Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten
Die Entwicklungen vom 15.-18. März

Wir halten seit dem 28. Februar in einem Newsblog fest, wie sich der Krieg im Nahen und Mittleren Osten entwickelt. In diesem Archiv können Sie die bisherigen Entwicklungen nachvollziehen.

    Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel. Im Hintergrund sind Flaggen seines Landes zu sehen.
    Benjamin Netanjahu (AP / dpa / Ohad Zwigenberg)
    Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier.

    Mittwoch, 18. März

    +++ Der Iran hat offenbar Industrieanlagen in mehreren Golfstaaten angegriffen.

    Aus Katar wurde ein Feuer im wichtigsten Gaskomplex des Landes gemeldet. Saudi-Arabiens Verteidigungsministerium erklärte, man habe einen Drohnenangriff auf ein Gasfeld abgewehrt. Zuvor hatte Irans Führung Vergeltung für einen Angriff Israels auf ein Gasfeld angedroht. Neben den nun getroffenen Ländern wurden auch Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten verlautbart. Präsident Peseschkian sprach von - Zitat - "aggressiven Handlungen", die "unkontrollierbare Folgen" nach sich ziehen würden. .

    +++ Nach Angaben der WHO sind bislang mehr als 2.300 Zivilisten ums Leben gekommen.

    Mehr als 1.400 Tote seien im Iran gemeldet worden, fast 900 im Libanon und 20 in Israel, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in einer Pressekonferenz in Genf. Tausende Menschen in den drei Ländern seien verletzt worden.

    +++ Saudi-Arabien hat vier ballistische Raketen abgefangen.

    Sie seien aus dem Iran auf dem Weg nach Riad gewesen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Nach einer ersten Bestandsaufnahme seien keine Schäden entstanden.

    +++ Bei einem Raketenangriff auf Tel Aviv sind zwei Menschen durch Streumunition getötet worden.

    Ein Ehepaar sei in der Nacht in Ramat Gan nahe Tel Aviv ums Leben gekommen, teilte ein israelischer Armeesprecher mit. Ihr Haus sei von Splittern einer abgefangenen Rakete getroffen worden. Er warf der Regierung in Teheran ein Kriegsverbrechen vor, da gezielt Zivilisten ins Visier genommen würden. Eine iranische Stellungnahme liegt nicht vor. Die Abwehr solcher Geschosse gilt als schwierig, da sie sich in der Luft in viele kleine Sprengkörper zerlegen.
    Sicherheitskräfte inspizieren einen offenbar von einer iranischen Rakete getroffenen Gebäude in der Stadt Ramat Gan in der Nähe von Tel Aviv.
    Iranischer Angriff auf Israel (picture alliance/dpa/Oren Ziv)

    +++ Der US-Geheimdienst geht davon aus, dass die iranische Regierung weiter arbeitsfähig ist.

    "Das Regime im Iran scheint intakt zu sein", sagt Tulsi Gabbard, Direktorin für Nationale Nachrichtendienste, zu Beginn ihrer jährlichen Anhörung vor einem Senatsausschuss. Das Regime sei zwar weitgehend geschwächt. Dennoch sei der Iran weiter in der Lage, Interessen der USA und ihrer Verbündeten im Nahen Osten anzugreifen und tue dies auch. "Sollte ein feindliches Regime überleben, wird es in den kommenden Jahren versuchen, seine Raketen- und Drohnen-Kapazitäten wieder aufzubauen", warnte sie.

    +++ Im Libanon sind bei israelischen Luftangriffen in Beirut mindestens 12 Menschen getötet worden.

    Die Angriffe seien teilweise ohne vorherige Evakuierungswarnung erfolgt, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Einer der Toten war nach Senderangaben ein Abteilungsleiter des Hisbollah-nahen Senders Al-Manar. Israels Armee kündigte zudem Angriffe auf Brücken des Litani-Flusses im Südlibanon an.

    +++ Die NATO stationiert ein weiteres Patriot-Raketenabwehrsystem in der südtürkischen Provinz Adana.

    Das teilte das Verteidigungsministerium in Ankara mit. In Adana befindet sich der Luftwaffenstützpunkt Incirlik, auf dem neben türkischen Truppen auch Personal aus den USA stationiert ist. In der südost-türkischen Provinz Malatya ist bereits ein Patriot-System nahe einer NATO-Radarstation installiert worden. Seit Beginn des Iran-Kriegs wurden nach türkischen Angaben mit Hilfe der NATO mehrere Raketen aus dem Nachbarland abgefangen.

    +++ USA lockern Schifffahrtsregeln für 60 Tage.

    Präsidenet Trump genehmigte eine 60-tägige Ausnahme vom Jones Act von 1920. Das mehr als hundert Jahre alte Gesetz sieht vor, dass Frachtgut zwischen US-Häfen nur auf Schiffen transportiert werden darf, die in den USA gebaut wurden, in US-Besitz sind und deren Besetzung aus den USA stammt. Die Entscheidung sei "ein weiterer Schritt, um die kurzfristigen Störungen auf dem Ölmarkt abzufedern", erklärte die Sprecherin des Weißen Hauses, Leavitt. Damit könnten Güter wie Erdöl, Erdgas, Dünger und Kohle leichter in US-Häfen gelangen.

    +++ Der iranische Präsident Peseschkian hat die Tötung des Geheimdienstministers Chatib bestätigt.

    Präsident Peseschkian schrieb auf X, die iranische Führung sei mit Trauer erfüllt. Der israelische Verteidigungsminister Katz hatte zuvor mitgeteilt, Chatib sei in der Nacht bei einem Präzisionsschlag getötet worden. Er sei für Unterdrückung im Land und Bedrohungen nach außen verantwortlich gewesen.
    Der iranische Geheimdienstminister Esmaeil Khatib auf einem Archivfoto von November 2025.
    Der iranische Geheimdienstminister Esmaeil Khatib (Aufnahme aus dem November 2025) (picture alliance / ZUMAPRESS.com / Iranian Presidency)

    +++ Die Ölpreise sind nach einem Angriff auf ein iranisches Gasfeld gestiegen.

    Israel hat erstmals Teile der Gasindustrie angegriffen. Iranische Medien berichten, betroffen sei das größte Gasfeld der Welt Pars. Teheran drohte damit, als Reaktion Gasfelder und Raffinerien in den Golfstaaten zu attackieren. Als Reaktion legten die Ölpreise stark zu. Am Nachmittag kostete Rohöl der Sorte Brent 108,25 Dollar und damit etwa viereinhalb Prozent mehr als am Dienstag.

    +++ Bundeskanzler Merz hat erneut klargemacht, dass sich Deutschland nicht in den Krieg einmischen will.

