Kultur heute 

Internationaler Tag der Neutralität Immer schön raushalten?

Flagge Schweiz (picture alliance / dpa / Patrick Seeger)

Heute wird erstmals der Internationale Tag der Neutralität begangen. Aber wie würdigt man eigentlich einen solchen Tag? Man darf mit den Feierlichkeiten ja um Himmels willen keine Partei ergreifen und niemanden verletzen. Florian Werner hat da einige Vorschläge. Eine Glosse. Beitrag hören

Hollywood und der Fall WeinsteinDer Widerstand wächst

Der britische Schauspieler David Oyelowo, die US-Regisseurin Ava DuVernay und der US Schauspiler Colman Domingo auf der Berlinale bei der Aufführung von "Selma"; Foto vom 10. Februar 2015 (AFP / Tobias Schwarz)

Sexismus und Missbrauch galt in Hollywood lange als "Teil des Geschäfts". Noch immer werden regelmäßig neue Vorwürfe gegen Männer aus der Unterhaltungs-Branche bekannt. Doch die Frauen in Hollywood wollen dem Macho-Gehabe der Studiobosse Paroli bieten - mit mehr Geschlechtergerechtigkeit. Beitrag hören

Uma Thurmans Broadwaydebüt: "The Parisian Woman"Schulterzucken, Klischees und Witze über Trump

Blair Brown, Josh Lucas, Uma Thurman, Phillipa Soo und Marton Csokas nach einer Aufführung von "The Parisian Woman" (GETTY IMAGES NORTH AMERICA)

Im Washington dieser Tage weiß niemand mehr so ganz genau, was gespielt wird. Doch im Theaterstück "The Parisian Woman" des "House-of-Cards"-Schöpfers Beau Willimon ist alles noch beim Alten: Sex, Intrigen und Machtspiele bestimmen das politische Leben. Die Inszenierung am Broadway hinterlässt aber bloß Schulterzucken. Beitrag hören

Saisonauftakt an der ScalaYusif Eyvazov und Anna Netrebko singen in Mailand

Opera singers Yusif Eivazov and Anna Netrebko perform at the Opera Ball concert dedicated to People's Artist of the USSR Yelena Obraztsova's 75th birthday on october 28th 2014. The concert took place at the State Academic Bolshoi Theatre in Moscow. (picture alliance / RIA Novosti / Vladimir Vyatkin)

Anna Netrebkos Ehemann Yusif Eyvazov tritt an der Mailänder Scala in große Fußstapfen: Schon viele große Tenöre haben die Titelrolle in "Andrea Chénier" gesungen. Dirigent Riccardo Chailly wünschte sich Eyvazovs kräftige, metallische Stimme. Die umgebende Inszenierung ist pompös und prächtig, geht aber kein Risiko ein. Beitrag hören

Ausstellung über Beate und Serge Klarsfeld"Kämpfen wurde unsere Priorität"

Serge Klarsfeld (r) und seine Frau Beate Klarsfeld in der Shoah-Gedenkstätte in Paris (Frankreich): Die Ausstellung über die beiden "Nazi-Jäger" wurde am 7.12.2017 eröffnet. (dpa / picture alliance / Michel Euler)

Sie kämpften gegen das Vergessen der Nazi-Verbrechen in der jungen Bundesrepublik: Jetzt werden Beate und Serge Klarsfeld im Memorial de la Shoah in Paris geehrt. Ausgerechnet an dem Tag, als der Mossad den deutschen NS-Verbrecher Adolf Eichmann entführte, verliebten sich die beiden. Beitrag hören

Klimawandel in AlaskaDie kulturellen Folgen für die Inupiat

Gletscher in Alaska: Ein Eisbrocken bricht ab und stürzt krachend in den Ozean. (imago/Anka Agency International)

Erst das Land und dann die Sprache: Der Eskimostamm der Inupiat in Alaska fürchtet den Verlust seiner Sprache Inupiaq und seiner kulturellen Identität. Mit dem Klimawandel schmilzt auch die Bedeutung vieler Worte dahin - doch der Prozess der sprachlichen Erosion begann auch schon lange vorher. Beitrag hören

Missbrauchsvorwürfe in Konzertbetrieben"Das Wichtigste ist, dass man die Leute von Angst befreien kann"

Louwrens Langevoort bei der Buchpräsentation Lebenskünstler von Rolando Villazon in der Zentralbibliothek Köln (imago/Future Image)

