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StartseiteLange NachtZwielicht am Abgrund21.02.2015

Zwielicht am Abgrund

Eine Lange Nacht über Bösewichte und Verführer

Das Böse, sagt man, sei immer und überall. Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit, denn wenn es immer und überall wäre, dann würde man es als solches ja gar nicht mehr erkennen. Das Böse ist wesentlich geschickter: Es erscheint am liebsten dort, wo man es nicht erwartet.

Von Markus Metz und Georg Seeßlen

Szene aus dem Stummfilm "Nosferatu" mit Max Scheck (li) aus dem Jahre 1922. (imago / AGD)
Szene aus dem Stummfilm "Nosferatu" mit Max Scheck (li) aus dem Jahre 1922. (imago / AGD)

Es ist fast zu eindeutig: Der Teufel aus Mythos und Märchen kehrt in der Pop-Kultur mit Clownsmaske zurück. Pop-Mythen sind verrückt gewordene Märchen, oder, wie man es nimmt, in der Selbstaufklärung stecken gebliebene Märchen, die nicht mehr in der Form "Es war einmal", sondern "Es ist gerade wieder" erzählen. Die Bösewichte der Filme, Comics, Computerspiele und Romanserien sind die Gespenster der Bösewichte der Religionen, der Mythen und der Märchen. Manchmal genügt eine Kleinigkeit, um sie aus dem Jahrhunderte langen Schlaf zu wecken. Dann sind sie wieder da. Mächtiger denn je. Und immer wieder faszinierend, verführerisch, abgründig. In der Clownsmaske können sich die Bösewichte von heute sogar noch lustig machen über alle Versuche, ihnen die Schrecken zu nehmen, durch Toleranz, durch Psychoanalyse, durch Gesellschaftsbilder. Der Bösewicht schlüpft in eben die Rolle. Er kommt zurück als Harlekin, Mr. Punch und Clown.

In der Stephen King-Verfilmung "Es" zum Beispiel nimmt ein Böses aus dem Kosmos, eigentlich wie in der Urzeit gestalt- und bildlos, die Rolle eines Clowns ein.

Marcus Stiglegger: "Wenn ich mit Studierenden in Seminaren über Phänomene wie Ikonografien des Bösen in Filmen rede, kommt sehr oft das Beispiel Stephen Kings 'Es'. Interessant ist, dass 'Es' ein Fernsehfilm war, der in Deutschland nur als Video vermarktet wurde, aber im Bewusstsein mehrerer Generationen eine starke Wirkung hinterlassen hat. Das würde dafür sprechen, dass speziell die Figur des Clowns in dieser Ausschließlichkeit des slapstickhaft Komischen, die zu einer Maske erstarrt ist, dieses ins Gesicht geschriebene Lächeln, zugleich etwas Unheimliches ist."

Marcus Stiglegger, Film- und Kulturwissenschaftler und Autor von "Terrorkino: Angst/Lust und Körperhorror".

Marcus Stiglegger. "Das geht soweit, dass Filme wie 'Der Mann, der lacht', der Stummfilmklassiker, oder der Roman und der Film 'Die schwarze Dahlie' genau darauf Bezug nehmen – nämlich Gewalt, die in einem eingeschriebenen Lächeln verortet ist. Das führt uns direkt zu der Figur Joker, obwohl das eigentlich eine Fratze ist. Dass die Joker-Verkörperung im zweiten Batman-Film von Christopher Nolan so eine starke Wirkung hinterlassen hat, hängt mit der Tragik zusammen, dass aus der Verstellung eine Maske des zwanghaft Komischen gemacht wird, die aber dennoch destruktiv codiert ist. Das heißt, man hat das komische Böse auf verstörendste Weise zusammengeführt. Ich glaube, das ist genau das, was den Clown zu einer der verstörendsten Verkörperungen böser Tendenzen macht."

Die Erschaffung der Welt kann offensichtlich in kaum einem Mythos gedacht werden, ohne dass zugleich die großen Unterscheidungen entstehen, die zwischen Tag und Nacht, Wasser und Erde, und eben auch gut und böse. Erst wenn es die großen Unterscheidungen gibt, dann gibt es für den Menschen auch die Entscheidung. Und damit beginnt seine Freiheit. Das Böse ist unter vielem anderen in der Welt, damit der Mensch erkennt, dass er frei ist. Aber so lange es viele Götter gibt, die noch dazu in Zeit und Raum wandelbar sind, steckt in allem die große Ambivalenz. Es gibt die Guten, die auch ihre böse Seite haben, und die Bösen, die auch ihre guten Seiten haben. Erst als Moses seinem Volk, das er aus der Knechtschaft ins gelobte Land führte, den einen, einzigen und eifersüchtigen Gott brachte, musste auch das Böse so eindeutig werden wie das Wesen des Allguten im Himmel. Dieses hatte sich freilich mit guten Gründen verboten, dass man sich ein Bildnis von ihm machte, und so musste auch das Böse, nämlich alles, was von Gott und seinen Geboten abweicht, ohne ein Bild auskommen.

Peter-André Alt, Literaturwissenschaftler und Autor des Buches "Ästhetik des Bösen":

"Das Interessante ist, dass wenn man die Entstehungsgeschichte betrachtet, das Böse keine eigene Verkörperung gefunden hat. Wenn es nur eine Abspaltung des Guten ist, hat es noch kein eigenes Gesicht, keine eigene Körperlichkeit. Die gewinnt es erst, wie bei allen mythologischen Figuren ist auch die Figur des Bösen zusammengesetzt aus unterschiedlichsten Elementen. Die Teufelsfigur, die in der Bildkunst des Mittelalters ihre besondere Repräsentation gefunden hat, ist zusammengesetzt zum Beispiel, aus germanischen Mythologemen: Klumpfuß, Horn, Dampf, Gestank. Im Mittelalter findet das Böse seine erste wirklich mächtige Verkörperung in der Teufelsfigur, die ja in allen Weltreligionen durch ähnliche Attribute gekennzeichnet ist."

Der Bösewicht, in allen seinen Gestalten und Gestaltungen, trägt immer noch diese Genesis in sich. Entstanden als radikale Abspaltung vom Guten, zunächst Form- und Gestalt-los entwickelt er sich als etwas Zusammengesetztes, aus einem Mythen- und Formenbrei. Bis es endlich bei einer Ikonografie angelangt ist, die sich nach den Kulturen, Gesellschaften, Religionen, Genre und ihren jeweiligen Bedürfnissen richtet, aber immer etliche ähnliche Elemente aufweist. Immer stecken in diesen Masken des Bösen die früheren Formen. Zuerst die Gestaltlosigkeit, die Unsichtbarkeit, das Unwirkliche. Dann das Zusammengesetzte, das Vermischte, das Uneindeutige. Und schließlich die überkommene Ikonografie, sodass in unserem Kulturkreis in jedem Bösewicht am Ende immer etwas vom Leibhaftigen stecken muss, vom Teufel oder wenigstens vom Teuflischen.

Stimme des Bösen:

"Ich bin unsichtbar! Von mir ist nur der Hauch von Bedrohung und Verführung in der Luft. Die Zeichen mehren sich. Die einen beginnen, etwas zu ahnen, die anderen bleiben ignorant."

"Ich habe viele Gestalten! Ich wechsele Aggregatszustände, Formen, Medien. Ich bin jetzt dein nächster Nachbar und dann ein reißendes Tier, kann mich verkriechen und davonfliegen, kann beinahe alle täuschen..."

"Ich zeige mich in meiner wahren Gestalt. Vielleicht weil ich es will, dass das auserwählte Opfer meines Begehrens mich in der Stunde, da es mir gehören soll, mich so sieht. Vielleicht aber auch, weil ein Held und Widersacher, einer aus der Welt des Guten, mich dazu zwingt, weil er meine Namen kennt, meine Zeichen lesen kann. Wenn ich auf diese Weise sichtbar geworden bin, dann beginnt der letzte Akt im Kampf zwischen dem Bösen und dem Guten."

"Ich muss verschwinden. Aber immer nur für eine Zeit. Ich komme immer wieder, und immer wieder in neuer Gestalt, immer wieder in derselben Dramaturgie von der Unsichtbarkeit über die Vielgestalt zur wahren Erscheinung. Meine Tragödie ist: Ich gewinne fast nie. Meine Groteske ist: Endgültig verlieren kann ich auch nicht. So komme ich wieder und wieder, in endlosen Zyklen."

Gespräch zweier Philosophen:

"Stellen wir uns – unter Philosophen – die entscheidende Frage: Sind wir Menschen eigentlich von Natur aus gut? Das Wissen darum, dass es schlecht ist, andere zu töten oder ihnen Leid zuzufügen. Das Wissen darum, dass es besser ist, Unrecht zu erdulden, als Unrecht zu tun. Das Wissen darum, dass der Mensch in der Liebe glücklich und im Hass unglücklich wird. Das Wissen darum, dass Glück, Eigentum und Freiheit immer auch Glück, Eigentum und Freiheit der anderen bedeuten? Oder ist das Gute und das Böse einfach eine Erfindung, ein Gesetz, das sich die Menschen aus praktischen Gründen geben?"

