Kultur heute 

Thomas-Mann-Forscher zu Mann-Villa in Kalifornien"Es gibt da schon sehr konkrete politische Hoffnungen"

Das restaurierte Thomas Mann Haus in Los Angeles. (dpa/picture-allicane/rebuild.ing GmbH/H2S Architekten)

2016 kaufte die Bundesregierung die kalifornische Villa, in der Thomas Mann im Exil lebte, um sie vor dem Abriss zu schützen. Jetzt wird sie durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Ort des kulturellen Dialogs eingeweiht. Eine überzeugende Idee, sagte der Thomas-Mann-Forscher Tilmann Lahme im Dlf.

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Hermann Glaser ist gestorbenVordenker der modernen Kulturpolitik

Hermann Glaser, ehemaliger Kulturdezernent in Nürnberg und Leiter des Kulturausschusses des Deutschen Städtetages, aufgenommen am 19.07.2013 am Rande eines Interviews in seinem Haus in Roßtal (Bayern) (dpa/Daniel Karmann)

26 Jahre war er Kulturdezernent seiner Heimatstadt Nürnberg. Dabei setzte sich Hermann Glaser für eine Politik ein, die möglichst vielen Menschen die Teilhabe an Kultur gestatten sollte. Glasers Tod sei "ein herber Verlust für uns alle", sagte dessen ehemaliger Kollege und Kulturpolitiker Oliver Scheytt im Dlf.

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Lederer zur Zukunft der Berliner Volksbühne "Die Frage ist nicht, ob wir scheitern, sondern wie"

Volksbühne Berlin (dpa / picture alliance)

Unter dem Motto "Vorsicht Volksbühne!" wurde bei einem zweitägigen Kongress in der Berliner Akademie der Künste über das künftige Konzept der Berliner Volksbühne gestritten. Ergebnis nach der "Gruppentherapie Volksbühne": Das Theater soll vieles sein - aber was genau, bleibt unklar.

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Hymnen-Singen bei der Fußball-WMSchräge Töne

Die Nationalspieler Mesut Özil, Jerome Boateng und Shkodran Mustafi vor dem Spiel Deutschland-Ukraine, EM 2016 (picture alliance / dpa / Marius Becker)

Manche Spieler stehen nur da und bewegen höchstens stumm die Lippen, andere tun nicht mal das: Um das gemeinsame Singen der Nationalhymne gibt es seit einigen Jahren regelmäßig Streit, besonders wenn die Nicht-Sänger Mesut Özil oder Jerome Boateng heißen. Dabei hat das Nicht-Singen eine lange Tradition.

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Symposium über Schönheit und WahrheitZu schön, um nicht wahr zu sein?

Raffaels "Schule von Athen" (imago/Imagebroker)

Das Gute, Schöne, Wahre: Wie passen diese Begriffe zusammen, wie verhalten sie sich zueinander? Platon stellte als erster diese Fragen, die heute noch Generationen von Philosophen beschäftigen. Das Einstein Forum in Potsdam hat nun ein Symposium zum Thema: "Schönheit und Wahrheit" veranstaltet.

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Literaturkonferenz in Berlin"Ängst is now a Weltanschauung"

Der österreichische Dramatiker Thomas Arzt, Autor und Mitbegründer des Blogs "Nazi & Goldmund" und einer der künstlerischen Leiter der Literaturkonferenz "Ängst is now a Weltanschauung" (Nina Grünberger / Logo: Kruse & Müller)

"Es ist an der Zeit, dass Literaten ihre Stimmen erheben", sagte der Schriftsteller Thomas Arzt im Dlf. Als Mitglied des Literaturkollektivs "Nazis und Goldmund" hat er in Berlin eine mehrtägige Konferenz organisiert über den Umgang mit Sprache in hochpolitischen Zeiten.