Die New Yorker Met hat Stardirigent James Levine wegen Missbrauchsvorwürfen suspendiert. Louwrens Langevoort, Intendant der Kölner Philharmonie, sagte im Dlf, es habe Fälle von sexueller Belästigung in Theatern gegeben, an denen er gearbeitet habe. Wichtig seien betriebsinterne Anlaufstellen für die Opfer. Beitrag hören

Missbrauchsvorwürfe James Levine von der Met suspendiert

James Levine dirigiert das Boston Symphony Orchestra beim Luzern-Festival (Archivfoto vom 26.08.2007).  (picture alliance / dpa / Sigi Tischler)

Über mehr als vier Jahrzehnte war James Levine der Stardirigent der New Yorker Metropolitan Opera. Doch als Vorwürfe über sexuellen Missbrauch laut wurden, folgte der Sturz: Nachdem er über 2.500 mal am Dirigentenpult gestanden hatte, wurde Levine von der Met suspendiert. Beitrag hören

"Die Zofen" am Deutschen TheaterEs fehlt der Schmerz

Samuel Finzi und Wolfram Koch bei einer Probe für Jean Genets "Die Zofen" am Deutschen Theater im Berlin; Regie: Ivan Panteleev (imago/Metodi Popow)

Männer spielen Frauenrollen, das könnte spannend werden. Wenn "Die Zofen" am Deutschen Theater in Berlin in der Regie Ivan Panteleevs nicht zur Verkleidungsshow geraten wären. Von Jean Genets Studie über Verstellung und Macht, Mordlust und Gewalt bleibt nicht viel übrig. Beitrag hören

"Les Misérables" am Berliner EnsembleCastorf bleibt sich treu

LES MISÉRABLES/Berliner Ensemble/Frank Castorf/Aleksandar Denić/Adriana Braga Peretzki/Ulrich Eh/Jens Crull, Andreas Deinert/Frank Raddatz/Sebastian Klink (Matthias Horn/BE)

Von Paris nach Panama: Frank Castorf verlegt Victors Hugos "Les Misérables" in seiner Inszenierung am Berliner Ensemble nach Kuba. Aus dem Stoff aus dem 19. Jahrhundert macht er ein siebeneinhalbstündiges assoziatives Ideentheater. Der Mensch mit seiner Schuld und seinem Leid steht dabei im Mittelpunkt. Beitrag hören

40 Jahre nach Schleyers TodEin Bekenntnis zu Verantwortung und Schuld

Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer war Gefangener der Roten Armee Fraktion und wurde am 10. Oktober 1977 tot aufgefunden. (dpa)

Die frühere RAF-Terroristin Silke Maier-Witt hat den Sohn von Hanns Martin Schleyer getroffen und um Verzeihung für dessen Ermordung gebeten. Ihre glaubwürdige Reue habe "eine moralische Dimension" und sei außerordentlich wichtig, sagt der RAF-Experte Wolfgang Kraushaar. Beitrag hören

Susanne Kennedy an der Volksbühne BerlinAbstruser Psycho-Trip

(Julian Röder)

Nach dem von Kritikern nahezu einhellig beklagten Fehlstart der Berliner Volksbühne unter Chris Dercon folgt nun die erste Uraufführung: Susanne Kennedys "Women in Trouble". Die junge Erfolgsregisseurin beschert dem Haus einen ästhetisch eigenwilligen, aber inhaltlich schwachen Abend. Beitrag hören

Kriegsverbrechertribunal in Den HaagKeine Versöhnung im ehemaligen Jugoslawien

Forensische Experten vom Internationalen Kriegsverbrechertribunal in den Haag untersuchen einen Massengrab in Pilica nordöstlich von Sarajevo  (AFP/Odd Andersen)

Gerichtsverfahren über 24 Jahre, 161 Angeklagte, 84 Verurteilte: Was bleibt vom UN-Kriegsverbrechertribunal, wenn es jetzt endet? Die kroatische Autorin Slavenka Drakulic hat die Verhandlungen monatelang begleitet. Ihre Bilanz ist düster. Beitrag hören

Mythos Monte VeritàVeganismus und Nacktheit als Befreiungsprogramm

Historisches Foto vom einstigen zentralen Gebäude der Aussteiger-Kolonie auf dem Monte Verità am Lago Maggiore (undatiert). (picture alliance / dpa / Foto: Ticino Turismo)