"Denken Sie doch einmal beides zusammen. Gut und Böse wären uns immanent, aber gleichzeitig untrennbar miteinander verbunden. Stellen wir uns einen Menschen vor, der von Natur aus zugleich gut sein muss, und es von derselben Natur aus nicht kann. Zum Beispiel, weil man einfach nicht überleben kann, wenn man nur gut ist. Oder weil das, was gut ist für den einen, böse für die Gemeinschaft ist und umgekehrt. Aus diesem Menschen wird, wenn er im Verlauf seiner Geschichte Bewusstsein, Erzählungen, Bilder entwickelt, ein Wesen, das gut sein will, und es nicht schafft. Weil er als Einzelner ein anderer ist, als er in Gesellschaft ist, weil er in Gedanken ein anderer ist als in Taten, weil sein Spiegelbild ein anderer ist als sein wahres Abbild. Also muss es etwas geben, was von außen kommt und ihm beim Gut-Sein hilft. "

"Oder bei der Einbildung des Gut-Seins - nicht wahr, werter Kollege? So schufen die Menschen ein Gesetz, das ihnen das Gut-Sein bei Strafe befahl. Sie schufen eine jenseitige Instanz, die ihnen das Gut-Sein zum Seelenheil und zu himmlischer Erlösung auftrug. Und sie schufen Abbilder des Bösen. Zur Mahnung und zur Abschreckung. "

"Die Gestalten des Bösen mahnen – schon wegen ihrer furchtbaren Gestalt, halb Mensch, halb Tier, halb Dämon, halb Maschine, halb tot und halb lebendig, hässlich und drohend, zerfallend und unschön: So dürft ihr nicht sein! Aber da ist doch auch etwas ganz anderes! Eine Schönheit, eine Faszination, ein Verlangen! So können die Menschen das Böse, das sie nicht tun dürfen, immerhin träumen. Das ist das heiße Zentrum der Menschenkultur. Die Vorstellungen des Bösen. Wie könnte es aussehen? Was könnte es tun, das Böse? Wo könnte es sich verstecken? Wo ist im schönen Bösen das hässliche Böse verborgen? Wie kann man das Böse dazu zwingen, sein wahres Gesicht zu zeigen? Und hat es das überhaupt, ein wahres Gesicht?"

"Sie haben recht! Die Kultur der Menschen ist der Versuch, dem Bösen ein Gesicht zu geben. Nicht mehr und nicht weniger. Es gelingt immer wieder, grandios, beeindruckend, fantasievoll. Und am Ende scheitert es auch immer wieder. Das Gesicht des Bösewichts war doch wieder nur eine Maske ..."

"Kommen Sie, lassen Sie uns die Schritte dort hinüber lenken. Sehen Sie: Weite Natur. In der Natur gibt es nichts Böses!"

"Vielleicht, weil die Natur das Böse ist! Alles das, was im Menschen steckt und was ihm fremd geworden ist und immer fremder und bedrohlicher wird, je mehr er Mensch wird."

"Dann wäre ja ..."

"Ja, dann wäre das Böse im Menschen, das Böse für den Menschen, das Böse des Menschen eben die Natur, aus der er kommt, und zu der er zurück muss oder will. Und der Bösewicht wäre jener, der seinen Mitmenschen dabei immer einen entscheidenden Schritt voraus ist."

"Furchtbarer Gedanke!"

"Sie sagen es, werter Kollege. Ein Gedanke. Nur ein Gedanke!"

Die Menschen wurden aus dem Paradies vertrieben, so fing das an. Jetzt müssen sie arbeiten und sich gegenseitig die Früchte ihrer Arbeit neiden. Sie müssen Gott durch Opfer versöhnen. Und kaum wird das eine angenommen und das andere abgelehnt, fallen sie wie Kain und Abel schon übereinander her. Das Böse ist nicht mehr allein der große Widersacher Gottes, es steckt vielmehr in den Menschen und wartet nur darauf, heraus zu kommen. Kain brauchte gar keinen Teufel, um im Zorn seinen Bruder zu erschlagen. Aber das macht die Sache so reizvoll kompliziert.

