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StartseiteBüchermarktDie Wiederauferstandenen31.10.2014

Krimi-KolumneDie Wiederauferstandenen

In den neuen Krimis des Herbstes fällt vor allem eins auf: Viele alte Helden werden werden wieder zum Leben erweckt. Sherlock Holmes Wiedergeburt gelingt, während Agatha Christies Hercule Poirot leider Dutzendware bleibt. Überzeugen können hingegen Wolf Haas und Heinrich Steinfest.

Von Andreas Ammer

Ein Schattenriss von Sherlock Holmes. (picture-alliance/ dpa / PA)
Ein Schattenriss von Sherlock Holmes. (picture-alliance/ dpa / PA)

Leise wie der Herbst schleicht Depression durch die Ritzen der Häuser, als gäbe es nie mehr eine Freude, verspätete, dem Tod geweihte Mücken stechen mit letzter Kraft, als gehe es um die Unsterblichkeit. Pflanzen verdorren, als gäbe es keine Zukunft.

Nur Verlage drücken mit ihrem Buch gewordenen Todholz in die Geschäfte, als gäbe es da noch Leser.

Noch ist nicht Winter, doch er könnte noch kommen, falls sich die Weltgeschichte wiederholt, als sei sie eine Fortsetzunggeschichte oder eine Seifenoper, ein Serienkrimi, in dem immer das Gleiche immer wieder passiert.

So wie in der Krimikolumne, wo immer wieder Detektive hinter Mörder her hetzen, als gäbe es Gerechtigkeit - und immer ist schon einer tot ist und nicht einmal die Literatur ihn wieder auferwecken kann. Und nur der Rezensent allein kann Gut von Böse unterscheiden.

Er ist wieder da, von den Toten auferstanden wie weiland Sherlock Holmes, nur ein wenig alt ist er geworden. Müffelt er schon?

Die Rede ist vom "Brenner", jenem legendären österreichischen Detektiv, von dem wir nur wissen, was ein anonymer Erzähler uns von ihm in der dritten Person erzählt. Zwar war dieser anonyme Erzähler schon vor gut einem Jahrzehnt in dem Haas-Krimi "Das ewige Leben" vom Autor umgebracht worden - welch herrliche Paraphrase auf die postmoderne Floskel vom "Tod des Autors" - aber seit Sherlock Holmes - zu diesem kommen wir später! - gehören Wiederauferstehungen zum festen Repertoire von Krimihelden.

Wolf Haas: Brennerova
Und deshalb verwundert es nur ein bisschen, dass Wolf Haas in "Brennerova" seinen Helden Simon Brenner und mit ihm auch den allwissenden Wirtshauserzähler, von dem wir alles wissen, was wir über Brenner wissen, wieder erscheinen lässt.

Simon Brenner hat sich mittlerweile zur Ruhe gesetzt und genießt sogar das eine oder andere erotische Plaisier. Genaugenommen sogar deren zwei, was ihn nicht abhält, im Internet obendrein nach hübschen Russinnen zu suchen, deren eine er dann auch besucht, die aber nur will, dass er ihre noch viel hübschere Schwester sucht. In diese erotische Vierecksgeschichte hinein platzt der Auftritt der Wiener Unterwelt, die gerne mal Hände abhackt und Frauen verschwinden lassen.

Mit "Brennerova" - so urteilt unser Rezensent etwas rätselonkelhaft - ist Wolf Haas, der einstmals Postmodernste aller Krimiautoren, im Frührentnerstadium angekommen.

In "Brennerova" kommt es zur Hochzeit zwischen dem alternden Simon Brenner und seiner russischen Schönheit. Sprich: Midlife-Krise. Und trotzdem hat man den Eindruck irgendwie ist mit der Heirat das Leben vorbei. Mehr vorbei als nach dem Tod, den der Brenner ja - soviel wissen wir als die treuesten seiner treuen Leser ja - schon des Öfteren überlebt hat.