Die Künstler, die zwischen 1900 und 1920 auf dem Monte Verità alternative Lebensmodelle erprobten, waren keine weltfremden Aussteiger. Sie versuchten allerdings, der beschleunigten Moderne etwas entgegenzusetzen. Ein lebensreformerisches Projekt, das auch heute noch interessant ist. Beitrag hören

Barockoper von Nicola Antonio PorporaDeutsche Erstaufführung nach knapp 300 Jahren

Ray Chenez als Sifare, der Sohn Mitridates, in der deutschen Erstaufführung beim Schlosstheater Schwetzingen (Theater und Orchester Heidelberg / Fotograf: Sebastian Bühler )

Mitridatis von Pontos war ein brutaler Machtpolitiker. Barockkomponist Porpora hat die Geschichte des Königs vertont, dabei aber nicht die psychologische Tiefe der großen Händel-Opern erreicht. Fast drei Jahrhunderte nach der Uraufführung von "Mitridate" ist das Stück nun zum ersten Mal überhaupt in Deutschland aufgeführt worden. Beitrag hören

Zollfreilager in MeiningenBanksafe für große Kunst

Zollfreilager "ZentralDepot" in Meiningen (ZentralDepot / Andreas Gehrke)

Zollfreilager haben einen schlechten Ruf, werden sie doch immer wieder auch für dunkle Geschäfte missbraucht. In Deutschland gibt es mittlerweile auch ein erstes Zollfreilager - ausgerechnet im beschaulichen Thüringer Städtchen Meiningen. Ein Anziehungspunkt für Kunstsammler und -händler. Beitrag hören

Humboldtforum in Berlins MitteOrganisatorisches Chaos im Stadtschloss

Tag der offenen Baustelle beim Humboldt-Forum (imago stock&people / Seeliger)

In nur zwei Jahren soll Berlins kulturelles Prestigeobjekt auf der Museumsinsel eröffnen. Doch strukturell herrscht noch großes Durcheinander am Humboldtforum. Offenbar fehlt es weiterhin an einer klaren Führungsstruktur. Beitrag hören

Ausstellung über Rechtsextremismus"Rechtsextreme Gedanken haben sich in der Mitte festgesetzt"

Ein Besucher schaut sich am 28.11.2017 im NS-Dokumentationszentrum in München (Bayern), bei einem Presserundgang, die Sonderausstellung "Nie wieder. Schon wieder. Immer noch. Rechtsextremismus in Deutschland seit 1945" an. (dpa / Sven Hoppe)

In der deutschen Geschichte habe es immer Zeiten gegeben, in denen rechtsextreme Übergriffe stark zugenommen haben. Auch heute sei das wieder der Fall, sagte Winfried Nerdinger, Gründungsdirektor des Münchner NS-Dokumentationszentrums, im Dlf. Mit seiner neuen Ausstellung möchte er vor allem diejenigen erreichen, die erst seit Kurzem mit rechten Gedanken sympathisieren. Beitrag hören

Sasha Waltz' Festival "Zuhören"Wir müssen reden!

Gina Belafonte nach der Vorstellung von »Women« von Sasha Waltz beim Festival ZUHÖREN (Sebastian Bolesch)

Einander zuhören, dann gemeinsam handeln: Dazu möchte Choreografin Sasha Waltz ermuntern und hat auch in diesem Jahr Künstler aus aller Welt zu ihrem "Zuhören"-Festival nach Berlin eingeladen. Mit dabei: die Tochter des Schauspielers Harry Belafonte, die eine soziale Revolution fordert. Beitrag hören

Jakob Augstein und Martin WalserSpätes Kennenlernen in Buchform

Sohn und Vater: Jakob Augstein (links) und Martin Walser bei ihrer Buchpräsentation "Das Leben wortwörtlich" in Stuttgart (Foto: Heiner Wittmann)

Ein bekannter Journalist interviewt einen großen deutschen Schriftsteller, daraus entsteht ein Buch. Das wäre noch nichts Besonderes, doch in diesem Fall ist der Schriftsteller der leibliche Vater des Publizisten, was beide lange nicht wussten. In Stuttgart haben Martin Walser und Jakob Augstein ihr Buch "Das Leben wortwörtlich" vorgestellt. Beitrag hören

Nach DefizitDocumenta-Chefin Kulenkampff räumt ihren Posten

documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff mit dem künstlerischen Leiter Adam Szymczyk bei Eröffnung der Weltkunstausstellung.  (imago/epd)