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Zum Tod von Dieter Wellershoff"Es gibt kein besseres Konzept als Leben"

Bildnummer: 59433707 Datum: 24.03.2013 Copyright: imago/Müller-Stauffenberg Dr. Dieter Wellershoff (Schriftsteller) in der Talk-Show GÜNTHER JAUCH am 24.03.2013 in Berlin Thema der Sendung: Mutter, Vater, was habt Ihr getan? Die Geschichten unserer Familien People Kultur TV Porträt xns x0x 2013 hoch 2013 Günther Jauch TV Fernsehen ARD Berlin Deutschland Talkshow Talkgast Talk Show Portrait Gast Gäste Weltkrieg Überleben Krieg Bomben Flucht Vertreibung Verrat Verwundung Tod Schützengraben Schützengräben Schweigen Familiengeschichte Kriegsgeschichte Geschichte Schriftsteller Reichsarbeitsdienst Panzerdivision Hermann Göring Autor 59433707 Date 24 03 2013 Copyright Imago Mueller Stauffenberg Dr Dieter Wellershoff Hoff Writer in the Talk Show Günther Jauch at 24 03 2013 in Berlin Theme the Consignment Mother Father what did her done the Stories We Families Celebrities Culture TV Portrait xns x0x 2013 vertical 2013 Günther Jauch TV Television ARD Berlin Germany Talk show Talk guest Talk Show Portrait Guest Guests World War II Survival War Bombs Escape Expulsion Treason Wounding Death Trench Trenches Silence Family history History Writer Armored Division Hermann Goering Author (imago/Müller-Stauffenberg)

Die Kriegserfahrung im Zweiten Weltkrieg prägte sein Werk; seine Romane, Theaterstücke und Essays handeln von Komplexität und der Tiefe unter der Oberfläche. Im Jahr 2000 gelang ihm mit "Der Liebeswunsch" ein Bestseller. Jetzt ist der Schriftsteller Dieter Wellershoff im Alter von 92 Jahren gestorben.

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Manifesta in PalermoKunst und Stadt verschmelzen

Im Rahmen der europäischen Schau für Zeitgenössische Kunst, der Manifesta 12, ist eine Arbeit des Künstler-Duos Cooking Sections zu sehen.  (Lena Klimkeit/dpa )

Palazzi, Kirchen und der alte Botanische Garten von Palermo: Die diesjährige Manifesta findet an malerischen Orten statt. Vor der Kunstausstellung gab es ausgiebige Stadtrecherchen - so gelinge ein flüssiger Übergang zwischen Kunstbetrieb und Alltagsleben, sagte Dlf-Kunstkritiker Carsten Probst im Dlf.

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"Ruhrepos" bei den RuhrfestspielenAuf der Suche nach Form und Sinn

"Die verlorene Oper. Ruhrepos" bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen (Ruhrfestspiele / Katrin Ribbe)

1927 sollte Bertolt Brecht im Auftrag der Stadt Essen eine Industrieoper schaffen. Antisemitische Proteste verhinderten das Projekt. Nun hat Albert Ostermaier aus den Konzepten ein eigenes Stück entwickelt. Der "Ruhrepos“ feierte in Recklinghausen Uraufführung.

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Fußball WM in RusslandDie Macht der Bilder

Vor dem ersten Spiel der Fußball-WM in Russland hat der britische Sänger Robbie Williams ein Medley seiner Hits präsentiert. (dpa-Bildfunk / AP / Darko Bandic)

Robbie Williams auf der Bühne, begeisterte Fußballfans auf den Rängen. Keine Spur von Folter, Furcht oder Fanatismus- die Eröffnungsfeier der Fußball WM 2018 in Russland war kurz und knackig. Bilder von glücklichen Menschen und ein strahlender Putin spielten heile Welt.

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Filmemacher Oleg Senzow im Hungerstreik"Wir müssen alles tun, dieses Leben zu retten"

Der ukrainische Regisseur Oleg Senzow vor dem russischen Militärgericht im Nord-Kaukasus, aufgenommen im August 2015 (imago/ITAR-TASS)

Zu Beginn der Fußball-WM in Russland protestieren weltweit Kulturschaffende für die Freilassung des Regisseurs Oleg Senzow, der zu 20 Jahren Lagerhaft verurteilt worden ist. Der Ukrainer befindet sich im Hungerstreik - und hofft durch das Sportevent auf mediale Aufmerksamkeit, sagte Filmproduzentin Marion Döring im Dlf.

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Marbacher Literaturmuseum der Moderne"Die Erfindung von Paris"

Georg Stefan Troller, Hotel an der Place Contrescarpe, frühe 1950er-Jahre. (DLA Marbach / © Verlagshaus Römerweg Wiesbaden)

Paris, die Stadt der Liebe: Die neue Ausstellung im Marbacher "Literaturmuseum der Moderne" illustriert die Liebe vieler Literaten zu Paris. Manuskripte und Briefe, aber auch viele Fotografien belegen die Begeisterung für die französische Hauptstadt.

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Thomas Cole und Ed Ruscha in der National Gallery LondonUS-Landschaftsmalerei gestern und heute

Thomas Coles "View from Mount Holyoke, Northampton Massachusetts, After a Thunderstorm - The Oxbow" (1836) in der National Portrait Gallery London. (imago stock&people / Pete Maclaine)

Der Vater der amerikanischen Landschaftsmalerei stammte aus Nordengland: Thomas Cole brachte Anfang des 19. Jahrhunderts die europäische Maltradition mit in die Vereinigten Staaten. Eine Londoner Ausstellung zeigt jetzt Coles Bilder. Und gleich nebenan: Werke von Ed Ruscha, der die heutigen USA porträtiert.

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Friedenspreis für Aleida und Jan Assmann"Aufarbeitung ermöglicht es, eine neue Zukunft zu gewinnen"

Die Kulturwissenschaftler Aleida Assmann und Ehemann Jan Assmann. Das Ehepaar erhält gemeinsam den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. (dpa/Corinna Assmann)

Die mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2018 ausgezeichneten Kulturwissenschaftler Jan und Aleida Assmann haben viel zu den Formen kollektiven Gedächtnisses und der Erinnerungskultur gearbeitet. "Die Idee, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, funktioniert nicht auf Dauer", sagte Aleida Assmann im Dlf.

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Zur Komposition der G7-FotografieEin Foto geht um die Welt

Angela Merkel und Donald Trump während des G7-Gipfels. Merkel steht vor Trump, aufgestützt auf einen Tisch. Trump sitzt als Einziger und schaut an Merkel vorbei (dpa / Jesco Denzel / Bundesregierung)

Es ist ein Bild, das die Mächtigen dieser Welt zeigt: ein Foto, das während des G7-Gipfels entstanden ist. Darauf sei nicht erkennbar, wer Gewinner oder Verlierer sei, dennoch werde es sowohl von Trump-Fans als auch Trump-Gegnern geteilt, sagte der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich im Dlf. Und genau das mache es so interessant.

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Bellinis "Norma" in FrankfurtVom vollständigen Scheitern einer Frau

Elza van den Heever als "Norma" an der Oper Frankfurt (Oper Frankfurt / Barbara Aumüller)

Norma als alleinerziehende Mutter, die vor dem Scheiterhaufen ihres Lebens steht: Regisseur Christof Loy inszeniert in Frankfurt Bellinis Oper nicht als Geschichtsdrama, sondern als Charakterstudie einer gedemütigten, verzweifelten Frau, erklärte der Opernkritiker Uwe Friedrich im Dlf.

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25 Jahre Memorial Deutschland"Die Instrumentalisierung der Geschichte beschäftigt uns"

Eingangsschild MEMORIAL Moskau (MEMORIAL Deutschland / D. Höpfner)

Stalin gilt immer noch als Held. Und historische Aufarbeitung ist ungewollt. Der deutsche Ableger der russischen Menschenrechtsorganisation "Memorial" entstand 1993. Die Zusammenarbeit zwischen deutschen und russischen Historikern wird aber von russischer Seite erschwert.

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Mazedoniens Literatur"Unsere Unkenntnis ist beschämend"

Der Literaturwissenschaftler Ernst Osterkamp, neuer Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.  (dpa/Fabian Sommer)

Über Mazedonien wissen wir zu wenig, sagte Ernst Osterkamp, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, im Dlf. Die Literatur könne Fragen nach Minderheiten, EU-Beitritt und sprachpolitische Probleme benennen.

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James Turrell Ausstellung in Baden-BadenUmmantelt von Licht

Zwei Ausstellungsbesucher sitzen vor dem Werk "Curved Wide Glass" von James Turrell im Museum Frieder Burda in Baden-Baden (Florian Holzherr)

Der Lichtkünstler James Turrell wuchs in einer Quäkerfamilie ohne Strom auf. Vielleicht beschäftigt er sich deshalb mit den spirituellen Wirkungen des elektrischen Lichts. In der Ausstellung "The substance of light" im Museum Frieder Burda in Baden-Baden wirken Räume wie kosmische Halluzinationen.

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Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins"Toleranz und Transparenz sind keine Selbstverständlichkeit"

Ulrich Khuon, Präsident des Deutschen Bühnenvereins (dpa / picture alliance / Bernd von Jutrczenka)

Sexuelle Gewalt, mehr Frauen in Führungspositionen und Digitalisierung - das waren die drei großen Themenfelder auf der Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins. Es sei ein ermutigendes Signal, dass sich die Teilnehmer auf eine gemeinsame Erklärung einigen konnten, sagte Präsident Ulrich Khuon im Dlf.

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Koloniales ErbeDie Säule von Cape Cross

Herero- und Nama-Gefangene um 1904 im heutigen Namibia. (afp / National Archives of Namibia)

Am Deutschen Historischen Museum hat sich ein Symposium dem Umgang mit Objekten aus der Kolonialzeit gewidmet. Anlass war die Rückgabe einer Wappenstele an Namibia. Statt über diese "Säule von Cape Cross" hätte man besser über Güter sprechen sollen, die den Nama und Herero geraubt wurden, kritisieren Historiker.

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10. Berlin BiennaleImagination einer gerechten Welt

Kuratorisches Team der 10. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst (v. l. n. r.): Thiago de Paula Souza, Gabi Ngcobo, Nomaduma Rosa Masilela, Yvette Mutumba, Moses Serubiri (Berlin Biennale /  F. Anthea Schaap)

Die 10. Berlin-Biennale imaginiert eine Welt in zehn Jahren, in der kulturelle und soziale Gleichberechtigung Realität sind. Sie setzt dabei nicht nur auf politische Botschaften, sondern auch auf ästhetische Fragen. Es bleiben jedoch kuratorische Ungenauigkeiten, meint Carsten Probst.

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"WasserFarben" von Olafur EliassonDenken und zeichnen

Olafur Eliassons Lichtinstallation 'Inside the Horizon' im Louis Vuitton Foundation, Paris (dpa / Foto: Ian Langsdon)

Der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson lässt farbige Wasserfälle von der New Yorker Brooklyn Bridge prasseln und taucht die Louis Vuitton Foundation in Paris in gelbes Licht. Eine Ausstellung beschreibt seinen kreativen Prozess und zeigt, wie aus seinen Zeichnungen Installationen entstehen.

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Philosophie-Festival phil.cologneIdentität und Wahrheit

Ein Portrait der Philosophin Hannah Arendt mit Zigarette in der Hand (picture alliance / dpa)

Zum sechsten Mal findet zurzeit in Köln die phil.cologne statt. Das Philosophie-Festival zog letztes Jahr über 12.000 Besucher an. Die "kleine Schwester" der lit.cologne widmet sich großen Denkern ebenso wie der weltpolitischen Lage und den Herausforderungen der digitalen Technologien.

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documenta 14Obelisk in Kassel vor dem Aus

Obelisk von dem aus Nigeria stammenden US-Künstler Olu Oguibe in Kassel auf der documenta 2017. In dem Kunstwerk ist auf den vier Seiten des Jesus-Zitat "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt" in Deutsch, Türkisch, Englisch und Arabisch eingraviert. (imago stock&people)

Auf dem Königsplatz in Kassel sollte er bleiben: der Obelisk des Künstler Olu Oguibe. Jetzt hat sich aber auch die SPD, stärkste Fraktion im Stadtparlament, gegen den Standort ausgesprochen. Der Künstler hält daran unbedingt fest - und ein Kompromiss scheint nicht in Sicht.

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Fototriennale in HamburgFotografie beobachtet sich kritisch selbst

Ein Mann steht in der Ausstellung "[SPACE] Street. Life. Photography. Street Photography aus sieben Jahrzehnten" im Haus der Photography der Deichtorhallen Hamburg vor Werken des Fotografen Martin Parr. (dpa / Daniel Reinhardt)

Auf der Fototriennale in Hamburg wird Fotografie sowohl als Mittel der Aufklärung wie als Mittel der Überwachung gezeigt - als Instrument der Macht und der Enttarnung von Machtstrukturen. Ein engagierter Ansatz, urteilt Kunstkritiker Carsten Probst im Dlf.

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Uraufführung von "Trutz"Zwischen Fiktion und Dokument

Trutz | Nach dem Roman von Christoph Hein | Schauspiel Hannover in Kooperation mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen | Regie und Bühne: Dušan David Pařízek | Kostüme: Kamila Polívková | Szene mit: Henning Hartmann, Markus John, Ernst Stötzner, Sarah Franke (Ruhrfestspiele Recklinghausen / Katrin Ribbe)

Das Grauen des blutigen 20. Jahrhunderts ist das Thema von "Trutz", dem jüngsten Roman von Christoph Hein. Der kommt nun bei den Ruhrfestspielen auf die Bühne. Dabei wird ihm jeder Ansatz zum Realismus ausgetrieben - der Stoff bekommt dafür eine deutliche Portion Schelmenroman.

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Odilon Redon-AusstellungJenseits des Wirklichen

Das Gemälde "Le char d'Apollon" in Pastel von Odilon Redon (1840-1916) 1905-1914 im Musee d'Orsay in Paris zeigt vier weiße Pferde am Himmel. (imago / Luisa Ricciarini / Leemage)

Der Maler und Grafiker Odilon Redon interessierte sich nicht für die sichtbare Wirklichkeit, sondern suchte nach einer tieferen Wahrheit jenseits der realen Umwelt. Eine Ausstellung in Otterlo will seine Werke neu bewerten - und sucht dafür nach ihren Quellen in Literatur und Kunst.

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Vogelschiss-Äußerung"Ein Versuch, die Grenze des Sagbaren zu verschieben"

Alexander Gauland (AFD), Fraktionsvorsitzender im Deutschen Bundestag spricht auf dem Bundeskongress der Jungen Alternative (JA) für Deutschland in Seebach/Thüringen. (dpa-Bildfunk / Alexander Prautzsch)

Mit seiner "Vogelschiss"-Äußerung zur NS-Zeit sorgt der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland für Aufregung. Der Begriff sei ein Tabubruch, sagte Rhetorikprofessor Olaf Kramer im Dlf. Die Wortwahl habe das Ziel, den politischen Diskurs zu verändern. Das gelinge der AfD auch in anderen Bereichen.

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Oper über Walter BenjaminPhilosoph auf der Bühne

Szenenfoto aus 'Benjamin' an der Staatsoper Hamburg (Staatsoper Hamburg / Bernd Uhlig)

Weißer Anzug, Schnauzbart, Nickelbrille: Gleich doppelt erscheint die Figur Walter Benjamin bei der Uraufführung von Peter Ruzickas neuem Musiktheater in der Hamburgischen Staatoper. Musikalisch entfernt sich der Komponist mit "Benjamin" erstaunlich weit von seiner intellektuellen, analytischen Tonsprache.

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Mülheimer Dramatikerpreis 2018Dystopie mit Humor

Fünf Schauspieler mit Tiermasken auf der Bühne in Thomas Köcks Stück  "paradies spielen (abendland. ein abgesang)" (Stücke 2018 / Foto: Christian Kleiner)

Mit "paradies spielen (abendland.ein abgesang)" hat der österreichische Dramatiker Thomas Köck ein ebenso rasantes wie sprachgewaltiges Stück geschaffen. Dafür gab es den Jurypreis, das Publikum favorisierte jedoch klar Elfriede Jelinek.

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Tanztheater WuppertalNeue Stücke, bekannte Bilder

Der Tänzer Tsai-Chin Yu in einer Probe für "Neues Stück II" am Tanztheater Wuppertal. (Tanz Theater Wuppertal Pina Bausch / Copyright Mats Becker )

Fast zehn Jahre sind seit dem Tod von Pina Bausch vergangen, aber die Themen und die Ästhetik ihrer Arbeit prägen das Tanztheater in Wuppertal bis heute. Auch die neuen Produktionen junger Regisseure setzen bewusst oder unbewusst auf bekannte Bilder und Bewegungen.

