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StartseiteCorsoWegbereiter eines afroamerikanischen Kinos 30.04.2019

Zum Tod von John Singleton Wegbereiter eines afroamerikanischen Kinos

Mit gerade mal 24 Jahren erhielt John Singleton zwei Oscar-Nominierungen. Der Regisseur hatte mit "Boyz n the Hood" ein wirklichkeitsnahes Porträt vom Leben in der von Gewalt geplagten Großstadt geschaffen. "Er hatte immer einen hohen Realitätsanspruch", sagte Filmkritikerin Sigrid Fischer im Dlf.

Sigrid Fischer im Gespräch mit Susanne Luerweg

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Der US-Filmproduzent und Regisseur John Singleton bei der Oscar-Verleihung (dpa-Bildfunk / AP / Invision / Richard Shotwell)
Mit 51 Jahren gestorben - der US-amerikanische Regisseur John Singleton (dpa-Bildfunk / AP / Invision / Richard Shotwell)
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Schwarze Geschichten sollten von schwarzen Schrifsteller*innen erzählt von schwarzen Regisseur*innen verfilmt werden und mit schwarzen Darsteller*innen besetzt- während heute Filme wie "Black Panther" Erfolge feiern, die auf allen Positionen mit Schwarzen arbeiten, längst verstorbene Schriftsteller wie James Baldwin wieder auf den Bestsellerlisten landen und sein Buch "If beale street could talk" gerade erst verfilmt wurde und bei den letzten Oscars immerhin Regina King aus eben jenem Film einen Oscar für die beste Nebenrolle gewann, der schwarze Regisseur Jordan Peele mit "Us" einen der Kassenschlager der Saison lieferte, vergisst man leicht, dass die Zeiten für Schwarze immer noch hart sind und vor gar nicht allzu langer Zeit noch sehr viel härter waren.

Ein Vorreiter für das schwarze Kino, ein Regisseur der mit 24 Jahren oscarnominiert wurde, sei der Regisseur John Singleton, der mit "Boys n the Hood" 1991 einen Überraschungshit landete und viel für das Selbstverständnis schwarzer Kinoakteur*innen getan habe, sagte Filmkritikerin Sigrid Fischer. Mit 51 Jahren ist er an einem Schlaganfall gestorben. "Sein Vorbild war unter anderem Spike Lee, der schon in den 80ern Filme mit schwarzer Thematik drehte", sagte Fischer. "Singleton hat vor allem auf Authentizität geachtet", für "Boys n the Hood" lokale Gangmitglieder in Los Angeles engagiert, weil er wollte, dass "die Outfits und die Sprache stimmte".

Schwarze Themen, schwarze Umsetzung

John Singleton sei wichtig für die schwarzen Schauspieler*innen, er habe Regina King ihre erste Rolle gegeben, aber auch mit Rappern wie Tupac Shakur gedreht. Zudem drehte er Musikvideos, wie für Michael Jackson. Singleton war auch Produzent von Fernsehserien, unter anderem hat er eine Folge von "American Crime Story" gedreht - und zwar jene mit O.J. Simpson, denn er kannte den Sportler. Ohnehin bestand Singleton darauf, schwarze Themen von Schwarzen machen zu lassen. "Man könne sie nicht weißwaschen, so sein Credo."

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