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StartseiteCorso"Er wollte neue Wege gehen"07.05.2020

Zum Tod von Kraftwerk-Gründer Florian Schneider-Esleben "Er wollte neue Wege gehen"

Musikalische Klarheit und Reduktion waren das Ziel von Kraftwerk-Musiker Florian Schneider-Esleben, so Michael Rother im Dlf. Bevor Rother die Band Neu! gründete, spielte er mit seinem Schulfreund Schneider-Esleben bei Kraftwerk und nahm ihn als visionären Musiker mit Ecken und Kanten wahr.

Michael Rother im Gespräch mit Bernd Lechler

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Die vier Musiker von Kraftwerk in einer Schwarzweißfotografie. (imago/AF Archive/Mary Evans)
Florian Schneider-Esleben auf dem Cover der des Kraftwerk-Albums "Trans Europa Express" aus dem Jahr 1977 (imago/AF Archive/Mary Evans)
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Kraftwerk hätten mit ihrem Sound die Popmusik für immer verändert, weil sie mit elektronischen Sounds experimentierten wie keine andere Band - so schreibt es gerade der britische "Guardian" zum Tod von Bandgründer Florian Schneider-Esleben, der am Mittwoch im Alter von 73 an Krebs gestorben ist.

Klarheit und Reduktion

"Wir hatten nichts im Sinn mit Stardom oder großen glamourösen Geschichten. Es ging um Musik", sagte Michael Rother im Deutschlandfunk, der ganz am Anfang Schneider-Eslebens Bandkollege bei Kraftwerk war und später mit Klaus Dinger die Gruppe Neu! gründete. Es sei Schneider-Esleben um das Schaffen einer eigenen Identität gegangen und darum, neue Wege zu gehen: Klarheit und Reduktion auf wenige Signale, die in bester Weise arrangiert seien. Das wirke bis heute nach.

Schneider-Esleben sei während Rothers Zeit bei Kraftwerk der Chef der Band gewesen. "Klaus Dinger und ich waren sehr selbstbewusst", aber man habe in flachen Hierarchien gearbeitet. "Wir haben sehr frei experimeniert", so Rother, der Schneider-Esleben als einen ungeschmeidigen, eckigen Charakter wahrgenommen hat, was sich auch in dessen Musik widergespiegelt habe.

Trachten und kurze Haare

"Ich war mit Florian auf demselben Gymnasium in Düsseldorf", erinnerte sich Rother. "Er sah ganz anders aus, als alle anderen Schüler: Er trug Trachtenklamotten, während die anderen eher auf Hippie-Kurs waren. Seine Haare waren kurz."

Dieser Außenseiterstatus habe allerdings positive Auswirkungen auf Schneider-Eslebens Herangehensweise an Musik gehabt. "Was uns verband, war der Wunsch, von den Traditionen wegzukommen und die angloamerikanische Popmusik hinter uns zu lassen."

Äußerungen unserer Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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