
Die Bundesvorsitzende Weidel sagte vor rund 3.000 Menschen in einer Messehalle, dass Spitzenkandidat Siegmund der erste Ministerpräsident ihrer Partei werde. Siegmund selbst führte aus, die Anhänger seien ein Teil der Geschichte. Er strebe ein Wahlergebnis von mehr als 45 Prozent an. In aktuellen Umfragen liegt die Partei bei rund 41 Prozent. Der Fraktionschef im Magdeburger Landtag, Kirchner, verglich die sogenannte Brandmauer gegen die AfD mit der früheren deutsch-deutschen Grenze mit Selbstschussanlage. Zudem setzte er die Politik von Bundeskanzler Merz mit der des früheren DDR-Machthabers Ulbricht gleich. Vor der Messehalle demonstrierten Menschen gegen den Wahlkampfauftakt der AfD. Der Verfassungsschutz stuft die AfD in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch ein. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt.
Die Partei strebt bei der Wahl am 6. September die absolute Mehrheit im Landtag und damit die Übernahme der Landesregierung an. Die AfD plant unter anderem, Hunderte Behördenstellen neu zu besetzen und den Rundfunkstaatsvertrag aufzukündigen, was die Rechtsgrundlage für den MDR gefährden könnte. Außerdem will sie die Lehrpläne für das Schulfach Geschichte überarbeiten. Die Werbekampagne des Landes soll statt "#moderndenken" künftig "#deutschdenken" lauten. Derzeit regiert der CDU-Politiker Schulze in einer Koalition mit SPD und FDP.
Informell läuft der AfD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt schon länger. Zuletzt hatte eine Veranstaltung Wirbel ausgelöst, bei der der Kabarettist Uwe Steimle die DDR-Nationalhymne anstimmte und AfD-Co-Chef Chrupalla mitsang. Steimle sieht sich wegen verunglimpfender Aussagen über die CDU-Politiker Merz und Merkel zudem mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft konfrontiert.
Diese Nachricht wurde am 18.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
