Newsblog zur Landtagswahl in Baden-Württemberg
Özdemir lehnt Teilung von Amtszeit des Ministerpräsidenten ab

+++ Grünen-Spitzenkandidat Özdemir hat den Regierungsanspruch seiner Partei unterstrichen. +++ Kanzler Merz hat sich zum Wahlergebnis geäußert. +++ FDP-Bundesparteichef Dürr lehnt einen Rücktritt ab. +++ Die Entwicklungen im Newsblog.

    Cem Özdemir, Grüne, lächelt und schaut dabei nach unten.
    Cem Özdemir (IMAGO/Arnulf Hettrich)
    Vorläufiges Endergebnis: Grüne knapp vor CDU
    CDU-Politiker Jung: "Sondereffekte" für Niederlage verantwortlich
    Özdemir erklärt sich zum Wahlsieger
    Türkische Gemeinde: Erfolgsgeschichte der Gastarbeitergeneration

    Montag, 9. März

    Wir schließen dieses Newsblog. Aktuelle Informationen zur Landtagswahl und die Reaktionen auf die Ergebnisse erhalten Sie in den Deutschlandfunk-Nachrichten im Hörfunk sowie in unserer Nachrichten-App und auf deutschlandfunk.de.

    +++ Grünen-Spitzenkandidat Özdemir hat nach dem knappen Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg den Regierungsanspruch seiner Partei unterstrichen.

    Forderungen aus der CDU nach einer Teilung der Amtszeit des Ministerpräsidenten lehnte er ab. Die Grünen hätten die Wahl gewonnen, sagte Özdemir in Stuttgart. Auch bei einem Sieg mit nur einer Stimme Vorsprung würden sie den Ministerpräsidenten stellen. Der unterlegene CDU-Spitzenkandidat Hagel kündigte harte Verhandlungen mit den Grünen über eine Fortsetzung der Koalition an. Allerdings gebe es keinen Automatismus zur Bildung einer Landesregierung, sagte Hagel in der CDU-Zentrale in Berlin. Er verwies darauf, dass die CDU auf genauso viele Sitze im Landtag komme wie die Grünen. Daraus erwachse ein klarer inhaltlicher Anspruch.

    +++ Kanzler Merz: Wahlergebnis hat keinen Einfluss auf Arbeit der Bundesregierung

    CDU-Chef Merz hat dem Grünen-Spitzenkandidaten Özdemir zum Wahlsieg gratuliert. Die Pattsituation im neuen Landtag in Stuttgart müsse sich aber in der Regierung und dem Koalitionsvertrag abbilden, fügte Merz hinzu. Der Kanzler betonte, das Wahlergebnis in Baden-Württemberg werde keinen Einfluss auf die Arbeit der Regierungskoalition in Berlin haben. Darüber sei er sich mit den SPD-Vorsitzenden Klingbeil und Bas einig.

    +++ Vertreter der CDU haben einen Führungsanspruch von Cem Özdemir infrage gestellt.

    Vorgeschlagen wurde eine Teilung der Amtszeit des Ministerpräsidenten. Unions-Fraktionschef Spahn sagte in Berlin, er habe dieses Modell im Parteivorstand als Option vorgebracht. Die Legislaturperiode in Baden-Württemberg dauert fünf Jahre. Eine Teilung der Amtszeit würde bedeuten, dass der Grünen-Spitzenkandidat Özdemir und der CDU-Spitzenkandidat Hagel jeweils zweieinhalb Jahre an der Spitze der Regierung stehen würden. Andere CDU-Abgeordnete, die namentlich nicht genannt wurden, äußerten sich ähnlich.

    +++ SPD-Generalsekretär Klüssendorf sieht keine Konsequenzen für die Bundespolitik.

    "Wir haben große Reformen dieses Jahr vor uns, die müssen wir jetzt auch durchziehen, ungesehen der Landtagswahlen", sagte Klüssendorf dem Sender Phoenix. Auch müsse das Wahlergebnis jetzt zunächst analysiert werden.

    +++ Junge Wähler stimmten merhheitlich für die Grünen.

    Laut Infratest dimap kommen die Grünen auf 28 Prozent der Stimmen bei den Wählern zwischen 16 und 24 Jahren. AfD und CDU folgen mit jeweils 16 Prozent. Die Linke kommt auf 14 Prozent, SPD und FDP etwa 6 Prozent.

    +++ CDU fehlten gut 27.300 Stimmen.

    Gut 27.300 Stimmen oder 0,5 Prozentpunkte fehlten der CDU bei den Zweitstimmen am Ende, um vor den Grünen zu liegen.

    +++ Der FDP-Bundesvorsitzende Dürr will im Amt bleiben.

    Nach einer Sitzung des Präsidiums in Berlin sagte Dürr, die FDP müsse sich erneuern. Er wolle diese Erneuerung weiter vorantreiben. Die FDP war bei der gestrigen Wahl in ihrem Stammland Baden-Württemberg erstmals an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Der Vorsitzende der Jungen Liberalen, Flebbe, forderte im Magazin Der Spiegel personelle Konsequenzen. Er betonte, nach der Bundestagswahl habe es keinen wirklichen Neuanfang gegeben.

    +++ Grüne Jugend stellt Forderungen an Özdemir.

    Das "Handelsblatt" zitiert aus einem Sechs-Punkte-Papier der Grünen-Nachwuchsorganisation. Darin wird unter anderem gefordert, der Tübinger Oberbürgermeister Palmer dürfe wegen dessen "wiederholten rassistischen Äußerungen" keine Funktion in einer neuen Landesregierung erhalten. Weiter fordert die Grüne Jugend Özdemir auf, in einen Koalitionsvertrag aufzunehmen, ein Verbotsverfahren gegen die AfD zu prüfen. Zudem dürfe die künftige Landesregierung im Bundesrat "keine Verschärfungen der Asyl- und Migrationspolitik" mittragen.

    +++ Nur zwei Koalitionen möglich

    Nach der Landtagswahl ist die Fortführung von Grün-Schwarz die einzig realistische Regierungsoption. Die CDU hat eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen.

    +++ Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Schweitzer (SPD) sieht in dem Ergebnis in Baden-Württemberg eine Ermutigung für den eigenen Wahlkampf.

    Schweitzer sagte im Deutschlandfunk, ihn mache das Abschneiden der SPD nicht nervös. In Baden-Württemberg habe es einen Zweikampf um die Führung im Land gegeben, der mit unterschiedlichen Farben in Rheinland-Pfalz wiederholt werde. Am Ende komme es auf die Person an. Schweitzer sagte, seine Ampel-Regierung habe eine gute Bilanz vorzuweisen und er wolle seine Arbeit als Ministerpräsident fortsetzen. Knapp zwei Wochen vor der Wahl eines neuen Mainzer Landtags lag die SPD in Umfragen zuletzt knapp hinter der CDU von Spitzenkandidat Schnieder.

    +++ Unionsfraktionsvize Jung: "Sondereffekte" für Wahlniederlage verantwortlich

    In Berlin seien wichtige Weichen im Bereich Wirtschaft gestellt worden, was von den Wählern auch wahrgenommen werde. Dass es am Ende in Baden-Württemberg nicht gereicht habe, liege an "Sondereffekten", sagte Jung im Deutschlandfunk. Er betonte, beim entscheidenden Thema Wirtschaftskompetenz sei seine Partei besser wahrgenommen worden. Die Bürger in Baden-Württemberg hätten am liebsten die CDU in Kombination mit Özdemir gewollt. Jung wiederholte den Vorwurf, in sozialen Medien sei CDU-Spitzenkandidat Hagel einer Kampagne ausgesetzt gewesen.

    +++ Die Grünen-Co-Vorsitzende Brantner sieht im Ergebnis eine gute Nachricht für die Bundespartei.

    Brantner sagte im Deutschlandfunk, ihre Partei habe sich seit dem Ende der Ampel-Koalition mit SPD und FDP konsolidiert. Im Bund wolle man weiter harte und konstruktive Oppositionsarbeit leisten, etwa in der Energiepolitik. Zugleich wollten die Grünen den Schub aus Baden-Württemberg mitnehmen in die nächsten Wahlkämpfe auf Landesebene.

    +++ Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde Deutschland, Sofuoglu, sieht im Wahlsieg Cem Özdemirs eine "Erfolgsgeschichte der Gastarbeitergeneration".

    Sofuoglu sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", Özdemirs Eltern seien klassische Gastarbeiter gewesen. "Das ist für mich eine Normalisierung der Gesellschaft, denn Cem Özdemir verkörpert die Identifikation mit dem Land." So werde er unabhängig von seinen politischen Ansichten ein Vorbild für viele junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte", betonte Sofuoglu.

