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Zika-VirusGefährlicher Erreger erstmals vor Afrika nachgewiesen

Eine Stechmücke der Art Aedes aegypti (picture alliance /dpa /Gustavo Amador)
Die Stechmückenart Aedes aegypti ist Überträger des Zika-Virus. (picture alliance /dpa /Gustavo Amador)

Erstmals ist die gefährliche Variante des Zika-Virus in einem afrikanischen Staat entdeckt worden. Die Weltgesundheitsorganisation teilte mit, der asiatische Erregertyp sei auf den Kapverden nachgewiesen worden. Wahrscheinlich wurde er aus Brasilien eingeschleppt.

Nach Angaben der WHO gibt es in dem westafrikanischen Inselstaat bereits mehr als 7.500 Verdachtsfälle. Wissenschaftler hätten nun den Nachweis erbracht, dass es sich um die asiatische Variante handle. Es sei "das gleiche genetische Material wie bei dem Virus in Brasilien", sagte WHO-Sprecherin Marsha Vanderford.

"Diese Erkenntnis bereitet uns Sorge, belegt sie doch, dass sich das Virus jenseits von Lateinamerika ausbreitet," betont die WHO-Sprecherin. Es stehe nun vor "Afrikas Haustür". Die afrikanischen Länder müssten sich auf diese Bedrohung einstellen und sich entsprechend vorbereiten, forderte Vanderford. 

Seit dem vergangenen Jahr grassiert die gefährliche asiatische Variante vor allem in Lateinamerika. Von dort hat sie sich inzwischen in zahlreiche Länder weiterverbreitet. Nun also auch bis an die westafrikanische Küste. Zwischen Brasilien und den Kapverden, beides portugiesisch-sprachige Länder, herrscht reger Austausch. Eine unbedenkliche Zika-Variante gibt es in Afrika bereits seit Jahrzehnten.

WHO: Europa ist weniger stark gefährdet

Die Gefahr eines Zika-Ausbruchs in Europa schätzt die WHO für dieses Jahr als "mäßig bis gering" ein. Nur in Regionen, in denen die Ägyptische Tigermücke (Aedes aegypti) vorkomme, gebe es die erhöhte Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus. Dies treffe etwa auf die portugiesische Insel Madeira und auf Gebiete an der georgischen und russischen Schwarzmeerküste zu.

Das Virus kann bei Babys Mikrozephalie auslösen: Das Kind wird mit einem abnormal kleinen Kopf und damit einhergehenden schweren Hirnschäden geboren. Außerdem wird das Virus bei Erwachsenen mit der seltenen Nervenkrankheit Guillain-Barré-Syndrom in Verbindung gebracht. 

Ein großer Teil der Zika-Infektionen verlaufe jedoch relativ harmlos, so die WHO. Die Krankheit kann nicht nur durch Mücken, sondern auch durch sexuelle Kontakte von Mensch zu Mensch übertragen werden.

(kis/mb)

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