Verkehr
Hitzebedingte Straßenschäden im ganzen Land - Autobahnen und kommunale Straßen betroffen - Fahrer zu Aufmerksamkeit aufgerufen

Die Hitzewelle beschädigt vermehrt Straßen und Autobahnen in Deutschland. Betroffen sind mehrere Strecken in Brandenburg, die A7 bei Hamburg, aber auch die A93 in der Oberpfalz.

    Abgesperrte Fahrbahnen auf der A2 Richtung Berlin: Zu sehen sind aufgeplatzte und zerbrochene Betonplatten.
    Auf der A2 Richtung Berlin haben sich durch die extremen Temperaturen Betonplatten aufgewölbt und sind an den Übergängen zerbrochen. (picture alliance / dpa / Michael Bahlo)
    Die Hitze weicht die oberste Schicht des Asphalts auf, sorgt für Risse, aufgeplatzte Fahrbahnen oder sogenannte "Blow-ups". In diesem Fall wölben sich die Betonplatten auf und können zur Gefahr werden.
    Nach Angaben der Autobahn GmbH ist es zu solchen hitzebedingten Schäden zum Beispiel auf der Autobahn 93 in der Oberpfalz zwischen Weiden-Süd und Luhe Wildenau in Richtung Regensburg gekommen. Bis voraussichtlich kommende Woche müsse der linke Fahrstreifen deshalb gesperrt werden. Die aufgewölbten Betonplatten müssten ausgetauscht werden.

    "Blow ups" vor allem bei Betonfahrbahnen

    Der Autobahn GmbH zufolge treten die Blow-ups vor allem bei älteren, stark beanspruchten und bereits mehrfach reparierten Betonfahrbahnen auf. Ab etwa 30 Grad Außentemperatur steigt die Wahrscheinlichkeit solcher Schäden. Beton dehnt sich bei Wärme aus. Normalerweise werde das bei der Bauweise berücksichtigt, erklärte die Autobahn GmbH. Bei älteren Strecken könne sich der Beton aber mitunter nicht ausreichend in Längsrichtung ausdehnen. Es baue sich Spannung auf, und irgendwo müsse die Spannung dann hin. Mit Blow-ups sind auch die Autobahnmeistereien in Brandenburg seit Freitag beschäftigt. Unter anderem waren die A2, A10, A11, A13 und die A15 betroffen.
    Auf der Autobahn 7 bei Hamburg hatte sich eine Naht im Hauptfahrstreifen gelöst. Diese sei von dem darüber laufenden Verkehr aus der Fuge gezogen worden, so die Autobahn GmbH. Dadurch habe sich stellenweise auch die Asphaltdeckschicht abgelöst.

    Kommunen melden Hitzeschäden im Asphalt

    Aus einigen Kommunen und Kreisen werden ebenfalls hitzebedingte Straßenschäden gemeldet. In den meisten Fällen löste sich auch hierbei die obere Schicht der Asphaltdecke.
    Asphalt reagiert auf lang anhaltende Hitze anders als Beton. Durch intensive Sonneneinstrahlung können sich Fahrbahnen auf deutlich mehr als 60 Grad Celsius aufheizen. Bleiben die Nächte tropisch warm und kühlt der Belag nicht ausreichend ab, wird das im Asphalt enthaltene Bindemittel Bitumen weich und kann an die Oberfläche treten. Fachleute sprechen von einer "schwitzenden Decke". Unter der Belastung des Verkehrs können sich anschließend Spurrinnen, Verdrückungen, Aufwölbungen oder sich lösende Asphaltstücke bilden.

    Fahrer zu Vorsicht und Mithilfe aufgerufen

    Grundsätzlich wird Fahrern geraten, aufmerksam unterwegs zu sein. Wer Schäden bemerke, solle sich umgehend an die Polizei wenden, meinte die Autobahn GmbH. Außerdem sollten Geschwindigkeitsbegrenzungen eingehalten werden.
    Diese Nachricht wurde am 27.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.