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Zum Tod von Hilmar Hoffmann"Kultur für alle!"

Hilmar Hoffmann in seinem Arbeitszimmer in Frankfurt am Main, 2015 (imago/ Heike Lyding)

Zivilisierung einer Gesellschaft durch Kultur, Teilhabe für alle - dafür stritt der Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann wie kein Zweiter. Die Arbeit des Sozialdemokraten wurde zum Synonym für eine erfolgreiche und richtungsweisende Kulturvermittlung.

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Streit um Erinnerungskultur in PolenAbrechnung eines Historikers

Das Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig gespiegelt im Wasser im März 2017 (imago stock&people)

Pawel Machcewicz, der Gründer des Danziger Museums des Zweiten Weltkriegs, muss sich seit seiner Entlassung in verschiedenen Gerichtsverfahren verteidigen. Sein neues Buch "Der umkämpfte Krieg" ist ein Rechenschaftsbericht seiner Arbeit und zeigt die tiefen Gräben im polnischen Geschichtsverständnis auf.

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Künstlergruppe ZEROIn Düsseldorf eröffnet das neue Haus der ZERO-Stiftung

Barbara Könches im EG des originalen ZERO Ateliers Düsseldorf  (Deutschlandradio / Michael Köhler)

In den ehemaligen Ateliers der ZERO-Künstler Günter Uecker, Otto Piene und Heinz Mack zieht nun die ZERO-Foundation ein. Aus dem einstmals ärmlichen Gebäude ist ein schickes Quartier mit Archiv, Ausstellungsräumen und Ateliers geworden. Dazu gehört auch das originale Feuer-Atelier von Otto Piene.

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Staatsministerin Müntefering"Spaltungstendenzen entgegenwirken"

Michelle Müntefering ist Staatsministerin im Auswärtigen Amt und zuständig für die Internationale Kulturpolitik (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld/dpa)

Während der "Langen Nacht der Ideen", organisiert vom Auswärtigen Amt, wird an 15 Orten in Berlin darüber diskutiert, was eine offene Gesellschaft ausmacht. Begriffe wie "Identität" und "Heimat" dürfe man nicht den Populisten überlassen, sagte Michelle Müntefering, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, im Dlf.

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Leiter der KZ-Gedenkstätte SachsenhausenZusammen mit den Opfern den Ort zurückerobert

Günter Morsch, von 1993 bis 2018 Leiter der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen  (imago stock&people)

Nach 25 Jahren als Leiter der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen geht Günter Morsch in den Ruhestand. Gemeinsam mit ehemaligen Häftlingen hat er die Gedenkstätte nach der Wende verändert und die Forschung um das Lager und den Lageralltag vorangetrieben.

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Eröffnung der Kunsthalle Mannheim"Ort der Differenz"

Blick auf das Jugendstilgebäude vom neueröffneten Museumskomplex in Mannheim, 30.05.2018 (imago stock&people)

Morgen wird die neue Kunsthalle Mannheim eröffnet. 70 Millionen Euro hat der Bau gekostet, 50 Millionen wurden vom SAP-Mitbegründer Hans-Werner Hector gespendet. Das neue Gebäude schließt an den alten Jugendstil-Bau an. Zur Eröffnung zeigt die Kunsthalle eine Sonderausstellung mit Bildern des Fotografen Jeff Wall.

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Agnès Vardas neuer FilmKönigin des essayistischen Roadmovies

Agnès Varda auf dem roten Teppich bei den 71. Filmfestspielen von Cannes 2018 (imago stock&people)

Postboten, Bauern, Kellnerinnen: Für ihren neuen Film hat Agnès Varda zusammen mit dem Street-Art-Künstler JR Menschen in ganz Frankreich besucht. Ein Roadmovie über die "kleinen Leute", sagt Filmkritikerin Katja Nicodemus im Deutschlandfunk - und empfiehlt den Film allen Kinobesuchern.

