Kultur heute 

Notizen von der BerlinaleSpinnereien

Über dem Potsdamer Platz schwebt ein dichtes Netz (Deutschlandradio / Maja Ellmenreich)

Jeder ist mit jedem, alles ist mit allem vernetzt. So ist es auch im Wettbewerb der Berlinale. Je mehr Filme man sieht, umso dichter wird das Geflecht aus Ähnlichkeiten und Parallelen. Man darf sich nur nicht darin verheddern, warnt unsere Kulturredakteurin Maja Ellmenreich.

Stanisław Aronson und die polnische Geschichtspolitik"Dabei wäre es ganz einfach, offen darüber zu sprechen"

Stanisław Aronson am Jan-Karski-Platz im Norden von Tel Aviv (Martin Sander)

Polen hat mit seinem sogenannten Anti-Verleumdungsgesetz für viel Empörung gesorgt. Kritik kam vor allem aus Israel und den USA. Seine Zweifel hat auch Stanisław Aronson, ein früherer polnischer Untergrundkämpfer, der schon lange in Israel lebt. Von den Nationalkonservativen vereinnahmen lassen will er sich schon gar nicht. Beitrag hören

Ausstellung Faschismus und Kunst in ItalienHistorisches Blow Up

Eine Werbetafel für die Ausstellung "Post Zang Tumb Tuum – Art Life Politics Italia 1918 -1943" in der Fondazione Prada in Mailand (Henning Klüver)

Die Fondazione Prada lässt in Mailand mit einer Ausstellung unterschiedliche Kunstströmungen und kulturelle Tendenzen in Italien zwischen den beiden Weltkriegen wieder aufleben. Dabei ist ein überraschend pluralistisches Bild entstanden. Was fehlt, ist eine kritische Einordnung. Beitrag hören

Schriftsteller Dogan Akhanli"Erdogans Machtgier treibt die Türkei in die Katastrophe"

Rückkehr nach Köln, Dogan Akhanli und der lange Arm der Türkei. Der türkischstämmige Autor spricht am 20.10.2017 in Köln NRW neben Oberbürgermeisterin Henriette Reker und seinem Rechtsanwalt Ilias Uyar. Wegen einem Auslieferungsgesuch der Türkei wurde der Autor über Interpol in Granada verhaftet. Köln Historisches Rathaus NRW Deutschland *** Return after Cologne Dogan and the Length Poor the Turkey the Turkish origin Author speaks at 20 10 2017 in Cologne NRW next to Mayor Henriette Reker and his Lawyer Iliad due a the Turkey was the Author above Interpol in Granada arrested Cologne historic City Hall NRW Germany  (imago stock&people)

Die Inhaftierung und Freilassung des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel zeige, dass in der Türkei absolute Willkür herrsche, sagte der in Deutschland im politischen Asyl lebende türkische Schriftsteller Dogan Akhanli im Dlf. Seit mehr als 100 Jahren verfolge und töte das Land seine Bürger. Beitrag hören

"Panikherz" am Berliner EnsembleDer Pop-Literat, das Drogen-Wrack

3 Schauspielr stehen am Bühnenrand und gestikulieren, es sind Schauspieler des Berliner Ensembles, sie spielen  Benjamin von Stuckrad-Barres "Panikherz" , (Berliner Ensemble/© Julian Röder)

Als Benjamin von Stuckrad-Barres autobiografischer Roman "Panikherz" 2016 erschien, waren die Kritiker gespalten – die einen nannten das Buch "moralisierend" und "selbstmitleidig", die anderen "herzergreifend" und "brillant". Am Berliner Ensemble hat Hausherr Oliver Reese das Buch auf die Bühne gebracht. Beitrag hören

Die ersten Tage des Berlinale-WettbewerbsFaszinierende Zeitlosigkeit

Paula Beer und Franz Rogowski in Christian Petzolds Film "Transit". Die Verfilmung des Anna-Segher-Romans wird auf der Berlinale 2018 im Wettbewerb gezeigt. (Schramm Film / Marco Krüger )