War Kain der erste Mörder der Menschheitsgeschichte? War er es, der das zweitgrößte Verbrechen in die Welt brachte – nach der Auflehnung seiner Eltern gegen das Gebot Gottes? War er der Urvater aller Bösewichte, der erfundenen wie der realen? Seit er jedenfalls seinen Bruder erschlug, scheint dem Menschen zweierlei aufgegeben: Erstens von den Bösewichten zu erzählen, sie in Bilder zu fassen und ihnen Erklärungen aufzubürden, von der Idee der Strafe bis zu der Prüfung für das Gute. Und zweitens die Bösewichte in der Wirklichkeit zu erkennen, sie zu fangen und mit mehr oder weniger drastischen Mitteln daran zu hindern, weitere Missetaten zu begehen. Nicht die Aufträge, nur die Methoden haben sich geändert im Lauf der Jahrhunderte.

Alexander Horn: "Es gab immer Tötungsdelikte, wenn man sich die Bibel anschaut, angefangen mit Kain und Abel. Es ist Teil des Menschen, eine Destruktivität in sich zu tragen, die auch gegen andere Menschen gerichtet sein kann."

Der Fallanalytiker Alexander Horn leitet die "Dienststelle für Operative Fallanalyse" der bayerischen Polizei.

Alexander Horn: "Natürlich ändern sich die Umstände, Lebensumstände, gesellschaftliche Umstände. Die große Masse der Tötungsdelikte in Deutschland sind Beziehungstaten: Es gibt eine Vorbeziehung zwischen Täter und Opfer, häufig aus einer Konfliktsituation entsteht ein situativ emotionales Tötungsdelikt. Was kann ich da machen? Über die letzten zehn Jahre hat es intensive Programme der Polizei und anderer Institutionen zur Prävention häuslicher Gewalt gegeben. Eine der Maßnahmen ist ein Kontaktverbot, also die Parteien zu trennen, physisch zu trennen, um die Situation nicht eskalieren zu lassen. Ich glaube, das spielt eine Rolle, natürlich auch die Fortschritte in der Intensivmedizin. Aber es wird immer eine gewisse Grundmenge geben an Tötungsdelikten, denn ein Grundmaß an Destruktivität werden Sie immer haben."

Gespräch zweier Philosophen:

"Das Prinzip der Rache. Das war das erste, um mit dem Bösen umzugehen. Auge um Auge, Zahn um Zahn."

"Dummerweise wurde dabei immer nur Böses mit Bösem vergolten, die Spirale der Gewalt nahm und nahm kein Ende. Daher wurde das Prinzip der Schuld eingeführt. Zuerst ganz einfach. Eine Missetat konnte durch eine Gegenleistung getilgt werden. Ein Mord zum Beispiel durch die Zahlung von zwanzig Ziegen."

"So entstand freilich eine Ökonomie des Bösen. Wer viele Ziegen hat, kann sich viele Missetaten leisten. Eine Familie mit ganz vielen Ziegen kann sogar einen Bösewicht in den eigenen Reihen dulden oder sogar einen Bösewicht für sich arbeiten lassen. So geht es also auch nicht."

"Es entstand die Figur des Richters, der über Missetaten und ihre Schuld befinden konnte. Und der musste sich auf weltliche Macht ebenso stützen können wie auf transzendentale Legitimation."

"Und auf das Gesetz. Das Gesetz, vor dem nach Jahrhunderten des Kampfes sogar alle Menschen gleich sein sollten. Ein Mord ist ein Mord, egal wie viele Ziegen oder wie viel Euros einer hat."

"Und eine Steuerhinterziehung ist ..."

"Nun ja, werter Kollege. Auch das Gesetz ist nie vollkommen, und seine Praxis schon gar nicht. Darum arbeiten wir nicht nur unentwegt an den Bildern und an den Erklärungen der Bösewichte, sondern auch an den Gesetzen."

"Der Bösewicht ist einer, der das Gesetz verachtet."

"Der Bösewicht ist einer, der vom Gesetz verachtet wird."

"Dialektik, dies ist Dialektik!"

