
Samstag, 21. März
+++ Bei einem iranischen Raketenangriff auf Israel am frühen Abend sind mehr als 40 Menschen verletzt worden.
Unter den Verletzten bei dem Vorfall in der Stadt Dimona im Süden Israels sei ein zehnjähriger Junge, der durch Splitter einer eingeschlagenen Rakete schwer verletzt worden sei, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. Eine Frau sei mittelschwer verletzt worden, die anderen Menschen hätten leichte Verletzungen davongetragen. Die «Jerusalem Post» berichtete, ein Gebäude in Dimona sei infolge des Einschlags eines Geschosses eingestürzt. Im Bereich der israelischen Wüstenstadt Dimona befindet sich ein israelischer Atomreaktor, der als extrem gut geschützt gilt und mutmaßlich Teil des Atomprogramms ist.
+++ Die G7-Staaten haben den Iran aufgefordert, seine Angriffe auf ihre Verbündeten im Nahen Osten zu beenden.
In einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister sowie der EU-Außenbeauftragten Kallas heißt es, das iranische Regime müsse seine Angriffe sofort und bedingungslos einstellen. Man unterstütze das Recht der Länder, die zu Unrecht vom Iran oder von Stellvertretern des Irans angegriffen würden, ihr Territorium zu verteidigen und ihre Bürger zu schützen. Zu den G7 gehören Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, das Vereinigte Königreich und die USA. Die Europäische Union hat einen Beobachterstatus.
+++ Die EU-Kommission senkt die Zielvorgabe für die Befüllung der Gasspeicher wegen des Iran-Kriegs von 90 auf 80 Prozent.
Energiekommissar Jörgensen forderte die Mitgliedsstaaten auf, dies so früh wie möglich in Betracht zu ziehen. Damit solle den Marktteilnehmern Sicherheit und Zuversicht vermittelt werden. Derzeit sei die Versorgung in der Europäischen Union relativ sicher, da der Großteil des Flüssiggases aus den USA komme, betonte Jörgensen. Die Gasspeicher in Deutschland sind nach Angaben der "Initiative Energien Speichern" - kurz INES - zu knapp 22 Prozent gefüllt. Dies reiche selbst bei extrem niedrigen Temperaturen aus, um die Versorgung bis zum Ende der Heizperiode sicherzustellen, hatte die Branchenvereinigung kürzlich mitgeteilt. Seit Beginn des Iran-Kriegs haben die Energiehändler die Preise für Gas in der EU um mehr als 30 Prozent angehoben.

+++ Die USA haben nach eigenen Angaben die iranischen Fähigkeiten für bewaffnete Einsätze in der Straße von Hormus geschwächt.
Bei einem Angriff mit bunkerbrechenden Bomben sei in dieser Woche ein unterirdisches Waffenlager an der iranischen Küste zerstört worden, teilte das US-Militär am Samstag mit. Die USA und Israel griffen iranischen Staatsmedien zufolge außerdem die wichtige Atomanlage Natans im Zentrum des Iran an.
+++ Das israelische Militär hat bestritten, hinter einem Luftangriff auf die iranische Atomanlage Natans zu stecken.
Man sei sich keiner israelischen Angriffe in der Region bewusst, teilte das Militär mit. Zuvor hatte die amtliche iranische Nachrichtenagentur Misan berichtet, dass es einen Luftangriff auf Natans gegeben habe. Es sei nach dem Angriff am Samstag keine radioaktive Strahlung ausgetreten. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA teilte in den sozialen Medien mit, dass Teheran sie über den Angriff informiert habe. Es gebe keine Berichte, dass die Strahlung in der Umgebung der Anlage zugenommen habe.
+++ Iranische staatliche Medien berichten, die Marine der Revolutionsgarden habe Raketen und Drohnen auf die Luftwaffenstützpunkte Al-Minhad in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ali al-Salem in Kuwait abgefeuert.
Beide Stützpunkte seien für Angriffe auf iranische Inseln im Persischen Golf benutzt worden.
+++ 22 Länder haben den Iran zum Ende von Angriffen im Nahen Osten aufgefordert - und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus.
Die Länder, darunter Deutschland und Frankreich, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain sowie Japan, Südkorea und Australien verurteilten insbesondere die iranischen Angriffe auf kommerzielle Schiffe sowie Öl- und Gasanlagen in der Region. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es, Menschen in allen Teilen der Welt bekämen die Auswirkungen zu spüren, vor allem die Verwundbarsten.

+++ Das US-Militär hat bei seiner mittlerweile dreiwöchigen Offensive gegen den Iran nach eigenen Angaben mehr als 8.000 Ziele angegriffen.
Darunter befänden sich auch 130 iranische Schiffe, sagte der Befehlshaber des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom), Cooper, in einem Video. "Dies ist die größte Zerschlagung einer Marine innerhalb eines Zeitraums von drei Wochen seit dem Zweiten Weltkrieg", fügte er hinzu.
+++ Die pro-iranische Hisbollah hat "direkte Kämpfe" zwischen der Miliz und israelischen Truppen in zwei Grenzorten im Südlibanon gemeldet.
Im Ort Chiam habe es vier Stunden lang "direkte Kämpfe" zwischen den Kämpfern der Miliz und der israelischen Armee gegeben, teilte die Hisbollah mit. Dabei seien "leichte und mittelschwere Waffen" sowie Raketengeschosse zum Einsatz gekommen. Nach Angaben der Hisbollah kam es zudem zu Kämpfen im südlibanesischen Nakura, wo sich das Hauptquartier der UNO-Friedensmission im Libanon (Unifil) befindet. Die vom Iran unterstützte Miliz erklärte, israelische Soldaten hätten versucht, in Richtung des Rathauses von Nakura vorzudringen. Im Zuge des Iran-Krieges ist auch der militärische Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel wieder eskaliert.
+++ Drei Wochen nach Kriegsbeginn zeigt sich der Iran weiterhin entschlossen.
Nach Angaben der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews erklärte der Geheimdienst der Revolutionsgarden, man habe die "verwundbaren Punkte des Feindes" analysiert und bereite eine neue Angriffswelle "mit neuen Strategien und moderneren Systemen" vor. Die Garden erneuerten ihre Drohung mit Vergeltung für Angriffe auf die Infrastruktur des Landes.
In einer im Fernsehen verlesenen Rede zum persischen Neujahr, die dem neuen Revolutionsführer Modschtaba Chamenei zugeschrieben wird, hieß es außerdem, der Feind sei gebrochen und der endgültige Sieg nahe.
+++ Nach dem Angriff auf die iranische Atomanlage Natans hat die Internationale Atomenergiebehörde militärische Zurückhaltung von den Kriegsparteien gefordert.
Es gelte, jedes Risiko eines Atomunfalls zu vermeiden, schrieb IAEA-Chef Grossi auf der Plattform X. Der Iran habe die Behörde über den Angriff informiert, es seien jedoch keine erhöhten radioaktiven Strahlungswerte gemeldet worden.

+++ Die britische Regierung hat den iranischen Beschuss eines Luftwaffenstützpunkts Großbritanniens auf der Insel Diego Garcia als "rücksichtslosen Angriff" bezeichnet.
Dass Teheran die Region angreife und die Straße von Hormus blockiere, sei eine Gefahr für britische Interessen und britische Verbündete, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Weitere Details zu dem Angriff nannte die Regierung nicht. Es ist unklar, wie nahe die iranischen Raketen der Anlage kamen. Sie befindet sich etwa 4.000 Kilometer vom Iran entfernt im Indischen Ozean.

+++ Israels Verteidigungsminister Katz hat für die kommenden Tage eine Verstärkung der US-israelischen Angriffe auf den Iran angekündigt.
Ab Sonntag werde die Intensität der Angriffe auf das "iranische Terrorregime" und seine Infrastruktur "erheblich zunehmen", sagte Katz laut seinem Ministerium bei einer Lagebesprechung. Man werde nicht aufhören, bis alle Kriegsziele erreicht seien.
+++ Nach der Genehmigung für eine Nutzung britischer Militärstützpunkte durch die US-Armee hat der Iran mit Angriffen gedroht.
Die Regierung in Teheran erklärte, die Entscheidung Großbritanniens werde nicht ohne Folgen bleiben. Der britische Premier Starmer bringe dadurch Landsleute in Gefahr, denn der Iran werde sein Recht auf Selbstverteidigung wahrnehmen.
+++ Der Ökonom Daniel Stelter bezweifelt einen Effekt der von den USA angekündigten Sanktionspause für iranisches Öl auf die Energiepreise.
Es sei fraglich, ob die US-Regierung so die massiv steigenden Ölpreise senken könne, sagte er im Deutschlandfunk. Solange der Iran nicht mitmache, sei die Gefahr groß, dass die Straße von Hormus nicht frei befahrbar bleibe. In diesem Fall müsse man nachhaltig mit höheren Energiekosten rechnen. Stelter bezeichnete die Entscheidung der USA als „verzweifelten Versuch“, die Folgen des Kriegs einzudämmen.
+++ Ein Wohnviertel in Iraks Hauptstadt Bagdad ist laut der Nachrichtenagentur AFP Ziel eines Drohnenangriffs geworden.
Wie die AFP aus irakischen Sicherheitskreisen erfuhr, schlug eine Drohne in einem bei der irakischen Oberschicht und ausländischen Diplomaten beliebten privaten Sportklub ein. Der Angriff einer weiteren Drohne richtete sich demnach gegen "ein "Kommunikationsgebäude".
Seit Beginn des Iran-Kriegs beschießen pro-iranische Milizen immer wieder Ziele in Bagdad, darunter den Flughafen und vom US-Militär genutzte Einrichtungen. Auch die Kurdenregion im Nordirak wurde seitdem immer wieder attackiert. Auch diese Angriffe wurden pro-iranischen Gruppen zugeschrieben.
+++ Der Iran hat die Vereinigten Arabischen Emirate davor gewarnt, Angriffe von ihrem Territorium aus auf zwei strategisch wichtige Inseln nahe der Straße von Hormus zuzulassen.
Sollte es vom emiratischen Staatsgebiet aus "zu weiteren Aggressionen gegen die iranischen Inseln Abu Musa und Große Tunb im Persischen Golf kommen, werden die schlagkräftigen iranischen Streitkräfte Ras al-Chaimah in den VAE mit schweren Angriffen überziehen", erklärte das zentrale Einsatzkommando der iranischen Armee. Die Stellungnahme wurde von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreitet. Das iranische Militär bezog sich dabei auf das Emirat Ras al-Chaimah.
Der Iran wirft den Golfstaaten vor, US-Streitkräften Angriffe von ihrem Territorium aus zu erlauben. Die Golfstaaten haben diese Anschuldigungen mehrfach zurückgewiesen.
+++ Großbritannien erlaubt den USA die Nutzung seiner Militärstützpunkte.
Es gehe darum, die Raketenstellungen zu schwächen, mit denen der Iran Schiffe in der Meerenge von Hormus attackiere, sagte ein Regierungssprecher. Der Schifffahrtsweg, durch den rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, ist seit Kriegsbeginn durch die iranische Seite de facto gesperrt.
+++ Israel und der Iran haben ihren gegenseitigen Beschuss in der Nacht fortgesetzt.
Das israelische Militär meldete eine neue Angriffswelle. Diese habe Zielen des Regimes in der Hauptstadt Teheran gegolten. Zuvor habe der Iran Raketen auf Israel abgefeuert. Aus Teheran lag zunächst keine Stellungnahme vor. Derweil teilte das saudi-arabische Verteidigungsministerium im Onlinedienst X mit, dass man 22 iranische Drohnen im Osten des Landes abgefangen habe.
+++ Der Iran hat einem Zeitungsbericht zufolge zwei Mittelstreckenraketen auf den US-britischen Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean abgefeuert.
Keine der Raketen habe jedoch die Basis getroffen, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mehrere US-Regierungsvertreter. Ein Flugkörper sei während des Fluges ausgefallen, während ein US-Kriegsschiff eine Abfangrakete auf den anderen abgefeuert habe.
+++ Das israelische Militär greift eigenen Angaben zufolge Stellungen der Hisbollah in der libanesischen Hauptstadt Beirut an.
Das teilte die Armee mit. Ein Armeesprecher hatte zuvor die Bewohner der südlichen Vororte von Beirut zur Evakuierung aufgerufen. Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete Angriffe auf zwei Stadtteile in der Gegend. Angaben zu Schäden oder Opfern wurden zunächst nicht gemacht.
+++ US-Präsident Trump hat im Iran-Krieg ein weiteres Ziel formuliert.
Dabei hatte seine Regierung seit Wochen betont, dass ihre vier Ziele seit Beginn der Operation "unverändert, eindeutig und konsistent" geblieben seien. Diese vier Ziele bestanden darin, Irans Weg zu einer Atomwaffe zu blockieren, es daran zu hindern, militante Gruppen zu bewaffnen, Irans Marine zu zerstören und seine Kapazitäten für ballistische Raketen zu vernichten.
Auf der Plattform Truth Social zählte Trump diese Punkte zwar auf, ergänzte sie aber um ein fünftes: "Den Schutz unserer Verbündeten im Nahen Osten auf höchstem Niveau gewährleisten." Dabei nannte er Amerikas Partner in der Golfregion.
+++ Der Iran hat nach israelischen Angaben Israel erneut mit Raketen angegriffen.
Die Abwehrsysteme seien im Einsatz, "um die Bedrohung abzufangen", erklärte das israelische Militär in der Nacht im Onlinedienst Telegram. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärte derweil im Onlinedienst X, dass 22 Drohnen im Osten des Landes abgefangen worden seien.
+++ Die USA haben vorübergehend Sanktionen für auf Schiffe verladenes iranisches Öl aufgehoben.
Die Maßnahme gelte bis zum 19. April, teilte das Finanzministerium in Washington mit. Mit dem Schritt versucht die Regierung von Präsident Trump, massiv steigende Ölpreise zu senken. Finanzminister Bessent hatte die Maßnahme vorgeschlagen, um zu verhindern, dass China alleiniger Nutznießer iranischen Öls wird.
Die US-Regierung lockerte zudem für 30 Tage Sanktionen für bestimmte russische Öllieferungen. So bemüht sich Washington, das weltweite Ölangebot während des Iran-Kriegs zu erhöhen. Die jüngste Maßnahme unterliegt jedoch Einschränkungen: Verkäufe an Personen in Nordkorea und Kuba sind untersagt.
Freitag, 20. März
+++ US-Präsident Trump lehnt eine Feuerpause ab.
Man könne einen Dialog führen, aber er wolle keine Waffenruhe, sagte Trump vor Journalisten. "Wissen Sie, man vereinbart keine Waffenruhe, wenn man die andere Seite gerade vernichtet." Eine iranische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.
+++ Die USA verlegen nach Medienberichten zusätzliche Kräfte des Marinekorps in den Nahen Osten.
Das "Wall Street Journal" berichtet, es würden zwischen 2.200 und 2.500 Marines aus dem Bundesstaat Kalifornien entsandt. Der Sender CNN berichtete ebenfalls von tausenden Marinesoldaten, die in den Nahen Osten verlegt würden. Beide Medien berufen sich auf anonyme Hinweise von US-Beamten. Nach Informationen der Plattform "Axios" plant US-Präsident Trump offenbar, die Besetzung der für den Ölexport wichtigen iranische Insel Kharg. Mit diesem Schritt wolle Trump die Führung in Teheran unter Druck setzen, die blockierte Straße von Hormus wieder für Öltanker zu öffnen.
+++ Die britische Regierung erlaubt den USA die Nutzung ihrer Militärbasen für Angriffe auf iranische Raketenstellungen, welche die Schifffahrt in der Straße von Hormus bedrohen.
Dies wurde nach Beratungen des britischen Kabinetts über die Lage dort bekanntgegeben. Das Abkommen zur kollektiven Selbstverteidigung der Region umfasse US-Einsätze zur Zerstörung derartiger Raketenstellungen, teilte das Büro von Premierminister Starmer mit.
+++ Die NATO verlegt das gesamte Personal ihrer Irak-Mission aus dem Nahen Osten nach Europa.

