Fall Fernandes
Zehn-Punkte-Plan gegen sexualisierte Digitalgewalt gefordert

Zahlreiche prominente Frauen haben einen Forderungskatalog gegen sexualisierte digitale Gewalt aufgestellt. Kern ist, die Erstellung und Verbreitung sogenannter sexualisierter Deepfakes unter Strafe zu stellen und Apps zu verbieten, mit denen solche gefälschten Sexbilder erstellt werden können.

    Zwei Hände halten ein Handy. Auf dem Bildschirm sieht man leicht verschwommen mehrere Fotos von Frauen.
    (Symbolbild) (picture alliance / dpa / Marcus Brandt)
    Den Zehn-Punkte-Katalog haben die Grünen-Politikerin Ricarda Lang, die Autorin Düzen Tekkal und die Aktivistin Kristina Lunz earbeitet. Zu den 250 Unterzeichnerinnen gehören die Vorsitzenden von SPD und Grünen, Bas und Brantner, die Klimaaktivistin Luisa Neubauer und Moderatorin Carolin Kebekus.
    Internetplattformen sollten zudem verpflichtet werden, sexualisierte Deepfakes schnell zu entfernen, heißt es weiter. Betroffene sollten klare Rechtsansprüche auf Löschung, Auskunft und Identifizierung der Täter bekommen.

    Demo am Wochenende

    Hintergrund der aktuellen Diskussion sind schwere Vorwürfe der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der "Spiegel" berichtet hatte. Ulmens Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich "in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung" handle. Zudem würden "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet". Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
    Gestern hatten in Berlin Tausende an einer Demonstration mit dem Titel "Gegen sexualisierte digitale Gewalt - Solidarität mit allen Opfern" teilgenommen. Die Kundgebung am Brandenburger Tor fand nach Angaben der Veranstalter wegen der aktuellen Diskussion in Solidarität mit Fernandes statt.

    "Kein Einzelfall"

    "Der Fall von Collien Fernandes ist kein Einzelfall", sagte Lang. "Soziale Medien und neue Technologien wie KI bieten zudem neue Möglichkeiten, um Frauen im Netz bloßzustellen und zu unterdrücken." Diese Welle des Frauenhasses sei zu lange relativiert und ignoriert worden. 
    Nicht nur Prominente seien betroffen, sondern etwa auch Frauen nach einer Scheidung bis hin zu Schülerinnen, deren Bilder auf dem Pausenhof herumgereicht würden, warnte Lang. "Wir wollen, dass Deutschland von einem Täterparadies zu einem Land wird, in dem Frauen in ihrer Würde und ihrer Freiheit geschützt sind."
    Diese Nachricht wurde am 23.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.