    "Wichtige Ziele der USA teilen wir, aber wir dürfen und wir werden uns auch nicht scheuen, unseren Partnern ehrlich zu sagen, wo wir Dinge anders sehen und wo wir andere Interessen haben», sagte Merz in einer Regierungserklärung im Bundestag. Es fehle weiterhin ein überzeugendes Konzept, Washington habe die Bundesregierung auch nicht zurate gezogen. "Wir hätten abgeraten, diesen Weg so zu gehen, wie er gegenwärtig gegangen ist", sagte Merz. Deswegen gelte: Solange der Krieg andauere, werde sich Deutschland nicht daran beteiligen, in der Straße von Hormus etwa mit militärischen Mitteln freie Schifffahrt zu gewährleisten.
    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) steht an einem Rednerpult im Deutschen Bundestag und gibt eine Regierungserklärung ab.
    Bundeskanzler Merz gibt im Plenum des Deutschen Bundestags eine Regierungserklärung ab. (picture alliance/dpa/Christoph Soeder)

    +++ Saudi-Arabien lädt die Außenminister arabischer und islamischer Staaten nach Riad zu einem Krisentreffen ein.

    Ziel sei es, über den Krieg und seine Folgen zu beraten. Die Nachrichtenagentur Reuters zufolge sind zu dem Treffen unter anderem Vertreter aus der Türkei, Ägypten, Katar, Syrien und den Vereinigten Arabischen Emiraten eingeladen.

    +++ Im Iran ist ein schwedischer Bürger hingerichtet worden.

    Das teilte Außenministerin Stenergard in Stockholm mit. Sie kritisierte die Vollstreckung des Todesurteils und betonte, das Gerichtsverfahren habe nicht den rechtsstaatlichen Standards entsprochen. Ihr Ministerium bestellte den iranischen Botschafter zu Gesprächen ein. Zu den Vorwürfen, die zu dem Todesurteil führten, gibt es bislang keine Angaben.

    +++ Die Außenminister von Deutschland und Frankreich haben zur Deeskalation aufgerufen.

    Bundesaußenminister Wadephul sagte in Berlin, der Krieg habe ein Eskalationspotenzial, was die Welt in einer allergrößte Krise stürzen könne. Der CDU-Politiker verwies als Beispiel auf die Düngerproduktion, die bei längeren Engpässen eine Nahrungsmittelkrise in großen Teilen Afrikas auslösen könnte. Die Folge könnten Flüchtlingsströme sein. Der französiche Außenminister Barrot warnte vor erheblichen Risiken für die Weltwirtschaft.

    +++ Im Iran ist offenbar der nächste hochrangige Minister bei einem Luftangriff getötet worden.

    Der israelische Verteidigungsminister Katz teilte mit, der iranische Geheimdienstminister Chatib sei in der Nacht bei einem Präzisionsschlag getötet worden. Er sei für Unterdrückung im Land und Bedrohungen nach außen verantwortlich gewesen. Aus Teheran wurden die Angaben zunächst nicht bestätigt. Chatib war seit August 2021 Leiter des Geheimdienstes.

    +++ Aus der libanesischen Hauptstadt Beirut werden neue israelische Luftangriffe gemeldet.

    Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden dabei mindestens 12 Menschen getötet. Zudem ist von mehr als 40 Verletzten die Rede. Bei den Attacken soll auch ein Hochhaus getroffen worden sein. In der vergangenen Nacht hatte die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz erneut zahlreiche Raketen auf Israel abgefeuert. In Tel Aviv kamen dabei örtlichen Behörden zufolge zwei Menschen ums Leben.

    +++ Bei einem israelisch-amerikanischen Angriff sind nach Angaben aus dem Iran mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen.

    56 weitere Menschen seien verletzt worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Tasnim. Der Luftangriff sei in der Stadt Dorud erfolgt. Örtlichen Behörde zufolge soll ein Wohngebäude getroffen worden sein

    +++ Die USA haben im Iran-Krieg nach eigenen Angaben Raketenanlagen nahe der Straße von Hormus mit bunkerbrechenden Bomben angegriffen.

    Sie seien 2,3 Tonnen schwer gewesen und entlang der Küste nahe der strategisch wichtigen Meerenge eingesetzt worden. Während des Zwölf-Tage-Krieges im vergangenen Juni hatten die Amerikaner bereits bunkerbrechende Bomben gegen iranische Atomanlagen eingesetzt. Auch der Iran setzte seinen Beschuss fort. In Israel in der Stadt Ramat Gan nahe Tel Aviv wurden mindestens zwei Menschen getötet. Zudem wurde der Bahnhof Savidor beschädigt und der Zugverkehr vorübergehend eingestellt. An mehreren Orten des Landes lösten die iranischen Angriffe Brände aus. Auch die Golfstaaten werden weiterhin vom Iran attackiert.

    Dienstag, 17. März

    +++ Der Iran hat den Tod des Sicherheitschefs Ali Laridschani bestätigt.

    Staatsmedien veröffentlichten eine entsprechende Erklärung. Laridschani war eine der zentralen Figuren im iranischen Machtapparat. Israels Verteidigungsminister Katz hatte bereits am Morgen erklärt, der einflussreiche Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates sei bei einem Angriff getötet worden. Experten sprechen vom schwersten Schlag für die Führung in Teheran seit dem Tod des obersten Führers Chamenei am ersten Kriegstag.

    +++ Russland weitet einem ​Medienbericht zufolge seine geheimdienstliche und militärische Zusammenarbeit mit dem Iran aus.

    Die Regierung in Moskau stelle Teheran Satellitenbilder und verbesserte Drohnentechnologie zur Verfügung, meldet das "Wall Street Journal". Damit werde der Iran dabei unterstützt, US-Streitkräfte in der Region ins Visier zu nehmen, schreibt die Zeitung weiter.

    +++ In der irakischen Hauptstadt Bagdad ist die US-Botschaft erneut unter Beschuss geraten.

    Von dem Gebäude im Regierungsviertel stieg Rauch auf, wie irakische Medien berichteten. Ministerpräsident al-Sudani verurteilte den Angriff. Es handle sich dabei um kriminelle Versuche, den Irak, seine Sicherheit und Stabilität zu gefährden.
    Der Irak grenzt an den Iran. In den vergangenen Tagen gab es unter anderem Angriffe auf einen US-Militärstützpunkt in der Nähe des Flughafens von Bagdad.

    +++ Die israelische Armee hat dem neuen iranischen obersten Führer Modschtaba Chamenei erneut gedroht.

    "Wir werden ihn aufspüren, ihn finden und ihn neutralisieren", sagte der israelische Militärsprecher Effie Defrin. Chamenei war am 8. März zum politischen und religiösen Oberhaupt des Iran gewählt worden, trat seitdem allerdings nicht öffentlich auf. Sein Vater Ayatollah Ali Chamenei wurde am ersten Tag des Iran-Krieges am 28. Februar bei einem Luftangriff auf Teheran getötet.

