder konnten den Angaben zufolge ihren Wert seit dem Jahren 2000 um mindestens 50 Prozent senken - am erfolgreichsten waren dabei Myanmar, Ruanda und Kambodscha. In keiner Region stagniere die Bekämpfung des Hungers, heißt es in dem Bericht weiter. Der Index stuft die Länder gemäß einer 100-Punkte-Skala ein, auf der 0 der beste und 100 der schlechteste Wert ist. Im vergangenen Jahr lag der Durchschnitts-Wert bei 21,7. Die Berechnung erfolgt nach einem komplizierten System, wie Deutschlandfunk-Wirtschaftsredakteur Günter Hetzke erläutert.

Welthungerhilfe-Präsidentin Bärbel Dieckmann sprach von "wichtigen Erfolgen in der Hungerbekämpfung". Gleichwohl sei die absolute Zahl von hungernden Menschen in der Welt mit 795 Millionen weiterhin "unerträglich hoch". Jedes vierte Kind ist demnach wegen Hungers in seinem Wachstum beeinträchtigt.

Laut Welthungerhilfe leiden trotz der Verbesserungen die Menschen in 50 von 118 untersuchten Staaten besonders unter den Folgen von Hunger und Unterernährung. Das seien zwei Länder weniger als 2015. Schlusslichter des diesjährigen Rankings sind Sierra Leone, Jemen, Madagaskar, Haiti, Sambia, Tschad und die Zentralafrikanische Republik. In diesen Staaten stuft wird die Lage in der Studie als "sehr ernst" eingestuft.

Lage in keinem Land "gravierend"

Ein Lichtblick: Derzeit wird die Situation von den Experten in keinem Land als "gravierend" eingestuft - die höchste Stufe. Die Organisation weist aber darauf hin, dass 13 Länder wegen fehlender Daten nicht bewertet wurden - darunter vor allem für die Konfliktländer Syrien, Libyen und der Sudan. Es gebe dort "Anlass zu ernster Besorgnis", da bewaffnete Konflikte oft die "Hauptursache" für Hunger seien, hieß es weiter. Auch Industriestaaten wie Deutschland und die USA sind in dem Index nicht gelistet.

Die Welthungerhilfe mahnte zu Anstrengungen in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um das bis zum Jahr 2030 anvisierte Ziel "Null Hunger" zu erreichen. In den Entwicklungsplänen der betroffenen Länder müsse die Ernährungssicherung absolute Priorität haben, erklärte die Präsidentin Dieckmann. Dabei sind der Organisation zufolge neben der Verbesserung von Infrastruktur und Verteilungssystemen auch die Wahrung der Menschenrechte und die Stärkung der gesellschaftliche Teilhabe von Frauen bedeutend.

(hba/kis)

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