
+++ Am 8. März entscheiden rund 7,7 Millionen Menschen über die neuen Kräfteverhältnisse in Stuttgart.
Umfragen sehen ein enges Rennen: Die Grünen liegen fast auf Augenhöhe mit der CDU. Die AfD folgt an dritter Position. Alle Parteien haben eine Koalition mit der AfD bereits ausgeschlossen. Das vorläufige Endergebnis wird für den späten Abend erwartet.
+++ Die Ära von Winfried Kretschmann endet.
Der 77-jährige Grüne führte gut 15 Jahre lang die Regierungsgeschäfte - so lange wie kein anderer Regierungschef in Baden-Württemberg. Er war der erste und bisher einzige Ministerpräsident von den Grünen.
+++ Die Spitzenkandidierenden bei der Wahl sind:
- Cem Özdemir (Grüne): Der 60-Jährige war von 2008 bis 2018 Bundesvorsitzender der Grünen und von Januar 2021 bis Mai 2025 Bundesagrarminister.
- Manuel Hagel (CDU): Der 37-jährige Landesvorsitzende seiner Partei wäre der jüngste Ministerpräsident seit Bestehen der Bundesrepublik. Der gelernte Bankkaufmann sitzt seit zehn Jahren im Stuttgarter Landtag, zuletzt als Fraktionschef.
- Markus Frohnmaier (AfD): Der 35-Jährige will zwar Ministerpräsident werden, nicht aber in den Landtag. Frohnmaier hat ein Bundestagsmandat und ist dort stellvertretender Fraktionschef. Er war Bundesvorsitzender der inzwischen aufgelösten AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative.
- Andreas Stoch (SPD): Der 56-Jährige ist seit zehn Jahren SPD-Landtagsfraktionschef und seit 2018 auch Landesvorsitzender. In der ersten Legislaturperiode Kretschmanns war er Kultusminister.
- Hans-Ulrich Rülke (FDP): Der 64-Jährige ist seit vielen Jahren Landtagsfraktionschef und mittlerweile auch Landesvorsitzender. Baden-Württemberg ist übrigens das einzige Bundesland, in dem die FDP stets im Landtag vertreten war.
- Amelie Vollmer, Mersedeh Ghazaei und Kim Sophie Bohnen (Die Linke): Auf Listenplatz eins steht Bohnen. Die 26-Jährige stammt aus Schleswig-Holstein. Sie arbeitet seit der vergangenen Bundestagswahl als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Linken-Bundestagsfraktion. Die 23 Jahre alte Vollmer arbeitet als Büroangestellte, seit 2023 ist sie im Landesvorstand der Partei. Die 28-jährige Ghazaei studiert an der Universität Stuttgart.
+++ Neu ist: Auch 16- und 17-Jährige dürfen abstimmen.
Außerdem gilt ein neues Stimmrecht. Auf dem Wahlzettel können analog zu den Bundestagswahlen zwei Stimmen vergeben werden: eine Erststimme für eine Kandidatin oder einen Kandidaten und eine Zweitstimme für eine Partei. Der Wahl-O-Mat steht schon seit längerer Zeit online.
+++ Mindestens 120 Sitze sind laut Wahlgesetz im Stuttgarter Landtag zu besetzen.
Aufgrund von Überhang- und Ausgleichsmandaten hat er momentan mehr als 150 Abgeordnete.
+++ Baden-Württemberg ist das flächenmäßig drittgrößte deutsche Bundesland mit gut 11 Millionen Einwohnern.
Große Konzerne wie die Autohersteller Daimler und Porsche, der Fahrzeugzulieferer Bosch oder der Softwarekonzern SAP haben ihre Zentralen in Baden-Württemberg. Es gilt auch als Land des Mittelstands. Die starke Abhängigkeit der Wirtschaft vom Export und die kriselnde Autoindustrie hatten Einfluss auf die Themensetzung im Wahlkampf. Das Thema Wirtschaft wurde von den Wahlberechtigten als das wichtigste Thema genannt.
Die ersten Hochrechnungen, Reaktionen aus Landes- und Bundespolitik, Analysen und Interviews sowie Reaktionen aus den Parteizentralen: Der Deutschlandfunk informiert Sie in einer Sondersendung am Wahlabend von 17.55 bis 20 Uhr, von 21.05 bis 21.15 Uhr und von 22.05 bis 22.15 Uhr. In unserer Nachrichten-App halten wir Sie zudem in unserem Newsblog auf dem Laufenden.