Der NATO-Oberbefehlshaber für Europa, US-General Grynkewich, dankte dem Irak und den Verbündeten für die Unterstützung bei dem Abzug. Der Einsatz werde vom Hauptquartier im italienischen Neapel aus fortgesetzt, teilte das Militärbündnis weiter mit. Die Mission berät die irakischen Sicherheitskräfte und ist nach NATO-Angaben nicht an Kampfeinsätzen beteiligt.
+++ Der Iran hat damit gedroht, weltweit Freizeit- und Touristenziele anzugreifen.
Der oberste Militärsprecher des Landes, General Abolfazl Shekarchi, sagte, Parks, Erholungsgebiete und Touristenziele weltweit seien für die Feinde Teherans nicht.
+++ Die israelische Armee hat die Tötung eines weiteren ranghohen Mitglieds der iranischen Basidsch-Miliz bekanntgegeben.
Der Geheimdienstchef der paramilitärischen Einheit, Esmail Ahmadi, sei bei einem Angriff in der Nacht zum vergangenen Dienstag "ausgeschaltet" worden, teilte die Armee mit. Ahmadi habe unter anderem eine "zentrale Rolle" bei der "Umsetzung terroristischer Aktivitäten" der Basidsch-Miliz und bei der Niederschlagung der landesweiten Proteste zu Jahresbeginn gespielt.
+++ Die Schweiz bewilligt wegen des Iran-Kriegs keine Waffenexporte mehr an die USA.
Die Ausfuhr von Kriegsmaterial an die in den internationalen bewaffneten Konflikt mit dem Iran verwickelten Länder könne während der Dauer des Konfliktes nicht bewilligt werden, teilte die Regierung in Bern mit. Bestehende Bewilligungen und Ausfuhren würden aber nicht widerrufen.
+++ Die Öl- und Gaslieferungen vom Golf werden wegen des Iran-Kriegs nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur, IEA, noch für Monate massiv gestört sein.

