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Russische Hilfsorganisationen sammeln für Syrien

Spendenaktion demonstriert Schulterschluss mit russischer Haltung in der Syrien-Frage

Von Gesine Dornblüth

Syrische Soldaten in Aleppo
Syrische Soldaten in Aleppo (picture alliance / dpa / Sana)

Hilfsorganisationen in Moskau haben eine Spendenaktion für Syrien organisiert. Beteiligt sind auch das russische Katastrophen- und das syrische Sozialministerium. Die Hilfsgüter werden dem Patriarchen von Antiochia und dem Großmufti von Syrien übergeben, die sie an Bedürftige verteilen sollen.

Elena Agapova ist stolz. 70 Tonnen Hilfsgüter sind für Syrien zusammengekommen: Lebensmittel, Medikamente und Schulsachen:

"Unser Spendenaufruf hat sich vor allem an die Moskauer gerichtet, aber ganz Russland hat reagiert, von Wladiwostok bis Moskau und St. Petersburg. Jakutsk ist dabei, Nischnij Nowgorod, der Ural. Und alle Bevölkerungsschichten haben mitgemacht."

Organisiert hat die Spendenaktion die "Zaristisch orthodoxe Palästina-Gesellschaft", eine Unterorganisation der russisch-orthodoxen Kirche, und Elena Agapova ist ihre stellvertretende Vorsitzende. Nelli Kuskowa, gleichfalls von der Palästina-Gesellschaft:

"Einmal kam sogar eine ganz alte Frau zum Sammelpunkt. Sie konnte kaum gehen. Sie brachte ein Kilo Reis und 50 Rubel. Das ist sehr wenig Geld. Und wir haben sie gefragt, ob wir nicht lieber ihr helfen sollen. Aber sie wollte unbedingt die Syrer unterstützen, und bat uns, ihnen auszurichten, dass sie sich halten sollen."

Die Hilfsgüter werden dem Patriarchen von Antiochia und dem Großmufti von Syrien übergeben, die sie ihrerseits an Bedürftige verteilen sollen.

Beteiligt sind auch das russische Katastrophenministerium und das syrische Sozialministerium.

Nelli Kuskowa war vor einigen Wochen selbst in Damaskus, als eine erste Sendung mit Hilfsgütern überbracht wurde. Sie traf dort vor allem mit Regierungsvertretern zusammen:

"Dort ist es ganz anders, als die Weltpresse schreibt. Die Menschen in Damaskus sagen: Freiheit ist schön, aber der sogenannte Arabische Frühling bringt keine Freiheit, sondern Gewalt. Es kann schon sein, dass einige Assad nicht mögen, aber was die sogenannten Aufständischen anrichten, lehnen die Menschen komplett ab."

Der Botschafter Syriens in Moskau sitzt dabei, dankt für die Spendenaktion und lobt die russisch-syrische Freundschaft. Nelli Kuskowa:

"In Damaskus sind uns alle Menschen freundlich begegnet. Wenn sie gehört haben, dass wir aus Russland sind, haben alle gelächelt. Da war eine große Dankbarkeit."

Für Omar Schaar dagegen ist die russische Spendenaktion vor allem Propaganda. Der Syrer lebt seit vielen Jahren in Moskau, er steht der syrischen Opposition nahe und leitet in Russland ein syrisch-russisches Kulturzentrum. Dessen Arbeit liegt auf Eis, denn die Syrer im Zentrum sind gegen Assad, die Russen für ihn, und dieser Streit macht jegliches Arbeiten unmöglich. Die Zeit der russisch-syrischen Freundschaft sei vorbei, meint Schaar, das Ansehen der Russen in Syrien schlecht wie nie:

"Die Leute lehnen Russland ab, denn sie werden mit Scud Raketen beschossen und von Flugzeugen bombardiert. Und die Waffen kommen aus Russland."

Dass die Spendenaktion auch politische Ziele hat, verschweigen die Organisatorinnen nicht. Elena Agapova:

"Das große Echo auf unseren Spendenaufruf ist auch eine klare Antwort an all jene Kräfte, die heute mit aller Macht Syrien vernichten und dort ihre Weltordnung errichten wollen."

Nelli Kuskowa ergänzt:

"Da sind Kräfte am Werk, die eine Weltordnung etablieren wollen, in der nur noch ihr Wille gilt und sich alle einem Zentrum unterordnen müssen. Das sind Amerika, der Westen insgesamt und die Golfstaaten mit ihrem Geld. In deren Weltordnung müssen die Staaten ihre Souveränität vollständig aufgeben. Und wir sind froh, dass es Länder gibt, die bereit sind, für ihre nationale Unabhängigkeit und ihre nationale Identität zu kämpfen. Es liegt im Charakter der Russen, sie zu unterstützen. Jeder unterstützt doch lieber David als Goliath. Denn es ist Goliath, der da gegen Syrien kämpft. Das weiß doch jeder. Zumindest wir hier in Russland wissen das."

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