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StartseiteUmwelt und VerbraucherDiesel-Nachrüstung technisch machbar07.11.2018

ADAC-TestDiesel-Nachrüstung technisch machbar

Der ADAC hat Euro-5-Diesel nachträglich mit Harnstofftanks ausgerüstet und sie dann dauerhaft getestet. Das Ergebnis: Die Nachrüstung funktioniert - mit gewissen Einschränkungen. Trotz geringerem Ausstoß von Stickoxyden, bleiben die EU-Grenzwerte überschritten.

Von Thomas Wagner

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20.02.2018, Baden-Württemberg, Stuttgart: Im Motorraum eines Testfahrzeuges sind die Bauteile zu sehen, die im Rahmen einer Umrüstung eingebaut wurde.Der ADAC Württemberg und das Verkehrsministerium Baden-Württemberg haben gemeinsam getestet, welchen Effekt die Hardware-Umrüstung von Euro-5-Diesel-Fahrzeugen hat. Foto: Sina Schuldt/dpa | Verwendung weltweit (dpa)
Hardware-Nachrüstung führt tatsächlich zu einer deutlichen Stickoxidreduktion im realen Fahrbetrieb führt (dpa)
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Und sie funktioniert doch: Die Hardware-Nachrüstung für Euro-5-Dieselfahrzeuge.

"Eindeutig machbar – gar keine Frage: Aber genau deswegen führen wir diesen Langzeittest durch, um viele Argumente der Gegner einer Nachrüstung, einer Hardware-Nachrüstung, zu widerlegen."

So Stefan Braunschweig, Sprecher des ADAC-Württemberg. Der hatte in Zusammenarbeit mit dem baden-württembergischen Verkehrsministerium ab Anfang August drei Euro-5-Dieselfahrzeuge, die mit SCR-Katalysatoren und AdBlue-Technologie nachgerüstet waren, einem Dauertest unterzogen: Die Testfahrer fuhren mit den Autos täglich 700 Kilometer; mal ging es über Stock und Stein, mal auf die Autobahn, mal ins Gebirge, mal in den Stadtverkehr. Ergebnis nach 10.000 Kilometern Testfahrten:

Weniger Stickoxyde durch Hardware-Nachrüstung

"Wir haben Reduktionsraten zwischen 63 Prozent und 80 Prozent gemessen bei der Reduzierung von Stickoxiden."

Damit wurde durch den ersten Langzeitfahrtest das bestätigt, was der ADAC bereits nach ersten Kurzstreckentests im Frühjahr herausbekommen hat: Das nämlich Hardware-Nachrüstung tatsächlich zu einer deutlichen Stickoxidreduktion im realen Fahrbetrieb führt.

"Und es ist allen drei Fahrzeugen gelungen, unter diesem Schwellenwert von 270 Milligramm zu bleiben pro Kilometer, der ja jetzt durch den Dieselkompromiss in die Diskussion gekommen ist."

EU-Grenzwerte werden nicht erreicht

Damit liegen sie aber immer noch deutlich über dem EU-Grenzwert, der für Euro-5-Diesel bei 180 und bei Euro-6-Diesel bei 80 Milligramm festgeschrieben ist. Dennoch sei eine Stickoxidreduktion zwischen 60 und 80 Prozent durch Hardware-Nachrüstung bereits ein Riesenfortschritt, heißt es beim ADAC-Württemberg, der allerdings auch auf zwei kleinere technische Störungen während der Tests hinwies: Ein PKW verlor kurzzeitig Kühlwasser, was mit der Hardware-Nachrüstung in Zusammenhang stand; bei einem Lieferwagen kam es zu einem kurzzeitigen Ausfall des SCR-Katalysators. Die Hersteller hätten zugesagt, die Ausfälle zu überprüfen und Abhilfe zu schaffen. In den kommenden Wochen sollen die Testfahrten fortgesetzt werden. ADAC-Sprecher Stefan Braunschweig:

"Wir erwarten bei tieferen Temperaturen: Die Reduktionsraten greifen zwar, aber wir haben dann ein etwas höheres Emissionsniveau. Das erwarten wir."

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