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Ai Weiwei beim Poesiefestival BerlinDie kämpferische Seite der Kunst

Der chinesische Künstler Ai Weiwei in seinem Atelier in Berlin (dpa / picture alliance / Michael Kappeler)

Der wirtschaftliche Erfolg Chinas produziert nicht nur Gewinner. Die zahllosen Wanderarbeiter im Land etwa zählen zu den großen Verlierern. Ihren Sorgen und Nöten kann die Kunst und insbesondere die Literatur eine wichtige Stimme verleihen. Der Konzeptkünstler Ai Weiwei sprach darüber beim Poesiefestival Berlin.

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NS-Morde an BehindertenHadamar öffnet sich dem Gedenken

Ein aus Beton gegossener Bus steht in der Innenstadt von Hadamar (Deutschlandradio/Ludger Fittkau)

In der psychiatrischen Anstalt im hessischen Hadamar ermordeten die Nazis 15.000 behinderte Menschen. Zum Gedenken wurde jetzt mitten im Ort das "Denkmal der grauen Busse" eingeweiht. Bliebe es dauerhaft dort, wäre das eine erinnerungspolitische Wende in der Stadt, die sich bisher mit der Geschichte schwer tat.

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EinheitsdenkmalDie Wippe hängt weiter in der Schwebe

Modellbild des geplanten Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin (dpa / BBR)

Zur aktuellen Situation bei der sogenannten Einheitswippe bieten sich unzählige Wortspiele an. Fakt ist: Das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin wird nicht bis Ende 2019 wie geplant fertig. Kulturstaatsministerin Monika Grütters hofft aber, dass der Bund bald das Geld für den Bau freigibt.

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Mobbingvorwürfe am Kölner SchauspielIntendant Bachmann betont die "respektvolle Atmosphäre"

Stefan Bachmann, Intendant des Schauspiel Köln, bei der Jahrespressekonferenz des Schauspiels, Mai 2018 (dpa / Henning Kaiser)

Ein Klima der Angst herrsche am Schauspielhaus Köln, klagen frühere und aktuelle Ensemble-Mitglieder und Regisseure. Im Zentrum der Kritik steht die Frau des Chefs, Regisseurin und Schauspielerin Melanie Kretschmann. Intendant Stefan Bachmann weist die Vorwürfe zurück und spricht von "Zerrbildern".

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Sigmar-Polke-Ausstellung im Museum MorsbroichFotos aus der Kiste

Eine Frau hält ihr Smartphone vor Fotografien aus der Serie «Köln» von Sigmar Polke. Die Ausstellung «Fotografien 70 - 80» von Sigmar Polke ist vom 27. Mai 2018 - 02. September 2018 im Museum Morsbroich zu sehen. (dpa / Oliver Berg)

Über 40 Jahre waren sie verschollen: Hunderte Fotos aus der Dunkelkammer eines der wichtigsten deutschen Nachkriegskünstler. Nun sind die Aufnahmen, die Sigmar Polke zwischen 1970 und 1980 machte, in seinem Nachlass wieder aufgetaucht. Das Museum Morsbroich in Leverkusen zeigt viele davon.

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Milan Peschel inszeniert in BochumAnarchie im Theater

Eine Szene aus Johann Nestroys "Freiheit in Krähwinkel" Am Schauspielhaus Bochum (Schauspielhaus Bochum / Thomas Aurin)

Keine Revolution in "Krähwinkel". Das verschlafene Nest macht nicht mit bei den Umstürzen, der Bürgermeister hält nichts von Aufruhr. Milan Peschel hat die Posse von Johann Nestroy am Bochumer Schauspielhaus inszeniert. Ein Fest für das Ensemble, aber ein Geduldsspiel für die Zuschauer.

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Ausstellung: "Extreme. Nomads"Künstlerische Grenzgänge

 Paulo Nazareths Installation "Banderas Rotas" im MMK Frankfurt (MMK Frankfurt / Axel Schneider)

Dem schwierigen Thema Migration und Flucht nähert sich das Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main mit seiner aktuellen Ausstellung "Extreme. Nomads". Zu sehen sind Bilder von Flüchtlingslagern, die an Werke von Bruegel erinnern, oder Fotografien, die die ganze Trostlosigkeit chinesischer Wohnsilos offenbaren.