Viel Kritik am künstlerischen Konzept, dazu ein Millionendefizit: Die documenta steckt nach ihrer 14. Ausgabe in der Krise. Jetzt gibt es erste Konsequenzen, wie Korrespondent Ludger Fittkau im Dlf berichtet: Die Geschäftsführerin der großen Kunstausstellung tritt zurück. Doch das dürfte nur der Anfang sein. Beitrag hören

Koalition aus CDU und SPDWarum plötzlich alle die GroKo wollen

Stimmzettel mit Wahlkreuz bei GroKo. Fotomontage/Symbolbild. (imago stock&people)

Mit der GroKo ist es wie mit Lebertran: Eigentlich ekelt uns allein der Gedanke daran an. Doch jetzt schallt es von allen Seiten: Die GroKo ist die gesündeste Lösung für das Land! Und schon sind wir bereit, das widerliche Zeug zu schlucken. Eine Glosse über den menschlichen Willen. Beitrag hören

Spielbetrieb mit RisikoDie maroden Frankfurter Bühnen

Oper und Schauspiel in Frankfurt am Main (Hessen), aufgenommen am 09.12.2013. Schauspiel und Oper teilen sich in Frankfurt ein Gebäude, das an Schlichtheit kaum zu überbieten ist. Mitte Dezember 1963 wurde es eröffnet. (picture alliance/dpa - Daniel Reinhardt)

Die maroden Bühnen werden zum Wahlkampfthema in Frankfurt am Main, wo im Februar gleich drei kulturbegeisterte Frauen um das Oberbürgermeister-Amt kandidieren. Sanieren für rund 900 Millionen Euro oder neu bauen, ist die Frage. Aktuell passiert allerdings recht wenig. Beitrag hören

Juli Zehs "Unterleuten" als TheaterstückWindradvideos und knallharter Kapitalistentechno

Juli Zeh: "Unterleuten" (Imago / Luchterhand)

Die Essenz von Juli Zehs Bestseller "Unterleuten" in Theaterbilder zu fassen: Das ist Regisseur Jan Neumann gelungen. Er inszenierte eine dreistündige Version der shakespearisch entgleisenden Dorfidylle. Doch die vielen Einzelperspektiven der Vorlage bleiben in der Dramafassung auf der Strecke. Beitrag hören

Nachfolge von Dieter KosslickFilmemacher fordern transparente Berlinale-Neubesetzung

Berlinale-Direktor Dieter Kosslick auf den  67. Internationalen Filmfestspielen in Berlin, 2017, bei der Premiere des Films "Logan". (dpa-Zentralbild)

In einem offenen Brief fordern deutsche Filmemacher ein durchsichtiges Verfahren zur Nachfolge von Berlinale-Chef Dieter Kosslick. Eine international besetzte Kommission solle jemanden finden, der "den europäischen künstlerischen Film hochhält" sagte Filmemacherin Jeanine Meerapfel im Dlf. Eine Kritik an Kosslick sei der Aufruf nicht. Beitrag hören

Kathryn Bigelows neuer FilmPolitisches Actionkino über Detroiter Rassenunruhen

Dreharbeiten zu "Detroit": Der Film der Regisseurin Kathryn Bigelow thematisiert die Rassenunruhen in Detroit 1967. (imago / Anapurna / Anthony Mackie)

In ihrem neuen Film "Detroit" rekonstruiert Regisseurin und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow die Detroiter Rassenunruhen von 1967. Ihr Kammerspiel um eine wahre Polizeirazzia gegen Schwarze mit tragischem Ende ist mitunter schwer erträglich, aber eben genau der richtige Film für diese Zeit. Beitrag hören

Ausstellung über Nasca-IndiovolkWunder aus der Wüste

Typische Landschaft des Nasca-Gebiets, Peru (Wolf-Dieter Niemeier)

Geometrische Formen, Muster, Tierfiguren - riesengroße Bodenzeichnungen habe das Volk der Nasca in der Wüste Perus hinterlassen, sagte der Archäologe Peter Fux im Dlf. Alles deute daraufhin, dass das Indiovolk die Bilder für rituelle Handlungen genutzt habe: Die Nasca sollen sogar auf den Zeichnungen herumgelaufen sein. Beitrag hören

KunstaktionHöckes persönliches Mahnmal

Das ist, was der AfD-Politiker Björn Höcke am 22. November 2017 sieht, wenn er aus dem Fenster sieht. Das Berliner Zentrum für politische Schönheit hat das Nachbargrundstück angemietet und eine Nachbildung der Berliner Holocaust-Gedenkstelen aufgestellt. Höcke hatte jenes Denkmal in einer Rede als "Denkmal der Schande" bezeichnet. (Deutschlandradio / Henry Bernhard)

