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Das Schweigen brechen

Israelische Soldaten sprechen über ihr Besatzungstrauma

Von Beate Hinrichs

Israelische Soldaten patrouillieren durch Hebron.
Israelische Soldaten patrouillieren durch Hebron. (AP Archiv)

Ehemalige israelische Soldaten reden im Film "Breaking the Silence", von systematischen Übergriffen auf Palästinenser in den besetzten Gebieten: Ziel sei es, die palästinensische Zivilbevölkerung zu kontrollieren. Mit dem Zeugnis zerstören die ehemaligen Soldaten das Bild der moralischen Verteidigungskräfte Israels.

Israelische Mädchen stehen am Wegrand und schreien aufgebracht:

"Kein Palästina! Schlagt die Araber tot!"

Während Soldaten sie zu beruhigen suchen, schwenkt die Kamera über hebräische Graffitis auf arabischen Türen: "Rache" - "Tod den Arabern" - "Araber ab ins Gas". Ein palästinensischer Junge schmeißt einen Stein und brüllt zurück: "Ich mach Euch fertig!" Szenen aus Hebron im Westjordanland, zu sehen in einem Film der israelischen Organisation "Shovrim Shtika" - auf Deutsch "Das Schweigen brechen", geläufiger unter dem Namen "Breaking the Silence".

"Mein Name ist Yehuda Shaul, ich bin 28 Jahre alt und ein echter Jerusalemer. Ich bin praktizierender orthodoxer Jude, und damit hebe ich mich ein bisschen ab von der Gruppe, in der ich jetzt arbeite. Ich stamme außerdem aus der politischen Rechten: Ich habe eine religiöse Oberschule in einer Siedlung bei Ramallah besucht, meine Schwester ist Siedlerin und meine Cousins haben in Gaza in einer Siedlung gelebt."

Er trägt Vollbart, Pferdeschwanz und eine kleine schwarze Kippa auf dem Kopf. Yehuda Shaul ist Mitbegründer von "Breaking the Silence": Ehemalige israelische Soldaten sprechen öffentlich über das, was sie im Dienst getan haben. Sie zerstören das Bild der moralischen Verteidigungskräfte, das Israel gerne zeichnet. Yehuda Shaul hatte sich seinen Lebensplan eigentlich schon zurechtgelegt: Militärdienst, dann nach Kanada, dort für einen Cousin arbeiten und sich mit dem Geld in Indien zudröhnen. Danach an der hebräischen Universität in Jerusalem Philosophie studieren. Stattdessen kommt er nach Hebron. Zwischen 2001 und 2003 ist er israelischer Soldat in einem der gefährlichsten Orte der Westbank. Heute führt er regelmäßig Besucher durch die palästinensische Stadt.

Wir fahren mit dem Bus durch Hebron, Yehuda Shaul:

"Hebron öffnet vielen Soldaten die Augen. Es ist ein Ort, an dem man nicht gleichgültig bleiben kann. Aber für einen Soldaten gibt es immer Dinge, die wichtiger und größer sind als er selbst: Befehle, Einsätze und vor allem Kameradschaft."

Mit 180.000 Einwohnern ist Hebron die zweitgrößte palästinensische Stadt in der Westbank - und die Einzige, in der sich jüdische Siedler direkt im Zentrum niedergelassen haben. Inzwischen sind es 800, die ganze Gebäudekomplexe in der Altstadt völkerrechtswidrig besetzen. Denn hier befindet sich nach biblischer Überlieferung die Grabhöhle des Patriarchen Abraham, und die Siedler wollen Hebron in eine jüdische Stadt verwandeln - ohne Araber. 600 Soldaten sind hier stationiert, um die militanten Siedler zu schützen. Eine Mischung, wie sie explosiver nicht sein könnte. Yehuda Shaul erzählt davon und liest vom Gedenkstein ab.