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Mobbing-Vorwürfe am Schauspiel KölnIntendant und Ehefrau in der Kritik

 Der Intendant des Schauspiels Köln, Stefan Bachmann, bei der Vorstellung des Spielplans am 21.05.2013 in Köln  (picture-alliance / dpa / Oliver Berg)

Zerstörte Requisiten, beleidigende Äußerungen, unfaires Verhalten - so die Vorwürfe, die ehemalige Mitarbeiter gegenüber dem Intendanten und seiner Ehefrau erheben. Der Theaterkritiker Stefan Keim sagte im Dlf, auch künstlerisch stehe Köln schlecht da.

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Goldener Löwe für Schweizer PavillonStiller Spott der Jury

Der Schweizer Pavillon auf der 16. Architekturbiennale in Venedig 2018 (Giacomo Cosua/imago stock&people )

Der Goldene Löwe der Architekturbiennale 2018 geht an eine leere Wohnung. Der Schweizer Pavillon gewinnt auf der Architekturbiennale in Venedig den begehrten Preis. Eine Art "ausgestelltes Architektenmitleid", meint Dlf-Kritiker Carsten Probst - und ein stiller Spott seitens der Jury.

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Georges Feydeau: "Klotz am Bein"Alte Affäre stört junges Glück

Eine Szene aus Georges Feydeaus "Klotz am Bein" am Schauspiel Frankfurt und bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen  (Schauspiel Frankfurt / Thomas Aurin)

Nicht erst im Turbokapitalismus sind Gefühle und Körper zu Waren geworden - auch früher richtete sich das Gefühl gern nach dem Geldbeutel. Ein beliebtes Thema gerade für Komödiendichter wie Georges Feydeau, dessen Stück "Klotz am Bein" am Frankfurter Schauspiel gegeben wird.

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Eröffnung der Architekturbiennale in VenedigWettstreit im freien Raum der Ideen

Installation auf der Architektur-Biennale Venedig 2018: Eine Pergola aus Bambus, deren Form an riesige Stalaktiten erinnert (Deutschlandradio / Carsten Probst)

Mit dem Motto "Freespace" hat die Architekturbiennale Venedig ihren Teilnehmern alles offen gelassen und viel bekommen: Vorstellungen zu sozialer Stadtgestaltung, Bauen mit ungewohnten Materialien, Ressourcenschonung. Der deutsche Pavillon allerdings enttäuscht durch Betulichkeit.

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Protest gegen politisches Klima in Österreich"Es fällt mir schwer, den Kontext zu verteidigen"

Porträt Nicolaus Schafhausen, Direktor der Kunsthalle Wien (Foto: Steffen Jagenburg)

Der Kulturmanager Nicolaus Schafhausen verlässt vorzeitig die Kunsthalle Wien - aus politischen Gründen. Als Direktor des Museums könne er sich nicht vorstellen, einmal mit einer rechtsnationalen Regierung zu verhandeln. Über das politische Klima in Österreich und seine Folgen für die Kultur spricht er im Dlf.

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Humboldt Forum-Generalintendant DorgerlohVom Schlossgegner zum Schlossherrn

Der künftige Generalintendant des Humboldt Forums Hartmut Dorgerloh (dpa/Gregor Fischer)

Hartmut Dorgerloh war zunächst kein Freund vom Wiederaufbau des Stadtschlosses in Berlins Mitte. Als künftiger Generalintendant wird er mit dem Humboldt Forum aber eines Tages dort einziehen. Es soll ein Ort der Begegnung und des Austausches werden.

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Zum Tod von US-Autor Philip RothVerräter männlicher Betriebsgeheimnisse

(picture alliance / dpa)

Als Literat hatte sich US-Schriftsteller Philip Roth schon vor Jahren zur Ruhe gesetzt. Nun ist er im Alter von 85 Jahren gestorben. Ausgerechnet in dem Jahr, in dem der Literaturnobelpreis nicht verliehen wird, für den Roth so häufig hoch gehandelt wurde - eine Pointe, sagte Roth-Kenner Volker Hage im Dlf.

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