Der AfD-Politiker Björn Höcke nannte das Berliner Holocaust-Mahnmal ein "Denkmal der Schande". Jetzt hat er es in klein vor seinem Fenster stehen: Kunstaktivisten haben in Sichtweite seines Wohnhauses einen Ableger aufgebaut. Außerdem will die Gruppe den Politiker ausspioniert haben. Sollte sich das bewahrheiten, könnte die Kunstaktion ein schnelles Ende finden. Beitrag hören

Das Jamaika-Aus"Normalität, die westeuropäischer Durchschnitt ist"

Der Historiker Prof. Dr. Martin Sabrow spricht bei einer Veranstaltung der Friedrich Ebert Stiftung (imago / Jens Jeske)

Minderheitsregierungen seien in anderen Ländern gang und gäbe, sagte der Historiker Martin Sabrow im Dlf. Stabile Koalitionen hätten hierzulande aber Tradition und daher komme vielleicht der "Wunsch nach Neuwahlen auf". Dahinter stehe die Hoffnung, "der Wähler würde sein Votum dann korrigieren". Beitrag hören

Ausstellung in WienHommage an die grauen Haare

Blick aus dem Garten auf das Untere Belvedere und die Innere Stadt von Wien, aufgenommen am 17.06.2012. Die barocke Schlossanlage wurde nach Plänen des bedeutenden österreichischen Architekten Johann Lucas von Hildebrandt errichtet. Im Hintergrund überragt der Turm des Stephansdoms alle anderen Bauten der Stadt. (dpa / Frank Baumgart)

In der Kunstgeschichte ist die Jugend das Idealbild: Venus, Aphrodite, Michelangelos Jünglinge. Im Unteren Belvedere eröffnet nun die Ausstellung "Kraft des Alters". Ein Loblied auf das Alter und ein Plädoyer für Bilder und Vorbilder abseits des Mainstreams. Beitrag hören

"Tannhäuser" in WiesbadenChancenloser Grenzgänger

Der zukünftige Intendant des Staatstheaters Wiesbaden, Uwe Eric Laufenberg, blickt am 02.07.2014 vor dem Staatstheater in Wiesbaden (Hessen) in die Kamera. Die Wiesbadener Theater-Biennale wird mit einem neuen Konzept auch im Jahr 2016 aufgeführt. Laut dem künftigen Intendanten des Wiesbadener Staatstheaters Laufenberg wird Europa bei dem Festival weiter im Mittelpunkt stehen. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa | Verwendung weltweit (dpa)

Hier der erotische Sündenpfuhl, dort die fromme, reine Liebe: In der Oper "Tannhäuser" treten zwei Welten gegeneinander an, zwischen denen der Held zerrissen umherirrt. Die subtile Inszenierung am Staatstheater Wiesbaden verwebt die Gegensätze und zeigt ihre inneren Widersprüche auf. Beitrag hören

Amerikanischer Realismus in Emden Die Kraft der Bilder

Eine Mitarbeiterin schaut sich am 17.11.2017 in Emden (Niedersachsen) in der Kunsthalle das Bild "Queen" von Audrey Flack aus dem Jahr 1976 an. Die Kunsthalle Emden und das Drents Musem bei Assen (Niederlande) zeigen mit der Doppelausstellung "The American Dream - Amerikanischer Realismus von 1965-2017" ein umfassendes Bild des Amerikanischen Realismus in Europa. (dpa / Carmen Jaspersen)

Die Bilder sind knallbunt, brodeln vor Energie, fauchen und kreischen: Eine Ausstellung in der Kunsthalle Emden zeigt Werke des amerikanischen Realismus. Sie appelliert an alle Sinne und beweist, wie lebendig der amerikanische Traum immer noch ist - auch wenn er sich manchmal in einen Albtraum verkehrt. Beitrag hören

"Tous des oiseaux" von Wajdi Mouawad in ParisWie sich der Krieg in die Psyche einschreibt

Der kanado-libanesische Autor Wajdi Mouawad auf der Buchmesse in Frankfurt: Seit April 2016 leitet er das Théâtre national de la Colline in Paris. (imago/STAR-MEDIA)

