Altersbezüge
Arbeitsministerin Bas (SPD) dringt auf Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung - wie realistisch ist das?

Die Bundesarbeitsministerin und SPD-Vorsitzende Bas dringt erneut darauf, langfristig auch Beamtinnen und Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Doch das wäre eine zeitaufwändige Aufgabe, und die Union ist dagegen.

    Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas blickt zur Seite.
    Bärbel Bas (SPD) (picture alliance / dts-Agentur)
    Für eine große Reform brauche es ein gemeinsames System, sagte Bas bei einer Veranstaltung der "Rheinischen Post". Erste Schritte in Richtung einer Einbeziehung von Beamten könnten bei der jetzt geplanten Rentenreform getan werden, erklärte die Ministerin, die zugleich SPD-Vorsitzende ist. - Zuletzt hatte der Sozialverband Deutschland eine Einbindung von Beamten in die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung verlangt.
    Der Deutsche Beamtenbund übte umgehend Kritik. Der dbb-Bundesvorsitzende Geyer sagte, die Bundesregierung habe eine Rentenkommission eingesetzt. Aber die Bundesarbeitsministerin sei offenbar nicht gewillt, die Ergebnisse abzuwarten. Zitat: "Sonst würde sie nicht jetzt, einen Monat vor der geplanten Veröffentlichung des Berichts, schon wieder mit ihren populistischen Forderungen kommen." Schon vergangene Kommissionen seien zu dem Schluss gekommen, dass eine Einbeziehung der Beamten nichts bringe.

    Deutschlandfunk-Korrespondent: "Union wäre wohl nicht an Bord"

    Deutschlandfunk-Korrespondent Volker Finthammer verwies darauf, dass Bas eine alte Forderung der SPD wiederhole. Die Union stehe dieser skeptisch gegenüber, weil für die öffentliche Hand die Kosten steigen würden. Man müsse in einer Übergangsphase weiterhin die Pensionen der bisherigen Beamten zahlen, und für alle neuen Beamten zugleich die anteiligen Kosten für die gesetzliche Rentenversicherung übernehmen. Finthammer sagte, es wäre eine zeitaufwendige Umstellung, die mehr als 20 Jahre dauern dürfte.
    Populistisch sei die Diskussion jedoch nicht: Österreich habe den Übergang vollzogen und könne - wenn der politische Wille da wäre - als Vorbild dienen, betonte Finthammer. Alle Rentendiskussionen hier unterschlügen bisher, dass auch die Pensionslasten von Bund und Ländern erheblich seien. Der Bund der Steuerzahler spreche bereits von einer "Pensionslawine", die aus Steuermitteln bezahlt werden müsse.
    Diese Nachricht wurde am 02.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.