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StartseiteInterviewWeltraumhistoriker: "Danach wird es keine Klarheit geben"13.06.2021

Angekündigter Ufo-Bericht der USAWeltraumhistoriker: "Danach wird es keine Klarheit geben"

US-Geheimdienste wollen bald einen Bericht über unbekannte Flugobjekte veröffentlichen. Die Ufo-Szene ist in Aufruhr. Der Weltraumhistoriker Alexander Geppert glaubt allerdings nicht, dass der Bericht für mehr Klarheit sorgen wird: “Es liegt in der Natur der Sache, dass das Ufo unerklärbar ist.“

Alexander Geppert im Gespräch mit Manfred Götzke

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Das militärische Sperrgebiet Area 51 in Nevada (picture alliance/AP Photo | John Locher)
Rund um die Air-Force-Basis Area 51 in Nevada suchen Menschen immer wieder nach außerirdischem Leben (picture alliance/AP Photo | John Locher)
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Die US-Geheimdienste wollen in den nächsten Tagen einen Bericht über unidentifizierte Phänomene im Luftraum veröffentlichen. Darin sollen auch Ufo-Sichtungen der letzten 20 Jahre thematisiert werden. Von Ufo-Fans wird dieser Bericht mit großer Spannung erwartet.

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Knapp die Hälfte der US-Amerikaner glaubt an Ufos. Nicht wenige suchen nach ihnen auch ganz aktiv: rund um die Air-Force-Basis Area 51 in Nevada zum Beispiel.

Der Weltraumhistoriker Alexander Geppert geht aber nicht davon aus, dass der Bericht für mehr Klarheit sorgen wird. Der Bericht werde "zu weiterem Rauschen führen. Die Ergebnisse werden nicht wirklich dazu beitragen, das Ufo zu erklären oder dessen Herkunft zu klären", sagte er im Dlf-Interview. "Es liegt in der Natur der Sache, dass das Ufo unerklärbar ist. Es ist eine Leerstelle und das muss auch so sein."

"Das Ufo als Chiffre ist leer"

Im Jahr 1947 habe es die erste Ufo-Sichtung gegeben und erst in den 50er-Jahren sei diese mit außerirdischem Leben in Verbindung gebracht worden, führte Geppert aus. "Seitdem gibt es zahlreiche Deutungsversuche und die Tatsache, dass es eine solche Leerstelle ist, dass man alles Mögliche da anlagern kann, das macht das Ufo-Phänomen so faszinierend, aber auch so unerklärbar. Diese Rätselhaftigkeit ist Teil des Phänomens."

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Dass es derzeit eine Renaissance der Ufo-Begeisterung gebe, sei eine Reaktion auf ein Krisenphänomen, so Alexander Geppert. Auch die Begeisterung in den frühen 50er-Jahren könne als eine Reaktion auf den Kalten Krieg gelesen werden. "Da werden eigentlich Invasionsängste verhandelt. Das ist eigentlich die Angst vor dem Dritten Weltkrieg, die da eine Rolle spielt."

Anzahl der Ufo-Sichtungen gestiegen

Die New York Times habe berichtet, dass während der Pandemie die Anzahl der Ufo-Sichtungen stark zugenommen habe, sagt Geppert. "Die Krise spielt vielleicht eine Rolle im Moment und gleichzeitig, dass dieser neue Bericht angekündigt worden ist. Die gesamte Ufo-Szene ist sehr aufgeregt."

Eine zentrale These des Weltraumhistorikers: In den Diskussionen und Gedankenspielen um Ufos spiele immer die große Hoffnung auf Erlösung eine Rolle. "Es geht um Heilsversprechen, es geht um Hoffnung auf Transzendenz, es geht um die ganz alte Frage: Sind wir im Universum allein?" Elemente, die auch in den Weltreligionen, etwa im Christentum, zu finden seien.

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