Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten
Starmer: Verlegen weitere Kampfflugzeuge nach Katar

+++ Großbritannien verlegt vier weitere Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter nach Katar. +++ In den Gewässern des Persischen Golfs sitzen laut UNO 20.000 Seeleute und 15.000 Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen fest. +++ Israel und Iran greifen sich erneut gegenseitig an. +++ Weitere Entwicklungen im Nachrichtenblog.

    Premierminister Sir Keir Starmer gibt im Unterhaus in London eine Erklärung zur Lage im Nahen Osten ab.
    Premierminister Sir Keir Starmer gibt im Unterhaus in London eine Erklärung zur Lage im Nahen Osten ab. (picture alliance/empics/House of Commons/UK Parliament/PA Wire)

    Donnerstag, 5. März

    +++ Großbritannien verlegt vier weitere Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter nach Katar.

    Premierminister Starmer erklärte, man reagiere damit auf entsprechende Bitten von Verbündeten in der Region. Zudem bestätigte er, dass die USA inzwischen von britischen Stützpunkten aus "defensive" Luftschläge gegen iranische Raketen ausführten, bevor diese abgefeuert würden. Er stehe zu der Entscheidung, sich zunächst nicht an den Angriffen gegen den Iran zu beteiligen, betonte Starmer.

    +++ In den Gewässern des Persischen Golfs sitzen laut UNO 20.000 Seeleute und 15.000 Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen fest.

    Die Internationale Schifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen erklärte, man sei mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten, um zur Sicherheit und zum Wohlergehen der Seeleute beizutragen". Seit Kriegsbeginn am Samstag hat die UN-Organisation demnach sieben Vorfälle gezählt, in die Schiffe in der Straße von Hormus verwickelt gewesen seien. Dabei seien zwei Menschen gestorben und sechs verletzt worden.

    +++ WHO hat keinen Zugang zu Zentrallager in Dubai.

    Dort seien alle Aktivitäten aufgrund der Sicherheitslage vorerst eingestellt worden, sagte die zuständige WHO-Direktorin Balkhy. In dem Lager liegen unter anderem Medikamente und Material für Noteinsätze in aller Welt. Von Dubai aus versorgt die Weltgesundheitsorganisation nach eigenen Angaben in manchen Jahren mehr als 20 Millionen Menschen in rund 70 Ländern. Die UNO-Organisation prüft nun, ob Material auf dem Landweg aus dem Logistikzentrum geholt werden kann.

    +++Zahlreiche Schiffe mit Nahrungsmitteln kommen wegen des Krieges nicht in ihre Zielländer.

    Das habe Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgung für mehr als 50 Millionen Menschen in der Golfregion, hieß es in einem Bericht der Schifffahrtsseite MarineTraffic.com vom Donnerstag. Weil wichtige Häfen nicht angefahren werden können, seien Containerschiffe gestandet, die in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Katar, Saudi-Arabien, Bahrain und Kuwait unterwegs gewesen seien. Die Länder am Golf sind besonders auf landwirtschaftliche Importe angewiesen. Mehr als 90 Prozent ihrer Lebensmittel bezieht die Region aus dem Ausland.

    +++ Die israelische Armee hat einen Großteil der Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut als mögliche Angriffsziele ausgegeben.

    Die Armee richtete auf ihrem arabischsprachigen Kanal auf der Plattform X eine dringende Warnung an die Bewohner. Sie sollten sofort ihre Häuser verlassen. In der Regel folgen auf derartige Aufrufe Angriffe Israels. Die betroffenen Viertel gelten als Hochburg der Hisbollah-Miliz. Sie sind aber auch dicht besiedelte Wohngebiete. 

    +++ Aserbaidschan mobilisiert Armee nach Drohnenangriff.

    Die staatliche Nachrichtenagentur Azertag berichtet, dass die Armee zu jeder Art Einsatz bereit sein solle, sagte Aliyev demnach. Vorher waren Drohnen am Flughafen und in Nähe einer Schule in Nachitschewan eingeschlagen. Der Iran bestreitet eine Verantwortung für den Angriff. Das Präsidialamt sprach von einem "abscheulichen Terrorakt".

    +++ Libanesische Regierung verbietet "jegliche Aktivitäten" der iranischen Revolutionsgarden.