Auf der einen Seite das Böse, das sich tief in den Kern dieser Kultur von grenzenlosem Wachstum und Konkurrenz eingegraben hat. Und auf der anderen Seite das extrem irrationale, chaotische, auf nichts als Zerstörung und Leid abzielende Böse, dessen einziges Ziel es ist, als Abjektiv Schmerz und Tod zu verbreiten. Freilich, das eine bezieht sich in den Methoden oft auf das andere. Es gibt die sinnlose Gewalt, die sich extrem rationaler Vorbereitung bedient, so wie es das scheinbar rationale Böse gibt, das sich bei näherem Hinsehen als psychotische Besessenheit entpuppt. Aber beide Formen der Bösewichte hängen eng mit der globalisierten Bilderwelt, mit der Verschmelzung von Fiktion und Wirklichkeit in den universalen elektronischen Medien zusammen, die die Bilder des Bösen in Echtzeit um die Welt schicken. Die Terroristen fühlen sich für einen Augenblick wie Filmstars. Die entsetzten Zeugen eines Attentats wie dem auf die Twin Towers in New York und noch mehr die Zuschauer an den Bildschirmen daheim mussten sich fühlen wie in einem Katastrophenfilm, der in einer sich wiederholenden Bilderschleife die Augenblicke des größten Grauens repetiert. Das Böse ist, wie es nun scheint, nicht nur seinem Ziel näher gekommen, einer Art von Weltherrschaft von Angst, Misstrauen und Hass, sondern auch der endgültigen Verschmelzung mit seinem Bild. Und es ist auf eine zweite Weise seinem Ziel nahe gekommen, nämlich der vollendeten Maskierung in der Banalität.

"Was das radikal Böse nun wirklich ist, weiß ich nicht, aber mir scheint, es hat irgendwie mit den folgenden Phänomenen zu tun: Die Überflüssigmachung von Menschen als Menschen – nicht sie als Mittel zu benutzen, was ja ihr Menschsein unangetastet läßt und nur ihre Menschenwürde verletzt, sondern sie qua Menschen überflüssig zu machen."

So beschreibt Hannah Arendt das wirklich Böse in der Welt, das in tausend Masken wieder auftaucht und am Ende vielleicht doch die Herrschaft übernimmt: Jene Kraft, die den Menschen zum bloßen Ding degradiert. Und ihn damit überflüssig macht."

Und die Guten? Sie halten ihm entgegen, dass kein Mensch überflüssig ist. Nirgends.

 

Literatur:

Peter-André Alt: Ästhetik des Bösen
C.H Beck Verlag 2010

Alexander Horn: Die Logik der Tat. Erkenntnisse eines Profilers
Droemer Verlag 2014

Marcus Stiglegger: Terrorkino: Angst/Lust und Körperhorror
Bertz und Fischer Verlag 2010

Terry Eagleton: Das Böse
Ullstein Verlag 2011

Rüdiger Safranski: Das Böse oder Das Drama der Freiheit
Fischer Verlag 1999

Tobias O. Meißner:
Hiobs Spiel 1 – Frauenmörder
Hiobs Spiel 2 – Traumtänzer
Hiobs Spiel 3 – Verlierer
Golkonda Verlag 2013

Musik:

Hänsel und Gretel
Vorspiel
Otmar Suitner Dir.
Engelbert Humperdinck

Hänsel und Gretel
Kinderlieder
s.o.

Mephisto Waltz No 1
Kathia Buniatishvili
Klavier Franz Liszt

Die erste Walpurgisnacht
Ouvertüre
N. Harnoncourt, Dir.
F. Mendelssohn-Bartholdy

Prolog (Main Title)
Varujan Kojian Dir.
Erich Wolfgang Korngolds

Orig.Filmmusik
"UhrwerkOrange" (Kubrick)

Neunte Symphonie
Zweiter Satz
L.v. Beethoven
Sinfonie Nr.9d-moll, Op.125 Choral

Molto Vivace
Herbert Kegel, Dir.
L.v. Beethoven

Flight
Royal Scottisch National Orch. E.Parling
B. Herrmann

Absolutely sweet Marie
Bob Dylan

Folsom Prison Blues
J. Cash

Ich bin von Kopf bis Fuß...
Marlene Dietrich
Holländer

For Above The Clouds
M. Oldfield

Der Dritte Mann
Anton Karas

Der König Kandaules
Monolog des Gyges 3.Akt
G. Albrecht Dir.
Franz Grunheber, Bariton
Alexander Zemlinsky

End Credits
A Francis Ford Coppola Film
Wojchech Kilar

Sympathy for the devil
Rolling Stones
M.Jagger; Keith Rchard

I´m bad
M. Jackson

Bang bang
Nancy Sinatra
Tarantino, Bender,
Ramos, Kuznetsky

Elegie
Paavo Järvi Dir.
Gabriel Faurè

 

 

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