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StartseiteBücher für junge LeserSelbstbewusste Community18.03.2017

Litauens Kinderbuch-AutorenSelbstbewusste Community

Zu Sowjetzeiten stand die Kinder- und Jugendliteratur Litauens unter dem Kulturdiktat Moskaus, doch kreative Künstler und Verleger fanden Wege, die Indoktrination zu unterwandern. Seit der Unabhängigkeit wird der Buchmarkt der Balten-Republik zwar von Übersetzungen dominiert - doch es existiert eine höchst lebendige und selbstbewusste Kinderbuch-Community.

Von Nils Kahlefendt

Kęstutis Kasparavičius in seinem Atelier in Vilnius  (Deutschlandradio / Nils Kahlefendt )
Kęstutis Kasparavičius in seinem Atelier in Vilnius (Deutschlandradio / Nils Kahlefendt )

Ist Mint Vinétu nun ein Buchladen mit Café-Anschluss oder ein florierendes Café mit Bücherregalen bis zur Decke und kostenlosem WLAN? Egal, das Bücherparadies in der Altstadt von Vilnius könnte so auch in Helsinki, Brooklyn oder in Berlin Kreuzberg zu finden sein. Jonas Valonis, der den Laden mit ein paar Freunden vor sieben Jahren aufmachte, hat an diesem kalten Winternachmittag alle Hände voll zu tun. Die Frage nach dem seltsamen Namen muss er vermutlich mehrmals am Tag beantworten:

"Meine Partner und ich, wir haben natürlich Karl Mays 'Winnetou' gelesen - Vinétu im Litauischen. Das ist das Buch unserer Kindheit! Das sitzt so fest… Wenn ich an alte Bücher denke, denke ich an dieses Buch. Und Mint? Das steht für Minztee, oder generell für Frische. Schwierig zu erklären, wie die beiden Wörter zusammengekommen sind, aber sie sind zusammengekommen."

Zu Gast bei "Mr. Kinderbuch"

Der Großschriftsteller aus Radebeul bei Dresden als Teenageridol in Sowjet-Litauen – und als Namenspatron einer Hipsterlocation in Vilnius: Ein Kuriosum, das mir noch auf dem Weg zur Nationalbibliothek nachgeht. In den ehrwürdigen Hallen bin ich mit einem Mann verabredet, den man in Litauen völlig zu Recht "Mr. Kinderbuch" nennen könnte.

"Mein Name ist Kestutis Urba, ich bin Dozent an der Universität Vilnius – und Teilzeit-Bibliothekar in der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Litauischen Nationalbibliothek. Dazu bin ich seit vielen, vielen Jahren Präsident der litauischen Sektion des Internationalen Kuratoriums für das Jugendbuch. Eigentlich von Beginn an, seit 1993. 26 Jahre - mein ganzes Leben gehört den Kinderbüchern."

Die lieben Kleinen sind in den frisch renovierten Bibliotheksräumen gerade nicht zu sehen; sie kommen, so beruhigt Urba, regelmäßig nach Schulschluss, an den Nachmittagen. Solche Refugien sind unschätzbar angesichts eines Buchmarkts, der noch immer unter dem Einbruch in Folge der Weltwirtschaftskrise von 2008 ächzt. Dazu kommt eine massive demografische Krise: Seit der Unabhängigkeitserklärung von 1991 hat fast eine Million Litauer die Heimat verlassen – alarmierend für ein Land mit knapp drei Millionen Einwohnern. Rund 100 Verlage gibt es, etwa 2.000 Bücher erscheinen pro Jahr, circa 500 davon für junge Leser. 70 Prozent dieser Titel sind Übersetzungen. Mit Nieko rimto – auf Deutsch so viel wie "nichts Ernstes" – und Tikra knyga – was für "echte Bücher" steht – haben sich in den letzten Jahren immerhin zwei reine Kinder- und Jugendbuchverlage etabliert. Kestutis Urba und das Jugendbuch-Kuratorium versuchen die kreative Szene im eigenen Land mit einem ganzen Strauß von Preisen zu unterstützen. Es gibt, so ihre Überzeugung, keine kleinen Literaturen.