    Informationsminister Morcos erklärte, Revolutionsgarden-Mitglieder sollten "von den zuständigen Justizbehörden" festgenommen werden, "um sie auszuweisen". Zudem brauchen Iraner demnach künftig ein Visum für die Einreise in den Libanon. Die Regierung in Beirut hatte am Montag bereits ein "sofortiges Verbot" aller militärischen Aktivitäten der Hisbollah erlassen und die Miliz aufgefordert, ihre Waffen abzugeben.

    +++ Israel und Iran greifen sich erneut gegenseitig an - auch Golfstaaten wieder attackiert.

    Die israelische Armee erklärte, es seien Ziele des Regimes in Teheran attackiert worden. Zudem habe man militärische Einrichtungen getroffen, darunter Kommandozentralen, Lager für militärisches Gerät und Waffenproduktionsstätten. Die israelischen Streitkräfte attackierten zudem erneut Stellungen der militant-islamistischen Hisbollah im Libanon an.
    Der Iran griff seinerseits wieder Ziele in Israel und in anderen Ländern der Region an. In der gesamten Landesmitte Israels tönten die Warnsirenen, und die Luftabwehrsysteme waren im Einsatz. Aus Doha in Katar sowie aus Manama in Bahrain wurden erneut Raketeneinschläge und Explosionen gemeldet. Die Kaukasusrepublik Aserbaidschan warf dem Iran vor, das Land mit zwei Drohnen angegriffen zu haben, darunter ein Flughafen-Terminal. Es gab demnach mehrere Schwerverletzte. Das Regime in Teheran bestritt einen Angriff.

    +++ Mit Blick auf den Abschuss einer iranischen Rakete, die in Richtung Türkei unterwegs war, hat NATO-Generalsekretär Mark Rutte betont, dass ein Bündnisfall derzeit nicht zur Debatte stehe.

    "Niemand spricht über Artikel 5", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. "Das Wichtigste ist, dass unsere Gegner gestern gesehen haben, dass die NATO so stark und so wachsam ist, und seit Samstag sogar noch wachsamer, wenn das überhaupt möglich ist."

    +++ Der iranische Generalstab hat dementiert, die Türkei mit einer ballistischen Rakete angegriffen zu haben.

    In einer Stellungnahme hieß es, der Iran respektiere die Souveränität seines befreundeten Nachbarlandes. NATO-Kräfte hatten gestern eine Rakete aus dem Iran in der türkischen Grenzregion abgefangen. Die türkische Regierung bestellte in der Folge den iranischen Botschafter ein. Unklar ist bisher, welches Ziel die Rakete hatte. In der Türkei sind amerikanische Soldaten stationiert. Der US-Stützpunkt in Incirlik gilt als wichtiges Militär-Drehkreuz in der Region. 

    +++ Die iranischen Revolutionsgarden haben eigenen Angaben zufolge einen US-Tanker im nördlichen Teil des Golfs getroffen.

    Das Schiff stehe in Flammen. Die Revolutionsgarden erklärten in einer von staatlichen Medien verbreiteten Mitteilung, dass in Kriegszeiten die Durchfahrt durch die Straße von Hormus unter der Kontrolle der Islamischen Republik stehen werde.

    +++ Bundeswirtschaftsministerin Reiche kündigt eine kartellrechtliche Prüfung der Preissprünge an den deutschen Tankstellen an.

    Es müsse untersucht werden, ob die durch den Iran-Krieg entstandene Situation ausgenutzt werde, erklärte die CDU-Politikerin im Podcast von "Table.Briefings". Darüber sei sie mit dem Bundeskartellamt im intensiven Austausch. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Müller, sagte im Deutschlandfunk, ansonsten drohten den Mineralölunternehmen empfindliche Strafen durch die Monopolkommission. Diese lägen um ein Mehrfaches höher als die Gewinne durch die Preisanstiege. Die Koalitionsfraktionen im Bundestag haben sich bereits auf die Einsetzung einer Arbeitsgruppe verständigt, die die steigenden Preise für Kraftstoffe und Energie untersuchen soll.

    +++ Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle gegen den Iran gestartet.

