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Zika-VirusWHO vereinbart Dringlichkeitssitzung

Eine Frau in Recife in Brasilien hält ihr Baby, das durch Mikrozephalie eine Schädelfehlbildung aufweist. (dpa-news / AP / Felipe Dana)
Bisher ist der Zika-Virus in 23 Regionen Amerikas aufgetreten. (dpa-news / AP / Felipe Dana)

Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) rechnet mit einer schnellen Ausbreitung des Zika-Virus in Süd- und Nordamerika. Er erwarte drei bis vier Millionen Infizierte, sagte der WHO-Virus-Experte Marcos Espinal in Genf. Zugleich warnte er vor Panik. Die Organisation berief für Montag eine Dringlichkeitssitzung ein.

"Wir sind extrem alarmiert", sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Der Erreger verbreite sich in einigen Gegenden nahezu explosionsartig. Sie setze daher eine Sonder-Arbeitsgruppe für den Kampf gegen Zika ein. Die WHO will bei einer Dringlichkeitssitzung am Montag entscheiden, ob der internationale Gesundheitsnotstand erklärt werden sollte.

Experte Marcos Espinal betonte, allein in Brasilien könnten sich 1,5 Millionen Menschen mit dem Erreger anstecken. Bisher sei er in insgesamt 23 Regionen Amerikas aufgetreten. Zugleich warnte Espinal vor Panik. "Das ist nicht Ebola." Zika gilt als Verwandter des weit verbreiteten Dengue-Fiebers. Symptome sind leichtes Fieber, rote Augen und Ausschlag. Aber 80 Prozent der Infizierten haben überhaupt keine Symptome.

Keine Impfstoffe und keine Medikamente 

Der Erreger steht allerdings im Verdacht, schwere Schädel-Fehlbildungen bei Ungeborenen zu verursachen, wenn sich die Mutter während der Schwangerschaft damit infiziert. Die Babys kommen mit einem viel zu kleinen Kopf auf die Welt (Mikrozephalie). Die Folge ist eine geistige Behinderung. Bisher gibt es keinen Impfstoff und keine Medikamente zur Behandlung Erkrankter. 

WHO-Generaldirektorin Chan sagte, der Zusammenhang zwischen Infektion und Fehlbildungen sei zwar noch nicht wissenschaftlich bewiesen, es gebe jedoch einen starken Verdacht. Brasilien hat etwa 4.000 Fälle solcher Missbildungen an die WHO gemeldet. Das ist 30 mal mehr als etwa im Jahr 2010. 

Bekämpfung von Stechmücken in einem Park in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. (dpa-news / AP / Natacha Pisarenko)Bekämpfung von Stechmücken in einem Park in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. (dpa-news / AP / Natacha Pisarenko)

Das brasilianische Militär will wegen der hohen Fallzahlen mit einer Großoffensive Stechmücken als Überträger des Virus bekämpfen. Verteidigungsminister Aldo Rebelo sagte: "Wir müssen alle Kräfte des Staates und der Gesellschaft bündeln." In Brasilien soll in 356 Städten und Gemeinden sowie Tausenden Schulen über die Gefahr aufgeklärt und Moskitos und deren Eiablageplätze vernichtet werden. 160.000 Soldaten, 30.000 Mitglieder der Marine und 30.000 Militärs der Luftwaffe werden dafür eingesetzt.

Mehrere Fälle in Europa

Auch in Deutschland wurde das Zika-Virus in zwei Fällen nachgewiesen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden zwei Personen infiziert, die im Dezember von einer Haiti-Reise zurückgekehrt waren. Die für Krankheits- und Seuchenschutz zuständige Bundesbehörde hält eine Ausbreitung des Erregers in Deutschland aber für unwahrscheinlich. Damit wurden inzwischen in mindestens sieben europäischen Ländern Fälle registriert.

(hba/fwa)

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