IEA-Geschäftsführer Birol sagte der britischen "Financial Times", der Krieg sei die größte Bedrohung für die globale Energiesicherheit in der Geschichte. Politiker und Märkte unterschätzten das Ausmaß der Ausfälle. Es fehle jetzt doppelt so viel Gas, wie die Menge, die Europa durch die 2022 eingestellten Lieferungen aus Russland verloren habe, so der IEA-Chef. Es könne mehr als sechs Monate dauern, bis die Öl- und Gaslieferungen vom Golf wiederhergestellt seien.
+++ Wegen des Kriegs im Nahen Osten hat die NATO ihre Soldaten aus dem Irak abgezogen.
Das teilte das Militärbündnis in Brüssel mit. Eine Sprecherin betonte, die Sicherheit des NATO-Personals habe oberste Priorität. Die Zusammenarbeit mit dem Irak werde aber fortgesetzt. Das Hauptqartier der NATO-Mission zur Schulung irakischer Streitkräfte befindet sich in der Hauptstadt Bagdad. Aufgabe der dort eingesetzten Soldaten war seit 2018, Militär und Sicherheitskräfte auszubilden, um zur Stabilisierung des Landes beizutragen. An der Mission waren auch Bundeswehr-Angehörige beteiligt. Ihre Zahl lag zuletzt bei rund 40.
+++ Die USA verlegen offenbar Tausende zusätzliche Soldaten in den Nahen Osten.
Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere US-Vertreter.
+++ US-Präsident Trump hat die NATO-Verbündeten wegen einer mangelnden Unterstützung im Krieg der USA und Israels gegen den Iran scharf angegriffen.

"Ohne die USA ist die Nato ein Papiertiger!", schreibt Trump in einem Beitrag in den sozialen Medien. Er bezeichnet die langjährigen Verbündeten als "Feiglinge" und fügt hinzu: "Wir werden uns daran erinnern!"
+++ Der Leiter des Norwegischen Flüchtlingsrats, Egeland, warnt vor einem Zusammenbruch der Versorgung der Menschen im Iran.
Die Hilfsorganisation habe zunehmend Schwierigkeiten, Güter in das Land zu transportieren. Mehr als drei Millionen Menschen seien innerhalb des Landes auf der Flucht. Egeland sagte dem Fernsehsender Al Jazeera, je längere der Konflikt dauere, desto stärker würden alle Lebensbereiche beeinträchtigt. Der Norwegische Flüchtlingsrat ist nach eigenen Angaben seit 2012 im Iran tätig.
+++ Die Bundesregierung hat den Export bestimmter Rüstungsgüter in mehrere Golfstaaten und die Ukraine vereinfacht.
Wie das Bundeswirtschaftsministerium bekannt gab, trat eine entsprechende auf sechs Monate befristete Genehmigung in Kraft. Exporteure können nun schnellere Ausfuhrgenehmigungen nutzen, ohne vorher beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einen Antrag stellen zu müssen. Die Regelung soll eine schnelle Lieferung von Gütern der Luft- und der maritimen Verteidigung in die Staaten ermöglichen.
+++ Die iranischen Revolutionsgarden haben den Tod ihres Sprechers Naini gemeldet.
Nach Angaben der ihr nahestehenden Nachrichtenagentur Tasnim ist der General bei einem Angriff getötet worden, für den die Revolutionsgarden Israel und die USA verantwortlich machen. Israels Armee teilte mit, eine neue Angriffswelle auf den Iran in Teheran gestartet zu haben.
+++ Die iranische Führung hat den eigenen Geheimdienst aufgefordert, härter gegen Feinde vorzugehen.
In einer schriftlichen Mitteilung des neuen Obersten Führers, Ajatollah Modschtaba Chamenei, hieß es, den Feinden im In- und Ausland müsse die Sicherheit entzogen werden. Nach dem Tod von Geheimdienstchef Chatib müssten die übrigen Beamten die Lücke ausgleichen. Chamenei ist seit seiner Ernennung am 8. März ausschließlich schriftlich in Erscheinung getreten.

+++ Die iranischen Revolutionsgarden haben einen Verlust der Fähigkeit zum Bau von Raketen bestritten.
General Naeini wies Behauptungen des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu zurück, wonach Teheran nach knapp drei Wochen Krieg nicht mehr in der Lage sei, ballistische Raketen zu bauen. Mit Bezug auf das iranische Schulsystem, in dem 20 Punkte als Bestnote betrachtet werden, erklärte der General: "Unsere Raketenindustrie erreicht eine Punktzahl von 20." Selbst unter Kriegsbedingungen würden neue Raketen produziert. Der Krieg könne weitergehen, erklärte Naeini. Die Propaganda-Aussagen lassen sich nicht unabhängig prüfen.
+++ Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben militärische Infrastruktur im Süden des Nachbarlands Syrien bombardiert.
Getroffen worden seien ein Kommandozentrum sowie Waffenlager, teilte das Militär mit. Zur Begründung führte die Armee syrische Attacken auf Drusen in der Provinz Suweida an. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete zunächst nicht über einen Angriff. Es wäre der erste seit Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar. Israel hat bereits in der Vergangenheit interveniert, um die religiöse Minderheit zu verteidigen. Mehr als die Hälfte der rund eine Million Drusen weltweit lebt in Syrien, viele weitere im Libanon und in Israel.
+++ Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate haben laut Staatsmedien mindestens fünf mutmaßliche Mitglieder eines "Terrornetzwerks" mit Verbindungen zum Iran und zur pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon festgenommen.
Das Netzwerk habe versucht, "die nationale Wirtschaft zu unterwandern und externe Pläne umzusetzen, die die finanzielle Stabilität des Landes bedrohen", berichtete die staatliche emiratische Nachrichtenagentur WAM unter Berufung auf den Staatssicherheitsapparat.
+++ Kuwait hat erneut iranische Drohnenangriffe auf seine Ölraffinerie Mina al-Ahmadi gemeldet.
Durch die Attacken wurden demnach mehrere Brände ausgelöst. Feuerwehrkräfte versuchten, diese unter Kontrolle zu bringen. Von Verletzten war zunächst nicht die Rede. Die Raffinerie war bereits am Donnerstag getroffen worden, wobei ebenfalls Feuer ausgebrochen war.
+++ Der UNO-Sicherheitsrat hat hinter verschlossenen Türen eine Dringlichkeitssitzung zu Angriffen auf Energieanlagen im Nahen Osten abgehalten.
Der UN-Botschafter von Bahrain, Alrowaiei, sagte, sein Land habe die Sitzung wegen der anhaltenden "feigen Angriffe des Irans" auf die Golfstaaten, Jordanien und weitere Länder der Region beantragt. Der Iran müsse eine Resolution vom 11. März umsetzen, die einen sofortigen Stopp der Angriffe auf die Golfstaaten sowie auf Zivilisten und zivile Infrastruktur - darunter Energieanlagen - verlangt, so Alrowaiei. Die Resolution, die ohne Gegenstimmen bei Enthaltungen von Russland und China angenommen worden war, fordert den Iran zudem auf, alle Maßnahmen und Drohungen einzustellen, die darauf abzielen, die Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu blockieren.
+++ Der Iran hat seine Angriffe gegen arabische Staaten fortgesetzt.
Das Verteidigungsministerium in Saudi-Arabien wehrte nach eigenen Angaben gleich mehrere Drohnenangriffe ab. Auch die Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten meldeten die erfolgreiche Abwehr eines Luftangriffs. In Bahrain geriet nach Angaben des Innenministeriums ein Lagerhaus durch herabfallende Trümmer in Brand. Das Feuer sei unter Kontrolle gebracht worden. Es gebe keine Verletzten, hieß es.
+++ Der libanesische Präsident Aoun hat erneut zu einem Waffenstillstand und zu Verhandlungen mit Israel aufgerufen.
Die "Eskalation" zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon müsse beendet werden, erklärte er. Am 9. März hatte Aoun eine Vier-Punkte-Initiative vorgeschlagen, die einen "vollständigen Waffenstillstand" mit Israel, verstärkte Unterstützung für die libanesische Armee zur Entwaffnung der Hisbollah sowie direkte Verhandlungen mit Israel vorsah. Diese Initiative liege nach wie vor auf dem Tisch, erklärte der Präsident.