    Ziel sei die Infrastruktur des Regimes in ganz Teheran gewesen. Korrespondentenberichten zufolge wurden aus der Hauptstadt mehrere Explosionen gemeldet. Auch in anderen iranischen Städten gab es Einschläge. Die israelische Luftwaffe griff zudem erneut Stellungen der militant-islamistischen Hisbollah im Libanon an. Ein Armeesprecher teilte mit, man habe Infrastruktur der Terrororganisation in der Hauptstadt Beirut zerstört. Zudem seien Raketenabschussrampen nahe der Grenze zu Israel getroffen worden.

    +++ In Frankfurt am Main ist das erste Flugzeug eingetroffen, das im Auftrag der Bundesregierung deutsche Staatsbürger aus der Golf-Region ausgeflogen hat.

    Die Lufthansa-Maschine aus Maskat im Oman landete um kurz vor acht auf dem Frankfurter Flughafen. An Bord befinden sich Deutsche, die wegen des Iran-Kriegs in Ländern am Persischen Golf gestrandet waren. Sie mussten zunächst auf dem Landweg nach Maskat reisen. Insgesamt sitzen rund 30.000 deutsche Touristen in der Krisenregion fest.

    +++ Auch Neuseeland will gestrandete Staatsbürger in sichere Drittländer bringen.

    Die Streitkräfte würden auf Bitten der Regierung in den kommenden Tagen zwei Transportflugzeuge für die Evakuierungen in die Krisenregion verlegen, hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums. Aus Sicherheitsgründen werde der genaue Zielort nicht bekanntgegeben, sagte Verteidigungsministerin Collins. Ziel sei es, bereitzustehen, um Zivilisten aus dem Krisengebiet in sichere Drittstaaten zu bringen, sobald die Lage dies erlaube. Nach Angaben des Außenministeriums sind rund 3.000 Neuseeländer in der Region registriert, mehr als 1.800 von ihnen über das neuseeländische Krisenportal. Die Regierung geht jedoch davon aus, dass sich insgesamt noch deutlich mehr Landsleute in der Region befinden.

    +++ Der US-Senat unterstützt mehrheitlich den von Präsident Trump angeordneten Militäreinsatz gegen den Iran.

    Die Senatoren stimmten 52 zu 47 gegen eine parteiübergreifende Resolution. Sie zielte darauf ab, den Luftkrieg zu beenden. Zudem sollten alle Feindseligkeiten gegen den Iran vom Kongress genehmigt werden. Die Republikaner haben in der Parlamentskammer eine knappe Mehrheit vor den Demokraten. Das Ergebnis verlief weitgehend entlang der Parteigrenzen. Das Repräsentantenhaus stimmt einen Tag später über die Resolution ab.

    +++ Bundesverteidigungsminister Pistorius lehnt einen Einsatz der Bundeswehr im Iran-Krieg ab.

    Deutschland sei nicht Kriegspartei, sagte Pistorius in einer Aktuellen Stunde des Bundestags. Die Bundeswehr werde sich an diesem Krieg nicht beteiligen. Oberste Priorität für die Bundesregierung habe der Schutz der deutschen Bürger sowie Soldatinnen und Soldaten in der Region.
    +++ Kurdische Gruppen im Nordirak bereiten sich offenbar auf einen Militäreinsatz im Iran vor.
    Das berichtet die Nachrichtenagentur ap. Ein Vertreter der Kurdistan Freedom Party sagte demnach, dass ein Teil der Streitkräfte in Gebiete nahe der iranischen Grenze in der Provinz Sulaymaniyah verlegt worden sei und sich dort in Bereitschaft befinde. Den Angaben zufolge soll es sich bei den Kämpfern auch um dem Iran nahestehende Dissidenten handeln. Das Weiße Haus in Washington wies Berichte über eine geplante Bewaffnung kurdischer Gruppen durch die US-Regierung zurück. Die Behauptung, Präsident Trump habe derlei Plänen zugestimmt, sei falsch und sollte nicht verbreitet werden, sagte Regierungssprecherin Leavitt.

    +++ Die Arabische Liga hat den Iran aufgefordert, sofort alle Angriffe auf Golfstaaten einzustellen.

    Die Attacken seien ein strategischer Fehler und müssten beendet werden, erklärte der Generalsekretär der Liga, Ahmed Abul Gheit. Die Arabische Liga besteht aus 22 Mitgliedstaaten. Die Liga fördert die regionale Zusammenarbeit. Sie gilt jedoch weithin als politisch schwach.