David, ein fundamentalistischer Jude, kann nicht akzeptieren, dass sein Sohn eine Araberin heiraten will. Doch dann kommt eine ganz andere Wahrheit ans Licht. Wajdi Mouawads Stück "Tous des oiseaux" am Théâtre de la Colline in Paris wird zum Befriedungsaufruf in einem Krieg der Religionen. Beitrag hören

Superdiverse StadtZusammenhalt in der Vielfalt

Unter dem Motto "Shakespeare in Love" veranstaltet die Oper Stuttgart am 28.02.2016 in Stuttgart (Baden-Württemberg) eine Gegenaktion gegen die "Demo für alle". (dpa / Christoph Schmidt)

Arm, reich, jung, alt, religiös oder atheistisch, vor Ort geboren oder neu zugezogen: Maximale Vielfalt der Lebensmodelle und -situationen macht das Leben in den Städten aus. Neue Projekte in Toronto, Malmö oder Mannheim zeigen auf, wie trotz aller Unterschiede Zusammenhalt entstehen kann - und was ihn gefährdet. Beitrag hören

Kafkas Prozess am Warschauer Teatr Nowy In den Fängen des Staates

Polish Law and Justice (PiS) party leader Jaroslaw Kaczynski (C) is flanked by Polish Prime Minister Beata Szydlo (L) and the Speaker of the 'Sejm'parliament, Marek Kuchcinski (R), during a news conference in Warsaw, Poland, 21 December 2016. The conference was devoted to the situation in the Polish 'Sejm' parliament. (dpa / Pawel Supernak)

Eine anonyme Macht, die vom Individuum Besitz ergreift und dabei das Recht bricht - das Thema von Kafkas "Der Prozess" ist zeitlos. Theaterregisseur Krystian Lupas hat es in seiner neuen Warschauer Inszenierung mit der polnischen Gegenwart verknüpft. Den autoritären Kurs der Kulturpolitik hat er dabei am eigenen Leib erlebt. Beitrag hören

Auf Augenhöhe in BerlinAuftakt beim inklusiven Festival "no limits"

Theater-Performerin und Aktivistin Neve Be auf der Bühne des HAU2 beim "No Limits"-Theaterfestival in Berlin (Michael Bause)

Sich den eigenen Ängsten stellen, Hoffnung finden und die Verletzlichkeiten miteinander teilen: Viele Menschen schauen bei den Themen Behinderung und psychische Erkrankungen weg. Nicht so die Macher des Festivals "no limits" in Berlin. Im Gegenteil: Sie holten sowohl Künstler mit und ohne Handicap auf die Bühne. Beitrag hören

Ayad Akhtars "Junk" am BroadwayAls der Kapitalismus zur Religion wurde

Ayad Akhtar, in Sakko und mit Mütze, fotografiert am 6. Januar 2012 in Chicago (imago)

Ayad Akhtar erzählt in seinem neuen Stück "Junk" von einer Zeitenwende: der Erfindung des Finanzkapitalismus in den 1980ern. Schulden waren plötzlich Kapital, und jeder konnte eine Kreditkarte bekommen. Akhtar kritisiert aber nicht nur, er analysiert auch den Reiz dieser damals neuen Religion. Beitrag hören

Michelangelo-AusstellungGöttlicher Zeichner

Die Marmorbüste «Brutus» von Michelangelo Buonarroti, aufgenommen am 06.11.2017 im Metropolitan Museum in New York (USA). Das New Yorker Museum widmet dem italienischen Renaissance-Künstler eine umfassende Ausstellung seiner Werke unter dem Titel: «Michelangelo: Divine Draftsman & Designer». Die Schau ist vom 13.11.2017 bis 12. Februar 2018 zu sehen. (dpa picture alliance / Christina Horsten)

Mit über einem Viertel aller erhaltenen Zeichnungen zeigt das New Yorker Metropolitan Museum die bisher umfangreichste Ausstellung über Michelangelos zeichnerisches Werk – und ermöglicht damit einen einzigartigen Einblick in den Arbeitsprozess eines Genies. Beitrag hören

Literaturwettbewerb "Open Mike"Sieger und fragwürdige Kriterien

Die Gewinner des 25. "Open Mike"-Wettbewerbs: Mariusz Hoffmann (v.l.n.r.), Ronya Othmann, Baba Lussi, Ralph Tharayil. (Imago)

