
Dem von Moskau eingesetzten Verwalter in Luhansk, Passetschnik, zufolge wurden ein Lehrgebäude und ein Wohnheim der Pädagogischen Hochschule getroffen. Die Ukraine bestreitet das und spricht von einem Angriff auf ein Hauptquartier einer russischen Militäreinheit in Starobilsk. Der Angriff habe sich nicht gegen Zivilisten gerichtet, hieß es.
Die russischen Behörden hatten die Zahl der Toten nach dem Angriff immer wieder erhöht. Ihren Angaben zufolge werden unter den Trümmern immer noch Vermisste vermutet. Die Suche nach ihnen dauere an.
Putin spricht von "Terrorakt"
Kremlchef Putin warf dem ukrainischen Militär einen "Terrorakt" vor. Den Krieg gegen die Ukraine hatte er selbst 2022 begonnen und danach unter anderem das Gebiet Luhansk annektiert, in dem die Stadt Starobilsk liegt. Der ukrainische UNO-Botschafter Melnyk, ehemals Botschafter der Ukraine in Deutschland, wies die Anschuldigungen Moskaus zurück und sprach von einer "puren Propaganda-Show".
UNO-Generalsekretär Guterres verurteilte den Angriff. Solche Attacken seien völkerrechtswidrig und müssten sofort aufhören, sagte einer seiner Sprecher. Der UNO-Sicherheitsrat berief auf Antrag Russlands eine Dringlichkeitssitzung zu dem Angriff ein.
Angriff auf Öl-Infrastruktur am Schwarzen Meer
Derweil geriet beim Absturz einer ukrainischen Drohne in der russischen Hafenstadt Noworossijsk eine Öllagerstätte in Brand. Herabfallende Drohnenteile hätten das Feuer ausgelöst, teilte Bürgermeister Krawtschenko mit. Es gebe zwei Verletzte. Es seien auch mehrere Hafengebäude in Brand geraten.
Am Hafen der Stadt Noworossijsk in der südrussischen Grenzregion Krasnodar wird rund ein Fünftel der per Schiff transportierten russischen Rohöllieferungen abgewickelt. Der Hafen ist der größte Exportknotenpunkt Russlands am Schwarzen Meer. Die Anlagen in Noworossijsk waren bereits wiederholt das Ziel ukrainischer Drohnenangriffe.
Diese Nachricht wurde am 23.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