Christian Petzolds neuer Film "Transit" wurde mit großer Spannung erwartet. Dlf-Kulturredakteurin Maja Ellmenreich bescheinigt ihm "absolute Bärentauglichkeit". Doch der Film über Flüchtende in den 1940ern ist nicht der einzige, von dem sie nach den ersten Berlinale-Tagen begeistert ist. Beitrag hören

Notizen von der BerlinaleZauberhafter Energieaustausch

Leinwand im Kino (picture alliance / dpa / Felix Hörhager)

Kaum etwas wirkt so leblos wie eine unbeleuchtete Kinoleinwand: nackt, kalt und pergamentfarben. Und so durchlässig wie hauchdünnes Butterbrotpapier ist die große Bildfläche auch gelegentlich. Da kann nicht nur der berühmte Funke überspringen, sondern es kann gar zum Energieaustausch kommen.

Händels "Saul" in WienAbschied von Macht und Verstand

Der Dirigent Laurence Cummings bei der Premiere von Saul, Theater an der Wien (imago/SKATA)

Die biblische Geschichte von König Saul und dem jungen David ist aus dem Alten Testament bekannt. Georg Friedrich Händel komponierte aus diesem Stoff das Oratorium "Saul", das 1739 in London uraufgeführt wurde. In Claus Guths Wiener Inszenierung hat der charismatische David eine große Wirkung nicht nur auf Saul, sondern auf dessen gesamte Familie. Beitrag hören

Notizen von der BerlinaleMustergültig

Teller mit zwei Tomaten, Berlinale Blog von Dlf-Reporterin Maja Ellmenreich

Symmetrie schafft Stabilität. Symmetrie zeigt Ordnung. Symmetrie bedeutet Schönheit. Wer die Filme des US-amerikanischen Regisseurs Wes Andersons kennt, der weiß: Symmetrie ist Kult. Unsere Berlinale-Reporterin Maja Ellmenreich dagegen musste erfahren: Symmetrie kann auch zum Fluch werden.

Ausstellung in FrankfurtBasquiats brillante Bilder

Die Schirn-Kunsthalle in Frankfurt am Main präsentiert Werke von Jean-Michel Basquiat (Imago)

"Graffiti-Künstler" wird er gerne genannt: Jean-Michel Basquiat, Star der New Yorker Kunstszene der 80er-Jahre. Doch das greift viel zu kurz, wie die Ausstellung "Boom for real" in der Schirn Kunsthalle zeigt: In Basquiats Werken vibriert die gesamte Menschheitsgeschichte. Beitrag hören

ErinnerungskulturKoloniales Nicht-Gedenken in Deutschland

Der Alte Garnisonfriedhof in Berlin-Neukölln (Imago)

In Deutschland gibt es kaum Gedenkorte für die deutschen Kolonialverbrechen. Die Zeit der Zwangsherrschaft in Afrika wurde lange idealisiert. Doch die Völkermord-Verhandlungen mit Namibia haben ein Umdenken in Gang gebracht, das sich jetzt auch im Koalitionsvertrag von Union und SPD niederschlägt. Beitrag hören

Urheberrecht"Die Zugänglichkeit des Kulturerbes ist unser Ziel"

Bernhard Maaz ist seit dem 1. April 2015 Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen (picture alliance / dpa - Marc Müller)

Bei zeitgenössischer Kunst sind Urheberrechtsfragen kniffelig. Denn damit diese Sammlungen überhaupt online gezeigt werden dürfen, müssen Museen sehr viel Geld zahlen. Museumsdirektor Bernhard Maaz fordert nun eine gesetzliche Anpassung: einen gerechteren Lohn für Künstler und Rechtssicherheit für Institutionen. Beitrag hören

Notizen von der BerlinaleAm Aschermittwoch ... ziehen wir nach Berlin

Ein Herz aus Papier und Konfetti liegen auf dem Boden. (picture alliance / dpa / Rolf Vennenbernd)

Am Aschermittwoch ist alles vorbei? Von wegen! Während Köln die letzten Konfettischnipsel in den Rinnstein fegt, steht Berlin die Sause noch bevor. Der Kalender meint es in diesem Jahr gut mit Filmfreunden, die weder auf den Karneval noch auf die Berlinale verzichten möchten.