    +++ Bundesaußenminister Wadephul rechnet nicht mit einem Regime-Wechsel im Iran.

    "Ich glaube nicht, dass das passiert", sagt Wadephul bei einer Veranstaltung in Berlin. Sein US-Amtskollege Rubio habe ihm gesagt, Ziel der anhaltenden Angriffe auf den Iran sei die Zerstörung der Atom- und Raketenprogramme, um die Gefährdung Israels auszuschalten. Ein kontrollierter Regime-Wechsel sei ohnehin nicht realistisch, und Chaos im Iran sei nicht im Interesse Europas, betonte der CDU-Politiker.

    +++ US-Präsident Trump kritisiert die NATO-Verbündeten für deren Weigerung, sich am Krieg gegen den Iran zu beteiligen.

    Die meisten Partner hätten ihm mitgeteilt, dass sie nicht in den Konflikt verwickelt werden wollten, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social. Dies überrasche ihn nicht, da er die Allianz schon immer als "Einbahnstraße" betrachtet habe. Das Militärbündnis mache einen "sehr dummen Fehler", so der US-Präsident.
    US-Präsident Donald Trump spricht und gestikuliert mit beiden Händen im Oval Office des Weißen Hauses.
    US-Präsident Trump (picture alliance/ASSOCIATED PRESS/Alex Brandon)
    Trump erwähnte in diesem Zusammenhang auch Deutschland. Die Bundesregierung habe erklärt, nichts mit dem Iran-Krieg zu tun zu haben und sich deshalb nicht in der Straße von Hormus engagieren zu wollen, sagte er. Zugleich finde Deutschland aber, die USA und Israel hätten "etwas Großartiges getan", weil sie die iranische Führung ausgeschaltet hätten.

    +++ Der sogenannte Schwarze Regen infolge der Bombardierung von Ölanlagen in Teheran könnte nach Einschätzung eines Experten langfristige Gesundheitsfolgen nach sich ziehen.

    Der schwarze Rauch aus brennenden Tanklagern und Raffinerien trage viele verschiedene Stoffe in höhere Luftschichten, sagte der Biologe Rolf Altenburger vom Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) im Deutschlandfunk, Regen wasche diese dann wieder aus. In der Folge könnte zum Beispiel Schwefelsäure akut die Haut angreifen, größere Partikel könnten Lunge und Atemwege beeinträchtigen. Die Nachwirkungen krebserregender Stoffe wie Benzol könnten jedoch über Jahre hinweg auftreten. Altenburger betonte, anders als bei früheren Ereignissen sei der Schwarze Regen hier auf Teheran und somit auf eine Millionenmetropole niedergegangen.

    +++ Nach einem Demonstrationsaufruf der Behörden sind im Iran laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP große Menschenmengen zusammengekommen.

    Kundgebungen fanden in mehreren Städten statt, hieß es mit Verweis auf das Staatsfernsehen. Gezeigt wurde unter anderem eine riesige Menschenmenge in der Hauptstadt Teheran, die iranische Fahnen schwenkte. Die Behörden hatten zu Kundgebungen für die "Neutralisierung potenzieller Komplotte des zionistischen Feindes" aufgerufen. Damit ist Israel gemeint. 

    +++ In den USA ist der Direktor des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung, Kent, aus Protest gegen den Iran-Krieg zurückgetreten.

    Er schrieb auf dem Online-Dienst X, es sei offensichtlich, dass der Krieg auf Drängen Israels begonnen worden sei. Für die USA stelle der Iran keine unmittelbare Bedrohung dar. Der Republikaner und frühere CIA-Agent Kent war von Präsident Trump für das Amt nominiert worden. Er gilt als Vertreter der sogenannten Maga-Bewegung.

    +++ Die Bundesregierung erwägt, eine strategische Gasreserve für den Notfall einzurichten.

    In der Diskussion stehe ein vom Markt abgetrennter, gesicherter Vorrat, sagte Wirtschaftsministerin Reiche in Berlin. Wie dieser ausgestaltet sein könne, werde zurzeit durch Gutachten ermittelt. Auch müsse die Reserve preislich vernünftig organisiert werden, erklärte die CDU-Politikerin. Derzeit sind die deutschen Speicher zu knapp 22 Prozent gefüllt. Die Gasspeicher-Initiative Ines erklärte, wegen der seit Beginn des Iran-Kriegs gestiegenen Preise fehlten derzeit jegliche ökonomische Anreize zur frühzeitigen Befüllung.
    Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche (CDU), kommt zu einer Pressekonferenz. Sie trägt Akten unter dem linken Arm.
    Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (Archivbild) (picture alliance / dts-Agentur / -)

    +++ Frankreich wird sich laut Präsident Macron in der aktuellen Lage keinesfalls an militärischen Einsätzen zur Öffnung der Straße von Hormus beteiligen.

    "Wir sind keine Konfliktpartei", sagte Macron zu Beginn einer Kabinettssitzung. Paris arbeite jedoch weiter an der Vorbereitung einer Koalition, die nach dem Ende der Feindseligkeiten die Freiheit der Schifffahrt gewährleisten solle.

    +++ Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben zwei weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet.

    Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Tel Aviv wurde der iranische Sicherheitschef Ali Laridschani in der vergangenen Nacht bei einem gezielten Luftangriff getötet. Laridschani war Sekretär des Sicherheitsrats. Er galt als Pragmatiker und hegte Ambitionen auf das Präsidentenamt. Für die Wahl 2024 wurde er jedoch vom mächtigen Wächterrat, einem Kontrollgremium, disqualifiziert.
    Die israelische Armee erklärte außerdem, den Chef der für die innere Sicherheit zuständigen Basidsch-Milizen im Iran, Gholamresa Soleimani, getötet zu haben. Die Luftwaffe habe ihn am Montag bei einem gezielten Angriff ausgeschaltet.
    Die Basidsch stehen unter der Verantwortung der Revolutionsgarden und werden maßgeblich für die Unterdrückung der Massenproteste im Iran Anfang des Jahres verantwortlich gemacht. Dabei wurden laut Menschenrechtsaktivisten tausende Menschen getötet und zehntausende festgenommen.

    +++ Das UNO-Menschenrechtsbüro hat die Luftangriffe Israels auf den Libanon verurteilt.

    In einer Erklärung hieß es, die israelische Armee habe Wohngebäude in dicht ⁠besiedelten Gebieten zerstört. Ganze Familien seien dabei getötet worden. Die Vorfälle müssten untersucht werden. Weiter betonte das UNO-Büro, vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten oder zivile Objekte stellten ein Kriegsverbrechen dar. Eine Stellungnahme des israelischen Militärs lag zunächst nicht vor.
    Seit der Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Chamenei feuert die Hisbollah Raketen auf Israel ab. Die israelische Armee reagiert darauf mit Angriffen auf Ziele der militant-islamistischen Miliz und rückt inzwischen auch mit Bodentruppen auf libanesisches Territorium vor.