"Unsere zentrale Veranstaltung ist der Internationale Kinderbuchtag am 2. April, Hans Christian Andersens Geburtstag. An diesem Tag vergibt das Kuratorium jedes Jahr neun Preise. Es begann mit dem Buch des Jahres; inzwischen versuchen wir, alle Bereiche der Kinder- und Jugendliteratur abzudecken; es gibt also auch zwei Preise für Illustration und für Übersetzer. Und wir denken natürlich an Kritiker, die über Kinderliteratur schreiben. Dabei müssen wir uns immer wieder nach Spendern umsehen; ein großer Teil der Preisgelder sind kleine Beiträge von ganz normalen Leuten."

Besonders stolz ist Kestutis Urba auf das vom Kuratorium herausgegebene Magazin für Kinder- und Jugendliteratur. "Rubinaitis" – die einzige Zeitschrift ihrer Art auf dem Territorium der früheren UdSSR - erscheint seit der Unabhängigkeit Litauens im Vierteljahresrhythmus; bis zum Krisenjahr 2008 in 1.000, seitdem in 500 Exemplaren. Im Titel der Zeitschrift, die man von Machart und Intention mit dem deutschen Fach-Magazin "Eselsohr" vergleichen kann, sieht Urba einen Fingerzeig darauf, dass die Geschichte der litauischen Kinder- und Jugendliteratur seit ihren Anfängen eng mit der europäischen Literatur-Tradition verbunden ist:

"Der 1843 erschienene Kurzroman 'Das Leben des Rubinaitis Peliuze' von Simonas Daukantas war eine Adaption von "Robinson Crusoe". Es war meine Idee, den Namen auszuwählen – weil wir nicht nur über litauische Literatur schreiben, sondern genauso über Übersetzungen, über die Kinderliteratur der Welt. Den Titel eines Buchs zu wählen, das aus der großen Welt kam und hier adaptiert wurde, ist natürlich symbolisch zu verstehen."

Unterm Diktat des großen Bruders

Nachdem die Unabhängigkeit vom zaristischen Russland 1918 der litauischen Kinder- und Jugendliteratur eine erste Blütezeit bescherte, stand sie ab 1940, als Litauen Sowjetrepublik wurde, unterm kulturpolitischen Diktat des großen Bruders in Moskau. Die aufgezwungene Ästhetik des sozialistischen Realismus mit fröhlichen Pionieren, Militärmotiven und Lobeshymnen auf die Partei Lenins war Hintergrundfolie und künstlerische Reibungsfläche für viele litauische Illustratoren. Die Kunsthistorikerin Giedrė Jankevičiūtė hat sich als Ausstellungs-Kuratorin intensiv mit jener Periode beschäftigt, in der das Kinderbuch Sprachrohr für kommunistische Propaganda sein sollte – eine Vorgabe, zu der es jedoch immer Alternativen gab:

"Es war nicht so einfach, nicht nur Schwarz und Weiß. Wenn es wirklich interessante und gute Kinderbücher gab, war das Ende der 50er auch Resultat einer ziemlich spannenden Übersetzungspolitik. Damals wurde viele Klassiker ins Litauische übertragen, der 'Kleine Prinz' von Saint-Exupery, die Märchen von Hoffman, Charles Perrault oder Andersen. Das hatte, von den vermittelten ethisch-moralischen Werten bis zu den gezeigten Bilderwelten, den Möbeln, der Kleidung - nichts mit sowjetischer Kultur zu tun. Es unterschied sich komplett von der sowjetischen Alltagsrealität, die Ende der 50er Jahre ziemlich trist war."

Auch für Verleger und Lektoren waren die Arbeitsbedingungen in den Hochzeiten des Kalten Krieges schwierig. Weitgehend vom Westen abgeschottet, besorgten sie sich die Lizenzen für begehrte Titel nicht selten in befreundeten Ostblockstaaten.

