Montag, 26. September 2022

Archiv

Brexit
"Großbritannien genießt jetzt eine hervorragende Scharnierfunktion"

Am 23. Juni entscheiden die Briten über einen Austritt aus der EU. Gäbe es eine Mehrheit dafür, bliebe am Ende ein englisch-walisischer Rumpfstaat, sagte der Historiker Christopher Clark im DLF. Es dürfe zu keinem Brexit kommen, denn derzeit vereine Großbritannien das Beste aus zwei Welten.

Christopher Clark im Gespräch mit Martin Alioth | 16.05.2016

    Der australische Historiker Christopher Clark.
    Der australische Historiker Christopher Clark warnt vor einem Brexit. (picture alliance / EPA / Herbert Neubauer)
    Clark sagte weiter: "Wir leben in einer Zeit des Wiedererwachens nationaler Gefühle." Das stärke die Bereitschaft, einen Alleingang zu riskieren. Die Überlegungen zu einem Austritt Großbritanniens aus der EU hingen mit der "nicht angenehmen" Entdeckung zusammen, dass Engländer die einzigen Briten seien. "Die Schotten sind Schotten, die Waliser sind Waliser."
    Wenn es nun zu einem Brexit käme, dann riskiere man, die Schotten komplett zu verlieren. Übrig bliebe ein englisch-walisischer Rumpfstaat. Clark betonte, aktuell sei Großbritannien in einer guten Position in Europa. "Es genießt jetzt eine hervorragende Scharnierfunktion."
    Das Interview können Sie mindestens sechs Monate lang nachhören.