Here is buried the saint doctor Rabbi Baruch Kopel Goldstein
- May his memory be blessed as a righteous person
- God shall revenge his blood
- The son of Rabbi Yisrael 7th generation to the great Rabbi Batatanya
- Gave his life for the people of Israel, the Torah and the land ...
- His hands are clean and his heart is pure
- They have his birth, he's a martyr


Ein Grab in einem Park in der jüdischen Siedlung Kiryat Arba am Nordostrand von Hebron. Ein Gedenkstein ehrt Baruch Goldstein als besonders rechtschaffenen Mann. Baruch Goldstein stürmt am 25. Februar 1994 die Moschee am Grab des Patriarchen, erschießt 29 betende Palästinenser und verwundet 120, bevor er selbst überwältigt und getötet wird. Yehuda Shaul:

"Das Goldstein-Massaker ist das wichtigste Ereignis in der Geschichte Hebrons, das die Stadt zu dem macht, was sie heute ist. Denn danach beginnt die sogenannte "Sterilisation" der Stadt. Direkt nach dem Massaker wird eine zweimonatige Ausgangssperre über die Palästinenser verhängt. Zwei Monate lang dürfen sie ihre Häuser Tag und Nacht nicht verlassen, damit es zu keinen Vergeltungsanschlägen kommt."

Eine "sterilisierte" Straße ist im Militärjargon eine Pufferzone: Palästinenser dürfen sie nicht mehr betreten, während Israelis volle Freizügigkeit genießen. Wie das aussieht, zeigt Yehuda Shaul den Besuchern.

"Wir kommen jetzt in die Innenstadt. Stellen Sie sich bitte vor, was Sie von dem Stadtzentrum der zweitgrößten palästinensischen Stadt in der Westbank erwarten würden. Und dann vergleichen Sie das mit dem, was Sie ringsum sehen."

Hebron war einst lebhaft bevölkert, voller Läden und Marktstände. Heute gleicht es einer Geisterstadt: Die Geschäfte sind verrammelt, die Straßen menschenleer. Israelische Soldaten bewachen die Straßenkreuzungen - nicht nur an einem Tag wie diesem, an dem heftige Regenschauer die Szenerie noch trostloser machen.

So werden die Palästinenser mürbegemacht und schleichend vertrieben. Drei Viertel der Geschäfte sind geschlossen: mehr als 1.800 Läden. Beinahe die Hälfte der Wohnungen im Stadtzentrum ist verlassen. Von den Menschen, die geblieben sind, können viele ihre Häuser nicht einmal mehr durch die Tür betreten, weil die Armee sie zugeschweißt hat; sie müssen über die Dächer klettern. Yehuda Shaul:

"Hier können sie das Schild sehen, von dem ich gesprochen habe, bevor die Tür zugeschweißt wurde."

Während der Zweiten Intifada, im Herbst 2000, verhängt das Militär weitere umfassende Ausgangssperren; nur alle vier oder fünf Tage dürfen Palästinenser für zwei, drei Stunden einkaufen gehen. Die Arbeitslosigkeit schnellt von 20 auf 72 Prozent. Mittlerweile leben viele Familien hier von Nahrungsmittelpaketen des Roten Kreuzes. Unter solchen Umständen ist selbst der winzigste Verdienst begehrt. Ein palästinensischer Junge, vielleicht 14, 15 Jahre alt, läuft der Besuchergruppe hinterher und bietet ein selbst gebasteltes Armband als Souvenir an. Als er auf die verbotene Straßenseite wechseln will, brüllen die Soldaten an der Ecke so lange, bis er umkehrt. Dana Golan war 2001 sechs Monate lang als Soldatin in Hebron. Sie ist ebenfalls 28, wie Yehuda Shaul, und Vorstandsvorsitzende von "Shovrim Shtika". Sie erinnert sich, wie sie damals solche Straßensperren durchsetzte. Dana Golan:

"Irgendwann siehst du in deinem Gegenüber keinen Menschen mehr. Ein alter Mann fleht dich an und du reagierst nicht. Es ist unter deiner Würde zuzuhören. Wer ist er denn schon? Du bist so undurchdringlich wie eine Wand. Ob alt oder jung - es kümmert dich nicht. Du hörst nicht zu, weil du sowieso niemanden durchlässt."

