Wissenschaft im Brennpunkt / Archiv /

Wörter, Kriege, Emotionen

Datenschürfen im Kulturgut

Von Bernd Schuh

In alten Dokumenten und Handschriften schlummern noch ungeahnte Informationen, die gehoben werden können.
In alten Dokumenten und Handschriften schlummern noch ungeahnte Informationen, die gehoben werden können. (AP Archiv)

Umbrüche erklären, die Zukunft erkennen - das und nicht weniger ist das Ziel der "Digital Humanities", einer neuen Strömung in den Geisteswissenschaften. Linguisten durchforsten Millionen Bücher nach den Gesetzen des Sprachwandels.

Aus Häufigkeitsverteilungen und Zeitreihen von Wortwolken lesen sie ab, wie gesellschaftliche Moden mit  angesagten Hunderassen in Beziehung stehen und klären, nach welchen Mustern sich Skandale entfalten. Historiker entschlüsseln Migrationsmuster mithilfe handgeschriebener Passagierlisten oder visualisieren, wie sich die Aufklärung über Europa verbreitete. Noch ehrgeiziger sind die Versuche, aus dem digitalen Datenwust historische Umbrüche wie den arabischen Frühling vorherzusagen.

Statt wie früher einzelne Quellen intensiv zu studieren, setzen Historiker und Linguisten heute Computer auf die Spur unentdeckter Muster und Fragestellungen. Wenn sich dabei die eine oder andere Regelmäßigkeit ergibt, bleibt immer noch genug zu tun: Für die Deutung braucht es mehr als Statistik und IT.

"Manuskript zur Sendung:"

Wörter, Kriege, Emotionen

"Weiterführende Links:"

Seiten des Deutschlandradios:

     &nbspDie menschliche Identität hinterfragt
     &nbsp(Politisches Feuilleton vom 09.01.13)

     &nbspPer Mausklick zum nationalen Kulturerbe
     &nbsp(Hintergrund vom 27.11.12)

     &nbspDas Petabyte-Zeitalter
     &nbsp(Wissenschaft im Brennpunkt vom 09.10.11)

     &nbspArchäologie digital
     &nbsp(Campus & Karriere vom 08.02.11)

Links ins Netz:

      Youtube: Aiden und Michel erklären culturomics

      Digital Humanities im deutschsprachigen Raum

      Semtracks

      Digitale Infrastruktur für Geisteswissenschaften

      UB Heidelberg: Übersicht über Digitalisierungsprojekte weltweit

      Uni Trier: Wörterbuchnetz

      Google Ngram viewer

      Corpus Thomisticum (Thomas von Aquin digital)

      Deutsche Digitale Bibliothek

      Göttinger Statuten im 15. Jahrhundert

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Wissenschaft im Brennpunkt

Sendereihe Philosophie im HirnscanTeil 1: Des Menschen freier Wille

Was macht die Besonderheit des Menschen aus?

Der Mensch erhebt sich über seine Natur, denn er besitzt einen Geist, mit dem sich Entscheidungen rational und aus freiem Willen treffen lassen. Das ist die Grundlage aller Zivilisation und aller Rechtssysteme.

Rohstoffsuche in der ArktisFrau Marchenkos Gespür für Eis

Wer die Insel Spitzbergen besuchen möchte,muss sich warm anziehen.

Der Greenpeace-Protest gegen die Ölförderung in den Eismeeren der Arktis war am Ende erfolglos - auch, wenn er 30 Aktivisten eine mehrwöchige Haftstrafe in russischen Gefängnissen einbrachte. Seit der Inbetriebnahme der umstrittenen russischen Ölförderplattform Prirazlomnaja ist der Wettlauf um die Rohstoffe eröffnet.

PalliativmedizinLeben vor dem Tod

Volkskrankheit Krebs: 218.000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland

"Wir können nichts mehr für Sie tun" - ein gefürchteter Satz, den Ärzte benutzen, wenn sie vor einer tödlichen Krankheit kapitulieren. Dabei stimmt er genau genommen gar nicht. Selbst wenn eine Heilung nicht mehr zu erwarten ist, kann die Medizin noch eine ganze Menge tun.