+++ Laut Medienberichten ist ein US-Tarnkappen-Flugzeug vom Typ F-35 mutmaßlich bei iranischem Beschuss getroffen worden.
Der Kampfjet habe auf einem Luftwaffenstützpunkt im Nahen Osten notlanden müssen, melden CNN und andere Sender. Ein Militärsprecher wird mit der Ausssage zitiert, der Pilot befinde sich in stabilem Zustand.
+++ Israel hat nach eigenen Angaben in der Nacht weitere Luftangriffe gegen den Iran geflogen.
Im Zentrum stand offenbar die Hauptstadt Teheran. Auch der Iran setzte seine Attacken auf Ziele in Israel fort. Sirenen ertönten Agenturberichten zufolge in weiten Teilen des Nordens, von Haifa über Galiläa bis zur Grenze zum Libanon.
+++ Angesichts möglicher Migrationsbewegungen infolge des Iran-Kriegs haben die EU-Staaten zur "Wachsamkeit" gemahnt.
Die EU sei bereit, "ihre diplomatischen, rechtlichen, operativen und finanziellen Instrumente in vollem Umfang zu mobilisieren, um unkontrollierte Migrationsbewegungen in die EU zu verhindern", heißt es in der Abschlusserklärung des EU-Gipfels in Brüssel. Die Sicherheit und die Kontrolle der EU-Außengrenzen würden "weiter verstärkt". Der Konflikt habe bislang zwar keine "unmittelbaren Migrationsbewegungen in Richtung Europäischer Union" zur Folge, räumten die 27 Staats- und Regierungschefs ein. Auf der "Grundlage der Lehren aus der Migrationskrise von 2015" solle indes eine ähnliche Situation vermieden werden.
+++ Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union verlangen einen vorläufigen Stopp von Angriffen auf zivile Infrastruktur wie Energie- und Wasserversorgungsanlagen im Iran-Krieg.
Der Europäische Rat mahnt alle Parteien "zur Deeskalation und zu größtmöglicher Zurückhaltung, zum Schutz der Zivilbevölkerung" sowie "zur uneingeschränkten Achtung des Völkerrechts". Die Teinehmer des Gipfels in Brüssel begrüßten zudem die Ankündigungen von Mitgliedstaaten, die Straße von Hormus abzusichern, "sobald die Voraussetzungen dafür erfüllt sind".
+++ Frankreich verdoppelt seine Hilfe für den Libanon auf 17 Millionen Euro.
Das kündigte der französische Außenminister Barrot während eines Besuchs in Beirut an. Durch die Kämpfe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon wurden nach Angaben der dortigen Regierung mindestens 1.000 Menschen getötet und mehr als eine Million Einwohner vertrieben. Viele Familien schlafen in Autos, auf der Straße oder in überfüllten Schulen, die zu Notunterkünften umfunktioniert wurden.
Donnerstag, 19. März
+++ Bundeswirtschaftsministerin Reiche kritisiert nach der Lockerung der US-Sanktionen gegen Russland entsprechende Pläne auch für den Iran.
Es könne nicht im Interesse Deutschlands sein, durch solche Schritte Regime zu stärken, die für Unterdrückung verantwortlich seien oder einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg führten, sagt Reiche der Zeitung "Bild". Jeder Dollar für Öl aus Russland speise auch die Kriegskasse, jeder Dollar für Öl aus dem Iran stabilisiere ein Regime, "das unseren Werten fundamental entgegensteht."