    +++ Angesichts drohender Fluchtbewegungen wegen des Iran-Kriegs warnt die SPD-Außenpolitikerin Türk-Nachbaur vor einer Reduzierung humanitärer Hilfen.

    Diese seien in solch einer Situation "kein Nebenschauplatz", sagte Türk-Nachbaur im Deutschlandfunk. Die EU und Deutschland müssten zusehen, dass diese Menschen gut versorgt würden. Die SPD-Politikerin verwies in diesem Zusammenhang auf Syrien im Jahr 2015 und die damalige Massenflucht aus dem Bürgerkriegsland. Seinerzeit seien Mittel für die humanitäre Hilfe gekappt worden. Türk-Nachbaur fügte hinzu, auch im Libanon drohe derzeit eine humanitäre Katastrophe. Man dürfe nicht zulassen, dass die Region ein "zweites Gaza" werde.

    +++ Durch den Iran-Krieg könnten nach Schätzungen des Welternährungsprogramms Millionen Menschen weltweit zusätzlich an Hunger leiden.

    Der stellvertretende Direktor des UNO-Programms, Skau, sagte in Genf, falls der Krieg bis Juni andauere, würden sich Nahrungsmittel und Transporte so sehr verteuern, dass 45 Millionen Menschen zusätzlich akut Hunger leiden könnten.

    +++ Der iranische Parlamentspräsident Kalibaf hat eine dauerhafte Kontrolle der Durchfahrt durch die Straße von Hormus angedeutet.

    Die für den weltweiten Ölexport extrem wichtige Verbindung zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman könne nicht mehr so sein wie früher, sagte Kalibaf in einem vom Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview. Die USA und Israel hätten einen strategischen Fehler begangen. Irans Außenminister Araghtschi hatte gestern erklärt, die Wasserstraße sei nicht gesperrt. "Sie ist nur für unsere Feinde geschlossen und für ihre Verbündeten", so Araghtschi.
    Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe beschießen die iranischen Streitkräfte nahezu alle Schiffe, die die Straße von Hormus passieren wollen. Durch die Meerenge wird etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Rohöls verschifft, aber auch große Mengen verflüssigtes Erdgas und Düngemittel. Die irakische Regierung verhandelt nach eigenen Angaben mit Teheran über eine Ausnahmeregelung.

    +++ Militärische Eskorten zum Schutz von Tankschiffen in der Straße von Hormus sind nach Ansicht der Weltschifffahrtsorganisation keine nachhaltige Lösung.

    IMO-Generalsekretär Dominguez sagte der Financial Times, es verringere das Risiko, aber das Risiko bestehe weiterhin. Dominguez äußerte sich auch besorgt über die Schiffsbesatzungen, die im Persischen Golf feststecken. Die Lage sei "besorgniserregend". Auch der Zugang zu Häfen sei eingeschränkt, da Hafenanlagen ins Visier genommen würden. Irgendwann würden an Bord die Vorräte an Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff knapp werden, sagte der Chef der UN-Organisation.
    Iran selbst exportiert weiter Öl mit China als wichtigstem Abnehmer. 13 Supertanker seien an der Ölinsel Charg seit Kriegsbeginn beladen worden, berichtete das staatliche iranische Fernsehnetzwerk SNN.

    +++ Bei einem Raketenangriff in Abu Dhabi ist ein Pakistaner getötet worden.

    Das Medienbüro von Abu Dhabi erklärte, der Mann sei von Splittern getroffen worden, während die Luftabwehr der Vereinigten Arabischen Emirate eine ballistische Rakete abfing. Nach Angaben der Behörden steigt die Zahl der Todesopfer in den Emiraten seit Beginn des Kriegs auf acht, darunter zwei Soldaten.
    Ein Drohnenangriff verursachte dem Medienbüro von Abu Dhabi zufolge ein Feuer auf dem Schah-Gasfeld. Verletzt worden sei dort niemand. Der Luftraum über den Emiraten ‌wurde zeitweise geschlossen. Das Schah-Feld liegt 180 Kilometer südwestlich von Abu Dhabi und ist eines der größten ​seiner Art weltweit.

    +++ Die israelische Luftwaffe fliegt nach eigenen Angaben neue Angriffswellen auf Ziele im Iran und im Libanon.

    In der Hauptstadt Teheran werde Infrastruktur des iranischen Regimes attackiert, teilte das israelische Militär auf X mit. Gleichzeitig gebe es Angriffe auf Einrichtungen der vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Weitere Einzelheiten nannte die israelische Armee zunächst nicht. Nach Angaben der libanesischen staatlichen Nachrichtenagentur NNA griff die Armee drei südliche Vororte von Beirut an.

    +++ Der Nahost-Experte und Chefredakteur des Fachmagazins Zenith, Daniel Gerlach, hat vor den Folgen der israelischen Bodenoffensive im Libanon gewarnt.

    Gerlach sagte im Deutschlandfunk, die Militäroperation der Israelis werde für den Libanon nachhaltige Konsequenzen haben. Es sei möglich, dass die schiitische Bevölkerung im Süden des Landes gar nicht mehr in ihrer Dörfer zurückkehren könne. Das werde die Demographie und die Wirtschaft des Landes verändern.

    +++ Im Irak ist offenbar die US-Botschaft in Bagdad erneut Ziel eines Luftangriffs geworden.

    Aus Sicherheitskreisen hieß es, die diplomatische Vertretung sei mit drei Drohnen und vier Raketen angegriffen worden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP stürzte mindestens eine Drohne in der Botschaft ab. Auch ein Hotel, das wie die Botschaft in der streng gesicherten "Grünen Zone" von Bagdad liegt, wurde nach Angaben des irakischen Innenministeriums von einer Drohne getroffen. Verletzte soll es nicht geben.

    +++ US-Außenminister Rubio hat gegenüber Südkorea die Wichtigkeit einer Zusammenarbeit bei der Sicherung der Straße von Hormus betont.

    Das sagte er laut Angaben aus Seoul in einem Telefonat mit seinem Amtskollegen Cho Hyun. Das südkoreanische Verteidigungsministerium teilt jedoch mit, es habe keine offizielle Anfrage zur ‌Entsendung von Schiffen erhalten. Außenminister Cho äußert sich zurückhaltend zu einer möglichen Entsendung eines ​Kriegsschiffes, sichert aber eine Prüfung zu. Südkorea ist für seine Energieversorgung stark vom Nahen Osten abhängig und bezieht ​von dort rund 70 Prozent seines Öls.