Gebärende Männer, virtuelle Realitätsverschiebung und vieles mehr - beim 25. Literaturwettbewerb "Open Mike" in Berlin konnten sich am Ende vier Nachwuchs-Literaten durchsetzen. Die Auswahlregularien könnten aber durchaus nochmals auf den Prüfstand. Beitrag hören

Zemlinsky-Puccini-DoppelabendKurzopern voller Gegensätze

Der Theater-Regisseur Jan Philipp Gloger (picture alliance / dpa / Daniel Karmann)

Zwei Kurzopern hat Jan Philipp Gloger an der Nationaloper Amsterdam in einen Abend gepackt. Die Werke könnten dabei nicht unterschiedlicher sein: Alexander von Zemlinskys "Eine Florentinische Tragödie" und Giacomo Puccinis "Gianni Schicchi". Gewagt, aber auch gelungen. Beitrag hören

Samuel Beckett und Tino Sehgal an der VolksbühneTheaterminiaturen in extremer Reduktion

(picture alliance / Wolfgang Kumm/dpa)

Wie die ästhetische Neuausrichtung der Volksbühne unter ihrem neuen Leiter Chris Dercon aussehen könnte, das zeigte ein Abend mit drei Einaktern von Samuel Becket und der Arbeit von Tino Sehgal. Eine Chance auf eine glückliche Fusion von bildender Kunst und Theater war dabei leider nicht erkennbar. Beitrag hören

Deutsch-Französisches GedenkenDer Menschenfresserberg

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 10.11.17 in der Gedenkstätte am Hartmannswillerkopf (AFP / POOL / Christian Hartmann)

Es ist eine Mischung aus historischer Erinnerungsstätte und Museum: das neu eröffnete "Historial" auf dem Hartmannswillerkopf im Süd-Elsass. An diesem Ort, einem der höchsten Punkte der Vogesen, ließen 25.000 französische und deutsche Soldaten im Ersten Weltkrieg ihr Leben - im Kampf um ein paar Quadratmeter Boden. Beitrag hören

Kultur als LebensinhaltAudrey Azoulay wird Unesco-Generaldirektorin

Audrey Azoulay war Kulturministerin unter Francois Hollande in Frankreich, jetzt wird sie UNESCO-Generaldirektorin. (imago/ZUMA Press)

Durchsetzungsstark und doch eine Frau der leisen Töne: Die frühere französische Kulturministerin Audrey Azouley übernimmt die Generaldirektion der Unesco. Damit könnten der Kultur-Organisation der Vereinten Nationen große Jahre bevorstehen. Beitrag hören

9. November als Schicksalstag "Kitschig und auch fehlleitend"

Menschen strömen vom Westteil Berlins zum Übergang Potsdamer Platz. Nach der Maueröffnung durch die DDR wurde drei Tage später, am 12.11.1989, am Potsdamer Platz ein neuer Grenzübergang eingerichtet. (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)

Hitlers Putsch 1923, die Reichspogromnacht 1938, der Mauerfall 1989: Der 9. November hat in der deutschen Vergangenheit immer wieder eine Rolle gespielt. Vom einem Schicksalstag zu sprechen, lehnt der Historiker Ulrich Herbert aber ab. Oft seien diese Daten reiner Zufall gewesen,sagte er im Dlf. Beitrag hören

Neubau der Istanbuler OperDeutliche Kritik an Erdogans Plänen

Menschen gehen am 04.06.2013 am Taksim Platz in Istanbul am leerstehenden und besetzten Opernhaus vorbei. (imago / Florian Schuh)

Mit seiner Ankündigung, das baufällige und seit fast zehn Jahren leer stehende Atatürk-Kulturzentrum renovieren und umbauen zu lassen, hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan heftige Kritik ausgelöst. Der derzeitige Zustand des Gebäudes ist zwar unhaltbar, viele vermuten hinter der Entscheidung aber politische Motive. Beitrag hören

Plötzliche Etatkürzung in Köln"Das Ende der Akademie, wie man das bislang kennt"

Der Schriftsteller, Psychologe und freie Journalist Mark Terkessidis (picture-alliance/ ZB / Karlheinz Schindler)

Der Rat der Stadt Köln hat das Budget der Akademie der Künste der Welt um 40 Prozent gekürzt. Dabei habe diese bundesweit und international gute Resonanz erfahren, meinte der Autor und Journalist Mark Terkessidis im Dlf. Er werde als Akademiemitglied jetzt gehen und fordere auch seine Kollegen auf, das zu tun. Beitrag hören