Meinungsfreiheit in ÄgyptenVerlage und Schriftsteller unter Druck

Zu sehen ist Herr Alaa al Aswani im Porträt Portrait of Ala al-aswani, 2011 PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY Copyright: LeonardoxCendamo/Leemage CEN09848 Portrait of Ala Al 2011 PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY Copyright LeonardoxCendamo Leemage CEN09848 (imago stock&people, Fotografia Ritratto Cendamo )

Schikane, Razzien, Festnahmen: Auch sieben Jahre nach dem Rücktritt von Diktator Mubarak leiden Ägyptens Schriftsteller unter staatlicher Gewalt. Bestseller-Autor Alaa Al-Aswani musste seinen neuen Roman im Libanon publizieren - seinen ägyptischen Verleger verließ der Mut. Beitrag hören

Zum Tod von Wilfried MinksSchöpfer kühner Bühnenwelten

Der Bühnenbildner und Regisseur Wilfried Minks  (dpa / Bernd Thissen)

Er hat die Pop Art ins Theater gebracht und revolutionäre Räume erschaffen: Der Bühnenbildner und Regisseur Wilfried Minks, der im Alter von 87 Jahren gestorben ist. Theaterkritiker Michael Laages würdigte ihn im Dlf als Bühnenbauer "mit vielen verschiedenen Talenten". Beitrag hören

"Das große Heft" am Schauspiel DresdenAbhärtung zur Unmenschlichkeit

Johannes Nussbaum und Moritz Kienemann in Ulrich Rasches Inszenierung von "Das große Heft" nach Ágota Kristóf am Schauspiel Dresden (Schauspiel Dresden / Foto: Sebastian Hoppe)

Ágota Kristóf hat mit ihrem Roman "Das große Heft" ein erschreckendes Protokoll des Zivilisationsverlusts im Krieg geschrieben. Kurz vor dem 78. Jahrestag der Zerstörung Dresdens inszenierte Ulrich Rasche den Text auf der Bühne des Dresdner Staatsschauspiels – wie immer mit chorischen Einlagen. Beitrag hören

UNESCO fordert Kunstfreiheit"Die Kunst steht unter Druck"

Wolfgang Kaschuba, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission (imago stock&people)

Weltweit haben die Angriffe auf Künstler zugenommen, wie die UNESCO offen legt. Deutschland müsse sich für den Schutz von verfolgten Künstlern mehr engagieren, sagte Wolfgang Kaschuba, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission, im Dlf. Umso wichtiger sei deshalb eine "wirkliche Außenkulturpolitik". Beitrag hören

Berlinale und #MeToo-DebatteEin zu zaghaftes Bekenntnis

(imago stock&people)

Die Berlinale habe aktiv in die #MeToo-Debatte eingegriffen, indem sie schon vorab sortiert habe, wessen Filme im Festivalprogramm gezeigt werden, kommentiert Maja Ellmenreich. Dazu sollte sie aber auch stehen und nicht schweigen. Denn Schweigen sei ein Grundübel aller Skandale. Beitrag hören

Streit in der SPD"Es bleibt nur Platz für eine Volkspartei"

Der Politikwissenschaftler und Publizist Albrecht von Lucke sitzt im Studio von Deutschlandfunk Kultur. (Deutschlandradio – Laura Lucas)

Das, was wir gerade von der SPD-Spitze geboten bekommen, sei ein wenig königliches Drama. Vielmehr befinde sich die Volkspartei auf dem Tiefpunkt ihrer Geschichte, sagte der Politologe und Publizist Albrecht von Lucke im Dlf. Auf der politischen Bühne sei gerade eine "dramatische Form der Ent-Demokratisierung" zu erleben. Beitrag hören

Zehn Jahre Masdar CityDie erste CO2-neutrale Stadt der Welt

Emiratis walk in Masdar City, on the outskirts of the rich Emirate of Abu Dhabi, on October 7, 2015. Masdar City is a high-density, pedestrian-friendly development where current and future renewable energy and clean technologies are showcased, marketed, researched, developed, tested and implemented. (Foto: Karim Sahib / AFP)

