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StartseiteKlanghorizonteSelbstvergessene Tänze auf vier Saiten21.08.2021

Bassist Marc JohnsonSelbstvergessene Tänze auf vier Saiten

In den 1980er-Jahren leitete Marc Johnson mit den Gitarristen John Scofield und Bill Frisell eine Supergruppe des modernen Jazz. 2021 erschien das erste Soloalbum des Bassisten. Altbekannte Stücken klingen darauf geschmeidig, filigran und leicht. Wie macht er das?

Am Mikrofon: Michael Engelbrecht

Von einer lilafarbenen Lichtquelle angeleuchtet steht ein Mann mittleren Alters vor einer Wand und hält mit seinem linken Arm einen Kontrabass.  (Jos Knapen)
Er begann seine Jazzkarriere als Bassist im letzten Trio von Pianist Bill Evans: Marc Johnson. (Jos Knapen)
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"Overpass" wurde 2018 in Sao Paulo aufgenommen. Im exklusiven Interview dazu erzählt Marc Johnson u.a., wie er Trost am Instrument gefunden hat, wie Miles Davis' "Nardis" zum Aha-Erlebnis für ihn wurde und wie ihn Musik aus Burundi gelehrt hat, das Zählen beim Spielen hinter sich zu lassen.

Zwei Neuerscheinungen aus Skandinavien stehen im Mittelpunkt der ersten beiden Stunden der Sendung: die zweite Platte des Quintetts Dark Star Safari, in dem Elektroniker Jan Bang auch singt, und "Phantasmagoria" des Eivind Aarset 4tet. Die Alben werden Anfang September 2021 beim Punktfestival in Kristiansand/Norwegen offiziell vorgestellt - in den Klanghorizonten gibt es die Vorabpremiere. Nach sechs Jahren erscheint 2021 erstmals wieder ein Album von Dub-Techno Pionier Moritz von Oswald. Mit dabei: DJ Laurel Halo und Jazzdrummer Heinrich Köbberling. Dazu Platten von Schlagzeug-Altmeister Andrew Cyrille und Trompeter Nils Petter Molvaer.

Pioniere multikultureller Musik

 Copyright: BRIGANI-ART/HEINRICH (www.imago-images.de)Don Cherry spielte keine herkömmliche, sondern die kompakter gebaute Taschentrompete. (www.imago-images.de)

Die Trompeter Don Cherry und Jon Hassell verscholzen beide auf ganz unterschiedliche Weise Einflüsse aus aller Welt zu einer je eigenen World Music: Cherry, der mit den Free Jazz-Saxofonisten Ornette Coleman und Alber Ayler bekannt wurde, brachte in den 1970er-Jahren in seinem "Organic Music Theatre" indigene Gesänge aus Nordamerika mit Klängen und Rhythmen aus Brasilien und Asien zusammen. Eine Platte dokumentiert den Auftritt beim Festival Chateauvallon 1972. Jon Hassel formte seinen ätherischen Trompetensound nach dem Vorbild klassischen indischen Gesangs und wurde damit enorm einflussreich. Aus Anlass seines Todes im Juni 2021 sind Ausschnitte eines exklusiven Interviews von 1990 zu hören.

Außerdem: Indie-Folk mit den Mountain Goats, poetische Experimentalmusik der 1980er-Jahre aus Japan, ein Klassiker des Brüsseler Labels Made to Measure und Musik von Alice Coltrane und Annette Peacock.

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