"Es gibt Fälle wie 'Pinocchio' von Carlo Collodi; das Buch wurde zuerst aus dem Polnischen übersetzt, nicht aus dem Italienischen! Und Astrid Lindgren kam über den Umweg des Russischen nach Litauen. Ein besonders kurioser Fall, den der Name ihrer Illustratorin Ilon Vikland verwandelte sich bei dieser stillen Post in einen Männernamen – und das, obwohl Vikland in einer estnischen Emigrantenfamilie geboren wurde. Die Litauer haben anfangs nicht mitbekommen, dass es sich um eine weibliche Künstlerin handelt!"

Experimente in der Kinderbuch-Nische

Chrustschows Tauwetter und die Technikbegeisterung, die spätestens mit Gagarins Flug zu den Sternen um sich griff, eröffnete zu Beginn der 1960er-Jahre auch im illustrierten Kinderbuch neue künstlerische Freiräume: Anleihen aus der Pop-Art, Fotocollagen, die Verwendung des Scherenschnitts oder eine von Comic und Cartoon entlehnte Bildsprache standen der gängigen Sowjet-Ästhetik entgegen. In der Nische des Kinderbuchs fanden Illustratorinnen und Illustratoren, quasi unterm Radar der Zensur, neue Experimentier-Räume.

Auch der Rückgriff auf folkloristische Stilelemente und Märchenmotive lässt sich als Gegenentwurf zur sowjetischen Kunsthegemonie begreifen. Es waren vor allem die farbintensiven, trotz allgemein schlechter Buchproduktionsbedingungen perfekt gedruckten Illustrationen von Birute Žilyte und Algirdas Steponavicius, die aus dem Alltagsgrau der Sowjetunion herausstachen. Die Schlüsselstellung, die das Künstlerpaar für ganze Generationen nachwachsender litauischer Illustratoren besaß, lässt sich indes nicht nur durch den Blick auf ihre Bilder begreifen:

"Das Haus von Steponavičius und Žilytė war wirklich eine Insel widerständigen Denkens. Es war eine Art inoffizieller Salon, wo sich Leute über Kunst und ihr Kunstverständnis austauschen konnten - Ideen, die im offiziellen Kulturbetrieb nicht erwünscht waren, über die in den vom Künstlerverband organisierten Diskussionen nicht gesprochen werden durfte. Es war ein Informationszentrum, in dem man sich mit Kunst vertraut machen konnte, die offiziell nicht gezeigt wurde."

Märchenhafte Bildwelten

Der Altbau im ehemaligen jüdischen Ghetto von Vilnius, in dem Kęstutis Kasparavičius wohnt und arbeitet, wirkt verwunschen, wie aus der Zeit gefallen. Wer aufmerksam schaut, wird die pittoresken Säulen und Bögen des Treppenaufgangs in manchen seiner Bilder wiedererkennen. Kasparavičius empfängt mit selbst gebackenem Kuchen, der Chrysanthemen-Tee, den er dazu serviert, ist ein Geschenk seines chinesischen Verlegers. Die Räume mit den abgezogenen Holzdielen sind sparsam möbliert, an den weiß getünchten Wänden hängen die Aquarelle, die man aus seinen Büchern kennt. Kasparavičius’ märchenhafte Bildwelten sind in seiner Kindheit angelegt:

"Wir lebten nicht in Vilnius, sondern in einem alten Gutshaus, ungefähr 50 Kilometer von der Stadt entfernt. Darin war auch eine kleine Grundschule untergebracht, in der meine Eltern als Lehrer arbeiteten. Es gab einen alten Garten mit einem kleinen See und einer Insel. Das war ein ganz besonderer Ort – gerade in den ziemlich grauen und langweiligen Sowjet-Zeiten. Es war, als lebte ich in einem Märchen. Und ich denke sehr oft an diese Zeit zurück. Die Verbindung mit meiner Kindheit ist ziemlich offensichtlich."

Kasparavičius’ Karriere verlief alles andere als geradlinig: Nach dem Wunsch seiner Eltern sollte er Chordirigent werden; er brach die Ausbildung jedoch ab und studierte Grafik-Design. Wilde Hippie-Jahre in der bleiernen Zeit Breschnews:

"Nach der Musikschule ging ich wie mein älterer Bruder an die Kunstakademie. Ich studierte jedoch nicht Illustration, sondern Grafik-Design. Das war Anfang der Siebzigerjahre – eine ziemlich stürmische, hippe Zeit – und ich mit meinen Freunden mittendrin. Es war nicht leicht für uns: lange Haare, Jeans, die Rockmusik. Nach drei Jahren wurde ich rausgeschmissen. Ich diente zwei Jahre in der Sowjet-Armee, schreckliche zwei Jahre. Es war anfangs sehr hart, dann hatte ich einen kleinen Raum, in dem ich arbeiten konnte. Meist musste ich Propaganda-Plakate zeichnen."