    +++ Die Spitzengremien der Bundesparteien beraten an diesem Montag über den Wahlausgang.

    Bei den Grünen von Wahlsieger Özdemir tagt am Morgen ein Parteirat. Bei der zweitplatzierten CDU kommen am Vormittag Präsidium und Vorstand zusammen. Im Anschluss (13.30 Uhr) treten Kanzler und CDU-Chef Merz sowie Spitzenkandidat Hagel vor die Presse. Die drittplatzierte AfD äußert sich um 10 Uhr in Stuttgart. Bei der SPD treten um 13.30 Uhr Generalsekretär Klüssendorf und Spitzenkandidat Stoch vor die Presse.

    +++ Grünen-Spitzenkandidat Özdemir hat nach den vorläufigen Ergebnissen den höchsten Stimmenanteil für ein Direktmandat im Land errungen.

    Seinen Wahlkreis Stuttgart II, den sogenannten Filderwahlkreis, gewann Özdemir deutlich mit 47,9 Prozent der Erststimmen. In keinem ausgezählten Wahlkreis konnte ein Direktkandidat einen höheren Stimmenanteil auf sich vereinen. CDU-Spitzenkandidat Hagel erreichte bei seinem ebenfalls klaren Sieg im Heimat-Wahlkreis Ehingen 47,1 Prozent.

    +++ Mit knappem Vorsprung vor der CDU haben die Grünen die Landtagswahl in Baden-Württemberg nun auch offiziell gewonnen.

    Wie die Wahlleitung in der Nacht zum Montag in Stuttgart mitteilte, erreichten die Grünen mit Spitzenkandidat Özdemir 30,2 Prozent der Stimmen, während die CDU mit Spitzenkandidat Hagel auf 29,7 Prozent kam. Wahlrechtsbedingt schlägt sich der Stimmenvorsprung jedoch nicht in der Sitzverteilung nieder. So erhalten beide Parteien im neuen Landtag mit nun jeweils 56 die gleiche Anzahl an Mandaten. Im Falle einer erneuten Koalition würden sie gemeinsam über eine Zwei-Drittel-Mehrheit verfügen.

    +++ Der Grünen-Bundespolitiker Nouripour sieht im Wahlerfolg seiner Partei in Baden-Württemberg ein Vorbild für die Gesamtpartei.

    Die Wahl sei "eine Blaupause, wie Bündnisgrüne auch bundesweit wieder breiter mehrheitsfähig werden können", sagte Nouripour dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Wir müssen dabei nicht überall gleich klingen. Unterschiedliche Bundesländer, Milieus und Lebensrealitäten vertragen auch unterschiedliche Tonlagen und Schwerpunkte." Özdemir sei "ein Meisterstück gelungen", betonte Nouripour, der wie dieser dem Realo-Flügel der Grünen angehört.

    Sonntag, 8. März

    +++ Grünen-Spitzenkandidat Özdemir hat sich zum Sieger der Landtagswahl erklärt.

    "Wir haben die Wahl gewonnen", sagte er am Abend auf der Wahlparty seiner Partei.

    +++ Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg liegen die Grünen nach Auszählung fast aller Wahlbezirke knapp vorne.

    Die Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Özdemir kommt laut Zahlen des Statistischen Landesamts auf 30,2 Prozent der Stimmen. Im Vergleich zur vergangenen Wahl ist das ein Rückgang um rund zwei Prozentpunkte. Auf die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Hagel entfallen 29,7 Prozent - ein Plus von mehr als 5 Punkten. In der Prognose um 18 Uhr war der Abstand der Grünen noch größer. Die AfD wird den Hochrechnungen zufolge drittstärkste Kraft - laut Statistischem Landesamt konnte sie ihr Ergebnis mit 18,8 Prozent fast verdoppeln.
    Die SPD kommt nur noch auf 5,5 Prozent der Stimmen. FDP und Linke ziehen mit jeweils 4,4 Prozent nicht in den Stuttgarter Landtag ein. Dafür wären 5 Prozent der Stimmen nötig gewesen. Auf die übrigen Parteien entfallen insgesamt 7 Prozent. In Baden-Württemberg waren rund 7,7 Millionen Menschen berechtigt, ihre Stimme abzugeben, unter ihnen erstmals auch 16- und 17-Jährige. Die Wahlbeteiligung ist auf knapp 70 Prozent gestiegen.