Masdar City in Abu Dhabi wollte die erste CO2-neutrale Stadt der Welt werden. Vor genau zehn Jahren erfolgte der erste Spatenstich. Was ist aus dem Traum von der Ökostadt geworden? Architekturkritikerin Laura Weißmüller sagte im Dlf, einige Ziele der Klimafreundlichkeit seien zwar abhandengekommen. Dennoch habe die Grundidee funktioniert. Beitrag hören

Dani Levys "Dreigroschenoper" Theater als Therapie?

Die Schauspieler Paula Hans, Thiemo Strutzenberger und Pia Händlerauf der Bühne des Theater Basel (Theater Basel / Sandra Then)

Ein Stück im Stück: In Dani Levys Konzeption der "Dreigroschenoper" in Basel inszenieren die Insassen einer japanischen Irrenanstalt Brechts Stück angeblich zu therapeutischen Zwecken. Bei Levy, der für seine schrägen Filme bekannt ist, wird es auch auf der Bühne skurril - aber nicht immer überzeugend. Beitrag hören

Klaus Staeck-Ausstellung in EssenDie Ära der Litfaßsäule ist vorbei

Klaus Staeck. "Sand fürs Getriebe" ab 9. Februar 2018 im Museum Folkwang Alle Werke © Klaus Staeck, VG Bild-Kunst, Bonn Foto: Museum Folkwang, Wolfgang Schmidt (© Klaus Staeck, VG Bild-Kunst, Bonn, Foto: Museum Folkwang, Wolfgang Schmidt)

Die Neuauflage der GroKo findet er "beschissen", politische Langeweile sowieso. Seit 50 Jahren kommentiert Klaus Staeck mit seinen satirischen Plakaten Politik und Zeitgeschehen. Im Essener Museum Folkwang ist jetzt sein Gesamtwerk zu sehen. Darunter neue Arbeiten, die seltsam zahm wirken. Beitrag hören

Auswärtige Kulturpolitik"Die Glaubwürdigkeit der Goethe-Institute liegt in ihrer Unabhängigkeit"

Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts (picture alliance / dpa / Tim Brakemeier)

Kommt die GroKo, gibt es mehr Geld und mehr Aufgaben für das Goethe-Institut - zum Beispiel in Afrika. Dort könnte das Goethe-Netz etwa bei der Aufarbeitung des Kolonialismus helfen. Kritiker fürchten, dass Goethe-Institute dadurch zum politisch-humanitären Werkzeug werden könnten. "Wir arbeiten partizipatorisch und nicht missionarisch", sagte Präsident Klaus-Dieter Lehmann im Dlf. Beitrag hören

Operninszenierungen auf ReisenTausche Troubadour gegen Carmen

Anna Goryachova als Carmen am Royal Opera House in London (Royal Opera House London, Foto: Bill Cooper)

Opernhäuser sind in der Regel stolz auf ihre eigenen Inszenierungen großer Werke. Es kommt aber auch vor, dass die Regiearbeit eines anderen Hauses übernommen wird - mit Bühnenbild, Kostümen und Choreographie. Ist das Etikettenschwindel? Oder legitime Strategie einer teuren und bedrängten Kunstform? Beitrag hören

#MeToo im TheaterWieviel Freiheit braucht die Kunst?

Matthias Hartmann, ehemaliger Burgtheater-Intendant (dpa picture alliance/ Herbert Pfarrhofer)

Die Vorwürfe gegen Matthias Hartmann, den ehemaligen Intendanten des Wiener Burgtheaters, bei Proben ein "Klima der Angst" geschaffen zu haben, rückt die letzten absolutistischen Herrscher ins Rampenlicht: die am Theater. Ihre Rechtfertigungen: Geniekult - und Kunstfreiheit. Zeit, den einen zu beenden, um die andere zu entfalten. Beitrag hören

Bibliotheca Arabica"Auch in Deutschland und in Europa von Relevanz"

Koran und Gebetskette (dpa / picture alliance / Roos Koole)