    +++ Die Zahl der im Krieg gegen den Iran verwundeten US-Soldaten ist ​auf etwa 200 gestiegen

    Das teilte das US-Militär mit. Der Großteil habe leichte Verletzungen erlitten; 180 der Verwundeten hätten bereits wieder ihren Dienst aufgenommen. Den Tod von elf Soldaten hatten die USA bereits am Freitag gemeldet. Angaben zu Verlusten der israelischen Streitkräfte liegen zunächst nicht vor. Über die Zahl der Opfer auf iranischer Seite gibt es lediglich grobe Schätzungen. In Medienberichten war zuletzt von rund 2000 Toten die Rede gewesen, darunter auch Zivilisten.

    Montag, 16. März

    +++ Deutschland und vier weitere westliche Staaten haben Israel zum Verzicht auf eine großangelegte Bodenoffensive im Libanon aufgerufen.

    "Eine signifikante israelische Bodenoffensive hätte verheerende humanitäre Folgen und könnte zu einem langwierigen Konflikt führen. Dies gilt es abzuwenden", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs und -chefinnen Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Kanadas und Großbritanniens.
    Zwei Kampfpanzer der israelischen Armee fahren entlang der Grenze zum Libanon entlang (16.03.2026)
    Zwei Kampfpanzer der israelischen Armee fahren entlang der Grenze zum Libanon entlang (16.03.2026) (ODD ANDERSEN / AFP)

    +++ Die EU-Kommission will die Folgen der gestiegenen Energiepreise für die Industrie infolge des Iran-Kriegs abfedern, lehnt radikale Markteingriffe aber ab.

    Statt ‌gedeckelter Preise für Erdgas setze sie auf eine Anpassung des Emissionshandels und staatliche Hilfen, teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag mit. In einem Brief an die EU-Staats- und Regierungschefs im Vorfeld des Gipfels am Donnerstag skizzierte sie Pläne, dem Markt mehr Verschmutzungsrechte zur Verfügung zu stellen. Zudem sollen Industriebetriebe finanziell stärker unterstützt werden. Forderungen nach weitreichenderen Maßnahmen wie einer Umgestaltung des EU-Strommarktes lehnte sie ab.

    +++ Die EU hat neue Sanktionen wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen im Iran verhängt.

    Betroffen sind laut Beschluss der Außenminister der Mitgliedstaaten 16 Personen und 3 Organisationen. Ihnen wird vorgeworfen, eine Schlüsselrolle bei der Niederschlagung der Straßenproteste im Januar gespielt zu haben. Zu den Sanktionierten zählen der stellvertretende iranische Innenminister für Sicherheitsangelegenheiten, verschiedene Kommandeure der Revolutionsgarden sowie der Leiter der sogenannten Cyberpolizei von Teheran. Die Sanktionen umfassen unter anderem Reiseverbote für Einzelpersonen. Zudem müssen in der EU vorhandene Vermögenswerte von Einzelpersonen und Organisationen eingefroren werden.
    Bei der Niederschlagung der Straßenproteste wurden Schätzungen zufolge mehr als 17.000 Menschen getötet. Auslöser für die Proteste war die schlechte wirtschaftliche Lage, später richteten sie sich zunehmend gegen das Regime.

    +++ Bundeskanzler Merz hat vor den Folgen einer israelischen Bodenoffensive im Libanon gewarnt.

    Er bezeichnete eine solche Offensive als Fehler. Denn sie würde die bereits angespannte humanitäre Lage und das dramatische Fluchtgeschehen weiter verschärfen. Merz forderte Israel eindringlich auf, diesen Weg nicht einzuschlagen. Die israelische Armee hatte zuvor den Beginn des Bodeneinsatzes bekannt gegeben. Dieser sei begrenzt und richte sich gezielt gegen Stellungen der Hisbollah-Miliz, hieß es. Ziel sei mehr Sicherheit für die Bewohner im Norden Israels. Die militant-islamistische Hisbollah feuert seit der Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Chamenei entgegen dem Willen der libanesischen Regierung immer wieder Raketen auf Israel ab.
    Bundeskanzler Merz
    Bundeskanzler Merz (picture alliance / photothek.de / Florian Gaertner)

    +++ Der iranische Spitzenfunktionär Ali Laridschani hat angekündigt, dass Teheran seinen Widerstand gegen die USA und Israel fortsetzen wird.

    In einem Schreiben an Muslime weltweit und an islamische Staaten erklärte er, der Iran verfolge weiterhin seinen "Weg des Widerstands gegen den großen und den kleinen Satan". Zudem kritisierte Laridschani eine fehlende Solidarität aus anderen islamischen Ländern. Abgesehen von wenigen Ausnahmen - und auch dann nur auf politischer Ebene - sei kein Staat zu Hilfe gekommen. Laridschani ist Generalsekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats - dem zentralen Gremium für Außen- und Sicherheitspolitik.

    +++ Die Bundesregierung hat sich besorgt über die begonnene Bodenoffensive Israels im Süden des Libanon geäußert.

    Regierungssprecher Kornelius erklärte in Berlin, eine großangelegte Aktion würde die ohnehin angespannte humanitäre Lage in der Region deutlich verschlechtern und nochmals zu einem erhöhten Fluchtgeschehen beitragen. Man fordere die israelischen Freunde eindringlich auf, diesen Weg nicht einzuschlagen.
    Die israelische Armee hatte zuvor den Beginn des Bodeneinsatzes bekannt gegeben. Dieser sei begrenzt und richte sich gezielt gegen Stellungen der Hisbollah-Miliz, hieß es. Ziel sei mehr Sicherheit für die Bewohnern im Norden Israels. Die militant-islamistische Hisbollah feuert seit der Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Chamenei entgegen dem Willen der libanesischen Regierung immer wieder Raketen auf Israel ab.

    +++ Das Gesundheitssystem im Iran hält der WHO zufolge trotz des Beschusses durch Israel und den USA stand.

    Sechs Krankenhäuser hätten zwar evakuiert werden müssen, aber noch funktioniere das System und der Iran habe die Weltgesundheitsorganisation nicht um Notfallhilfe gebeten, sagt die Direktorin für die Region, Hanan Balkhy. Der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, Ali Bahreini, teilt mit, dass seit Beginn des Krieges am 28. Februar mehr als 1.300 Menschen ums Leben gekommen seien und mehr als 7.000 verletzt wurden.

    +++ Eine UNO-Untersuchungskommission stuft einen israelischen Luftangriff auf ein Gefängnis im vergangenen Jahr als Kriegsverbrechen ein.

