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WestafrikaLiberia frei von Ebola

Eine junge Frau betet in der Nähe von Monrovia für ein Ende der Ebola-Epidemie. (picture alliance / dpa / Ahmed Jallanzo)
Liberia im Oktober 2014: Der mehrmonatige Ebola-Notstand wird aufgehoben. Jetzt gilt das Land als frei von Ebola. (picture alliance / dpa / Ahmed Jallanzo)

4.700 Menschen starben, 10.500 erkrankten seit Dezember 2013 in Liberia an Ebola. Jetzt hat die Weltgesundheitsorganisation die Virus-Epidemie in dem westafrikanischen Land beendet erklärt. Doch die Gefahr in der Region ist noch nicht gebannt.

Vor 42 Tagen sei der letzte Betroffene beerdigt worden, sagte ein Vertreter der UNO-Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Samstag in der liberianischen Hauptstadt Monrovia. Damit sei das Land sei jetzt frei von Ebola.

Der Sieg gegen die Seuche sei "ein monumentaler Erfolg" in einem Land, in dem auf dem Höhepunkt der Epidemie im August und September 2014 zwischen 300 und 400 neue Fälle pro Woche verzeichnet wurden, so die WHO. Die Szenen in der Hauptstadt Monrovia seien damals schrecklich gewesen: "Die Tore zu den völlig überfüllten Behandlungszentren mussten geschlossen werden, Patienten starben auf dem Boden der Krankenhäuser, und Leichen wurden manchmal tagelang nicht abgeholt." Liberias Präsidentin Ellen Sirleaf Johnson dankte bei einer Zeremonie in Monrovia allen Helfern für ihren Einsatz.

Zugleich mahnte die WHO über den Kurznachrichtendienst Twitter weiterhin höchste Wachsamkeit an:

Auch die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" (MSF) warnte davor, das Virus als besiegt zu betrachten. Das sei erst der Fall, wenn alle Länder für ebolafrei erklärt werden könnten. Zwar seien 42 Tage ohne neue Infektionen für Liberia ein echter "Meilenstein", sagte die MSF-Einsatzleiterin, Mariateresa Cacciapuoti. "Aber wir dürfen unseren Fuß nicht vom Gaspedal nehmen, bis alle drei Länder 42 Tage lang keine neuen Fälle verzeichnen." Die Kontrollen an den Grenzen müssten deshalb verschärft werden. Die Erfolge der vergangenen Monate könnten in einem einzigen Augenblick dahin sein, warnte die Expertin.

In Liberia wurden bisher mehr als 10.500 Ebola-Kranke erfasst, von denen mehr als 4.700 starben. In den Nachbarländern Guinea und Sierra Leone wurden in der Woche bis zum 3. Mai jeweils neun Ebola-Neuinfektionen registriert. In den drei Ländern hatte sich das Virus rasend schnell ausgebreitet. Insgesamt erkrankten dort mehr als 26.500 Menschen an Ebola. Von ihnen starben rund 11.000.

(tön/tgs/tzi)

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