Diesmal bleibt der Brenner - trotz aller russischer Aktion, Wiener Prügeleien und blondinenhafter Schönheiten - diesmal ein etwas blasser Detektiv, gesichtslos wie eine ausgedachte Figur, die funktioniert, weil sie früher so gut funktioniert hat.
Vielleicht der schwächste aller Brenner-Krimis, allerdings waren die dem Rest der Konkurrenz so weit überlegen, dass es sich immer noch um einen der besten Krimis des Herbstes handelt. Sozusagen das fallende Laub der herrlichen Brenner-Eiche. Noch immer möchte man bei der Lektüre am liebsten seitenweise Weisheiten zitieren.

Heinrich Steinfest: Der Nibelungen Untergang
Eine Rückkehr zum Krimi-Genre, wie sie sich Wolf Haas alle fünf, sechs Jahre genehmigt, erhofft man sich seit Jahren auch von dem zweiten, Österreich-basierten Genies des "Neuen Deutschen Krimis", Heinrich Steinfest, der es mit seinem Roman "Der Alleskönner", der kein Krimi war, dieses Jahr immerhin auf die Shortlist und dann zum zum Fast-Buchpreisgewinner geschafft hat.

Dritter Platz, quasi Arschgesicht auf Treppchen, würde Haas jetzt sagen.

Statt einem Krimi erzählt Heinrich Steinfest lieber die größte Mord- und Meuchelgeschichte deutscher Zunge neu. Eher ein Fall für die Abteilung Mythenrezension in diesem Sender. Seit diese abgeschafft ist, fällt allerdings der Krimikolumne die Aufgabe zu, über moderne Fassungen der Nibelungensage zu befinden.

"Der Nibelungen Untergang" heißt ein von Heinrich Steinfest gedichtetes und von Robert De Rijn gemaltes Buch aus dem Reclam-Verlag, das - der Titel verrät es mit fast jedem seiner Worte - nicht gut ausgehen wird. "Der Nibelungen Untergang" von Heinrich Steinfest liefert freilich weniger eine Nacherzählung als ein groß angelegtes Nachdenken über jene Schlachtengeschichte, die DER deutsche Mythos ist.

Trotzdem weiß unser Rezensent: Ist "Der Nibelungen Untergang" ziemlich die packendste Annäherung an den Stoff seit Richy Wagner. Vor allem kommt Steinfest ohne jedes Pathos aus. Zitat, das gleichzeitig die Zuständigkeit der Krimikolumne für diese Rezension untermauert:

"Nichts hat die Welt und die Gesellschaft von Anbeginn so geprägt wie der Betrug. Eine gute Sitte ist eine Paraphrase, ein Ornament, eine edle Haltung, eine galante Verbeugung. Man redet von einer unabhängigen Justiz und einer unabhängigen Presse. Aber es ist der Betrug, der die Welt prägt, auch wenn er, der Betrug, sehr oft im Schutz einer Tarnkappe daherkommt. Siehe Siegfried. Oder einer schauspielerischen Leistung. Siehe Gunther."

Am Einleuchtendsten ist der Grund, den Steinfest für die kleine Ablenkung findet, der Siegfried seinen hinterrücks vollendeten Mord verdankt. Habe er, Siegfried, doch nicht wissen können, das dort an seiner Mordstelle einstmals ein Siegfriedbrunnen errichtet werden würde, der dann von Hochhäusern, einem Einkaufszentrum und dem Fabrikgelände der Langnese-Iglo GmbH umkränzt sein würde.

Woraus folgt, dass ein Zeitreisender hier eine bunt blinkende Wassereisverpackung besagter Firma achtlos weggeworfen haben muss, die jetzt - einige Jahrhundert früher - den sonst unbesiegbaren Siegfried den einen, entscheidenden Moment ablenkt, den Hagens Speer braucht, sich tödlich in des Helden Rücken zu bohren.

Klingt absurd, ist aber toll!

Wer solche Menschheitsrätsel derart löst, dem ist selbst allergrößte Größe zuzusprechen, urteilt unser Rezensent über Heinrich Steinfests grandiose Nibelungen-Nachdenkdichtung "Der Nibelungen Untergang", schön gebunden und von Robert De Rijn bebildert erschienen im Reclam-Verlag.

Don Winslo: Missing. New York
Genug mit dem modischen Geschreibsel; lasst uns einfache Verbrechen sehen. Da empfiehlt sich der Amerikaner Don Winslow, der sich in den letzten Jahren zum Exzellenz-Genre-Handwerker hochgeschrieben hat. Dabei ist er vor seinen Fans stets auf der Flucht:
Die Post-Hippie-Leser seiner Dealergeschichten verstörte er mit einem Söldner-Roman, die intellektuellen Suhrkamp-Fans mit einem Wechsel zum Publikumsverlag Droemer und die Anhänger seiner kalifornischen Surfer-Idyllen nun mit einem Roman, der "Missing. New York" heißt und von Chris Hirte übersetzt wurde.

Die gute Nachricht zuerst: Winslow ist fast der Alte. Nur hat er einen neuen Ermittler.
Dieser heißt jetzt Frank Decker und in seinem ersten Fall verbeißt er sich, Schauplatz ist erstmals seine Heimatstadt Lincoln, Nebraska, in einen Entführungsfall. Ein siebenjähriges Mädchen ist spurlos verschwunden. Seine Kollegen geben den Fall auf und verdächtigen die Mutter. Der Polizist bleibt hart und verfolgt eine Spur nach New York.

Der Verlag bewirbt den Roman mit all den schönen Titeln, die Don Winslow bisher von hochwohlgeschriebenen Kollegen angehängt wurden. Der Don sei "der beste Thrillerautor unserer Zeit", Stephen King hält ihn für "eine Offenbarung".

Und in der Tat ist Don Winslow einer der Besten. Er ist der Virtuose der kleinen Wendungen in groß angelegten Geschichten. Nehmen wir ein beliebiges Beispiel. Den ersten Satz:

"Der Morgen in Manhattan kam mit dem Poltern und Zischen eines Müllautos."

So kann ein guter Krimi schon mal beginnen. Man ist mittendrin, weiß wo man ist, hört wie es klingt und riecht wie es stinkt in dem Roman, den man gleich lesen wird. Dass es sich nicht nur um einen guten Krimi, sondern ein darüber hinaus um intelligentes Buch handeln könnte, merkt man, wenn darauf der Nebensatz folgt:

"Der Morgen in Manhattan kam mit dem Poltern und Zischen eines Müllautos, das die Sünden der Nacht bereinigte."

Eine schöne, eine stimmige Metapher. Dass es sich allerdings um ein exzellentes Buch handeln könnte, merkt man spätestens, nach dem nächsten Satzzeichen, wenn der Autor mit den folgenden drei Worten seinen schönen Anfang gleich wieder zertrümmert und dadurch das Grauen ankündigt, dass gleich folgen wird.
Anders ausgedrückt: Einen Don Winslow-Roman erkennt man auch daran, dass auf den ersten guten Satz noch drei unscheinbare Worte folgen:

"Der Morgen in Manhattan kam mit dem Poltern und Zischen eines Müllautos, das die Sünden der Nacht bereinigte. Oder es versuchte."

Das ist gut gemacht, schön gedacht, groß gedichtet, urteilt unser Rezensent und meint damit auch gleich den ganzen Roman "Missing. New York" von Don Winslow aus den Droemer Verlag. Extra zu erwähnen ist noch: Die angenehme Durchschnittlichkeit, in der Don Winslow diesmal seinen Fall ansiedelt. Sein neuer Held Frank Decker ist nicht besonders heruntergekommen, sondern nur ein normal engagierter, professioneller Cop in einer kleinen Stadt, die ebenfalls nicht besonders heruntergekommen ist. Wohltuend ist das, äußerst angenehm sogar. So ungewöhnlich, dass es fast schon Avantgarde ist.
Und damit zur richtigen Avantgarde.

Thomas Pynchon: Bleeding Edge
Thomas Pynchon zählt nicht nur als der versteckteste, sondern auch als einer der kompliziertesten Autoren unserer Zeit. Seine Fantasie ist so ausufernd, dass manchmal die Handlung unter lauter Ideen und skurrilen Wendungen verschüttet wird. Die Geschichten sind so anspielungsreich, dass sich für jedes seiner Bücher weltweite Wiki-Entschlüsselungsgruppen zusammenfinden, die sich gegenseitig bei der Lektüre helfen.

Als ob er seine überbordende Fantasie irgendwie bändigen will, hat sich der Wunderautor Pynchon unlängst dem Korsett der Krimiliteratur angenähert. Groß war die Verblüffung als er vor vier Jahren mit "Inherent Vice", zu deutsch "Natürliche Mängel", einen Kriminalroman mit fast durchgängiger Handlung vorlegte.

Dieser Roman soll jetzt sogar - als erstes aller Pynchon Bücher - verfilmt werden.

Auch wenn Pynchons neuester Roman, der auf Englisch wie auch in der deutschen Übersetzung von Dirk van Gunsteren "Bleeding Edge" heißt, wieder wildes, unübersichtliches, ausuferndes Stück Höchstliteratur geworden ist. Eine Kriminalhandlung liegt auch diesem Meisterwerk zugrunde.

Diesmal ermittelt eine New Yorker Wirtschaftsdetektivin namens Maxine Tarnow einer Dotcom-Blasen-Internetfirma hinterher. Die Geschichte spielt im Jahr 2001 kurz vor den 9/11-Anschlägen. Das Thema sind die gleichzeitig anarchischen wie prägenden Anfänge des Internets, zu dem Pynchon typischer- aber nicht ungerechtfertigterweise natürlich ein paranoides Verhältnis hat.

"Bleeding Edge" ist Pynchons bester Roman seit den "Enden der Parabel", urteilt vollmundig unser Rezensent und weist - Pynchon-Fan seit den entropischen Achtzigern - ausdrücklich darauf hin, dass er dieses Urteil nicht nur aus der esoterischen Warte des Kriminalrezensenten gefällt hat, sondern als ganz normaler Leser.
Was soll das denn sein?

Max Annas: Die Farm
Schneller Wechsel zum schnellen Schusswechsel. Zu einem Buch, in dem von der ersten Seite an geballert wird, wie lange nicht mehr.
"Plopp" heißt es dann oder auch: Plopp. Plopp. Plopp. Manchmal klingt es auch wie: Rattattattattat. Rattattattattat. Oder hin und wieder erzählerisch:

"Der Angriff kam vom Westen. Sie blickte wieder in Richtung Norden und schoss mit ihrer Pistole im Sekundentakt, bis sie leer war."

Und wenn es mal etwas besinnlich wird in diesem erstaunlichen Buch, heißt es:

"Schon fast eine Minute seit dem letzten Schuss."

Das Buch, das die Munition von halb Südafrika im Alleingang vernichtet, trägt den gänzlich unverfänglichen Titel "Die Farm" und stammt vom gebürtigen Kölner Max Annas, der in Südafrika lebt und sich in diesem bei Diaphanes erschienen Buch offenbar einiges an Frust über seine südafrikanische Wahlheimat vom Leib geschrieben hat.

Die Ausgangssituation ist ebenso einfach wie wenig originell. Wie weiland in jedem zweiten Western oder in John Carpenters Krimiklassiker "Assault" wird in Südafrika eine Farm überfallen. Einfach so. Keiner kennt den Grund. Es wird einfach auf alle geschossen. Draußen die sinnlosen Angreifer, drin eingeschlossen die Verteidiger.

Die Überfallenen sind - wie es das Genre befiehlt - ein zusammengewürfelter Haufen. Da gibt es den weißen, rassistischen Grundbesitzer namens Muller, den korrupten südafrikanischen Polizisten, die bigotte Landlady, ein paar zufällig anwesende schwarze Handwerker, das Hausmädchen und eine toughe Unbekannte. Mit den unter dem Teppich versteckten Waffen fangen sie an, sich zu verteidigen. Acht Stunden lang, die von dem Roman nahezu in Echtzeit erzählt werden.

Grandios schon allein die Beschreibung dieser exzessiven Schlacht auf den lautlosen Seiten eines Buches. Begeisternd auch, dass es sich bei dem Band, der von der ersten Seite an große Welt atmet, um ein deutschsprachiges Buch handelt.