    Es gebe hinreichende Gründe für die Annahme, dass Israel bei dem Angriff auf das Ewin-Gefängnis in Teheran im vergangenen Juni vorsätzlich ein ziviles Ziel angegriffen habe, sagt die Vorsitzende der Kommission, Sara Hossain, vor dem UNO-Menschenrechtsrat. Bei dem Angriff im Zuge des Zwölftage-Krieges seien 80 Personen, darunter ein Kind und acht Frauen, ums Leben gekommen. Eine Stellungnahme Israels liegt zunächst nicht vor.

    +++ Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine neue Reihe von Luftangriffen gegen den Iran gestartet.

    Die Streitkräfte erklärten, Ziele seien Infrastruktur des Regimes in der Hauptstadt Teheran sowie in Schiras und Tabris. Zuvor hatte die israelische Armee bereits die Zerstörung des iranischen Regierungsflugzeugs bekanntgegeben, das in der Vergangenheit vom inzwischen getöteten Ayatollah Ali Chamenei genutzt wurde. Der Iran hatte heute früh seinerseits wieder Israel mit Raketen beschossen. Nach Angaben des Rettungsdienstes David Adom wurde eine Frau verletzt.
    Ein zerstörtes Sportstadion in Teheran
    Bei israelischen Angriffen wurde auch ein Sportstadion in Teheran getroffen. (picture alliance / dpa / Stringer)

    +++ Die NATO hat sich zurückhaltend zur Forderung von US-Präsident Trump nach einem Einsatz in der Straße von Hormus geäußert.

    Ein Sprecher sagte in Brüssel, Alliierte hätten bereits zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen im Mittelmeer ergriffen. Es sei zudem bekannt, dass einzelne NATO-Mitglieder mit den USA darüber sprächen, was sie darüber hinaus tun könnten - auch im Zusammenhang mit der Sicherheit in der Straße von Hormus. Zur Frage, ob in NATO-Gremien bereits über einen möglichen Bündniseinsatz gesprochen wurde, äußerte sich der Sprecher nicht. Bundesverteidigungsminister Pistorius wandte sich gegen einen NATO-Einsatz. Wörtlich sagte er: "Es ist nicht unser Krieg, wir haben ihn nicht begonnen." Ähnlich äußerten sich Großbritannien und Spanien. 

    +++ Der Iran attackierte offenbar auch wieder Staaten der Golfregion.

    Am Flughafen von Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten geriet nach einem Drohnenangriff ein Treibstofflager in Brand; der Luftverkehr wurde stundenlang lahmgelegt. Die Regierung Saudi-Arabiens erklärte, die nationale Flugabwehr habe binnen weniger Minuten 60 Drohnen abgewehrt.

    +++ Die Bundesregierung hat den Forderungen von US-Präsident Trump nach einem NATO-Einsatz in der Straße von Hormus eine Absage erteilt.

    Regierungssprecher Kornelius sagte, dieser Krieg habe nichts mit der NATO zu tun. Es gebe auch gar kein Mandat für einen solchen Einsatz. Bundesverteidigungsminister Pistorius schloss auch einen Einsatz der Bundeswehr in der Straße von Hormus aus. Ebenfalls skeptisch sieht die Bundesregierung eine mögliche Ausweitung der EU-Mission "Aspides" zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer. Bundesaußenminister Wadephul sagte dazu, für eine Ausweitung von "Aspides" seien eine neue rechtliche Grundlage und unter anderem ein Bundestags-Beschluss nötig.

    +++ Außenminister Wadephul sieht die Situation der Zivilbevölkerung im Libanon als besorgniserregend an.

    Der CDU-Politiker sagte, es gebe in dem Land mittlerweile fast 800.000 Binnenvertriebene. Um die Not zu lindern, wolle Deutschland ein Soforthilfepaket in Höhe von 188 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Wadephul fordert zudem mehr Informationen der USA und Israels über den weiteren Verlauf des Krieges gegen den Iran. Israel und die USA sollten klarstellen, wann sie die militärischen Ziele ihres Einsatzes als erreicht betrachten würden.

    +++ Die EU-Außenbeauftragte Kallas hat ein UNO-Abkommen zur Öffnung der Straße von Hormus ins Gespräch gebracht.

    Sie habe mit UNO-Generalsekretär Guterres darüber beraten, ob eine Initiative nach dem Vorbild des Getreideabkommens für das Schwarze Meer im Ukraine-Krieg möglich sei, sagt Kallas vor einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel. 2022 hatten sich Russland und die Ukraine unter UNO-Aufsicht darauf verständigt, Getreidetransporte nicht anzugreifen.

    +++ Schiffe von Staaten, die nicht am Krieg mit den USA und Israel beteiligt ‌sind, dürfen nach Angaben des iranischen Außenministeriums die Straße von Hormus passieren.

    Die Meerenge sei nur geschlossen für die Feinde der Islamischen Republik und ihre Unterstützer, erklärt Außenminister Aragtschi nach einem Bericht der Nachrichtenagentur SNN. Er bekräftigt, der Iran habe nicht um eine Feuerpause gebeten. Der Krieg müsse auf eine Weise beendet werden, die sicherstelle, dass er sich nicht wiederholen könne, sagte der Minister.

    +++ Die Verordnung zur Freigabe deutscher Ölreserven soll bis spätestens morgen unterzeichnet sein.

    Das sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums. Eventuell werde die Freigabe auch schon heute unterzeichnet. Danach könne das Öl auf dem Markt angeboten werden. Es gehe insgesamt um rund 2,65 Millionen Tonnen Öl.

    +++ Das israelische Militär hat im Rahmen des Iran-Kriegs nach eigenen Angaben einen Bodeneinsatz im Südlibanon begonnen.

    Dieser sei begrenzt und richte sich gezielt gegen Stellungen der Hisbollah-Miliz. Durch den Einsatz sollten Terroristen ausgeschaltet und Bedrohungen beseitigt werden, um den Bewohnern Nordisraels zusätzliche Sicherheit zu bieten. Die Hisbollah hatte am Wochenende bereits von direkten Gefechten mit israelischen Soldaten in Grenzdörfern gesprochen. Seit der Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Chamenei feuert die Miliz entgegen den Aufforderungen der Regierung in Beirut verstärkt Raketen auf Israel ab.
    Das Foto zeigt den Blick auf die Stadt Khiam im Süden des Libanon. Über einem Gebäude steigt dichter Rauch auf.
    Israel hat nach eigenen Angaben einen begrenzten Bodeneinsatz im Libanon gestartet. (AFP / -)

    +++ Die EU-Staaten beraten nach Angaben der Außenbeauftragten Kallas über Möglichkeiten zur Öffnung der Straße von Hormus.

