Hitzewochenende
26 Männer und Jungen beim Baden gestorben - Rekordtemperaturen, überlastete Rettungskräfte und Stromausfälle

Am heißen Wochenende sind nach Angaben der Lebensretter der DLRG mindestens 26 Menschen in Deutschland beim Baden ums Leben gekommen – alles Männer und Jungen. Mitgezählt sind dabei auch Vermisste, deren Identität bekannt ist, die aber noch nicht gefunden wurden.

    Einsatzkräfte von DLRG und Feuerwehr ziehen von einem Boot aus einen glatzköpfigen Mann aus dem Wasser.
    Einsatzkräfte von Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und der Feuerwehr demonstrieren eine Wasserrettung. Die allermeisten tödlichen Unfälle ereignen sich laut DLRG) in Binnengewässern. (picture alliance / Goldmann / Goldmann)
    Die vorläufige Bilanz bezieht sich auf die Zeit von Freitag bis Sonntag. Bereits am Donnerstag hatte es den Angaben zufolge mindestens sieben weitere tödliche Unglücke gegeben. Hinzu kommen laut DLRG mindestens acht Menschen, die unter Reanimation ins Krankenhaus gebracht wurden. So starb unter anderem am Starnberger See ein Rentner beim Baden. Im niedersächsischen Peine wurde ein 17-Jähriger tot aus einem See geborgen.
    Schon vor der Hitzewelle hatte die DLRG dazu aufgerufen, die Gefahren beim Baden und Schwimmen in der Hitze nicht zu unterschätzen. "Wir sehen immer wieder, dass gerade Männer ihre Fähigkeiten überschätzen und Risiken eingehen, die vermeidbar wären", hatte DLRG-Präsidentin Vogt gesagt. Im Jahr 2025 waren vier von fünf Ertrunkenen laut DLRG männlich (82 Prozent).

    Viele Rettungseinsätze

    Die andauernde Hitzewelle in Deutschland sorgt weiter für historische Temperaturrekorde, überlastete Rettungskräfte und Störungen der Infrastruktur. In ganz Deutschland waren die Rettungskräfte im Dauereinsatz.
    So meldet die sächsische Landeshauptstadt Dresden mit 318 Feuerwehreinsätzen den einsatzstärksten Tag des Jahres, die Kölner Feuerwehr befand sich nach Angaben der Stadt an ihrer Kapazitätsgrenze. Bundesweit mussten die Rettungsdienste bei hitzebedingten Notfällen bewusstlosen Menschen helfen oder sie reanimieren. Auch die Notaufnahmen vieler Krankenhäuser waren überlastet. In einzelnen Gemeinden wurde an die Bevölkerung appelliert, nur in wirklich dringenden Fällen die Notfallaufnahmen aufzusuchen.

    Störungen in der Stromversorgung

    Vor allem im Westen Deutschlands waren nach Bränden an mehreren Trafostationen zahlreiche Menschen ohne Strom. Polizei, Feuerwehr und Energieversorger mussten in den vergangenen Tagen an vielen Orten ausrücken, zuletzt etwa in Idar-Oberstein, Bonn, Kerpen, Duisburg, Mönchengladbach und Weinheim.
    Im Raum Mannheim lösten technische Defekte Stromausfälle aus. Bereits in den Tagen zuvor gab es Brände und Stromausfälle, etwa in Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd oder Bocholt.
    Über Trafohäuschen nehmen örtliche Stromversorger elektrische Energie aus dem Mittelspannungsnetz auf und regeln sie auf 230 beziehungsweise 400 Volt herunter. Anschließend geht sie über lokale Ortsnetze an die Endverbraucher. In Deutschland gibt es rund 600.000 Trafo- oder Umspannstationen.

    Hitze verursacht Schäden an Infrastruktur

    Die Hitze hat auch zu mehr Schäden an der Infrastruktur geführt, unter anderem an den Asphalt- und Betondecken von Autobahnen. Am Wochenende kam es zu mehreren Teilsperrungen, etwa auf der A2 zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt.
    Auch der Zugverkehr wurde vielerorts zum Teil erheblich gestört. So meldeten mehrere Bahnunternehmen aus Nordrhein-Westfalen Probleme im Großraum Essen und am Düsseldorfer Hauptbahnhof. In der sächsischen Landeshauptstadt Leipzig fallen wegen Hitzeschäden am Schienennetz alle Straßenbahnen aus. Auch in Nürnberg wurde der Straßenbahnbetrieb komplett eingestellt.
    Die Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnverkehrsbetriebe hatten Fahrgäste aufgerufen, wegen der Hitze zu Hause zu bleiben. Nicht dringend notwendige Reisen im Fern- und Regionalverkehr sollten verschoben werden, so der Appell der Bahn und des Bundesverbands Schienennahverkehr (BSN).

    Ein Temperaturrekord jagt den nächsten

    In Deutschland hatte es drei Tage in Folge Temperaturhöchstwerte gegeben. Am Sonntagnachmittag meldete die Station des Deutschen Wetterdienstes im brandenburgischen Coschen an der polnischen Grenze einen Wert von 41,7 Grad. Zuvor waren am Freitag 41,3 Grad in Saarbrücken-Burbach gemessen worden, am Samstag dann 41,5 Grad in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt. Zudem war die Nacht zum Sonntag nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen in Deutschland. Der Rekord wurde im ostsächsischen Kubschütz mit 29,4 Grad aufgestellt.
    Neue Spitzenwerte gab es auch in anderen europäischen Staaten, wie etwa in Tschechien mit 41,1 Grad. In der Schweiz war es mit 39 Grad noch nie so heiß in einem Juni.

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    Diese Nachricht wurde am 29.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.