Der Militärdienst in den besetzten Gebieten verändert die jungen Soldaten. Viele werden traumatisiert - aber auch das ist ein Tabu. Yehuda Shaul fühlt noch heute seinen ersten tiefen Schock, wenn er davon erzählt. Damals, während der Zweiten Intifada, beschießen palästinensische Heckenschützen nachts die jüdischen Siedlungen.

"Ich bin gerade angekommen, kriege die erste Einführung, und dann holt mein Zugführer mich ans Fenster im zweiten Stock, zu dem Maschinengewehr mit Granatwerfer und sagt:'Schau, Yehuda, siehst du die Gebäude da drüben? Wenn sie schießen, schießen wir dorthin zurück.' Ich schaue ihn an, fassungslos: 'Das ist nicht dein Ernst - wir schießen nicht in die Wohngebiete, oder? Bist du verrückt?' - 'Doch, dazu sind wir da.' - Sie müssen wissen, dass ich kurz vorher, während meiner Ausbildung an dieser Waffe in der Negev-Wüste, gelernt hatte: Der Granatwerfer darf nur abgefeuert werden, wenn sich in einer Meile Umkreis keine Person aufhält."

Als es Nacht wird, erhält Yehuda Shaul den Befehl zu schießen:

"In den vier oder fünf Sekunden bis zum Einschlag in die Wohnhäuser betest du, dass du niemanden verletzt. In der nächsten Nacht bist du weniger angespannt, in der Dritten noch weniger, und nach einer Woche ist dies der spannendste Moment des ganzen Tages. Es ist wie ein Computerspiel. Als wir aufwuchsen, wussten wir, dass es richtig und falsch gibt, gut und böse. Unsere Eltern und Lehrer haben uns die Grenzen der Gesellschaft gezeigt. Ich kann das heute nur noch zynisch betrachten. Was ist gut? Was ist böse? Wir sind die Guten, richtig? Wir tun die richtigen Dinge. Aber wenn du als Soldat einen Schritt in die besetzten Gebiete tust, dann ist das, als ob du deine Moral in den Mixer wirfst, und nach einer Minute ist nichts mehr davon übrig."

Während seines Einsatzes ergibt sich Yehuda Shaul der täglichen Routine. Doch als sein Militärdienst im März 2004 endet, wird das für ihn zum Wendepunkt.

"Das ist schon beängstigend, denn wenn man aufhört, als professioneller Soldat zu denken, dann macht die ganze militärische Ausdrucks- und Denkweise plötzlich keinen Sinn mehr. Und dann kannst du 90 Prozent dessen, was du getan hast, nicht mehr rechtfertigen. Mit diesem Problem habe ich mich an meine Kameraden gewandt. In gewisser Weise war das der Moment, in dem "Breaking the Silence" geboren wurde."

65 Soldaten aus seiner Einheit beschließen, das Schweigen zu brechen. Sie nennen es zunächst "Hebron nach Tel Aviv bringen". Tel Aviv ist für Israelis "The Bubble", die "Seifenblase". Hier wissen die Menschen nichts über die besetzten Gebiete. Und genau hier eröffnen Yehuda Shaul und seine Mitstreiter im Juni 2004 eine Ausstellung: Mit Fotos und Videos dokumentieren sie den Alltag der Besatzung. Sie wollen nicht mit Sensationsfotos schockieren, im Gegenteil: Sie akzeptieren nur ganz banale alltägliche Aufnahmen. Ihre Landsleute sollen sich nicht entsetzt abwenden, sie sollen verstehen. Sie sind mit ihrer Aktion sofort landesweit in den Schlagzeilen. 7.000 Menschen sehen die Ausstellung.

"Wir waren ziemlich naiv - vor allem schockierte uns, dass die Leute zu Hause wirklich nicht wussten, was wir getan haben! Niemand, der nicht mit uns im Einsatz war, hatte eine Ahnung davon. Da haben wir beschlossen, "Breaking the Silence" zu gründen."