Heute gehört Kestutis Kasparavičius zu der Handvoll litauischer Illustratoren, die von ihrer Kunst leben können. Es wirkt, als sei der eher introvertierte Zweiundsechzigjährige wieder Kind geworden – und noch einmal durchgestartet: Er reist viel, beteiligt sich an internationalen Bildungsprogrammen und Workshops, selbst mit einer Bilderbuch-App hat er experimentiert. Während die meisten seiner Bücher in Deutschland nur noch antiquarisch zu bekommen sind, brachte sein chinesischer Verlag jüngst sieben Titel auf einen Streich. Mit der "Reise ins Schlaraffenland" hat der Verlag Urachhaus in diesem Frühjahr einen Kasparavičius-Klassiker neu aufgelegt. Die Reise ins Reich der Faulpelze, Schlemmer und Naschkatzen zeigt ihn auf der Höhe seiner Kunst.

Bestseller und Lieblingsbücher

Die Filiale der Buchhandlungs-Kette Vaga, nach Alma littera Nummer Zwei in Litauen, ist heute kaum frequentiert. In der Kinderbuchabteilung treffe ich auf Giedre Karpinskaite, die eigentlich Malerei studiert, aber an zehn Tagen pro Monat als Buchhändlerin jobbt. Was, möchte ich wissen, sind die Renner an der Ladenkasse? Bei Teenagern ist die "Dark Diaries"-Serie der US-Amerikanerin Rachel Renee Russell populär. Und wenn ich ein Geschenk für ganz junge Leser suchen würde?

"Dann würde ich Ihnen natürlich zuerst "Kake Make" zeigen, dieses hier, davon haben wir eine Menge. Es ist eine Serie, die Geschichte ist sehr lustig, dazu hübsche Illustrationen. Die Hauptfigur ist ein verrücktes kleines Mädchen, das auf witzige Weise Dinge lernt."

Die drolligen, ein wenig einfach gestrickten Bücher der 1973 geborenen Lina Zutaute, zu denen es – von der Teetasse bis zum Schlafanzug - bergeweise Merchandising-Artikel gibt, sind in einem litauischen Schriftstellerhaushalt eher verpönt. Aber was wird dort stattdessen gelesen? Die vierköpfige Familie des Autors und Übersetzers Laurynas Katkus lebt in einem Plattenbau aus Sowjetzeiten; die nach der Unabhängigkeit privatisierten Wohnungen im Grünen sind begehrt, auch wenn es in ihnen eng zugeht. Der 13-jährige Ignotas und seine jüngeren Schwestern Teresé und Veronika teilen sich ein Kinderzimmer – und mehrere Bücherregale. Ignotas’ bevorzugte Lektüre unterscheidet sich kaum von der seiner Altersgenossen in Deutschland. Und natürlich würde er wie sie gern mehr Zeit am Rechner verbringen als die von den Eltern erlaubte eine Stunde pro Tag:

"Ich mag Abenteuerbücher. Fantasy-Literatur. Manchmal auch Comics. Und manche Gedichte. Ich lese auch gerne James Bond, "Herr der Ringe", die Hobbits, so was… Ich würde gern mehr Computerspiele spielen, aber ich bin der Einzige in der Klasse, der keinen Steam-Account hat."

Teresé ist eifrige Bibliotheks-Gängerin:

"Ich lese gerade ein Buch, das ich aus der Bibliothek mitgenommen habe, es heißt 'Schule des Guten und Bösen. Die Welt ohne Prinzen'. Das ist der zweite Band einer Serie, der erste war ausgeliehen. Es gefällt mir. Aber mir gefallen noch viel mehr Sachen… Ich mag Fantasy-Bücher. Abenteuer. Und lustige Bücher… eigentlich gefallen mir fast alle Bücher, die ich lese. Ich geh' oft in die Schulbibliothek, das ist der stillste Raum, den ich kenne."

