Mittwoch, 23.09.2020
 
Seit 11:35 Uhr Umwelt und Verbraucher
StartseiteSternzeitWie Uranus aus den Latschen kippte27.07.2020

Zusammenstoß mit einem EisbrockenWie Uranus aus den Latschen kippte

1781 entdeckte der aus Hannover stammende Musiker und Liebhaber-Astronom Wilhelm Herschel den Planeten Uranus. Schon bald danach stellten Beobachter fest, dass die Rotationsachse des neuen Planeten um rund 98 Grad gekippt ist.

Von Hermann-Michael Hahn

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Das Hubble-Weltraumteleskop Uranus hat die Ringe des Uranus auch aus der Erdumlaufbahn fotografiert ( (NASA)
Die Ringe und Monde zeigen, dass Uranus zur Seite gekippt ist (NASA)

Uranus rollt also gleichsam auf seiner Bahnebene. Der Grund für diese Besonderheit blieb lange unbekannt.

Erst vor ein paar Jahrzehnten tauchte die Hypothese auf, dass Uranus in seiner Frühgeschichte bei einer Kollision von einem anderen Himmelskörper sprichwörtlich über den Haufen gerannt worden sein könnte.

Japanische Forscher nutzen Computerprogramm

Auf der Suche nach Beweisen für diese Überlegung nutzten japanische Forscher jetzt ein Computerprogramm, das sie zur Untersuchung der Entstehung von Monden bei Eisplaneten entwickelt hatten.

One of the NASA/ESA Hubble Space Telescope’s many scientific objectives is to study the planets within the Solar System — and in past years, our system’s outer planets have been observed several times as part of Hubble’s Outer Planet Atmosphere Legacy (OPAL) programme. This programme has given us this new image of the planet Uranus, the seventh planet in the Solar System in order of increasing distance from the Sun. Past observations of Uranus using Hubble have led to many interesting insights about the cold ice giant; in 2006 the telescope managed to capture a shot in which the moon Ariel and its accompanying shadow were traversing the face of Uranus, and in 2011 Hubble was able to spot faint auroras in its atmosphere. Observations made over the course of several years also allowed astronomers to study the planet’s faint ring system as its inclination changed with respect to Earth’s orbit. This new image, taken with Hubble’s Wide Field Camera 3, adds to the legacy of images already taken and will provide scientists with even more new insights into our distant neighbour. (ESA/Hubble/NASA)Uranus, aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop (ESA/Hubble/NASA)

Dabei ließen sie sich von der weitgehend akzeptierten Annahme leiten, dass unser Mond vor rund 4,5 Milliarden Jahren aus der Kollision der Erde mit einem etwa marsgroßen Himmelskörper hervorgegangen ist.

Uranus ist buchstäblich umgekippt

Während das bei einer solchen Kollision herausgeschleuderte flüssige Material recht schnell wieder erstarrt, dauert die Abkühlung und das anschließende Gefrieren von zu Gas verdampftem Eis wesentlich länger.

Offenbar blieb beim Uranus-Crash in der Frühzeit des Sonnensystems nicht viel Materie für die Monde übrig – denn der Planet hat recht wenige und eher kleine Begleiter.

Nach dem Szenario des japanischen Teams hat damals ein kosmischer Eisberg mit rund dreifacher Erdmasse Uranus gerammt – der junge Planet ist dabei buchstäblich umgekippt.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk