Mondmission
Alexander Gerst: "Es geht nicht mehr so sehr darum, Flaggen aufzustellen"

Der Astronaut Alexander Gerst hat die abgeschlossene Artemis-2-Mission als Beginn einer neuen Ära bezeichnet. Man könne künftig dauerhaft auf dem Mond präsent sein und ihn besser untersuchen als bisher. Dies sei mit Artemis 2 angegangen worden, sagte Gerst im Deutschlandfunk.

    Auf diesem von der NASA zur Verfügung gestellten Foto sitzen die Astronauten Victor Glover und Christina Koch auf einem MH-60 Seahawk der Navy auf dem Flugdeck der USS John P. Murtha und lachen.
    Nach der Rückkehr zur Erde: Auf diesem von der NASA zur Verfügung gestellten Foto sitzen Victor Glover und Christina Koch auf einem MH-60 Seahawk der Navy auf dem Flugdeck der USS John P. Murtha (Bill Ingalls / NASA / AP / dpa / Bill Ingalls)
    Es gehe nicht darum, Fahnen auf dem Mond aufzustellen, sondern Gefahren wie kosmische Strahlung oder Meteoriten besser einschätzen zu können. Dafür müsse man etwa Meteoritenkrater auf dem Mond genauer analysieren. Außerdem verwies Gerst den besonderen Wert der europäischen Beteiligung an der Mission. Falls man wichtige Bauteile beitrage, könne man in Zukunft auch mitfliegen oder beeinflussen, welche Experimente durchgeführt würden.
    Gerst hatte die Rückkehr am frühen Morgen live verfolgt. "Wenn man die Menschen in der Rakete so gut kennt, dann fiebert man natürlich nochmal mehr mit", sagte der Astronaut aus Künzelsau. Etwa mit dem Commander der Artemis-2, Reid Wiseman, absolvierte er 2014 einen Außenbordeinsatz an der Raumstation ISS. Gerst sagte, er habe sich sehr gefreut, dass die Mission so bilderbuchmäßig verlief.
    Der deutsche Astronaut war selbst mehrfach auf der Internationalen Raumstation ISS und erinnerte sich an seine Rückflüge zur Erde: "Man sieht sich eingehüllt in einen Feuerball, dann fliegen brennende Teile vom Raumschiff weg und die g-Kräfte steigen."
    Das Gefühl bei der Rückkehr verglich Gerst mit einer Achterbahnfahrt: Lediglich die Fliehkräfte in der Raumkapsel seien um ein Vielfaches höher und hielten länger an. Beim Abbremsen der Raumkapsel werde sie außen mehr als 2.000 Grad heiß. "Das ist schon ein wilder Ritt", bilanziert Gerst seine Erinnerungen.
    Bundesforschungsministerin Bär, CSU, bezeichnete die Mission als Riesenerfolg. Der Weg sei bereitet, dass die Menschheit wieder auf der Mondoberfläche stehe. Sie betonte, ohne Technik aus Deutschland wäre dies nicht möglich gewesen.
    Heute früh wasserte die Raumkapsel planmäßig im Pazifik. Die vier Raumfahrer waren sie weiter von der Erde entfernt als je ein Mensch zuvor. Die US-Weltraumbehörde NASA strebt für 2028 wieder eine Mondlandung an.

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    Diese Nachricht wurde am 11.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.