Lange nicht hat ein deutscher Autor so furios, so gewalttätig und so entschieden mit den Bestandteilen des Genres jongliert. Lange nicht ist ein derart radikaler Krimi auf deutsch erschienen. Meine Empfehlung des Herbstes! So groß wie brutal. Als ob es das Kino nie gegeben hätte, so schwärmt unser Rezensent von Max Annas Krimidebüt mit dem unverfänglichen Titel "Die Farm".

Ein Buch, das zu knallen beginnt, sobald man es öffnet. Darauf ein dreifaches: Plopp. Plopp. Plopp.

Sophie Hannah: Die Monogramm-Morde
Und damit endlich und abschließend zum Eingangs versprochenen abschließenden Bericht über unsterbliche Detektive, denen sich jetzt wieder sterbliche Autoren annehmen.

In diesem Herbst erscheinen gleich zwei Romane, mit denen Erbenorganisationen versuchen, noch etwas schnödes Kapital aus den unsterblichen Figuren zu schlagen, deren Nachlass sie verwalten.

Da wäre zum einen der Versuch der Nachlassverwalter von Agatha Christie der Welt einen neuen Hercule-Poirot-Roman - nein nicht zu schenken - zu verkaufen.

"Die Monogramm-Morde" heißt dieses zugleich in 50 Sprachen erscheinende Unternehmen, für das die Schriftstellerin Sophie Hannah verpflichtet wurde. Giovanni und Ditte Bandini haben das Buch ins Deutsche übersetzt. Hoffmann und Campe verkauft "Die Monogramm-Morde" unter der schlichten Überschrift "Eine Sensation!" Ein Fall für einen Rezensenten:

Eher Dutzendware! urteilt er und bemängelt vor allem: das völlige Fehlen jeglicher Atmosphäre.

Nirgends in dem Buch weht einen der Duft einer versunkenen Zeit an. Schade um den schönen Hercule. Umso verblüffender ist es, dass das parallele Unternehmen des Sir Arthur Conan Doyle Literary Estate, einen legitimen - und vor allem legitimierten - Nachfolger für den noch viel größeren Sherlock Holmes zu finden, gar nicht sooo gescheitert ist, wie man sich das vorstellen könnte.

Im Gegenteil: Anthony Horowitz' "Der Fall Moriarty", übersetzt von Lutz W. Wolff, versucht gar nicht verzweifelt, der Heldenhülse Sherlock Holmes einen neuen Fall anzudichten, sondern er nistet sich raffiniert in den Zwischenräumen der existierenden Geschichten des Ur-Detektives ein.

Horowitz' Trick ist, dass er dem Leser Conan Doyles Erzählungen als wahre Berichte verkauft. Er behauptet, in diesen "Dokumenten" seien - was ja der Fall ist - einige Unstimmigkeiten enthalten und aus denen spinnt Horowitz dann wiederum einen neuen Fall, in dem nicht der Meisterdetektiv, sondern ein gewisser Athelney Jones die Hauptfigur ist. Der Meisterdetektiv selbst existiert weitgehend nur als literarische Figur und tritt höchstens am Ende auf.

Das hat Spaß gemacht! Behauptet diesmal unser Rezensent nach getaner Arbeit und empfiehlt seinen geneigten Lesern je nach literarischer Neigung noch einmal:

Den Ballermännern: Max Annas, Die Farm.
Allen immer: Wolf Haas und Heinrich Steinfest.
Den Traditionalisten: Anthony Horowitz, Der Fall Moriarty
Und wer unter diesem weitgefächerten Angebot nichts für sich findet, für den gilt auch dieses Mal wieder wie seit Alters her und immerdar das gleiche Spiel.

Besprochene Bücher:

Max Annas: Die Farm
(Diaphanes)
Wolf Haas: Brennerova
(Hoffmann und Campe)
Sophie Hannah: Die Monogramm-Morde
(Atlantik)
Anthony Horowitz: Moriarty
(Insel)
Thomas Pynchon: Bleeding Edge
(Rowohlt)
Heinrich Steinfest: Der Nibelungen Untergang
(Reclam)
Don Winslow: Missing. New York
(Droemer)

 

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