Wissenschaft im Brennpunkt / Archiv /

 

Befreiungsbewegung

Mit Open Access gegen den Würgegriff der Verlage

Von Bernd Schuh

Veröffentlicht wird die Forschung für den Forscher wertvoll. (Stock.XCHNG - Sanja Gjenero)
Veröffentlicht wird die Forschung für den Forscher wertvoll. (Stock.XCHNG - Sanja Gjenero)

"Publish or perish", veröffentliche oder geh unter, heißt es in der Wissenschaft. Wer etwas werden und auch bleiben will in der scientific community muss produzieren und publizieren. Dafür gibt es wissenschaftliche Verlage, die den Autoren die Arbeit des Setzens, Druckens und Verbreitens, aber auch ihre Verwertungsrechte abnehmen. Und damit gutes Geld verdienen. Denn ihre Kunden, zumeist Universitäten mit ihren Bibliotheken, haben keine Alternative, sie müssen die Zeitschriften abonnieren, damit die Forscher weiter produzieren und publizieren können.

Als Mitte der 90er-Jahre die ersten Arbeiten auf Forscher- oder Instituts-Homepages online gestellt wurden und etwa gleichzeitig die Verlage ihre Preise drastisch erhöhten, formierte sich eine Gegenbewegung: Open Access. Deren Ideal: sofortige kostenfreie Verfügbarkeit öffentlich geförderter Forschung im Internet, für jedermann. Open Access-Journale sollten die Macht der Printverlage brechen und auch der Gesellschaft zurückgeben, wofür sie viele Milliarden bezahlt: die Früchte wissenschaftlichen Arbeitens.

Doch auch Online-Publikationen kosten Geld, und die Forscher selbst nehmen das digitale Modell nur zögerlich an. Der Hauptgrund: Vom Renommee einer Zeitschrift, heute gemessen im so genannten "Impact-Faktor", hängt auch das Ansehen des Autors ab, der darin veröffentlicht. Erst langsam verändert sich die wissenschaftliche Publikationslandschaft. Während weiterhin große Verlage die Bibliotheken mit hohen Preisen im Würgegriff halten, sorgen mittlerweile 8000 Open Access-Journale mit teilweise beachtlichem Renommee dafür, dass immer mehr Wissenschaftler aus dem medialen Mittelalter in die digitale Neuzeit überwechseln.

"Manuskript zur Sendung:"

Befreiungsbewegung

"Weiterführende Links:"

Seiten des Deutschlandradios:

     &nbspUmstrittene Zeitschriften
     &nbsp(Forschung aktuell vom 02.11.12)

     &nbspOpen Access
     &nbsp(Natur vom 02.11.12)

     &nbspWem gehört die Wissenschaft?
     &nbsp(Wortwechsel vom 26.10.12)

     &nbspVerleger warnt vor "einer amorphen Weltdatenbank aller Texte''
     &nbsp(Radiofeuilleton: Thema vom 26.10.12)

     &nbspWelcher Schutz fürs geistige Eigentum?
     &nbsp(Markt und Medien vom 28.07.12)

     &nbspDas wissenschaftliche Buch stirbt aus
     &nbsp(Politisches Feuilleton vom 27.07.12)

     &nbspForscheraufstand gegen Wissenschaftsverlag
     &nbsp(Campus & Karriere vom 19.03.12)

     &nbspOpen Access
     &nbsp(Politisches Feuilleton vom 05.05.11)

     &nbspWem gehört das Wissen?
     &nbsp(Hintergrund vom 21.05.09)

     &nbspFachserver vor dem Absturz
     &nbsp(Computer & Kommunikation vom 21.06.08)

Links ins Netz:

     &nbspRepositorium der Weltbank

     &nbspVerzeichnis der Open Access Journals DOAJ

     &nbspInformationsplatform Open Access

     &nbspBoykottaufruf gegen Elsevier

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Wissenschaft im Brennpunkt

Eingriff ins HirnDie Wirkung tiefer Elektroden auf die Psyche

Computergrafik des menschlichen Gehirns von hinten. (imago/Science Photo Library)

Durch ein Loch im Schädel gibt ein Draht kleine Stromstöße ans Hirngewebe ab - mit dieser Methode werden bereits seit etwa zehn Jahren psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Zwangsstörungen behandelt. Nun gehen Mediziner dazu über, den Eingriff auch bei anderen Erkrankungen zu erproben.

MedizinRettende Inseln

(dpa/picture alliance)

Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung. Früher eher selten, nehmen die Zahlen vor allem bei Kindern und Jugendlichen dramatisch zu. Die moderne Insulintherapie ermöglicht ihnen in den allermeisten Fällen ein normales Leben, doch die Patienten müssen schon sehr viel tun, um gesund alt zu werden. Es ist ein täglicher Kampf um die guten Zuckerwerte.

Medizin Versuch und Irrtum - Ebola-Studien im Eilverfahren

Ein afrikanischer Arzt in Schutzanzug verabreicht einem anderen Mann eine Spritze. (picture alliance / dpa / Alex Duval Smith)

Im Sommer 2014 explodieren die Ebola-Zahlen in Guinea, Liberia und Sierra Leone. Die Epidemie ist verheerend - aber auch eine Chance für die Forschung. Denn jetzt, mitten im größten je erlebten Ausbruch, lässt sich prüfen, wie wirksam Medikamente und Impfstoffe gegen Ebola sind.