    +++ AfD gewinnt Direktmandat in Mannheim

    AfD-Politiker Bernhard Pepperl gewann den Wahlkreis Mannheim I laut Wahlleitung mit 22,3 Prozent der Erststimmen - knapp vor CDU-Kandidat Christ mit 21,7 Prozent. Bei den Zweitstimmen siegten allerdings die Grünen mit 27,6 Prozent, die AfD liegt hier mit 21,7 Prozent dahinter.
    Einen Wahlkreis nach Zweitstimmen gewann die AfD in Pforzheim - mit 26,4 Prozent. Die CDU liegt mit 25,9 Prozent dahinter. Das Direktmandat holte jedoch CDU-Kandidat Renner mit 31 Prozent der Erststimmen, der zweitplatzierte AfD-Bewerber Zimmer kommt auf 26,8 Prozent.

    +++ CDU-Spitzenkandidat Hagel: gewonnen und doch verloren

    "Das Hauptziel war, dass wir stärkste Kraft in Baden-Württemberg werden und dass wir eine CDU-geführte Landesregierung bilden können", sagte Hagel am Abend im ZDF. Dieses Ziel habe man - Stand jetzt - nicht erreicht. "Und da gibt's auch gar nichts drumrumzureden: Das ist eine Niederlage für uns." Es sei ein Abend mit gemischten Gefühlen, betonte Hagel. Die CDU habe das beste Wahlergebnis seit 2011 erzielt. Man habe gewonnen und doch verloren.

    +++ Grünen-Spitzenkandidat Özdemir hat sich in seinem Wahlkreis klar durchgesetzt.

    In Stuttgart II gewann er nach Angaben der Landeswahlleitung mit 47,9 Prozent vor dem CDU-Kandidaten Nopper (25,1 Prozent). Der AfD-Bewerber Degler kam mit 8,8 Prozent auf Platz drei.
    Auch bei den Zweitstimmen gewannen die Grünen in Özdemirs Wahlkreis mit 38,9 Prozent vor der CDU mit 28,1 Prozent und der AfD mit 9,4 Prozent.

    +++ Der SPD-Spitzenkandidat Stoch tritt als Landes- und Fraktionschef zurück.

    Stoch kündigte persönliche Konsequenzen aus dem historisch schlechten Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl ‌an. Er werde sich dafür einsetzen, "dass meine Partei an der Spitze unserer Landespartei, aber auch an der Fraktionsspitze eine Neuausrichtung vornimmt", sagte er in der ARD.
    Lesen Sie auch: Analyse zur Landtagswahl - Vier Trends zur Wahl in Baden-Württemberg

    +++ Die Grünen geben Wähler an die CDU ab, bekommen aber viele Stimmen von der SPD.

    Die Grünen haben ihre führende Stellung in Baden-Württemberg laut den Hochrechnungen behauptet, obwohl sie 150.000 Stimmen an die mitregierende CDU abgegeben haben. Das geht aus einer vorläufigen Analyse von infratest dimap für die ARD hervor. Umgekehrt gewannen die Grünen demnach 110.000 Stimmen von der SPD, je 15.000 von FDP und Linkspartei sowie 105.000 aus dem Lager bisheriger Nichtwählender. Die CDU hatte mit minus 70.000 Stimmen ihren größten Verlust an die AfD.

    +++ CDU-Parlamentsgeschäftsführer Bilger hat den Grünen einen unfairen Wahlkampf vorgeworfen.

    Die "Schmutzkampagne" der Grünen habe das linke Lager mobilisiert, sagte Bilger im Deutschlandfunk. Das gute Wahlprogramm der CDU sei davon und von der Weltlage überlagert worden. Unzufriedenheit mit der Bundespolitik als Grund dafür, dass es nur für die Zweitplatzierung gereicht hat, sieht Bilger nicht. Auf Bundesebene sei es zuletzt deutlich vorangegangen, die Bundesregierung habe geliefert.

    +++ CDU-Spitzenkandidat Hagel lehnt eine Zusammenarbeit mit der AfD ab.

    CDU-Landeschef Hagel hat ausgeschlossen, sich mit Hilfe der AfD zum Regierungschef in Baden-Württemberg küren zu lassen. "Für mich ist kein Amt der Welt so wichtig, dass ich mich mit Stimmen der AfD dort hineinwählen lasse", sagte er im SWR.

