
Pantazis sagte im Deutschlandfunk, die Reformpläne enthielten wichtige Punkte in Sachen Prävention, Rehabilitation und Digitalisierung. Die zentrale Frage der dauerhaften Finanzierung der Pflegeversicherung werde jedoch nicht beantwortet.
Kritik von Kommunen, Sozialverbänden und Gewerkschaften
Kritik kam auch vom Deutschen Städtetag. Dessen Präsident Jung sagte den Funke-Zeitungen, der Referentenentwurf sei angesichts höherer Sozialhilfekosten ein Schlag ins Gesicht der Kommunen. Pflegerats-Präsidentin Vogler kritisierte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, im Mittelpunkt stehe die kurzfristige Konsolidierung der Pflegeversicherung anstatt einer nötigen Sicherung der pflegerischen Versorgung. Die Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Fahimi, sprach von einer "Zerstörungsreform" der Pflegeversicherung. Der CSU-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, Holetschek, nannte Warkens Pläne einen "Schlag ins Gesicht der Menschen, die unser Pflegesystem Tag für Tag am Laufen halten". Wer pflegende Angehörige stärken wolle, dürfe nicht gleichzeitig Kürzungen ihrer Renten in Kauf nehmen. Holetschek sagte der "Augsburger Allgemeinen", auch bei den Heimkosten sehe er eine Fehlentwicklung.
Warken verteidigt Pläne
Warken selbst verteidigte ihre Reformpläne: Ein breiter Ansatz sei nötig gewesen, sagte die CDU-Politikerin im ARD-Fernsehen. Sie sei aber sicher, dass ihr Gesetzentwurf die Versorgung der Menschen besser machen werde.
Der Reformentwurf Warkens sieht unter anderem einen höheren Pflegebeitrag für kinderlose Menschen und eine höhere Beitragsbemessungsgrenze beim Einkommen vor. Geplant sind auch größere Hürden für eine Einstufung in einen Pflegegrad. So sollen die Finanzprobleme in der Pflegeversicherung bekämpft werden. Laut Gesundheitsministerium wird für 2027 in der Pflegeversicherung ein Defizit von rund 7,6 Milliarden Euro erwartet – ohne Reform würde die jährliche Deckungslücke bis 2028 demnach auf rund 15,4 Milliarden Euro wachsen.
Aus dem Deutschlandfunk-Programm:
Berliner Gespräch: Warkens Entwurf für eine Pflegereform (Audio)
Diese Nachricht wurde am 05.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.