+++ Die iranische Fußball-Nationalmannschaft der Frauen ist nach der Rückkehr in ihre Heimat mit großem Jubel in Teheran empfangen worden.
Die Mannschaft hatte an den Asienmeisterschaften in Australien teilgenommen. Der Busankunft der Spielerinnen wohnten mehrere Tausend Menschen bei, wie Bilder aus dem iranischen Staatsfernsehen zeigten. Auf dem Valiasr-Platz im Zentrum der Stadt wurden die Spielerinnen mit Blumen beschenkt, auf einer Bühne erhielt jede von ihnen eine Trophäe.
"Meine Wahl. Meine Heimat", hieß es auf einer großen Plakatwand, auf der die Spielerinnen im Nationaltrikot und Hijab zu sehen waren, wie sie der iranischen Flagge salutierten. Zuvor waren die Iranerinnen im Land noch als "Verräterinnen" bezeichnet worden. Beim ersten Gruppenspiel hatte die Mannschaft Anfang März gegen Südkorea (0:3) auf das Singen der Nationalhymne verzichtet.
+++ Israel hat das iranische Erdgasfeld South Pars laut Ministerpräsident Netanjahu im Alleingang bombardiert.
Auf einer Pressekonferenz bestätigte er damit die Darstellung von US-Präsident Trump. Netanjahu sagte, Israel habe eigenständig gehandelt – und werde auf Trumps Bitte von weiteren Angriffen auf das Feld absehen. Israelische Regierungsvertreter hatten der Nachrichtenagentur Reuters hingegen gesagt, der Einsatz sei mit Washington abgestimmt gewesen. Netanjahu wies zudem den Vorwurf zurück, Israel habe die USA in den Krieg hineingezogen. Das Gasfeld South Pars ist von zentraler Bedeutung für die Energieversorgung des Iran.
+++ Die USA haben Rüstungsexporte im Wert von insgesamt gut 16 Milliarden Dollar (rund 14 Milliarden Euro) an zwei Golfstaaten gebilligt, die besonders vom Iran-Krieg betroffen sind.
Kuwait soll nach Angaben des Außenministeriums in Washington Radarsensoren zur Luft- und Raketenabwehr im Wert von rund acht Milliarden Dollar erhalten. An die Vereinigten Arabischen Emirate gehen Rüstungsgüter im Wert von weiteren rund acht Milliarden Dollar.
+++ Die Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur (IEA) haben mit der Freigabe eines Teils ihrer Ölreserven begonnen.
Die freigegebenen Reserven werden größtenteils aus Rohöl bestehen, die Beiträge in Europa vorrangig in Form raffinierter Produkte, wie die IEA mitteilte. Die Organisation hatte vor einer Woche den Beschluss gefasst, 426 Millionen Barrel Öl ihrer Notvorräte freizugeben, um den durch den Krieg im Nahen Osten ausgelösten Preissprung abzufedern. Grund für den Anstieg ist vor allem die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran. Durch die Meerenge werden normalerweise rund 20 Prozent des weltweiten Rohöls transportiert.
+++ Der Iran ist nach Darstellung des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu nicht mehr in der Lage, Uran anzureichern oder ballistische Raketen herzustellen.
Netanjahu sagte in einer Fernsehansprache, die iranische Luftabwehr sei nutzlos, die Marine liege auf dem Meeresgrund und die Luftwaffe sei nahezu zerstört. Der israelische Ministerpräsident äußerte die Hoffnung, dass sich das iranische Volk gegen die seit fast einem halben Jahrhundert herrschende Islamische Republik erheben werde. Er räumte jedoch ein, es sei noch zu früh, um dies vorherzusagen. Die iranischen Behörden hatten im Januar Massenproteste gewaltsam niedergeschlagen. Seit Kriegsbeginn gab es keinerlei Anzeichen für einen Aufstand.
+++ Portugal macht den Weg frei für eine vorübergehende Begrenzung der Strompreise für Haushalte und die meisten Unternehmen.
Der Großhandelspreis auf der Iberischen Halbinsel liege derzeit jedoch weit unter dem dafür nötigen Schwellenwert, teilte die Regierung mit. Der Mechanismus soll demnach greifen, wenn die Endkundenpreise um mehr als 70 Prozent steigen oder mehr als zweieinhalbmal so hoch liegen wie der Fünf-Jahres-Durchschnitt. In einem solchen Fall würde eine Energiekrise ausgerufen, erklärte Präsidialminister Antonio Leitao Amaro. Dies ermögliche Maßnahmen wie Preissenkungen unter die Produktionskosten.
+++ Der Iran hat nach eigenen Angaben Ölraffinerien in Israel angegriffen.

Die Anlagen in den Städten Haifa und Aschdod seien getroffen worden, teilten die iranischen Revolutionsgarden mit. Israelischen Medienberichten zufolge stieg über der Anlage in Haifa dichter Rauch auf. Es handelt sich um die größte Raffinerie des Landes.
+++ Ein israelischer Angriff im Südlibanon hat nach Angaben des staatlichen libanesischen Stromversorgers ein wichtiges Umspannwerk lahmgelegt.
Durch den Angriff seien verschiedene Teile des Werks in Bint Dschbeil beschädigt worden, teilte das Unternehmen mit. Dies beeinträchtige die Stromversorgung in der Stadt und den umliegenden Orten. Eine Stellungnahme des israelischen Militärs lag zunächst nicht vor.
+++ Die Weltschifffahrtsorganisation (IMO) arbeitet an Evakuierungsplänen für die durch den Iran-Krieg in der Straße von Hormus festsitzenden Schiffe und Seefahrer.
Der erste Ansprechpartner seien nun die Länder der Region, um Gespräche darüber zu beginnen, wie eine Evakuierungsroute eingerichtet werden könnte, sagte IMO-Generalsekretär Dominguez nach einer Dringlichkeitssitzung. Es gehe nicht darum, alle Schiffe an einem einzigen Tag hinauszuführen. Die Sicherheit habe oberste Priorität. Auch mit dem Iran, der IMO-Mitglied ist, werde in dieser Sache gesprochen. Dominguez sprach von nahezu 2.000 Schiffen, die in der Region festsitzen.
+++ Ein Regimewechsel hat schlechte Aussichten. Wollen die USA und Israel mit ihrem Krieg die religiöse Diktatur im Iran stürzen?
+++ Iranische Raketenangriffe haben das Stromnetz im Norden Israels beschädigt.
Der israelische Energieminister Cohen sagte, Einsatzkräfte hätten die Stromversorgung in einigen Gebieten bereits wiederhergestellt. Die Arbeiten dauerten an.
+++ Katar hat nach dem iranischen Angriff auf den größten Gaskomplex des Landes vor massiven Folgen für die gesamte Welt gewarnt.
Der Angriff auf das Erdgas-Industriegebiet in Ras Laffan habe erhebliche Auswirkungen auf die weltweite Energieversorgung, sagte der katarische Regierungschef al-Thani. Dass der Iran Anlagen in Ras Laffan attackiert habe, sei zudem ein eindeutiger Beleg dafür, dass Teheran - anders als behauptet - nicht nur US-Interessen in der Golfregion ins Visier nehme. Angriffe wie jener auf Ras Laffan brächten keinem Land einen direkten Nutzen, richteten vielmehr Schaden an und wirkten sich direkt auf die Bevölkerung aus.
+++ Dem israelischen Energieministerium zufolge sind die Raffinerien in der nördlichen Küstenstadt Haifa bei einem Angriff getroffen worden.
Die Schäden seien "nicht signifikant", heißt es. Nach Angaben der Polizei liegen keine Berichte über Verletzte vor.
+++ EU-Ratspräsident Costa und UNO-Generalsekretär Guterres haben auf dem EU-Gipfel in Brüssel davor gewarnt, die regelbasierte internationale Ordnung abzuwickeln.
Viele internationale Akteure stellten die internationale Ordnung infrage, doch die Erfahrung zeige, dass es keine Alternative dazu gebe, sagte Costa. Die Alternative wäre Chaos. Er nannte die Kriege im Iran und in der Ukraine sowie die Lage im Gazastreifen. Auch in mehreren Ländern Afrikas würde sich die Lage noch verschlimmern. Guterres betonte, die EU sei zentral bei der Verteidigung der bisherigen Weltordnung.
+++ Der iranische Außenminister Araghtschi hat in Telefonaten mit seinen Amtskollegen in der Türkei, Ägypten und Pakistan zu einer engeren regionalen Zusammenarbeit aufgerufen.