    +++ Der Vorsprung der Grünen auf die CDU in den Hochrechnungen ist geschrumpft.

    Bei infratest dimap (22:55 Uhr) kommen die Grünen auf 30,3 Prozent, die CDU erreicht 29,7 Prozent. Die AfD wird den Hochrechnungen zufolge drittstärkste Kraft - laut infratest dimap kann sie ihr Ergebnis mit 18,7 Prozent fast verdoppeln. Die SPD kommt auf 5,5 Prozent der Stimmen. Bei der FDP und den Linken mit jeweils 4,4 Prozent ist der Einzug in den Stuttgarter Landtag derzeit sehr unwahrscheinlich. Die anderen Parteien kommen zusammen auf 7 Prozent.

    +++ FDP-Landeschef Rülke kündigt Rücktritt an.

    Nach dem voraussichtlichen Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat Landeschef Rülke seinen Rücktritt vom Landesvorsitz angekündigt. Er betonte, seine Partei sei Opfer der Polarisierung zwischen Grünen und CDU in Baden-Württemberg geworden. Zudem seien viele FDP-Wähler aus Protest zur AfD abgewandert.

    +++ Kretschmann erwartet Fortführung von Grün-Schwarz.

    Der amtierende Ministerpräsident von den Grünen, Kretschmann, geht davon aus, dass die grün-schwarze Koalition in Baden-Württemberg weitergeführt wird. Er sagte bei Phoenix, beide Parteien hätten ein gutes Ergebnis erreicht. Die CDU habe ordentlich zugelegt und somit von den letzten Jahren gemeinsamen Regierens profitiert. Dies sei eine gute Grundlage, um weiter zusammenzuarbeiten.

    +++ AfD-Spitzenkandidat Frohnmaier wirbt für Koalition mit der CDU.

    Die AfD hat ihr Ergebnis der Landtagswahl 2021 laut den Hochrechnungen von ARD und ZDF fast verdoppelt und kommt demnach auf knapp 18 Prozent. Spitzenkandidat Frohnmaier erklärte im ZDF, das Wahlergebnis zeige einen klaren Wählerwunsch hin zu einem politischen Kurswechsel. Es gebe eine konservative Mehrheit. Die CDU habe alle Möglichkeiten zu sagen: "Es ist Zeit für eine Veränderung und Schluss mit grüner Politik".

    +++ Die Linke wertet Ergebnis als Erfolg.

    Die Linke kommt den Hochrechnungen zufolge derzeit auf rund 4,4 Prozent und würde damit den erstmaligen Einzug in den Landtag in Stuttgart verpassen. Spitzenkandidatin Bohnen sprach dennoch von einem Erfolg. "Das ist das beste Ergebnis, das wir als Linke in Baden-Württemberg jemals eingefahren haben." Ähnlich äußerte sich Bundesparteichef van Aken.

    +++ Die FDP bangt um den Einzug in den Landtag.

    Die FDP kommt den aktuellen Hochrechnungen zufolge auf rund 4,4 Prozent und würde damit aus dem Landtag fliegen.

    +++ SPD-Bundesvorsitzender Klingbeil: "Bitterer Abend"

    Der SPD-Parteivorsitzende Klingbeil hat sich tief enttäuscht über das schlechte Abschneiden seiner Partei geäußert. "Das ist ein total bitterer Abend", sagte er im ZDF. Man habe in den etzten Wochen eine wahnsinnige Dynamik erlebt. "Es ging nur noch um die Frage: Cem Özdemir oder Manuel Hagel?" Das habe am Ende auch die SPD Stimmen gekostet.

    +++ Kanzleramtsminister Frei (CDU): Bundespartei hat geliefert

    Dass seine Partei voraussichtlich nicht ‌zur ersten Kraft aufsteige, habe nicht an der Bundespolitik gelegen, sagte er in der ARD. "Die Bundespartei hat geliefert und liefert."

    +++ Özdemir will mit CDU "Partnerschaft auf Augenhöhe".