Die arabische Literatur ist hierzulande eher etwas für Spezialisten. Das könnte sich bald ändern. Wissenschaftler aus Leipzig erstellen aktuell eine Online-Datenbank für arabische Literatur des 12. bis 19. Jahrhunderts. Was die Forscher damit bezwecken, erläuterte Projektleiterin Verena Klemm im Dlf. Beitrag hören

Fotograf Stefan Moses gestorben"Er hat die Leute machen lassen, was sie wollten"

Der Fotografen Stefan Moses ist bei eine Ausstellung mit seinen Fotografien im Willy-Brand-Haus ausgestellt sind. Zum 75. Geburtstag von Moses wird in der SPD-Zentrale eine Retrospektive des in Schlesien geborenen Fotografen gezeigt. (dpa / picture alliance / Stephanie Pilick)

Er fotografierte Persönlichkeiten wie Bundeskanzler Willy Brandt, den Philosophen Theodor W. Adorno und den Schriftsteller Erich Kästner. Jetzt wurde bekannt, dass der bedeutende zeitgenössische Fotograf Stefan Moses bereits am Freitag im Alter von 89 Jahren in München gestorben ist. Beitrag hören

Sexismus-Debatte in der Kunst"Das Museum ist keine pädagogische Anstalt"

Sexismus-Debatte: Galerie in Manchester hängt das Gemälde ab (Britta Schultejans/dpa)

Zu viele nackte weibliche Haut ist anstößig. Das finden einige Kuratoren und Museumsbesucher und sorgen für aufgeregte Debatten um abgehängte Bilder. Aber Museen seien keine pädagogischen Anstalten - sie richteten sich an Erwachsene, die sich ein eigenes Urteil bilden könnten, sagt der Museumsdirektor Tobia Bezzola im Dlf. Beitrag hören

Der Fotograf Edmund Clark in New YorkHeikle Ästhetisierung der Terrorbekämpfung

Man sieht den Umriss des Soldaten und den Zaun mit NATO-Draht als schwarze Silhouetten im Gegenlicht der untergehenden Abendsonne. (AFP / MLADEN ANTONOV)

Wir seien im Krieg gegen den Terrorismus zu Komplizen der Überwachung, Manipulation und Entmenschlichung geworden, sagt Edmund Clark. Mit seinem multimedialen Projekt im New Yorker International Center of Photography will der britische Fotograf den Blick auf diese bedenkliche Entwicklung lenken. Beitrag hören

"Pelléas et Mélisande" in Antwerpen"Wundervoll wogende, fließende Energie"

Theaterregisseurin Marina Abramović (picture alliance / dpa / Foto: Str)

Das königliche Opernhaus von Antwerpen feierte die Premiere von Claude Debussys "Pelléas et Mélisande" - einer Gemeinschaftsinszenierung von Sidi Larbi Cherkaoui, Damien Jalet und der Künstlerin Marina Abramovic. Entstanden ist ein Musiktheater, das in den Bann schlägt. Beitrag hören

Kiki-Smith-Ausstellung "Procession"Das Anatomische als Heiligtum

(picture alliance / dpa / Sebastian Gollnow)

Die amerikanische Künstlerin Kiki Smith bekommt im Münchner Haus der Kunst ihre erste große Retrospektive in Deutschland. Ihr Lebensthema ist der weibliche Körper, den sie wie eine Medizinerin seziert - und mit Natur, Tieren und christlichen Ikonen in Verbindung bringt. Beitrag hören

Kinofilm "Der seidene Faden""Ein kontrollfreakiger Film" über die Mode und die Liebe

Daniel Day-Lewis und Vicky Krieps in Paul Thomas Andersons Film "Der seidene Faden" (imago stock&people)

„Der seidene Faden“ gilt als heißer Oscar-Kandidat. Ein Film über die Haute Couture, einen talentierten Edel-Schneider und eine ungewöhnliche Liebe. Regisseur Paul Thomas Anderson suchte sich für die Hauptrolle Daniel Day-Lewis aus. Zwei Perfektionisten treffen da aufeinander. Ob das dem Film gut tut? Beitrag hören

Historiker zu polnischem Holocaust-Gesetz"Das Gesetz dient dazu, Feindbilder zu kreieren"

Der polnische PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski vor dem Logo der Partei. (AFP / Janek Skarzynski)

Der polnische Senat hat das umstrittene Holocaust-Gesetz genehmigt. Polen wolle damit versuchen, verschiedene Diskurse zu unterbinden, die "den guten Namen Polens in der Welt" beschädigen könnten, sagte der Historiker Peter Oliver Loew im Dlf - das führe allerdings genau zum Gegenteil.