Mittlerweile ist die Ausstellung von Israel aus durch Europa und in die USA gewandert, begleitet von Mitgliedern von "Breaking the Silence", die Besuchern Rede und Antwort stehen.


"Aber das Wichtigste war, dass wir auf diese Weise andere Veteranen getroffen haben. Sie kamen in die Ausstellung, sahen die Fotos und sagten: 'Hey, ich hab genau solche Bilder aus Nablus!' - 'Und wir haben dasselbe in Gaza gemacht!' Plötzlich wurde uns klar, dass wir die Büchse der Pandora noch gar nicht geöffnet hatten, als wir über Hebron sprachen. Und da haben wir beschlossen, weiterzumachen."

Die jungen Ex-Soldaten entdecken, wie viele von ihnen das Gleiche erleben und fühlen: Etwas läuft falsch, und niemand spricht darüber. Sie brechen das Schweigen, indem sie beginnen, sich selber Rechenschaft abzulegen. "Shovrim Shtika"-Mitarbeiter Dotan Greenvald war ein halbes Jahr in Hebron stationiert:

"Das ist die größte Sünde: Vorzuschieben, dass uns zu Hause ja niemand versteht. Wenn du mit einem Soldaten sprichst, hat er das immer im Hinterkopf: Niemand versteht ihn. Hebron riecht anders, die Regeln sind anders, es ist ein anderes Land. Es ist Israels Hinterhof."

Siedler schmeißen Steine auf Palästinenser, Militär nimmt daraufhin alle palästinensischen Männer fest. Gewehrfeuer.

Eine Szene im Film von "Breaking the Silence" zeigt, wie Siedler mit Steinen nach Palästinensern werfen. Die Reaktion der Armee: Nicht etwa die gewalttätigen Siedler, sondern alle palästinensischen Männer auf der Geschäftsstraße werden festgenommen. Eine andere Strategie heißt "die Besatzung spürbar machen", erklärt Yehuda Shaul:

Die Nachtpatrouille zum Beispiel bricht willkürlich in irgendein Wohnhaus, weckt die Familie, lässt Männer und Frauen getrennt antreten, durchsucht das Haus, verwüstet so viel, wie möglich von der Einrichtung, verlässt, das Haus wieder, zündet draußen eine Handgranate, entfacht ein Feuer, schießt durch die Gegend, hämmert an ein paar andere Türen und weckt weitere Familien - so geht das jede Nacht. Die Palästinenser sollen spüren, dass ihre Stadt besetzt ist.

Bis heute hat "Shovrim Shtika" weit über 700 Zeugnisse von Soldaten und Ex-Soldaten gesammelt und veröffentlicht. Knapp ein Drittel der Kombattanten sind noch im aktiven Dienst, während sie ihre Aussage machen. Yehuda Shaul:

"Übrigens passiert alles, was wir veröffentlichen, die Militärzensur. Wir haben nicht vor, Israels nationale Sicherheit zu gefährden. Das mag für Sie beängstigend klingen, aber ich würde mir wünschen, dass unsere Regierungsbehörden genauso offen und fortschrittlich wären wie die Militärzensur."

Alle Berichte sind mehrfach überprüft. Sie belegen, dass Soldaten regelmäßig palästinensisches Eigentum stehlen oder mutwillig zerstören, etwa bei Durchsuchungen.

Sie zeigen tägliche Demütigungen, besonders an Checkpoints und bei Personenkontrollen. Idan B. berichtet beispielsweise von einem Offizier der Grenzpolizei, der sich an einem überfüllten Checkpoint einen besonderen Spaß erlaubte. Menschen aus Jenin warteten darauf, zur Arbeit bei der Olivenernte in Nazareth durchgelassen zu werden. Idan B.:

"Der Typ kam um halb fünf morgens, und sein täglicher Sport war, die Leute in Achterreihen aufzustellen, und dann veranstaltete er Wettkämpfe. Er nahm sich acht Ausweise, las die Namen vor und sagte den Inhabern, was sie zu tun hätten. Die Betreffenden mussten um die Wette auf ihn zu kriechen. Die ersten drei bekamen ihre Ausweise und durften nach Nazareth. Die fünf Verlierer hat er nach Jenin zurückgeschickt."