    Der Spitzenkandidat der Grünen, Özdemir, sprach vor Anhängern von einer fulminanten Aufholjagd, die seine Partei hingelegt habe. Er sei jedoch noch zurückhaltend, was das Endergebnis angehe. Die Grüne hätten viele Erwartungen bei Wählerinnen und Wählern geweckt und er werde jede einzelne erfüllen, versprach Özdemir. Mit Blick auf die folgende Koalitionsbildung versprach er eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

    +++ CDU-Spitzenkandidat Hagel: "Ich trage die Verantwortung"

    CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel hat die Verantwortung für das Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl übernommen. Er trage für den Wahlkampf, für die Wahlkampagne, "für alle Entscheidungen, die wir getroffen haben, und ja, für dieses Ergebnis die Verantwortung", sagte er in Stuttgart. Der Ball liege nun bei den Grünen im Spielfeld, sagte Hagel.
    Manuel Hagel spricht auf der CDU-Wahlparty.
    Manuel Hagel spricht auf der CDU-Wahlparty. (picture alliance / Flashpic / Jens Krick)

    +++ Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg liegen laut Hochrechnungen die Grünen vorne.

    Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg liegen laut Hochrechnungen die Grünen vorne. Im Vergleich zur vergangenen Wahl verliert die Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Özdemir laut aktuellen Zahlen von infratest dimap leicht und kommt auf 31,3 Prozent der Stimmen. Auf die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Hagel entfallen demnach 29,7 Prozent - ein Plus von mehr als 5 Punkten. Die AfD wird den Hochrechnungen zufolge drittstärkste Kraft - laut infratest dimap kann sie ihr Ergebnis mit 18,2 Prozent fast verdoppeln.
    Die SPD kommt nur noch auf 5,5 Prozent der Stimmen. Bei FDP und Linke ist der Einzug in den Stuttgarter Landtag mit jeweils 4,3 Prozent derzeit eher unwahrscheinlich.

    +++ Die AfD-Co-Vorsitzende Weidel sieht ihre Partei als Wahlsieger.

    "Wir sind sehr zufrieden", sagte sie in der ARD. Es laufe auf eine Verdoppelung des vorherigen Ergebnisses hinaus. Der AfD-Vorsitzende Chrupalla erklärte, er sei sehr zufrieden über das Ergebnis.
    AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier und Anhänger jubeln über das Ergebnis der Partei.
    Jubel bei der AfD über das Abschneiden der Partei bei der Landtagswahl. (picture alliance / dpa / Uwe Anspach)

    +++ Grünen-Co-Parteichef Banaszak sieht seine Partei durch das Abschneiden in Baden-Württemberg im Aufwind.

    "Dieses Ergebnis bringt uns so einen Rückenwind", sagte er in der ARD. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Lang sprach von einem "historischen Ergebnis". Co-Parteichefin Brantner erklärte, man habe gezeigt, dass Klimaschutz und Wirtschaft zusammen gingen.
    Die Grünen-Politiker Britta Haßelmann, Franziska Brantner, Felix Banaszak, und Katharina Dröge jubeln über die Prognose bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg.
    Jubel bei der Wahlparty der Grünen (picture alliance / dpa / Christoph Soeder)

    +++ Unionsfraktionschef Spahn sieht ein knappes Rennen.

    Spahn sagte im ZDF, am Abend könne noch viel passieren. Er betonte, die CDU habe im Vergleich zur Landtagswahl 2021 deutlich dazugewonnen. Der Spitzenkandidat der Grünen, Özdemir, habe so stark abgeschnitten, weil er "alles versteckt" habe, was grün sei.

    +++ Die Prognose von Forschungsgruppe Wahlen sieht ebenfalls die Grünen vor der CDU.

    Demnach kommen die Grünen auf 31,5 Prozent, die CDU auf 30,5 Prozent. Die AfD verdoppelt ihr Ergebnis und erhält 18 Prozent. Die SPD stürzt auf ein historisches Tief und liegt bei 5,5 Prozent. FDP und Linke würden mit 4,5 Prozent den Einzug in den Landtag in Stuttgart verpassen.

    +++ Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg liegen laut Prognose von infratest dimap die Grünen vorne.

    Die Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Özdemir kommt auf 32 Prozent der Stimmen. Auf die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Hagel entfallen 29 Prozent. Die AfD wird demnach drittstärkste Kraft - mit 17,5 Prozent. Die SPD verzeichnet starke Verluste und kommt noch auf 5,5 Prozent der Stimmen. Auf FDP und Linke entfallen jeweils 4,5 Prozent und auf die Freien Wähler 2,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt laut Prognose bei 71,5 Prozent.