Angesichts der jüngsten Angriffe auf die iranische Infrastruktur mahnte er zur Wachsamkeit, wie staatliche Medien berichten. Gleichzeitig drohte ein Militärsprecher mit einer "viel härteren" Antwort, sollten erneut iranische Energieanlagen ins Visier genommen werden. Angriffe auf Einrichtungen der USA und ihrer Verbündeten würden dann bis zu deren vollständiger Zerstörung fortgesetzt, hieß es.
+++ Der Iran hat staatlichen Medien zufolge 97 Menschen festgenommen, denen vorgeworfen wird, für Israel zu arbeiten.
Sie seien im Rahmen eines Sicherheitseinsatzes festgenommen worden, heißt es. Der iranische Geheimdienst nahm nach eigenen Angaben seit Beginn des Krieges 178 mutmaßliche Spione fest. Ihnen werden laut staatlichen Medien "Vaterlandsverrat" und Kontakte zu Agenten der USA und Israels vorgeworfen. Sie sollen demnach Bildmaterial mit sensiblen Daten weitergegeben haben.
+++ Die Kriegsziele der USA gegen den Iran sind nach den Worten von Verteidigungsminister Hegseth seit Beginn der Angriffe am 28. Februar unverändert.
Ziel sei weiterhin die Zerstörung der iranischen Raketenabschussrampen, der Rüstungsindustrie und der Marine, sagte Hegseth, der sich selbst als Kriegsminister tituliert, vor der Presse. Zudem solle verhindert werden, dass der Iran jemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange. Die USA lägen dabei im Plan.
+++ Beim EU-Gipfel hat Bundeskanzler Merz Deutschlands Bereitschaft bekräftigt, nach dem Iran-Krieg zur Sicherheit in der Region beizutragen.

Man könne helfen, die Seewege wieder zu öffnen und sie anschließend frei zu halten, sagte der CDU-Vorsitzende in Brüssel. Voraussetzung für das Engagement sei allerdings, dass die Kampfhandlungen am Persischen Golf eingestellt würden. Zudem sei für einen solchen Einsatz ein internationales Mandat nötig, das derzeit nicht vorliege. Merz äußerte außerdem die Erwartung, dass von dem EU-Treffen ein klares Signal zur Deeskalation im Iran-Krieg ausgehe.
+++ Die Preise für Öl und Gas sind wegen der iranischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur in den Golfstaaten angestiegen.
Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent legte zeitweise um mehr als zehn Prozent zu. Zuvor war bereits der Gaspreis in Europa in die Höhe geschossen. An der Börse in Amsterdam ging der Referenzpreis zeitweise um mehr als 30 Prozent nach oben.
+++ Vor dem Hintergrund hoher Kraftstoffpreise lässt das Bundesfinanzministerium die Einführung einer Übergewinnsteuer auf Profite von Mineralölkonzernen prüfen.
Mit den Erlösen wolle man in der gegenwärtigen Lage Entlastungen für die Verbraucher finanzieren, sagte Bundesfinanzminister Klingbeil in Berlin. Dazu könne eine Erhöhung der Pendlerpauschale gehören. Profitieren sollten Personen mit mittleren und niedrigen Einkommen, Familien sowie kleine Betriebe. Diese Gruppen seien am stärksten von den hohen Kosten betroffen. Das Ministerium wies darauf hin, dass eine Übergewinnsteuer schon nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine als gemeinsames EU-rechtliches Instrument vorübergehend eingeführt wurde.
+++ Der Iran warnt Israel vor weiteren Angriffen auf seine Energie-Anlagen und droht mit neuen Vergeltungsschlägen.
Staatliche Medien zitieren einen Sprecher der iranischen Revolutionsgarde, der die israelischen Angriffe als schwere Fehleinschätzung bezeichnete. Er drohte mit weiteren Attacken auf Öl- und Gasanlagen der von den USA verbündeten Golfstaaten, sollten sich die Angriffe auf Irans Gasförderanlagen wiederholen.
+++ Die Golfstaaten haben bei ihrem Gipfeltreffen ein Ende der iranischen Angriffe verlangt.
In einer Abschlusserklärung heißt es, die Attacken auf Wohngebiete, Ölanlagen, Flughäfen und diplomatische Vertretungen seien mit nichts zu rechtfertigen. An dem Gipfel hatten außer den Golfstaaten unter anderem auch die Türkei, Aserbaidschan und Pakistan teilgenommen. Die Drohnenangriffe auf Energieanlagen in den Golfstaaten waren zuvor mit Attacken in Kuwait und Saudi-Arabien fortgesetzt worden. Die iranischen Revolutionsgarden hatten zuvor eine Warnung für mehrere Raffinerien in der Golfregion veröffentlicht. Mit den Angriffen reagiert Teheran auf die gestrige israelische Attacke auf iranische Anlagen des weltweit größten Gasfeldes South Pars.
+++ Die US-Geheimdienstkoordinatorin, Gabbard, hat die Begründung von Präsident Trump für den Beginn des Iran-Kriegs infrage gestellt.
Gabbard erklärte bei einer Anhörung im Kongress, das iranische Atomprogramm sei bereits durch die Angriffe während des Zwölftagekriegs im vergangenen Jahr vernichtet worden. Seitdem habe es seitens Teherans keine Avancen gegeben, es wieder aufzubauen. Sie berief sich auf Erkenntnisse der Geheimdienste. Trump hatte die Ende Februar begonnenen Luftangriffe der USA und Israels mit einer unmittelbar bevorstehenden Bedrohung durch das iranische Atomprogramm begründet. Zudem hatte er dem Iran vorgeworfen, Raketen zu bauen, die bald die Vereinigten Staaten erreichen würden.

