• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 12:30 Uhr Nachrichten
StartseiteLyrixim Schnee01.11.2011

im Schnee

Im November und Dezember ist lyrix zu Gast im Von der Heydt-Museum Wuppertal. Als Inspirationsquelle dienen euch in diesen Monaten ein Gedicht von Jürgen Becker sowie ein Bild aus der aktuellen Alfred Sisley-Ausstellung.

Eine Flussansicht von Alfred Sisley im Von der Heydt-Museum Wuppertal. (picture alliance / dpa / Marius Becker)
Eine Flussansicht von Alfred Sisley im Von der Heydt-Museum Wuppertal. (picture alliance / dpa / Marius Becker)
Mehr bei deutschlandradio.de

Downloads:

lyrix - November/Dezember11-PDF-Deutsch als Fremdsprache

Jürgen Becker beschreibt in seinem Gedicht "im Schnee" eine Winterlandschaft, indem er visuelle und emotionale Eindrücke aneinanderreiht. Die Wanderung durch den Schnee wird mit Begriffen der Stagnation, Beschwerlichkeit und Erfolglosigkeit beschrieben. Auch Alfred Sisley drückt in seinem Bild "Winterlandschaft" eine eher melancholische Stimmung aus. Viele Menschen freuen sich aber auch über den ersten Schnee und nutzen diese Zeit, um nachzudenken, in sich zu kehren oder familiäre Nähe zu genießen.

Was verbindet ihr mit Schnee und Winter? Welche Emotionen löst die kalte Jahreszeit bei euch aus? Kalte, matschige Langeweile oder Romantik, Gemütlichkeit und Ruhe? Lasst euch inspirieren von dem Gedicht, dem Bild und euren eigenen Assoziationen mit dem bevorstehenden Winter.

Wir freuen uns über frostige, fröhliche Gedichte und wünschen euch eine schöne Winterzeit!

Hier findet ihr die lyrix-Regeln zum Nachlesen.
Für den Versand eures Gedichts findet ihr hier eine E-Mail-Vorlage.
Alternativ könnt ihr euer Gedicht im lyrix-Portalselbst veröffentlichen.


Hier die Winterlandschaft von Alfred Sisley
Alfred Sisley Winterlandschaft NUR IN ZUSAMMENHANG MIT AUSSTELLUNG
Alfred Sisley
Winterlandschaft
Paysage d'hiver
1888, Pastell, 38 x 55,4 cm
Von der Heydt-Museum Wuppertal







im Schnee
von Jürgen Becker

im Schnee, nicht auf Hügeln, Flächen, und keine Nacht, Tag,
im Schnee in rutschenden Schuhen, lange Wege, nicht mehr sichtbar,
Spuren von Wegen, langsam, Strauch Vogel Haus, nicht näher
und von hinten Geräusch, rutschend, Ebene unbewegt, Fallen,
Rasten, ein hüpfender Punkt, Ruf, im Schnee nicht weiter nicht weg,
Druck, auf, ein winkender Punkt, näher nicht näher, Strauch,
tiefe Rauchflächen des Nachmittags, kein Haus, kann fliegen im
Traum, nicht von der Stelle und nicht warten, vorne ein Punkt
hinten, größer, ferner, still unbeweglich, rutschend, rufend,
rufend ein Punkt in der Fläche, sinkend, auf, näher hin, dröhnt in
der Luft das Keuchen, Sprünge, Würfe, stampfend mit den riesigen
Füßen, flach, keine Nacht, mit den schweren Armen schaufelnd,
Punkt kleiner Punkt näher, nicht weiter, weißes Licht, Flächen im
Schnee unter Dunst, keinen Schritt, nicht kreiselnd, rutschend auf
der Stelle, Geräusch, verschwindend ein Punkt, winkend, fallend,
auf, im Schnee


Jürgen Becker, Felder © Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 1964


Das Von der Heydt-Museum Wuppertal
Schwerpunkte in der Sammlung des Von der Heydt-Museums Wuppertal bilden Gemälde der niederländischen Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts, Malerei und Grafik des 19. Jahrhunderts, darunter exzellente Bilder des Impressionismus, sowie die Malerei des 20. Jahrhunderts, wobei hier der Expressionismus mit herausragenden Werken vertreten ist.

Im Herbst und Winter 2011 zeigt das Von der Heydt-Museum nach den großen Ausstellungen zur "Schule von Barbizon", zu Renoir, Monet und Bonnard die erste große Alfred Sisley-Ausstellung in Deutschland. Obwohl der in Paris geborene Sohn britischer Eltern nie einen französischen Pass bekam, wird er wie selbstverständlich mit Monet, Renoir, Degas, Pissarro in einem Atemzug genannt. Er gilt heute als einer der wichtigsten Künstler des französischen Impressionismus.


Die begleitenden Unterrichtsmaterialien für den Deutschunterricht stehen hier als PDF zur Verfügung:

lyrix-November/Dezember11-PDF-Deutsch als Fremdsprache

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk