
Ungeachtet der jüngsten Änderungen in Deutschland kommt aus der Opposition die Forderung nach strengeren Maßnahmen. Einige davon gibt es schon in Nachbarstaaten. Ein Überblick.
Österreich
Vorbild für die jetzt beschlossene Regelung in Deutschland ist ein Verfahren, das in Österreich schon seit mehr als einem Jahrzehnt gilt: Die Anzahl von Preiserhöhungen, die eine Tankstelle in einem bestimmten Zeitraum durchführen darf, wird begrenzt. Bisher galt in Österreich die Formel: maximal ein Anstieg pro Tag. Nun werden die Vorgaben noch strenger: höchstens drei Anstiege in der Woche, nämlich montags, mittwochs oder freitags jeweils um 12 Uhr.
Befristet vom 1. April bis Jahresende will die Regierung in Wien zudem die Mineralölsteuer um fünf Cent je Liter senken und die Handelsspannen der Mineralölkonzerne begrenzen.
Frankreich
Der Ölkonzern Total-Energies hat die Preise an seinen Tankstellen in Frankreich per Selbstverpflichtung begrenzt: Seit einer Woche gilt ein Deckel von 1,99 Euro pro Liter für Benzin und von 2,09 Euro für Diesel. Anfang April will der Konzern die Lage erneut bewerten.
Anfang März hatte Wirtschaftsminister Lescure angekündigt, die Wettbewerbsbehörde werde die Tankstellen genauer kontrollieren. Damit solle sichergestellt werden, dass der Anstieg der Kraftstoffpreise "angemessen" sei mit Blick auf den Rohölpreis. Es wurden bereits Sanktionen verhängt. Zuletzt war der Preisanstieg bei Benzin und Diesel in Frankreich weniger steil als in Deutschland.
Dänemark
Die Preise in Dänemark sind ähnlich wie in Deutschland, "Tanktourismus" spielt daher keine Rolle. Im Land gibt es keine Spritpreisbremse oder ähnliche staatliche Werkzeuge. Ganz im Gegenteil wurden die ohnehin schon hohen Abgaben auf Kraftstoffe in den vergangenen Jahren weiter angehoben. So liegt die CO2- und Energieabgabe für einen Liter Benzin derzeit bei umgerechnet gut 70 Cent, die Abgabe für einen Liter Diesel bei etwa 56 Cent.
Luxemburg
Die Spritpreise in Luxemburg sind niedriger als in vielen anderen Ländern. Bei Benzin betrug der Unterschied zu Deutschland zuletzt bis zu 50 Cent. Das führt teils erheblichen Schlangen an den Tankstellen mit vielen deutschen Kennzeichen.
In Luxemburg legt das Wirtschaftsministerium Höchstpreise für Benzin, Diesel und Heizöl fest. Normalerweise werden die Preise etwa zweimal monatlich verändert - allerdings sind bei besonderen Marktschwankungen häufigere Neufestsetzungen üblich.
Belgien
Auch dort tankt es sich billiger: Benzin ist teilweise mehr als 40, Diesel mehr als 30 Cent günstiger als in Deutschland. In Belgien wird für Benzin, Diesel und andere Erdölprodukte an jedem Werktag ein Höchstpreis festgelegt, den die Anbieter laut belgischem Wirtschaftsministerium oft unterbieten. Der Mechanismus zur Höchstpreisbestimmung existiert seit 1974 und ist eine Folge der damaligen Ölkrise.
Tschechien
Tschechien gehört zu den Ländern mit dem höchsten Preisunterschied zu Deutschland. Bei Benzin und Diesel waren es zuletzt mehr als 50 Cent, vor allem wegen niedrigerer Steuern und Abgaben. Die Preise sind dort ebenfalls gestiegen, aber weniger stark als in Deutschland.
Im unmittelbaren Grenzgebiet blüht derzeit der Tanktourismus aus Deutschland. Tschechische Medien berichten allerdings, der deutsche Zoll kontrolliere Tanktouristen verstärkt an Grenzübergängen.
Ungarn
Hier hat die Regierung die Preise in der vergangenen Woche gedeckelt: Benzin darf bis zu 595 Forint (1,51 Euro) pro Liter kosten, Diesel 615 Forint. Die Höchstpreise gelten jedoch nicht für die Betankung von Fahrzeugen mit ausländischem Kennzeichen.
Griechenland
Die griechische Regierung hat die Margen von Kraftstoffunternehmen begrenzt - für eine Dauer von drei Monaten. Konkret dürfen Tankstellen maximal zwölf Cent pro Liter auf den Großhandelspreis für Benzin und Diesel aufschlagen. Einen Margendeckel gibt es übrigens auch für Supermarktprodukte: Den Märkten drohen Bußgelder bis zu fünf Millionen Euro, wenn ihre Gewinnspannen den Durchschnitt des Jahres 2025 übersteigen.
Diese Nachricht wurde am 20.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