    Kallas sagte vor einem Treffen der EU-Außenminister, es liege im Interesse der EU, die Straße von Hormus offen zu halten. Man werde deshalb auch darüber diskutieren, was man in dieser Hinsicht von europäischer Seite aus tun könne.
    Kaja Kallas, Außenbeauftragte der Europäischen Union, spricht vor dem Treffen der EU-Außenminister mit Vertretern des Golfkooperationsrates mit Reportern.
    Kaja Kallas, Außenbeauftragte der Europäischen Union, spricht mit Reportern. (AP / Virginia Mayo)

    +++ China reagiert zurückhaltend auf die Forderung von US-Präsident Trump, sich an der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen.

    Das Außenministerium in Peking erklärte, wegen der derzeitigen Situation stehe man in Kontakt mit allen Seiten und fühle sich einer Deeskalation der Lage verpflichtet. Zur Drohung Trumps, den geplanten China-Besuch zu verschieben, sagte ein Ministeriumssprecher, man spreche mit den USA über die Besuchspläne. Die Diplomatie auf Ebene der Staatschefs spiele eine unersetzliche Rolle für die strategische Ausrichtung der Beziehungen.

    +++ Nach einem Drohnenangriff ist in der Öl-Industriezone Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Feuer ausgebrochen.

    Die Ölverladung am Hafen wird Insidern zufolge ausgesetzt. Die Feuerwehr versucht nach Angaben des Medienbüros des Industriekomplexes, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Berichte über Opfer liegen bisher nicht vor.

    +++ Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben ein Flugzeug des getöteten iranischen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei zerstört.

    Der Angriff habe in der Nacht am Flughafen Mehrabad in Teheran stattgefunden. Die Maschine sei von hochrangigen Regierungsvertretern und Militärs ‌für Reisen im In- und Ausland sowie zur Koordinierung mit verbündeten Staaten genutzt worden, teilt die Armee weiter mit. Der Flughafen Mehrabad wird sowohl zivil als auch militärisch genutzt.

    +++ Der Flughafen von Dubai hat seinen Betrieb nach einem Drohnenangriff vorübergehend eingestellt.

    Es sei ein Treibstofflager in der Nähe des Flughafens von einer Drohne getroffen worden. Das Medienbüro der Regierung von Dubai teilte mit, die Behörden seien mit der Bekämpfung des Brandes befasst. Der Brand soll inzwischen unter Kontrolle sein.
    Aktuelle Informationen dazu gibt es auch auf der Homepage des Flughafens unter dubaiairports.ae.
    Blick auf das Terminal des Flughafens Dubai. VOr dem Terminal stehen zahlreiche Flugzeuge. (Archivbild vom 11. März 2026).
    Der Flughafen von Dubai hat seinen Betrieb vorübergehend eingestellt (Archivfoto vom 11. März 2026) (AFP / -)

    +++ Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate werten die anhaltenden iranischen Angriffe auf die Golfstaaten als gefährliche Eskalation.

    Saudi-Arabische Staatsmedien berichten über ein Telefonat zwischen dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman und dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan. Sie seien sich einig gewesen, dass die anhaltenden Angriffe Irans auf die Länder des Golf-Kooperationsrates (GKR) die Sicherheit und Stabilität der Region bedrohen würden.

    +++ Trump hat die NATO-Länder aufgefordert, sich an einem möglichen Einsatz in der Straße von Hormus zu beteiligen.

    Eine ausbleibende Unterstützung durch NATO-Verbündete wäre "sehr schlecht" für die Zukunft des Verteidigungsbündnisses, sagte der US-Präsident in einem Interview mit der britischen Financial Times. Er drohte zudem mit der Verschiebung seiner Reise nach China. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) schloss eine deutsche Beteiligung aus, auch Australien und Japan lehnten ab.

    +++ Die Europäische Union will ihren Marine-Einsatz "Aspides" offenbar nicht auf die Straße von Hormus ausweiten.

    Bei einem Treffen der EU-Außenminister solle es heute in Brüssel darum gehen, weitere Mitgliedstaaten zur Bereitstellung von mehr Kapazitäten für die Mission zu bewegen. Das sagte ein hochrangiger EU-Vertreter, der anonym bleiben wollte, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Der Schutz von Schiffen in der Straße von Hormus ‌sei in der gegenwärtigen Lage eine Entscheidung, die die Minister nicht auf die leichte Schulter nehmen würden. Jede Änderung ‌des Mandats der Aspides-Mission erfordere die einstimmige Zustimmung aller 27 EU-Mitgliedstaaten. Die Aspides-Mission ​wurde 2024 ins Leben gerufen, um Schiffe im Roten Meer vor Angriffen der Huthi-Rebellen aus dem Jemen zu schützen.

    Sonntag, 15. März

    +++ Die Zahl der Todesopfer nach israelischen Luftangriffen im Libanon ist weiter gestiegen.

    Wie das Gesundheitsministerium in Beirut mitteilte, wurden seit dem 2. März 850 Menschen getötet, darunter 107 Kinder. Zudem habe es in den vergangenen zwei Wochen infolge der Kämpfe mindestens 2.000 Verletzte gegeben. In der Nacht soll es unter anderem bei Angriffen auf ein Wohnhaus in der Nähe von Sidon und auf das weiter südlich gelegene Dorf Katrani Tote und Verletzte gegeben haben. Die israelische Armee meldete heute früh Raketenbeschuss aus dem Libanon. Medienberichten zufolge sind zehn Raketen auf den Norden Israels abgefeuert worden.

    +++ Papst Leo XIV. hat die politischen Entscheidungsträger zu einer Waffenruhe im Iran-Krieg aufgefordert.

    Das Oberhaupt der katholischen Kirche sagte, im Namen der Christen im Nahen Osten und aller Frauen und Männer guten Willens appelliere er an die Verantwortlichen dieses Konflikts. Gewalt könne niemals zu Gerechtigkeit, Stabilität und Frieden führen.

    +++ Auf der iranischen Insel Kharg wird auch nach den jüngsten US-Angriffen weiterhin Öl verladen.

    Das Satellitenbild von "Planet Labs PBC" zeigt die Insel Kharg aus der Luft.
    Das Satellitenbild von "Planet Labs PBC" zeigt die Insel Kharg aus der Luft. (AFP / -)
    Am Sonntag wurde ein Tanker gesichtet, der dort Öl aufnahm, wie die Schiffsverfolgungsplattform Tankertrackers mitteilte. Zudem seien sieben weitere Tanker im Ankergebiet gesichtet worden. Fünf hätten bereits Heizöl geladen, während zwei laut Satellitenbildern auf die Beladung warteten. Demnach ist es unklar, wem die Schiffe gehören. Am Freitag hatten die USA militärische Anlagen auf der Insel angegriffen. Der amerikanische UNO-Botschafter Waltz sagte unterdessen, US-Präsident Trump erwäge derzeit Optionen für einen Angriff auf die iranische Öl-Drehscheibe.

