Naher Osten
Zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon

Zwischen Israel und dem Libanon ist eine zehntägige Waffenruhe in Kraft getreten. Israels Premierminister Netanjahu erklärte in einer Videobotschaft, Israel wolle damit Gesprächen über ein Friedensabkommen mit dem Libanon eine Chance geben.

    Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel. Im Hintergrund sind Flaggen seines Landes zu sehen.
    Israels Ministerpräsient Benjamin Netanjahu (AP / dpa / Ohad Zwigenberg)
    US-Präsident Trump hatte nach Gesprächen mit Netanjahu und dem libanesischen Staatschef Aoun die Waffenruhe verkündet, die um 23 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit in Kraft trat. Er will beide Politiker zudem im Weißen Haus zu Friedensgesprächen empfangen. Die beiden Nachbarstaaten befinden sich formell seit der Gründung Israels im Jahr 1948 im Kriegszustand.

    Israel behält sich Selbstverteidigung gegen Hisbollah vor

    Netanjahu sagte in einer Videobotschaft, die Zerschlagung der im Libanon ansässigen Hisbollah sei eine Forderung Israels für die anstehenden Gespräche. Während der Waffenruhe werde die israelische Armee im Südlibanon bleiben.
    Kurz vor Beginn der Feuerpause vermeldete das israelische Militär neue Angriffe auf Stellungen der Hisbollah. Diese feuerte mehrere Raketen auf Israel ab.
    Laut einem vom US-Außenministerium veröffentlichten Abkommen zur Feuerpause behält sich Israel das Recht auf Selbstverteidigung vor; zugleich verspricht die libanesische Regierung darin Schritte gegen die Hisbollah und andere bewaffnete Gruppen.

    Erleichterung in Europa

    Bundesaußenminister Wadephul begrüßte die Einigung und forderte eine effektive Entwaffnung der Hisbollah. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen bezeichnete die Waffenruhe als Erleichterung, der nun ein Pfad zu dauerhaftem Frieden folgen müsse.
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    Diese Nachricht wurde am 17.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.