Samstag, 18. Mai 2024

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Panzerlieferung
Diskussion um Deutschlandfunk-Beitrag

Wir haben im Deutschlandfunk einen Beitrag gesendet, der vor allem bei Twitter diskutiert wird. Es geht um einen früheren Wehrmachtssoldaten, der durch seine Kriegserfahrungen, so sagt er, zum Pazifisten wurde. Er spricht sich gegen Panzerlieferungen an die Ukraine aus.

12.02.2023
    Zu sehen ist ein Maschnengewehr auf einem Panzer vom Typ Leopard 2
    Die Kritik auf Twitter zeigt uns, wie wichtig die Diskussion und der Austausch über die verschiedenen Standpunkte rund um dieses Thema sind. Das bestärkt uns darin, die Argumente dieser Diskussion aufzunehmen und weiter journalistisch zu bearbeiten. (IMAGO / Panama Pictures / IMAGO / Christoph Hardt)
    Joachim Höppner hat sich im Deutschlandfunk als Zeitzeuge an seine Zeit als 18-jähriger Soldat bei der Wehrmacht erinnert. Im Gespräch mit ihm wird ein Motiv deutlich, das hinter der in der deutschen Öffentlichkeit diskutierten Ablehnung von Waffenlieferungen an die Ukraine steht. In den Programmen von Deutschlandradio sind weitere Motive für oder gegen Waffen- oder Kampfpanzerlieferungen thematisiert worden und werden weiter zu Wort kommen - auch solche Positionen, die darauf hinweisen, mit welchen Folgen die Ukraine rechnen muss, wenn sie keine geeigneten Waffen geliefert bekommt.
    Joachim Höppner schildert, wie er 1944 als 19-Jähriger in einem Panzerregiment die Schlacht in den Ardennen erlebt hat. Danach kam Höppner in Kriegsgefangenschaft und wurde in die Ukraine gebracht. Die Zerstörungen in der Ukraine – angerichtet von der Wehrmacht – hätten ihn schockiert und bestürzt. Höppner ist durch diese Erlebnisse, so sagt er, zum Pazifisten geworden. Er kritisiert ausdrücklich die Handlungen der Wehrmacht, an denen er als 18-jähriger beteiligt war. 
    Der Deutschlandfunk macht sich nicht die Aussage von Joachim Höppner zu eigen, Deutschland oder andere Länder sollten keine Panzer an die Ukraine liefern, vielmehr illustrieren seine Aussagen, wie sehr solche Kriegserinnerungen Entscheidungen der Bundesregierung in einen historischen Kontext stellen und mitprägen können. 
    Wir werden vor allem über Twitter für diesen Beitrag kritisiert. Diese Kritik bestärkt uns darin, das fortzusetzen, was wir in Redaktionskonferenzen regelmäßig machen: unsere Herangehensweise an das Thema zu überprüfen. Die Kritik auf Twitter zeigt uns, wie wichtig die Diskussion und der Austausch über die verschiedenen Standpunkte rund um dieses Thema sind. Das bestärkt uns darin, die Argumente dieser Diskussion aufzunehmen und weiter journalistisch zu bearbeiten. 
    Wir stellen uns unter anderem die Frage nach der Bedeutung von Zeitzeugen von Krieg und Zerstörung. Die Schilderungen von Joachim Höppner machen deutlich, dass verschiedene Generationen unterschiedliche Sichtweisen auf diese Frage haben können, die für die gesellschaftliche Diskussion des Themas wichtig sind. Unsere interne Diskussion findet sich in den unterschiedlichen Sichtweisen in den Deutschlandradio-Programmen wieder und wird dies weiterhin tun.

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