Idan B. ist das entwürdigende Spiel zuwider - aber er erhebt keinen Einspruch. Seine Begründung: Wenn ich mich beschwere, unternimmt ja doch niemand etwas dagegen. Amit L. vom Pionierkorps nahe Ramallah schildert folgenden Fall: Seine Gruppe musste fünf festgenommene Palästinenser ins Gefängnis bringen. Den Männern wurden die Arme hinter dem Rücken in Handschellen gelegt und die Augen verbunden; sie hatten erkennbar Todesangst. Im Gefängnis angekommen, ließ sich der Zugführer zunächst in Siegerpose mit ihnen fotografieren. Dann kamen Grenzpolizisten und fragten, warum die Palästinenser eigentlich festgenommen worden seien - das wussten die Soldaten auch nicht. "Wir nehmen die mal ein paar Minuten mit", beschied die paramilitärische Truppe. Amit L.:

"Ein Dutzend Grenzpolizisten nahm sich die Männer vor, immer zwei einen Gefangenen, und bevor wir kapierten, was geschah, schlugen sie auf sie ein. Sie traten und prügelten. Einer nahm seinen Helm und ließ ihn von oben auf den Kopf eines Palästinensers krachen. Ein anderer stellte einen Inhaftierten an die Wand, spreizte ihm die Beine und rammte ihm sein Knie in die Eier. Es zerriss den Palästinenser förmlich, und er ging zu Boden. Der Soldat schrie ihn an, damit er aufstand, und trat ihn wieder zwischen die Beine. Ich sage Ihnen, ich war schockiert. Einer brach einem anderen Häftling mit einer Stange die Rippen; zwei andere traten auf einen ein, der am Boden saß. Die Männer wussten überhaupt nicht, wie ihnen geschah, sie waren gefesselt und ihre Augen verbunden, und sie schrien. Furchtbare Schreie, die mich immer noch verfolgen."

Amit L. schaut fassungslos zu und beschreibt sein Dilemma: Der gewalttätige Übergriff ist falsch - aber soll er für Männer in die Bresche springen, die möglicherweise Terroristen sind?

"Dann kam ich zu mir und dachte, jetzt reicht's. Ich sagte meinem Befehlshaber: "Lass uns das stoppen." Aber wir fühlten uns unwohl damit, den Polizisten zu sagen, sie sollten die Männer nicht zusammenschlagen. Also haben wir nur gesagt: "Wir wollen zur Basis zurück; lasst uns die Gefangenen in die Zelle stecken." - "Okay", meinten die andern und verteilten noch ein paar Schläge. Wir schlossen die Palästinenser ein, fuhren zurück und legten uns schlafen."

Die meisten Aussagen von Soldaten belegen die Struktur der Besatzung und die Menschenrechtsverletzungen der Besatzer. Daraus hervor ragen die Zeugnisse, die "Breaking the Silence" über den Gazakrieg im Januar 2009 gesammelt hat.
54 Armeeangehörige zeichnen einen Krieg von äußerster Brutalität nach, in dem gezielt die Infrastruktur des Gazastreifens zerstört und Zivilisten nicht geschont werden.

"Shovrim Shtika" ist aus der öffentlichen Debatte in Israel nicht mehr wegzudenken. Der jüngste, über 400 Seiten dicke Bericht der Organisation belegt, dass die alltäglichen Demütigungen, Übergriffe und Menschenrechtsverletzungen der israelischen Armee in den besetzten Gebieten System haben. Es geht dabei nicht um Israels Sicherheit, sondern darum, die palästinensische Zivilbevölkerung zu kontrollieren, ihr das Gefühl permanenter Verfolgung zu geben und sie Stück für Stück zu verdrängen.



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