    +++ Insgesamt 21 Parteien treten an.

    Der Landeswahlausschuss hat 21 Parteien zur Landtagswahl zugelassen. Einen Überblick über die Wahlprogramme finden Sie hier.

    +++ Eine hohe Wahlbeteiligung zeichnet sich ab.

    Bis 14 Uhr gaben rund 41,3 Prozent der Wahlberechtigten in den Wahllokalen ihre Stimme ab, wie Landeswahlleiterin Cornelia Nesch in Stuttgart mitteilte. Bei der Landtagswahl 2021 hatte die Wahlbeteiligung der Urnenwähler zum selben Zeitpunkt bei 30,6 Prozent gelegen - allerdings gab es damals wegen der Corona-Pandemie deutlich mehr Briefwähler.

    +++ So war das Ergebnis bei der Landtagswahl 2021:

    Grüne: 32,6 Prozent, CDU: 24,1 Prozent, SPD: 11 Prozent, FDP: 10,5 Prozent, AfD: 9,7 Prozent, Die Linke: 3,6 Prozent.

    +++ Manuel Hagel hat seine Stimme abgegeben.

    Auch CDU-Landeschef und Spitzenkandidat Manuel Hagel hat seine Stimme für die Landtagswahl abgegeben. Der 37-Jährige kam in Begleitung seiner Frau Franziska ins Wahllokal in Ehingen (Alb-Donau-Kreis).
    Manuel Hagel (CDU), Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, gibt mit seiner Frau Franziska seine Stimme ab. Am 08. März findet in Baden-Württemberg die Landtagswahl statt.
    Manuel Hagel (CDU) will Ministerpräsident werden. (picture alliance / dpa / Marijan Murat)

    +++ Cem Özdemir hat gewählt.

    Der Grünen-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg hat in einem Wahllokal in Stuttgart seine Stimme abgegeben. Auch der Spitzenkandidat der AfD, Markus Frohnmaier, hat gewählt. Er gab seine Stimme in Weil der Stadt im Kreis Böblingen ab.
    Cem Özdemir, Spitzenkandidat der Grünen für die Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026, steckt seinen ausgefüllten Stimmzettel in eine Wahlurne.
    Cem Özdemir tritt als Spitzenkandidat der Grünen für die Landtagswahl in Baden-Württemberg an. (Bernd Weißbrod / dpa / Bernd Weißbrod)

    +++ Die Wahllokale sind seit 8 Uhr geöffnet.

    Die letzten Umfragen und Trends vor der Wahl deuten auf ein enges Rennen hin. Erwartet wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der CDU mit Spitzenkandidat Hagel und den Grünen. Sie hatten in den Umfragen zuletzt stark dazugewonnen. Starke Zuwächse werden für die AfD erwartet, während der SPD ein historisch schlechtes Ergebnis droht. FDP und Linke müssen um ihren Einzug in den Landtag zittern.

    +++ Bei der Landtagswahl geht es nach Einschätzung des Meinungsforschers Klaus-Peter Schöppner inhaltlich um relativ wenig.

    Schöppner sagte im Deutschlandfunk, die wichtigsten Fragen seien, ob die Wähler Bundeskanzler Merz abstrafen wollten, oder ob sie regional oder emotional wählen würden . Trotz aller Forschung, bleibe der Wähler ein unbekanntes Wesen. Relativ klar sei, dass CDU und Grüne eine Koalition eingingen. Beide Parteien hätten große Schnittmengen. Fraglich sei, ob es eine schwarz-grüne oder grün-schwarze Koalition werde. Viele Wähler sähen, dass die CDU die bessere Wahl sei. Aber die Grünen hätten mit Cem Özdemir den absolut richtigen Kandidaten. Özdemir verbinde auf perfekte Weise Ökonomie und Ökologie.

    +++ Am 8. März entscheiden rund 7,7 Millionen Menschen über die neuen Kräfteverhältnisse in Stuttgart.

    Das vorläufige Endergebnis wird für den späten Abend erwartet. Alle Parteien haben eine Koalition mit der AfD bereits ausgeschlossen.

    +++ Die Ära von Winfried Kretschmann endet.