"Pro Quote Film" Neue Initiative fordert Frauenquote für die Filmbranche

Frauen aus allen Gewerken der Filmbranche sitzen auf dem Podium im Kino Kosmos. Pro Quote Regie wird Pro Quote Film.  (Bernd Settnik / dpa)

Durch die #MeToo-Debatte und auch Anschuldigungen gegen Regisseur Dieter Wedel wird auch hierzulande klar: Es gibt ein unausgewogenes Geschlechterverhältnis vor und hinter der Kamera, das zu Machtmissbrauch führen kann. Jetzt schließen sich Filmfrauen für mehr Gleichberechtigung zusammen. Beitrag hören

Bedrohung der künstlerischen Freiheit"Das schnürt einem dann schon die Kehle zu"

Das Opernhaus in Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt an einem sonnigen Tag. (imago / Michael Nitzschke )

Kulturschaffende in ganz Europa machen sich Sorgen um die künstlerische Freiheit. In Deutschland hätten es Künstler noch "sehr, sehr gut", sagte Harald Wolff von der Dramaturgischen Gesellschaft im Dlf, doch das könne schnell kippen. Nicht nur deshalb habe man das "Greifswalder Manifest" verfasst. Beitrag hören

Zum Tode der Jazz-Legende Coco Schumann"Wer den Swing hat, kann nicht im Gleichschritt marschieren"

Jazz-Gitarrist Coco Schumann während eines Konzerts in Berlin. ( imago/Scherf)

Einer der letzten noch lebenden Zeugen des Holocaust, der Jazz-Musiker Heinz Jakob Schumann, ist tot. In Theresienstadt musste er für die SS Konzerte geben. Nach 1945 feierte Deutschlands berühmtester Swing-Gitarrist mit seinem "Coco Schumann Quartett" internationale Erfolge. Beitrag hören

Zum Tod von Ikea-Gründer Ingvar Kamprad"Ikea und Deutschland sind fast identisch geworden"

Ingvar Kamprad, Gründer des schwedischen Möbelunternehmens Ikea, im Juni 2013: Damals kündigte er an, dass er die Schweiz verlassen und wieder in Schweden leben wolle. In die Schweiz war er 1973 aus Steuergründen gezogen. (picture alliance / dpa)

Kaum ein Haushalt ohne Ikea-Möbel: Der Einfluss des schwedischen Unternehmens auf die deutsche Vorstellung vom Wohnen sei "wahrscheinlich überhaupt nicht zu überschätzen", sagte der Architekturkritiker Nikolaus Bernau im Dlf anlässlich des Todes von Ikea-Gründer Ingvar Kamprad. Beitrag hören

Alvis Hermanis inszeniert "Hundeherz" in Zürich Klamauk ohne Tief- und Hintersinn

Schauspielhaus in Zürich (imago / CHROMORANGE)

Der aus Lettland stammende Regisseur Alvis Hermanis hat in Zürich mit "Hundeherz" Premiere gefeiert. In seiner Fassung von Michail Bulgakows scharfer Satire von 1925 wird das Stück zu einer Art russischen Version der "Väter der Klamotte". Beitrag hören

Vorwürfe gegen WedelBeschwerdestelle für die Filmbranche

Ein Porträt des Regisseurs Dieter Wedel (picture alliance / dpa / Swen Pförtner)

