Deutschland
Bundesnetzagentur: Zehntausende Beschwerden über Rufnummernmissbrauch

SMS, Chatnachrichten und Anrufe von Betrügern: Die Beschwerden darüber haben einer Statistik zufolge abgenommen. Wie die Bundesnetzagentur in Bonn mitteilte, gingen bei ihr im vergangenen Jahr 85.158 Meldungen zu Rufnummernmissbrauch ein.

    Auf einem Smartphone ist eine Betrugs-SMS zu lesen, in der Kriminelle ein Paket ankündigen und dafür Zollgebühren einfordern.
    Mit gefälschten SMS zu angeblichen Paketen fordern Betrüger ihre Opfer dazu auf, sensible Informationen wie Kreditkartendaten preiszugeben. (picture alliance / dpa / dpa-Zentralbild / Wolf von Dewitz)
    2024 waren es mit 154.624 Beschwerden fast doppelt so viele gewesen, was einen Rekord darstellte. Einen Grund für den deutlichen Rückgang nennt die Aufsichtsbehörde nicht.
    Bei den Abzocke-Versuchen geht es überwiegend um SMS. So soll etwa für den Erhalt eines Pakets noch eine angebliche Zollgebühr gezahlt werden. Aus diesem Grund schaltete die Netzagentur rund 6.200 Rufnummern ab. Für gut 2.000 Rufnummern wurden Verbote verhängt, Zahlungen für unrechtmäßige Kosten einzufordern.

    Enkeltrick rückläufig

    Außerdem beschwerten sich im vergangenen Jahr viele Bürgerinnen und Bürger über automatische Bandansagen, teure Warteschleifen, Router-Hacking und Fake-Hotlines. Der sogenannte Enkeltrick ist seit einigen Jahren den Angaben zufolge rückläufig. Hierbei nimmt ein Betrüger per SMS oder Chatnachricht Kontakt auf und gibt sich als ein Familienmitglied aus, das dringend Geld brauche. Manchmal werden auch nur persönliche Daten des Opfers eingefordert, die später für andere Abzocke-Arten genutzt werden. 

    Netzbetreiber haben Warnsysteme installiert

    Der Netzbetreiber Vodafone startete im vergangenen Mai einen sogenannten Spam-Warner: Wird man von einer Telefonnummer angerufen, die bei Vodafone auf einer Liste potenzieller Krimineller ist, bekommt man vorab den Hinweis "Vorsicht: Betrug möglich" auf dem Display. Vodafone sendete 2025 knapp 50 Millionen Betrugswarnungen auf die Smartphone-Displays der Nutzer des Vodafone-Netzes gesendet. Die Deutsche Telekom hat inzwischen ein ähnliches Warnsystem gestartet.
    Diese Nachricht wurde am 09.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.