    Der 77-jährige Grüne führte gut 15 Jahre lang die Regierungsgeschäfte - so lange wie kein anderer Regierungschef in Baden-Württemberg. Er war der erste und bisher einzige Ministerpräsident von den Grünen.
    Der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann
    Der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, wünscht sich mehr finanzielle Spielräume für die Sanierung der Bahn und den Aufbau eines Netzes für grünen Wasserstoff. (picture alliance / dpa / Marijan Murat)

    +++ Die Spitzenkandidierenden bei der Wahl sind:

    - Cem Özdemir (Grüne): Der 60-Jährige war von 2008 bis 2018 Bundesvorsitzender der Grünen und von Januar 2021 bis Mai 2025 Bundesagrarminister.
    - Manuel Hagel (CDU): Der 37-jährige Landesvorsitzende seiner Partei wäre der jüngste Ministerpräsident seit Bestehen der Bundesrepublik. Der gelernte Bankkaufmann sitzt seit zehn Jahren im Stuttgarter Landtag, zuletzt als Fraktionschef.
    - Markus Frohnmaier (AfD): Der 35-Jährige will zwar Ministerpräsident werden, nicht aber in den Landtag. Frohnmaier hat ein Bundestagsmandat und ist dort stellvertretender Fraktionschef. Er war Bundesvorsitzender der inzwischen aufgelösten AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative.
    - Andreas Stoch (SPD): Der 56-Jährige ist seit zehn Jahren SPD-Landtagsfraktionschef und seit 2018 auch Landesvorsitzender. In der ersten Legislaturperiode Kretschmanns war er Kultusminister.
    - Hans-Ulrich Rülke (FDP): Der 64-Jährige ist seit vielen Jahren Landtagsfraktionschef und mittlerweile auch Landesvorsitzender. Baden-Württemberg ist übrigens das einzige Bundesland, in dem die FDP stets im Landtag vertreten war.
    - Amelie Vollmer, Mersedeh Ghazaei und Kim Sophie Bohnen (Die Linke): Auf Listenplatz eins steht Bohnen. Die 26-Jährige stammt aus Schleswig-Holstein. Sie arbeitet seit der vergangenen Bundestagswahl als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Linken-Bundestagsfraktion. Die 23 Jahre alte Vollmer arbeitet als Büroangestellte, seit 2023 ist sie im Landesvorstand der Partei. Die 28-jährige Ghazaei studiert an der Universität Stuttgart.
    Die Spitzenkandidaten Manuel Hagel, Hans-Ulrich Rülke und Cem Özdemir auf Wahlplakaten in Fellbach
    Wer wird Ministerpräsident in Baden-Württemberg? (picture alliance/Eibner-Pressefoto)

    +++ Neu ist: Auch 16- und 17-Jährige dürfen abstimmen.

    Außerdem gilt ein neues Stimmrecht. Auf dem Wahlzettel können analog zu den Bundestagswahlen zwei Stimmen vergeben werden: eine Erststimme für eine Kandidatin oder einen Kandidaten und eine Zweitstimme für eine Partei. Der Wahl-O-Mat steht schon seit längerer Zeit online.

    +++ Mindestens 120 Sitze sind laut Wahlgesetz im Stuttgarter Landtag zu besetzen.

    Aufgrund von Überhang- und Ausgleichsmandaten hat er momentan mehr als 150 Abgeordnete.

    +++ Baden-Württemberg ist das flächenmäßig drittgrößte deutsche Bundesland mit gut 11 Millionen Einwohnern.

    Große Konzerne wie Mercedes-Benz und Porsche, der Fahrzeugzulieferer Bosch oder der Softwarekonzern SAP haben ihre Zentralen in Baden-Württemberg. Es gilt auch als Land des Mittelstands. Die starke Abhängigkeit der Wirtschaft vom Export und die kriselnde Autoindustrie hatten Einfluss auf die Themensetzung im Wahlkampf. Das Thema Wirtschaft wurde von den Wahlberechtigten als das wichtigste Thema genannt.

    Mehr zum Thema:

    Die ersten Hochrechnungen, Reaktionen aus Landes- und Bundespolitik, Analysen und Interviews sowie Reaktionen aus den Parteizentralen: Der Deutschlandfunk informiert Sie in einer Sondersendung am Wahlabend von 17.55 bis 20 Uhr, von 21.05 bis 21.15 Uhr und von 22.05 bis 22.15 Uhr. In unserer Nachrichten-App halten wir Sie zudem in unserem Newsblog auf dem Laufenden.

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