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StartseiteSternzeitKaum noch dunkle Nacht07.12.2016

Weltatlas der LichtverschmutzungKaum noch dunkle Nacht

Ein neuer Weltatlas zeigt, wie stark künstliche Lichtquellen den Nachthimmel erhellen. Schwächere Sterne und die Milchstraße sind in den Industriestaaten kaum noch zu sehen. Die Lichtverschmutzung könnte in Zukunft weiter zunehmen, befürchten Forscher.

Von Dirk Lorenzen

Die aktuelle Lichtverschmutzung in Europa (links) und wie sie mit weiteren LEDs zunehmen könnte (rechts) (Science)
Die aktuelle Lichtverschmutzung in Europa (links) und wie sie mit weiteren LEDs zunehmen könnte (rechts) (Science)

An dem internationalen Projekt waren auch Wissenschaftler des Geoforschungszentrums Potsdam beteiligt. Das Team wertete vor allem Bilder des NASA-Satelliten Suomi aus, der seit sechs Jahren die Erde umkreist.

Er hat erstmals einen Sensor an Bord, der die Helligkeit von Städten misst. Die Satellitendaten wurden anhand von mehr als 20.000 Messstationen am Boden geeicht. Das Ergebnis hat die Forscher wenig überrascht, aber dennoch erschüttert: Große Bereiche auf der Erde sind förmlich von Kunstlicht überflutet.

Vor allem in Westeuropa gibt es kaum noch Gegenden, in denen sich ein dunkler Nachthimmel genießen lässt. Annähernd schwarze Nächte gibt es am ehesten noch in Schottland, Schweden und Norwegen sowie in Teilen Österreichs und Spaniens. Die in der Nacht dunkelsten Bereiche Deutschlands liegen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Von wegen stockdunkle Nacht: Die Milchstraße verschwindet im Lichtdom von Berlin (A. Jechow/IGB)Von wegen stockdunkle Nacht: Die Milchstraße verschwindet im Lichtdom von Berlin (A. Jechow/IGB)

Die Forscher haben die Lichtverschmutzung bewusst zu diesem Zeitpunkt dokumentiert. Denn die industrialisierte Welt steht vor der Umstellung auf LED-Beleuchtung. Diese modernen Leuchten sind preiswert. Doch die meisten strahlen sehr intensiv über einen sehr breiten Spektralbereich. Die Umstellung auf LED könnte im schlimmsten Fall binnen weniger Jahre zu einer Verdreifachung der nächtlichen Himmelsaufhellung führen. Dann gäbe es schwache Sterne und die Milchstraße nur noch in einem Planetarium zu sehen.

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