+++ Der Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten ist erstmals seit Beginn des Iran-Krieges wieder offen.
Das erklärten Behördenvertreter am Vormittag. Der Übergang sei für eine begrenzte Personenzahl in beide Richtungen geöffnet, hieß es. Rafah war bereits seit dem Beginn des Gaza-Kriegs überwiegend geschlossen gewesen.
+++ Der deutsche Historiker Wolffsohn hat das Vorgehen vor allem Israels in dem Krieg verteidigt.
Man könne den Erfolg von dessen Strategie alleine schon an einer drastischen Reduzierung der iranischen Raketenangriffe auf Israel feststellen, sagte er im Deutschlandfunk. Das Regime in Teheran sei auch durch die Tötung mehrerer seiner Spitzenvertreter deutlich geschwächt. Außerdem gab Wolffsohn der internationalen Gemeinschaft eine Mitverantwortung für die Eskalation des Iran-Konflikts. Israel habe immer wieder vergeblich auf das bedrohliche nukleare Potenzial des Iran aufmerksam gemacht. Doch sei es bislang nicht begrenzt worden. Zur Frage, ob das Vorgehen der USA und Israels völkerrechtlich gedeckt sei, sagte Wolffsohn, zwar sei das Völkerrecht eine wichtige zivilisatorische Errungenschaft. Doch habe es nicht dazu geführt, die Unterdrückung der Menschen im Iran und die Bedrohung der iranischen Nachbarländer zu beenden. Deshalb müsse das Völkerrecht reformiert werden.
Völkerrecht darf für gezielte Tötungen im Iran gebrochen werden
+++ Der Golf-Kooperationsrat hat die mutmaßlich iranischen Angriffe auf Gasinfrastruktur in den Vereinigten Arabischen Emiraten verurteilt.
In einer Mitteilung bezeichnete die internationale Organisation, der etwa Saudi Arabien und Katar angehören, die Attacken als schwerwiegende aggressive Eskalation. Es handele sich um dreiste, terroristische Angriffe des Iran. Nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate hatte der Iran die Anlage Habshan und das Bab-Feld angegriffen. Der Betrieb sei eingestellt.
+++ US-Präsident Trump hat dem Iran mit der Sprengung des größten Gasfelds der Welt gedroht.
Er wolle ein solches Ausmaß an Gewalt und Zerstörung zwar nicht genehmigen, erklärte er. Doch sollte der Iran erneut die LNG-Anlagen Katars angreifen, werde er nicht zögern, dies zu tun. Israel hatte gestern erstmals die iranischen South-Pars-Anlagen beschossen. Nach Darstellung Trumps wurden die Vereinigten Staaten über den konkreten Angriff nicht informiert. Trump betonte ausdrücklich, Israel werde dieses wichtige und wertvolle Gasfeld von sich aus nicht mehr angreifen. Der Iran hatte als Reaktion die Industrieanlagen in Katar und anderen Golfstaaten beschossen. An den Märkten nahmen die Sorgen vor länger anhaltenden Problemen bei der globalen Energieversorgung zu.

+++ CDU-Politiker Laschet erwartet vom EU-Gipfel die gemeinsame Forderung nach einer Deeskalation.
Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag sagte im Deutschlandfunk, bislang hätten die Mitgliedstaaten unterschiedlich auf die Anfrage von US-Präsident Trump nach einer europäischen Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormus reagiert. Dies müsse beim heute beginnenden EU-Gipfel anders klingen. Die Europäer müssten mit einer Stimme sprechen und klarstellen, dass sie sich zwar beim Wiederaufbau in der Region beteiligen würden, nicht aber in diesen Krieg hineingezogen werden wollten.
+++ Der Arbeitnehmerflügel der Union hat angesichts der gestiegenen Benzinpreise eine Anhebung der Kilometerpauschale für Dienstreisen gefordert.
Dienstreisen mit dem privaten Pkw sollten entlastet werden, sagten der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, Radtke, und der Chef der Christlich-Sozialen Arbeitnehmerunion, Ullrich, dem "Tagesspiegel". Die Pendlerpauschale war zum Jahreswechsel auf 38 Cent pro Kilometer angehoben worden, aber nur für die einfache Wegstrecke zur Arbeit. Radtke und Ullrich forderten, die Pendlerpauschale für Dienstreisen mit dem eigenen Auto ebenso anzuheben. Zudem regten sie eine steuerfreie Mobilitätszulage als tarifliches Instrument an.
+++ Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten wollen über den Iran-Krieg beraten.
Auf dem heute beginnenden Gipfel in Brüssel wollen sie darüber sprechen, wie sie zu einer Deeskalation im Iran beitragen können. Eine aktive Teilnahme am Krieg hatten die EU-Staaten zuvor ausgeschlossen. Ein Thema könnte sein, welche Rolle die EU in der Zeit nach dem Krieg übernehmen kann.
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