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Buchautor Roberto Simanowski „Medien stellen sich zwischen uns und die Realität“

"Die höhere Zahl an Likes schlägt das bessere Argument", heißt es in Roberto Simanowskis neuem Buch "Stumme Medien". Filterblasen und der Aufstand gegen ein Expertentum veränderten die Wahrnehmung: "Man nimmt sich nicht mehr die Zeit, sich auf komplexere Sichtweisen einzulassen", sagte er im Dlf.

Roberto Simanowski im Corsogespräch mit Anja Buchmann | 23.03.2018

Man sieht einen "Gefällt mir"-Button vom sozialen Netzwerk Facebook. Darauf zu sehen ist eine Hand, die Daumen hoch zeigt.
Die sozialen Netzwerke verändern unsere Wahrnehmung - wie der Like-Button von Facebook (BRENDAN SMIALOWSKI / AFP)
"Stumme Medien" heißt das neue Buch von Roberto Simanowski, Professor für Medienwissenschaft in Basel. Untertitel: "Vom Verschwinden der Computer in Bildung und Gesellschaft".
Roberto Simanowski
Roberto Simanowski (privat)
Simanowski erörtert das Paradox vom verschwindenden Computer, der unsichtbar scheint, gerade weil er so allgegenwärtig ist. Das wiederum berge die Gefahr, dass wir nicht mehr bemerkten, wie insbesondere die sozialen Netzwerke unsere Wahrnehmung veränderten, sagte Simanowski im Dlf. "Es geht darum, weniger Medien-Anwendungskompetenzen zu vermitteln als vor allem Medienkritik zu äußern."
Roberto Simanowski: "Stumme Medien - Vom Verschwinden der Computer in Bildung und Gesellschaft"
Matthes & Seitz, Berlin, 2018. 304 Seiten, 24 Euro.
Das Gespräch können Sie nach der Sendung mindestens sechs Monate lang als Audio-on-demand abrufen.