    +++ Die israelische Armee plant ihren Krieg gegen den Iran nach Angaben eines Sprechers noch mindestens drei Wochen fortzusetzen.

    Es verblieben noch "Tausende Ziele" im Iran, sagte Militärsprecher Defrin dem US-Sender CNN. Man habe – in Abstimmung mit den US-Verbündeten – Planungen zumindest bis zum jüdischen Feiertag Pessach am 1. April. Und man habe sogar Pläne für weitere drei Wochen darüber hinaus. Er betonte, die israelische Armee arbeite nicht nach einer Stoppuhr oder einem Zeitplan. Sie konzentriere sich vielmehr auf das Ziel, die iranische Führung erheblich zu schwächen.

    +++ Der neue oberste Führer des Iran, Ayatollah Modschtaba Chamenei, ist nach Informationen der türkischen Regierung im Amt und handlungsfähig.

    Der türkische Außenminister Fidan sagte der Nachrichtenagentur AP, man wisse, dass er am Leben und zur Ausübung seines Amtes fähig sei. Allerdings habe man keine Informationen darüber, wie schwer Chamenei bei einem Angriff zu Beginn des Krieges verletzt worden sei, erklärte Fidan. Die Türkei hat traditionell gute Beziehungen zum Regime in Teheran. Der iranische Außenminister Araghtschi betonte, Chamenei erfreue sich bester Gesundheit und habe die Lage im Griff. US-Verteidigungsminister Hegseth hatte erklärt, dass der Ayatollah vermutlich bei dem tödlichen Angriff auf seinen Vater Ali Chamenei verletzt worden und entstellt sei.

    +++ Neue gegenseitige Drohungen und Angriffe - ein Beitrag zur aktuellen Lage des Krieges aus dem Deutschlandfunk-Programm.

    +++ Der Iran hat Frankreich davor gewarnt, den Konflikt weiter zu eskalieren.

    Das teilte Außenminister Araghtschi nach einem Telefonat mit seinem französischen Amtskollegen Barrot mit. Länder müssten von jeder Aktion absehen, die den Konflikt eskalieren könnte, erklärte Aragthschi. Frankreichs Präsident Macron hatte sich für einen internationalen Militäreinsatz zum Schutz von Frachtschiffen in der Straße von Hormus ausgesprochen. Mehrere Kriegschiffe wurden bereits ins östliche Mittelmeer entsandt. US-Präsident Trump teilte mit, er sehe Signale mehrerer Länder, die sich an einer solchen Mission im Persischen Golf beteiligen würden.

    +++ Das iranische Regime bestreitet, dass der neue Oberste Führer Modschtaba Chamenei bei Angriffen verwundet wurde.

    Außenminister Araghtschi erklärte, Chamenei erfreue sich "bester Gesundheit" und habe die Lage im Griff. Außerdem gebe es keine Spaltung innerhalb der Regierung in Teheran oder des Militärs. Die USA hatten am Freitag mitgeteilt, dass Chamenei nach ihren Kenntnissen verwundet sei. Öffentlich gezeigt hat sich Chamenei in den letzten Wochen nicht. Sein Vater, der bisherige Oberste Führer, war bei israelischen Angriffen zu Kriegsbeginn getötet worden. Auch die Mutter und die Ehefrau von Modschtaba Chamenei kamen bei den Angriffen ums Leben.

    +++ Bei israelischen Luftangriffen im Libanon sind nach dortigen Angaben mindestens vier Menschen getötet worden.

    Wie die staatliche libanesische Nachrichtenagentur berichtet, beschoss Israel in der Nacht unter anderem ein Wohnhaus in der Nähe von Sidon, der größten Stadt im Süden des Landes. Dabei sei ein Mensch umgekommen. Bei einem Angriff auf das weiter südlich gelegene Dorf Katrani gab es nach Angaben des Gesundheitsministeriums drei weitere Tote.

    +++ Die Ukraine hat Spezialisten für die Drohnenabwehr in vier Golfstaaten entsandt.

    Nach Angaben von Präsident Selenskyj gehören Dutzende Personen zu den jeweiligen Delegationen. Für die Hilfe bei der Abwehr iranischer Drohnen verlangte Selenskyj Gegenleistungen, vor allem finanzieller und technologischer Art. Die Ukraine hat durch den russischen Angriffskrieg viel Erfahrung bei der Abwehr iranischer Schahed-Drohnen gesammelt, die nun auch im Nahen und Mittleren Osten eingesetzt werden.
    Eine Kampfdrohne iranischer Bauart in der Luft
    Die Ukraine wehrt sich seit Jahren gegen Angriffe mit Drohnen iranischer Bauart. (Efrem Lukatsky/AP/dpa)

    +++ Israel ist nach Angaben des Militärs erneut mit Raketen aus dem Iran und Libanon angegriffen worden.

    Betroffen gewesen seien das Grenzgebiet zum Libanon im Norden des Landes sowie die besetzten Golanhöhen. Ein Teil der Raketen sei von der Flugabwehr abgefangen worden, der Rest sei auf offenem Gebiet eingeschlagen.

    +++ US-Präsident Trump hat mit weiteren Angriffen auf die iranische Insel Kharg gedroht.

    Die US-Angriffe von gestern hätten den Großteil der Insel völlig zerstört, sagte er dem Sender NBC News. Die USA würden dort vielleicht noch ein paar Mal zuschlagen, einfach nur zum Spaß, so Trump. Über Kharg wird der Großteil der Rohölexporte der Islamischen Republik abgewickelt. Teheran sei zwar zu einer Einigung bereit, die Bedingungen seien aber noch nicht gut genug, sagte der amerikanische Präsident weiter.

    +++ Im Iran sind zwanzig Menschen unter dem Vorwurf der ‌Zusammenarbeit mit Israel festgenommen worden.

    Das meldet die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft der Provinz West-Aserbaidschan. Den Festgenommenen werde vorgeworfen, Daten über die Standorte militärischer und sicherheitsrelevanter Einrichtungen des Irans an Israel übermittelt zu haben. Israel zielt bei seinen Angriffen insbesondere auf strategisch wichtige Kontrollpunkte. Man stütze sich dabei auf Hinweise von Informanten vor Ort, hatte eine mit der israelischen Militärstrategie vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters gesagt.

    +++ In mehreren Golfstaaten hat es neue iranische Angriffe gegeben.

    Das Verteidigungsministerium von Saudi-Arabien teilte mit, dass sechs ballistische Raketen abgefangen worden seien. Sie seien in Richtung eines US-Stützpunktes geflogen. Auch der internationale Flughafen in Kuwait wurde erneut mit Drohnen angegriffen. Nach Angaben der dortigen Luftfahrtbehörde wurde das Radarsystem getroffen, aber niemand verletzt. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet von mehreren Explosionen in Bahrains Hauptstadt Manama.
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