"K" im Teatr PolskiLetztes Theater-Aufbäumen in Polen

Polish Prime Minister Jaroslaw Kaczynski addresses the media during a press conference about recalling his deputy Andrzej Lepper, late 09 July 2007. President Lech Kaczynski recalled, 09 July 2007 Andrzej Lepper from the post at the motion of PM Jaroslaw Kaczynski, government spokesman Jan Dziedziczak said. 'The decision stems from facts revealed by the Central Anti-corruption Office (CBA) in connection with corruption charges. Two persons have been  (picture-alliance / dpa / Radek Pietruszka)

Es versprach eine laute Abrechnung mit dem allmächtigen Parteichef Jaroslaw Kaczynski zu werden, doch blieb es nach der Premiere von "K" in Posen erstaunlich leise. Das scheint symptomatisch für eine tiefere, schwere Krise von Politik und Gesellschaft in Polen zu sein. Beitrag hören

Prix Goncourt und Prix RenaudotZwei aus der Tradition gefallene Preisträger

Reges Treiben um Eric Vuillard, den Gewinner des Prix Goncourt 2017 (imago stock&people)

Im Pariser Restaurant Le Drouant wurde wieder getagt, die beiden wichtigsten Literaturpreise Frankreichs sind vergeben: Eric Vuillard erhält den Prix Goncourt und der Prix Renaudot geht an Olivier Guez. Das Erstaunliche ist, dass beide Werke von der deutschen Nazi-Vergangenheit handeln. Beitrag hören

Deutsches Historisches Museum„Geschichte von der Gegenwart her denken“

Raphael Gross, Historiker (picture alliance/dpa/Foto: Britta Pedersen)

Weg von den chronologischen Überblicksausstellungen zu historischen Großereignissen und Geschichtsjubiläen: Das Deutsche Historische Museum wird sich ab 2019 programmatisch neu ausrichten, wenn es nach dem neuen Präsidenten Raphael Gross geht. Er hat nun seine Pläne vorgestellt. Beitrag hören

Milo Rau: "General Assembly"Inszenierung des Authentischen

Szene aus dem Stück "General Assembly" von Milo Rau in der Schaubühne in Berlin. (DANIEL SEIFFERT)

Mit seinem simulierten "Weltparlament" hat der Schweizer Theatermacher Milo Rau eine anspruchsvolle Fiktion geschaffen. Im Stück "General Assembly" an der Berliner Schaubühne diskutieren 60 Abgeordnete, darunter echte Politiker und Aktivisten, über den Weltmarkt und das Völkerrecht. Beitrag hören

Historische FotosDas Paris von Georg Stefan Troller

Georg Stefan Trolle (picture alliance/dpa/Foto: Horst Galuschka)

Der Schriftsteller und Dokumentarfilmer Georg Stefan Troller floh 1938 vor den Nazis nach Paris und lernte eine Stadt jenseits des Eiffelturms kennen, die er nach dem Krieg fotografierte. Diese Fotos von Gassen und Hinterhöfen sind jetzt in dem Buch "Ein Traum von Paris" versammelt, und wir haben mit ihm darüber gesprochen. Beitrag hören

Faust-Preisverleihung in LeipzigElfriede Jelinek fürs Lebenswerk geehrt

epa05583485 (FILE) A file picture dated 07 October 2004 shows Austrian novelist and playwright Elfriede Jelinek facing the media at her house in Vienna, Austria. Jelinek will celebrate her 70th birthday on 20 October 2016. EPA/ROLAND SCHLAGER *** Local Caption *** 00290064 | (APA / EPA FILE)

Schon die Internationalität des deutschen Faust-Preises ist eine Art Demonstration gegen den Angriff auf die Freiheit der Kunst, die nationale Zensur für die Kultur, wie ihn einige fordern. Preisträgerin Jelinek sprach dabei aus Stoff und Pappe. Beitrag hören

Ausstellung zur Weimarer Republik"Wir wollten die Dinge nackt sehen!"

Ausstellungsansicht "Glanz und Elend in der Weimarer Republik" in der Frankfurter Schirn. Raumtrenner mit Ausstellungsstücken. (NORBERT-MIGULETZ)

Populismus, Nationalismus, Verrohung des Diskurses: Angesichts aktueller politischer Entwicklungen ist der Vergleich zur Weimarer Republik schnell gezogen. Zu Recht? Ein Blick auf die Kunst der 20er-Jahre liefert in der Frankfurter Schirn Antworten. Beitrag hören

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