    +++ Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben weitere militärische Ziele im Iran angegriffen.

    Das Exil-Medium Iran International verweist auf eine Erklärung der Armee, wonach es sich um eine groß angelegte Operation gegen einen Militärkomplex gehandelt habe. Darin hätten sich die Hauptquartiere mehrerer Zweige des Sicherheitsapparats befunden, die mit den Revolutionsgarden, der Basidsch-Miliz, der Quds-Einheit und der nationalen Polizei in Verbindung standen.
    Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von einer heftigen Explosion in der iranischen Hauptstadt. Iranische Staatsmedien meldeten mehrere Explosionen im Westen Teherans. Iranische Medien berichteten zudem von Explosionen in mehreren weiteren Städten, darunter Bandar Abbas am Persischen Golf und Täbris im Nordwesten. 

    +++ Irans Präsident Peseschkian lobt die Regierung in Madrid, weil sie den USA nicht erlaubt, in Spanien gelegene Luftwaffenstützpunkte für den Krieg gegen den Iran zu nutzen.

    In einer Mitteilung auf X schrieb Peseschkian, das verantwortungsvolle Verhalten Spaniens zeige, dass es im Westen noch Ethik und ein Gewissen gebe. US-Präsident Trump drohte Spanien nun mit einem vollständigen Handelsstopp.

    +++ Nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen sind in den ersten beiden Tagen des Iran-Kriegs rund 100.000 Menschen aus Teheran geflohen.

    Das geht aus einer Lagebeschreibung des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) hervor. Die Lage am Grenzübergang Islam Qala zu Afghanistan bleibe stabil, hieß es weiter.

    +++ Iranische Anlagen, in denen Atommaterial gelagert wird, sind nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA nicht beschädigt worden.

    Basierend auf den neusten verfügbaren Satellitenbildern seien keine Schäden zu sehen, teilte die UNO-Organisation im Onlinedienst X mit. Es bestehe daher "derzeit auch keine Gefahr der Freisetzung radioaktiver Strahlung".

    +++ China will im Iran-Krieg vermitteln.

    Dazu solle ein Sondergesandter in die Region geschickt werden, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums in Peking. Ein Name wurde nicht genannt. Auch zu den Ländern, in denen der Gesandte tätig werden soll, wurden zunächst keine Angaben gemacht. China ist strategischer Partner des Iran.

    +++ Die US-Botschaft in Bagdad hat die eigenen Staatsbürger aufgefordert, den Irak so schnell wie möglich zu verlassen.

    "US-Bürger im Irak werden nachdrücklich aufgefordert, das Land zu verlassen, sobald sie dazu sicher in der Lage sind", erklärte die Botschaft im Onlinedienst X. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem eine Ausreise gefahrlos möglich sei, sollten sie sich an einem sicheren Ort aufhalten.

    +++ Der Libanon meldet 72 Todesopfer und 83.000 Menschen auf der Flucht seit Beginn der israelischen Angriffe.

    Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden außerdem 437 Menschen verletzt. Israel hatte auf Angriffe der pro-iranischen Hisbollah reagiert.

    +++ Der Drohnenangriff auf den britischen Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern erfolgte nach Erkenntnissen des britischen Verteidigungsministeriums nicht vom Iran aus.

    Laut der Mitteilung lieferte Großbritannien zuletzt Luftabwehrsysteme an britische und verbündete Stützpunkte in der Region. Hubschrauber mit speziellen Waffensystemen zu Abwehr von Luftbedrohungen sollen in den kommenden Tagen in Zypern eintreffen. In der Nacht zum Montag war eine Drohne iranischer Bauart auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri im Süden Zyperns eingeschlagen.

    +++ Libanons Präsident Aoun bittet die USA um Hilfe wegen der israelischen Angriffe.

    Aoun appellierte an den US-Botschafter im Libanon, Einfluss auf die Regierung in Washington zu nehmen. Diese solle Israel dazu drängen, die Angriffe auf den Libanon zu stoppen, wie aus einer Erklärung der Präsidentschaft hervorgeht über die der Sender Al-Dschasira berichtet.
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    Diese Nachricht wurde am 05.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.