Leseförderung, nicht nur in Sonntagsreden

Bibliotheken spielen in einem kleinen Land wie Litauen eine enorm wichtige Rolle. Im Schnitt kostet ein Buch elf Euro – viel Geld bei einem Monatsverdienst von rund 800 Euro. Aida Dobkeviciute, Geschäftsführerin des litauischen Verlegerverbands, hat schon häufiger Mütter beobachtet, die per Smartphone in Buchhandlungen einzelne Titel fotografieren – um anschließend mit den Kindern in die Bibliothek zu gehen. 

"Die Finanzierung der Bibliotheken ist nicht nur in Litauen ein Problem, sondern in allen Ländern mit sogenannten kleinen Sprachen. Wenn Bibliotheken nach Bedarf einkaufen könnten, würden die Auflagen steigen – und das würde die Bücher auch in den Läden billiger machen."

Der Politik ist das Problem bekannt, zumindest in Sonntagsreden – wo, wenn nicht bei Kindern und Jugendlichen soll Leseförderung ansetzen? Doch nach der nächsten Wahl, meint Dobkeviciute lächelnd, würden eher wieder Straßen gebaut. Immerhin hat Präsidentin Dalia Grybauskaitė eine populäre Weihnachts-Aktion auf den Weg gebracht, von der auch junge Leserinnen und Leser profitieren: Die Litauer können hier Bücher zu Extra-Konditionen einkaufen und an Bibliotheken spenden – mehr als 170.000 kamen in den letzten fünf Jahren zusammen. Für Verlage und Bibliotheken gibt es dennoch keine Entwarnung:

"Natürlich gibt es heute jede Menge Herausforderungen, gerade kleinere Verlage schlagen sich mit alternativen Geschäftsmodellen herum. Sie können natürlich alles drucken – aber es ist nicht so einfach, das auch zu verkaufen. Unser Markt deckt sich mit unserer Landesgrenze, es ist ein nationaler Markt. Hoffentlich lassen die Litauer ihre Kinder also hier aufwachsen – und litauische Bücher lesen."

Drei Wünsche an die Zauberfee

Und was würde Kestutis Urba von der Kinderbuch-Abteilung der Nationalbibliothek wählen, wenn er bei einer guten Fee drei Wünsche frei hätte? Schließlich ist der Mann in einem seiner vielen Nebenjobs auch noch Kinderbuch-Übersetzer – und hat vier zauberhafte Enkel.

"Eine sehr schwierige Frage (lacht)... Ein Wunsch wäre, noch 20 weitere Ausgaben von 'Rubinaitis' herauszubringen. Und, ja: Ich würde gern noch ein paar Bücher übersetzen, wichtige Bücher. Und der dritte Wunsch: Ich wäre sehr glücklich, wenn meine Enkel die Literatur lieben würden."

Die Chancen stehen dafür nicht schlecht. In Litauen, das heute eher für kostenloses WLAN und die hohe Internetaffinität seiner Bewohner bekannt ist, gehört das abendliche Vorlesen seit einigen Jahren wieder zum festen Ritual vieler junger Familien. Am Ende stimmt sogar die Legende, nach der im Paradies Litauisch gesprochen wird.

Die Reise ins Schlaraffenland. Illustriert von Kęstutis Kasparavičius. Deutsche Textfassung von Kęstutis Kasparavičius und Michael Stehle. Verlag Urachhaus 2017, 56 Seiten, 17,90 Euro.

Giedrė Jankevičiūtė, V. Geetha: Eine andere Geschichte des Kinderbilderbuchs – Vom sowjetischen Litauen bis nach Indien. Übersetzt aus dem Englischen von Helmut Wolf. Tara Books 2017, 175 Seiten, 42 Euro.

Ein glücklicher Mensch. Märchen aus Litauen. Ausgewählt und übersetzt von Irena Ülkekul. Mitteldeutscher Verlag 2017, 240 Seiten, 19,95 Euro.

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