Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten
Angriffe in Golf-Region: Arabische Liga plant Krisensitzung

+++ Die Arabische Liga will morgen in einer Krisensitzung über die iranischen Angriffe auf mehrere Golf-Staaten beraten. +++ Aus einigen Golfstaaten werden weitere Angriffe gemeldet. +++ In mehreren deutschen Städten haben erneut Menschen unter dem Motto "Freiheit für Iran" protestiert. +++ Weitere Entwicklungen im Nachrichtenblog.

    Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Abul Gheit, steht während einer Pressekonferenz an einem Mikrofon.
    Der ägyptische Diplomat Ahmed Abul Gheit ist Generalsekretär der Arabischen Liga. (IMAGO / SNA / IMAGO / Evgeny Biyatov)

    +++ Die Arabische Liga plant für morgen eine Krisensitzung zu den iranischen Angriffen unter anderem in der Golfregion.

    Die Video-Schalte solle am Mittag stattfinden, sagte der Vize-Generalsekretär Saki dem staatlichen ägyptischen Fernsehsender Al-Kahera-News. Die Nachrichtenseite "Al-Ahram" meldete, das Treffen sei auf Gesuch Saudi-Arabiens anberaumt worden. Auch das saudische Staatsfernsehen berichtete darüber. Im Zuge der amerikanisch-israelischen Militärschläge im Iran reagiert das Land seit einer Woche mit Angriffen im Nahen Osten auf US-Militärstützpunkte in zahlreichen arabischen Ländern, aber unter anderem auch auf Flughäfen. Die Arabische Liga umfasst 22 Mitglieder, die sich bei internationalen Konflikten in Stellungnahmen oft einheitlich äußern, aber eher selten konkrete Schritte beschließen.

    +++ Aus mehreren Golf-Staaten werden weitere Angriffe gemeldet.

    Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate teilte mit, die Luftabwehr sei im Einsatz. Man werde aus dem Iran mit Drohnen angegriffen, hieß es. Die Revolutionsgarden im Iran teilten mit, man habe US-Ziele in Bahrain angegriffen - als Vergeltung eines US-Angriffs auf eine Entsalzungsanlage. Aus Doha, der Hauptstadt von Katar, meldete ein Reporter der AFP Explosionen. Details sind noch unklar.

    +++ US-Präsident Trump hat mit Angriffen auf Gebiete und Personen gedroht, die bislang keine Ziele gewesen seien.

    Auf seiner Internetplattform erklärte Trump, der Iran habe sich "sehr schlecht" verhalten. Es drohe in den Gebieten komplette Zerstörung und sicherer Tod. Nähere Angaben machte er nicht. Außerdem kündigte Trump für den Tagesverlauf intensive Angriffe an. Gestern hatte der US-Präsident den Iran zu einer bedingungslosen Kapitulation aufgerufen.

    +++ Der Iran wirft den USA vor, eine Entsalzungsanlage auf einer Insel im Persischen Golf angegriffen zu haben.

    Irans Außenminister Araghtschi erklärte auf der Plattform X, die USA hätten auf der Insel Keschm ein "unverfrorenes und verzweifeltes Verbrechen" begangen. Die Wasserversorgung in 30 Ortschaften sei betroffen. Die iranische Infrastruktur anzugreifen sei ein "gefährlicher Schritt mit schwerwiegenden Konsequenzen". Die USA hätten damit einen Präzedenzfall geschaffen.

    +++ In mehreren deutschen Städten haben erneut Menschen unter dem Motto "Freiheit für Iran" protestiert.

    In Düsseldorf kamen laut Polizei rund 2.500 Menschen zusammen. In Berlin versammelten sich Hunderte am Brandenburger Tor. An beiden Orten waren Anhänger des iranischen Oppositionspolitikers Reza Pahlavi dabei. Er ist der Sohn des 1979 gestürzten Schahs. Die Menschen erinnerten an die Tausenden von Menschen, die während der Proteste zu Beginn des Jahres im Iran ermordet wurden und an die Tausenden, die noch gefangen gehalten werden.
    Auch in anderen europäischen Städten gab es heute ähnliche Demonstrationen, etwa in London, Paris und Milan.

    +++ Kuwait drosselt wegen der anhaltenden iranischen Angriffe und der Drohungen gegen die Schifffahrt in der Straße von Hormus seine Ölproduktion.

    Auch der Durchsatz der Raffinerien werde reduziert, teilte der staatliche Ölkonzern Kuwait Petroleum Corporation mit. Dies sei Teil der Strategie zum Risikomanagement. Man sei bereit, die Förderung wieder hochzufahren, sobald die Lage dies zulasse.

    +++ Nach dem Einschlag einer Drohne iranischer Bauart auf Zypern erwägt die Türkei die Entsendung von F-16-Kampfjets in die Türkische Republik Nordzypern.

    Angesichts der jüngsten Entwicklungen würden Pläne ausgearbeitet, um die Sicherheit der Republik Nordzypern zu garantieren, hieß es aus dem türkischen Verteidigungsministerium. In der Nacht zum Montag war der britische Militärstützpunkt Akrotiri von einer unbemannten Drohne des Typs Schahed getroffen worden. Opfer gab es demnach nicht. Die Republik Nordzypern wird nur von Ankara anerkannt. Nach dem Vorfall sagten mehrere europäische Länder Zypern ihre Unterstützung zu und entsandten Luftabwehrsysteme sowie andere militärische Ausrüstung.

    +++ Im Persischen Golf sitzen nach Schätzungen der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation rund 20.000 Seeleute fest.

    Generalsekretär Dominguez bezeichnete die Lage als inakzeptabel. Er forderte alle an dem Konflikt beteiligten Parteien auf, Maßnahmen zum Schutz der Seeleute zu ergreifen. Auch die Freiheit der Schifffahrt müsse im Einklang mit dem Völkerrecht gewährleistet bleiben. Dominguez wies auf einen Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus hin. Dabei kamen mindestens vier Seeleute ums Leben, drei weitere wurden schwer verletzt.

    +++ Nach weiteren Luftangriffen melden iranische Staatsmedien schwere Schäden im ganzen Land.

    Betroffen seien unter anderem zwei Kliniken im Südwesten. Den Berichten zufolge war auch der Flughafen Mehrabad im Westen von Teheran Ziel von Angriffen. In Teheran griff das israelische Militär nach eigenen Angaben mit mehr als 80 Kampfflugzeugen unter anderem ein unterirdisches Raketenlager sowie eine Militär-Universität der Revolutionsgarden an. Nach iranischen Angaben wurden bei den neuen israelischen Angriffen mindestens acht Menschen getötet.

    +++ Im Krieg mit den USA und Israel hat Irans Präsident Peseschkian Forderungen nach einer Kapitulation eine Absage erteilt.

    Peseschkian erklärte im Staatsfernsehen, die Feinde könnten "solche Träume mit ins Grab nehmen". US-Präsident Trump hatte gestern eine bedingungslose Kapitulation des Iran gefordert. Peseschkian gab in seiner Ansprache zudem bekannt, keine Angriffe auf Nachbarstaaten mehr verüben zu wollen - unter der Bedingung, dass von dort wiederum keine Angriffe auf den Iran mehr erfolgten. Dies schließe auch US-Militärbasen dort mit ein. Peseschkian bat die Golfstaaten um Entschuldigung für erfolgte Angriffe. Diese Vorfälle seien das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer hochrangiger Kommandeure gewesen.
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    Diese Nachricht wurde am 07.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.