Dienstag, 21. Mai 2024

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Wenn die Sonne Satelliten stört
Satelliten-Empfang für einige Minuten pro Tag nicht möglich

Knapp 36.000 Kilometer hoch über dem Äquator befinden sich Hunderte von Kommunikations- und Wettersatelliten. Dort drehen sie sich genau mit der Erde mit – und stehen so immer an derselben Position am Firmament. Aber zweimal im Jahr kann es kurzzeitig Probleme beim Datenempfang geben.

Von Dirk Lorenzen | 02.03.2022
Der Satellit Astra 5B zieht heute von Frankfurt am Main aus gesehen vor der Sonne entlang
Der Satellit Astra 5B zieht heute von Frankfurt am Main aus gesehen vor der Sonne entlang (Stellarium)
Daten der „geostationären“ Satelliten lassen sich mit fest montierten Antennenschüsseln empfangen. Nur zweimal im Jahr kann es kurzzeitig Empfangsprobleme geben.
Von der Breite Deutschlands aus gesehen ziehen die Satelliten in diesen Tagen genau vor der Sonne entlang. Dann stört die Sonne mit ihrer starken Radiostrahlung den Empfang jeweils für wenige Minuten.

Störungen Anfang März und Mitte Oktober

Das geschieht in Mitteleuropa an einigen Tagen Anfang März und Mitte Oktober. Zu anderen Zeiten des Jahres ziehen die Satelliten ober- oder unterhalb der Sonne entlang.
Eine Sternzeithörerin aus Redlands in Kalifornien beklagte kürzlich, dass das Programm des Deutschlandfunks dort im Herbst und Frühjahr immer mal wieder gestört sei. Wenn das Radiosignal über einen geostationären Satelliten geht, sind solche Unterbrechungen leider möglich.

Himmelsmechanik ist unerbittlich

Die Himmelsmechanik ist unerbittlich: Die Kommunikationssatelliten ziehen für zwei Perioden im Jahr vor der Sonne entlang – wann das der Fall ist, hängt von der geographischen Breite der Empfangsantenne ab.
Dann stört die Radiostrahlung unseres Sterns die Satellitensignale oder lässt sie ganz im Rauschen verschwinden. Aber schon nach wenigen Minuten ist ein Satellit wieder von der Sonne abgerückt – dann laufen die Daten hin und her als wäre nichts gewesen.
Website zur Berechnung der Sonnenkonjunktion von Satelliten
Informationen zur Störung von TV-Satelliten durch die Sonne