Vor einige Zeit wurde auf Initiative des Bundesverbands Schauspiel (BFFS) ein Runder Tisch zum Thema sexuelle Übergriffe gegründet. Unter dem Eindruck der Vorwürfe gegen Regisseur Dieter Wedel soll nun eine überbetriebliche Beschwerdestelle eingerichtet und ein Verhaltenskodex für die Branche erarbeitet werden. Beitrag hören

Das Weltliteraturfestival PoeticaEine Frage der Identität

Der nigerianisch-amerikanischer Schriftsteller Teju Cole (Deutschlandradio / Torben Waleczek)

Wer oder was bin ich? Und wie verändert Sprache das eigene Ich? Beim Poetica-Festival in Köln dreht sich in diesem Jahr alles um Identitäten. In Zeiten von Trump ist das auch ein hoch politisches Thema. Beitrag hören

Gedenken an TerroropferProteste gegen Koons "Tulpenstrauß"

Jeff Koons vor seinem Kunstwerk "Ballerina" in New York (imago /E-Press photo.com)

Der "Tulpenstrauß" von Jeff Koons soll an die Terroranschläge von Paris und Saint Denis gedenken. Kritiker sehen in der monströsen Figur jedoch eher einen Werbeeffekt für den Künstler. Streit gibt es auch um den Standort am "Palais de Tokyo" in Paris. Der soll nun nochmal überprüft werden. Beitrag hören

Ernst-von-Siemens-Musikpreis an Beat FurrerMann der leisen Töne

Die undatierte Aufnahme zeigt den Komponisten Beat Furrer. (dpa-Bildfunk / EvS Musikstiftung / Manu Theobald)

Für ein Leben im Dienste der Musik erhält der österreichisch-schweizerische Komponist Beat Furrer in diesem Jahr den Ernst-von-Siemens-Musikpreis. Mit jedem neuen Werk erkunde er unbekanntes ästhetisches Terrain, so die Begründung der Jury. Ein Porträt. Beitrag hören

Alice-Salomon-Hochschule Sieg der Ignoranz

Ein Handout zeigt die Fassade der Alice Salomon Hochschule in Berlin-Hellersdorf mit einem angeblich sexistischen Gedicht des Schweizer Lyrikers Eugen Gomringer. (dpa / ASH Berlin / David von Becker )

Mit der Entscheidung der Alice-Salomon-Hochschule, das Gedicht des Schweizer Lyrikers Eugen Gomringer an ihrer Fassade zu überstreichen, habe man sich selbst geschadet, kommentiert Tobias Wenzel. Der Vorwurf, das Gedicht sei sexistisch, zeige die Ignoranz, mit der man Kunst begegne. Beitrag hören

Kulturaustausch"Deutsche Literatur wird in Frankreich kaum mehr wahrgenommen"

Der französische Star-Autor Michel Houellebecq liest im Schauspiel Frankfurt in Frankfurt am Main anlässlich der Buchmesse.  (picture alliance / dpa / Boris Roessler)

Bekannte deutsche Autoren wie Daniel Kehlmann oder Juli Zeh erreichten in Frankreich nur kleine Auflagenzahlen, sagte der Leiter der Goethe-Institute in Lyon und Marseille, Joachim Umlauf, im Dlf. Dennoch seien die Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und Frankreich in der Breite heute enger und dichter denn je. Beitrag hören

„Carmen“ an der Deutschen Oper BerlinStumpfes, denkfaules Niveau

Ya-Chung Huang (als Remendado), Nicole Haslett (als Frasquita) und Ensemble während der Fotoprobe zu Carmen in der Deutschen Oper Berlin.  (imago / Martin Müller)

Bei Ole Anders Tandbergs "Carmen"-Inszenierung musste das Konzept wegen eines Wasserschadens gründlich angepasst werden. Wegen technischer Probleme ging vieles schief, doch die Künstler an der Rampe und im Graben konnten einiges retten, meint Kritiker Uwe Friedrich. Beitrag hören

NachrufSpitzenkoch Paul Bocuse mit 91 gestorben

Der Koch Paul Bocuse am 29.3.2013 (dpa, Jean-François Frey)

Durch ihn wurde ein Restaurantbesuch in Frankreich zu einem kostspieligen, aber außergewöhnlichen Genuss: Der französische Spitzenkoch Paul Bocuse begründete die "Nouvelle Cuisine" – und ein internationales kulinarisches Imperium. Jetzt ist er mit 91 Jahren gestorben. Beitrag hören

Historiker Jensen über Trump-Rhetorik"Er ist ein perfider Machtpolitiker und weiß genau, was er tut"

Tabus werden gebrochen, Geschmacksgrenzen verschieben sich - zu sehen ist das zunehmend auf dem twitter Account von US-Präsident Donald J. Trump. (imago / ZUMA Press)

Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump hat die "New York Times" bereits 420 Beleidigungen gegenüber Personen, Ethnien und Ländern gezählt. Leider folge diese Art der Rhetorik einer sehr perfiden Logik und sei in sich schlüssig, erklärte der Historiker Uffa Jensen im Dlf. Beitrag hören

Drei-Sterne-Koch Dieter Müller"Ich hab Paul Bocuse vergöttert"

Der Star Koch Dieter Müller zu Gast in der WDR Talkshow Kölner Treff am 10.07.2015 in Köln.  (Imago /Rainer Unkel)

Nicht nur die Franzosen trauern um ihren Koch-Papst Paul Bocuse. "Ich habe ihn vergöttert, er war für mich der Koch der Köche", sagte Drei-Sterne-Koch Dieter Müller im Dlf. "Ich habe immer gesagt, wenn Paul Bocuse mal geht, dann gibt es bestimmt in Frankreich einen Nationalfeiertag." Beitrag hören

SPDVoller guter Ideen für ein Bundeskulturministerium

(picture alliance/dpa/Manfred Krause)

Die SPD will sich im Falle einer Groko für die Schaffung eines Bundeskulturministeriums stark machen - und hat für dessen Ausgestaltung viele gute Ideen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters darf derzeit zwar mit am Kabinettstisch sitzen, hat aber keinen Ministerrang. Doch der Einfluss des Bundes auf die Kulturpolitik nimmt zu. Beitrag hören

Marguerite-Duras-Adaption in ParisIm Herz der Liebesfinsternis

Die französische Schriftstellerin und Drehbuchautorin Marguerite Duras, aufgenommen an ihrem Schreibtisch in ihrer Wohnung in Paris in den frühen 50-er Jahren. (picture-alliance/dpa)

Die britische Theaterregisseurin Katie Mitchell kehrt nach installativen Arbeiten wie ihren Hamburger "Glücklichen Tagen" wieder in den Filmrealismus zurück - mit einer Adaption des berühmten Buches "Die Krankheit Tod" von Marguerite Duras. Die Pariser Inszenierung wird dem Text nur in Teilen gerecht. Beitrag hören

Galerien in ItalienEin neues Mekka für die Kunst

Besucher betrachten am 02.05.2014 Kunstwerke der US-Künstlerin Dorothy Iannone in der Berlinischen Galerie in Berlin. Viele Berliner Galerien laden vom 2. bis 4. Mai beim "Gallery Weekend Berlin" zu einem Rundgang durch ihre Ausstellungen ein. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa (picture alliance/dpa/Bernd von Jutrczenka)

Der zeitgenössische Kunstmarkt hat seine Zentren in Städten wie London, New York oder Berlin. Doch mittlerweile ziehen immer mehr internationale Galerien nach Italien - nach Venedig, Rom oder Neapel. Was steckt hinter dem Boom? Beitrag hören

Nach Vorwürfen der sexuellen BelästigungBruce-Weber-Ausstellung "auf Eis gelegt"

Der Fotograf Bruce Weber im Februar 2016 bei der Vanity Fair Oscar Party in Beverly Hills in Kalifornien (imago/Future Image)

Nach Belästigungsvorwürfen gegen den US-amerikanischen Modefotografen Bruce Weber haben die Hamburger Deichtorhallen eine geplante Ausstellung vorläufig abgesagt. Mann wolle angesichts der Vorwürfe keine "Sensationslust" befriedigen, sagte der Kurator, Dirk Luckow, im Dlf. Beitrag hören

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